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Dienstag, 25. Oktober 2022

Rezesion: `Mehr als die Ehre` von Melanie Metzenthin

 

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Fesselnder dritter Band!









Nach der Machtübernahme der Nazis ist die psychiatrische Klinik geschlossen, und Friederike von Aaalen führt offiziell nur noch ein Pferdegestüt. Dass sie dort geistig behinderte Mitarbeiter  beschäftigt, ist bisher kein Problem gewesen und so hat sie die Möglichkeit, vielen ihrer Schützlinge trotzdem zu helfen.

Als ein neuer Nachbar einzieht, empfindet Friederike zum ersten Mal seit Bernhards Tod wieder etwas anderes als Freundschaft für einen Mann. Trotzdem bleibt sie vorsichtig, denn wenn herauskommt, dass sie behinderte Menschen als Mitarbeiter tarnt, könnte es große Schwierigkeiten für sie geben.

Nachdem im nahegelegenen Wald  ein Toter gefunden wird, geben sich die SS Leute auf Mohlenberg die Klinke in die Hand, und dann stellt sich auch noch heraus, dass mit dem neuen Nachbarn etwas nicht stimmt.

Melanie Metzenthin hat diesmal eine spannende Story um Friederike und Gut Mohlenberg gewebt. Friederike wird in etwas hineingezogen, was sie gerne verhindert hätte, aber nun muss sie dadurch. Sie beweist bei einer Sache detektivische Fähigkeiten, wobei ihr ihre alte Freundin Fräulein Wermut behilflich ist. Ihr bisheriges Schicksal hat aus Friederike eine starke Frau gemacht, die sich in allen Lebenslagen zu helfen weiß. Trotzdem hätte auch sie manchmal gerne eine Schulter zum Anlehnen und jemanden, der ihr die Sorgen abnimmt.

Man kommt  gut in die Story rein, auch wenn man die vorigen Teile nicht gelesen hat, jedoch würde einem viel Lesevergnügen entgehen.

Ganz klare Empfehlung auch für den dritten Band der Mohlenberg Reihe.


                                            


Mittwoch, 19. Oktober 2022

Rezension: `Die Haushälterin` von Joy Fielding

 

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Joy Fielding wieder in alter Form!!









Seit Jahren leidet Jodis Mutter an Parkinson, und langsam wird es für den Vater alles zu viel. Jodi ist heilfroh, als sie eine Haushälterin für ihre Eltern findet, die vor den Augen des Vaters bestehen kann. Es ist einfach zu schön, um wahr zu sein, wie die Perle Elyse auch den Rest der Familie direkt begeistert.

 Als kurz darauf die Mutter verstirbt, denkt niemand etwas Böses. Erst nach und nach wird klar, was Elyse im Schilde führt. Und auf einmal wird es für Jodi und ihre Schwester Tracy schwierig, an den Vater  heranzukommen. Er sieht nicht ein, dass nun alles in die Richtung gelenkt wird,  die Elyse von vornerein geplant hat.

Joy Fielding hat wieder einen brillanten Roman geschrieben, der erstmal recht unspektakulär anfängt. Aber dann immer mehr an Fahrt aufnimmt, sodass ich irgendwann nicht mehr aufhören konnte zu lesen.  Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, Jodi, die Vernünftige, ihre Schwester Tracy, die Lockere, der Vater, ein unsensibler Despot, Harrison, der erfolglose Schriftsteller und natürlich Elyse, die skrupellose Erbschleicherin. 

Joy Fielding hat ein wahres Albtraum Szenario beschrieben, dem die Schwestern fast machtlos gegenüber stehen. Solange der Vater nicht merkt, was los ist, sind ihnen die Hände gebunden. Genauso wie der Polizei, an die sie sich wenden.

`Die Haushälterin` ist spannend und fesselnd und genau das, was ich von einem guten Buch erwarte.


Samstag, 16. Juli 2022

Rezension: `Als das Böse kam` von Ivar Leon Menger

 

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Thriller mit Gänsehautgarantie!!









Die 16jährige Juno und Ihr jüngerer Bruder Boy leben mit ihren Eltern allein auf einer idyllischen Insel. Ihr Leben ist einfach, sie ernähren sich von dem, was sie auf der Insel fangen oder finden, und einmal in der Woche rudert der Vater aufs Festland und holt frische Lebensmittel.

Das ist jedesmal sehr gefährlich, denn überall wohnen die gefährlichen Fremdlinge. Die Kinder sind froh, dass ihre Eltern so gut aufpassen und sie beschützen. Für den Notfall gibt es sogar einen eigenen Bunker, in den alle klettern und sich verstecken können. Niemals darf jemand sie sehen!!!

Und doch passiert es. Als der alte Briefträger auf die Insel kommt, sieht Juno ihn und er sie, und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Ivar Leon Menger hat einen extrem packenden Thriller geschrieben. Der Spannungsbogen wird ab der ersten Seite konstant bis zum Schluss oben gehalten. Zuerst fragt man sich, warum die Familie dort so einsam und heimlich lebt. Und wer sind die mysteriösen Fremdlinge, die am anderen Ufer lauern?

Der Autor hat  sehr gut beschrieben, wie sich die Charaktere im Laufe der Zeit verändern. Wie tiefstes Vertrauen sich in panische Angst wandelt.

Das Lesen hat meine Nerven arg strapaziert, ich habe regelrecht mit gezittert und hatte nicht nur einmal eine Gänsehaut.

Das Ende hätte etwas ausführlicher sein dürfen, aber insgesamt ist `Als das Böse kam` ein spannungsgeladener Thriller, und ich hoffe, bald wieder etwas von Ivar Leon Menger lesen zu können.


                                                        




Dienstag, 1. September 2020

Rezension: `Das Manuskript` von John Grisham


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Zurück auf Camino Island !!


















In diesem neuen Roman geht es mal nicht um die Anwaltsszene, sondern noch einmal um den Buchhändler Bruce Cable, den wir schon aus `Das Original` kennen. Es ist aber nicht schlimm, wenn man den Vorgänger nicht gelesen hat, denn ich konnte mich auch nur noch vage erinnern.
Bruce feiert gerade fröhlich mit ein paar Freunden, als sich der Hurrikan Leo mit rasender Geschwindigkeit auf Camino Island zubewegt. Am nächsten Morgen wird in aller Frühe evakuiert und die Bewohner müssen die Insel verlassen. Nur wenige bleiben da, unter anderem Bruce.

Er überlebt den Sturm unbeschadet, doch am nächsten Tag gibt es verheerende Schäden und sogar Tote auf der Insel. Sein Freund, der Autor Nelson Kerr ist eines der Opfer, allerdings hat sein Körper einige Verletzungen, die nicht nach Sturmschaden aussehen.
Die Polizei ist voll beschäftigt mit Aufräumarbeiten und geht dem Hinweis nicht wirklich nach. Bruce und seine Freunde übernehmen die Ermittlungen selbst und eine wichtige Frage ist: Wo befindet sich das Manuskript, an dem Nelson gearbeitet hat?

John Grisham hat einen extrem komplexen Roman mit rasanter Handlung geschrieben. Es geht um das Aufdecken schwerer Missstände in Pflegeheimen, um künstlich am Leben erhaltene Alzheimer Patienten, um Auftragsmord, Drogengeschäfte und vieles mehr.

Allerdings gibt es sehr viele unterschiedliche Personen und mindestens ebenso viele Handlungsstränge. Da wird es beim Lesen mitunter ziemlich anstrengend, alles im Gedächtnis zu behalten und niemanden zu verwechseln.

Auch ohne Anwälte ist `Das Manuskript` trotzdem ein typischer Grisham, auch wenn ich seine Justizthriller weiterhin bevorzuge.



                                                           


Ich danke dem Heyne Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Freitag, 29. Mai 2020

Rezension: `Ostseegruft` von Eva Almstädt


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Spannender Ostseekrimi!!











Als die Kommissarin Pia Korritki am Grab ihrer Freundin steht, fällt ihr ein Mann auf, der behauptet, Kirstens Tod sei kein Unfall, sondern Mord gewesen. Als Pia nachhaken will, ist er verschwunden. Eigentlich wurde der Unfall bei der Polizei schon zu den Akten gelegt, aber Pia lässt es keine Ruhe. Sie versucht herauszufinden, was wirklich passiert ist und ob an dem Vorwurf etwas dran sein könnte.
Befragungen der Nachbarn, Freunde und der Familie der Toten bringen sie Stückchen für Stückchen weiter.

Zur Hilfe kommt ihr aber der Zufall, als eine zwanzig Jahre lang verschüttete Leiche unter einem einsturzgefährdeten Haus auftaucht. Pia sieht Verbindungen zwischen den Fällen, doch was sie herausfindet, ist eine weitaus größere Sache, als sie bisher angenommen hat.

Pia ist zudem eine sympathische Protagonistin, für die es als alleinerziehende Mutter nicht immer so einfach ist, alles unter einen Hut zu bringen. Ich kannte bisher erst einen Krimi aus der Reihe und das ist schon einige Jahr her. Trotzdem war es überhaupt kein Problem, sofort einzusteigen. Ich ärgere mich nur, dass ich die anderen Bände verpasst habe, aber das lässt sich ja nachholen.

Ich mag diese Art von Krimi total gerne. Wenig Blutvergießen, viel Polizeiarbeit, Recherche und keinerlei übertrieben reißerische Szenen. Hier hat Pia es mit einem sehr undurchsichtigen Fall zu tun und ich hatte fast in jedem Kapitel einen neuen Verdächtigen ausgemacht. Doch leicht macht es einem die Autorin nicht mit vielen unvorhergesehenen Wendungen, sodass sie mich am Ende doch überraschen konnte.

`Ostseegruft` war für mich von Anfang bis Ende spannend, ganz klare Leseempfehlung !!


                                         




Ich danke dem Bastei Lübbe Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Freitag, 22. Mai 2020

Rezension: `Das Schattenhaus` von Tess Gerritsen



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Ziemlich schwach!!



















Die Food Autorin Ava mietet sich für den Sommer ein altes Haus auf einer abgelegenen Insel an der Küste Maines. Dort hofft sie die schlimmen Erlebnisse der letzten Zeit vergessen zu können und möchte an einem Kochbuch arbeiten.

Immer öfter hört sie nachts unheimliche Geräusche und bildet sich ein, einen Mann zu sehen. Als sie nachforscht, findet sie heraus, dass das Haus einst Captain Brodie gehörte und hier schon einiges passiert ist.
Sie überlegt wieder auszuziehen, aber das Haus zieht sie nach und nach in seinen Bann.

Ich glaube nicht an  Übersinnliches, doch `Das Schattenhaus` lässt sich trotzdem gut lesen, obwohl ich die Story ziemlich schräg fand.
Ava trinkt zu viel, man weiß nicht, bildet sie sich im Suff nur ein, dass Captain Brodies Schatten nachts durchs Haus geistert oder gibt es eine vernünftige Erklärung für alles?
 Passiert es vielleicht nur in ihren Träumen oder hat alles mit der schweren Schuld zu tun, die Ava auf sich geladen hat, und die auch der Grund ist, dass sie hierhin geflüchtet ist?


Ich mag die Bücher von Tess Gerritsen wirklich gerne, aber bei `Das Schattenhaus` fällt mir eine Bewertung schwer. Es war gut und flüssig geschrieben und auch auf eine Art spannend, aber dieser Gruseleffekt blieb bei mir vollkommen aus. Ich fand vieles einfach nur albern. Mit Müh und Not habe ich mich zu 3 Sternen durchgerungen.




Ich danke Limes Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 27. Januar 2020

Rezension: `Der Ring des Lombarden` von Petra Schier

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Aleydis und der Ring des Lombarden !














1423, Köln. Im zweiten Teil um die Lombardenwitwe Aleydis de Bruinker muss die junge Frau gegen allerlei Kritik und Anfeindungen von außen ankämpfen.
Zudem verlangen Verwandte ihres verstorbenen Mannes die Herausgabe der Enkelkinder, die in Aleydis` Haus wohnen. Sie muss sich dauernd behaupten, aber es fällt ihr von Tag zu Tag schwerer. Dann wird auf die Mörderin ihres Mannes ein Brandanschlag verübt und es könnte  sein, dass auch Aleydis in Gefahr ist.

 Das Erbe des Lombarden lastet auf ihr, denn sie stellt nach und nach mehr Ungereimtheiten in den Abrechnungen fest und entdeckt plötzlich ein geheimes Versteck, das so viele Fragen aufwirft. Dieses Wissen darf sie jedoch mit niemandem teilen. Der einzige Mensch, dem sie vertraut, ist komischerweise der Gewaltrichter Vinzenz van Cleve, obwohl sie sich meist nur streiten, wenn sie sich begegnen.

Petra Schier hat mit dem zweiten Band die Geschichte um Aleydis fortgeführt. Das Buch ist einfach und flüssig zu lesen, obwohl mir dieses Hin und Her zwischen Aleydis und Vinzenz schon etwas viel wurde. Ich hoffe, dass sie sich im dritten Teil endlich kriegen.

Der Alltag im 15. Jahrhundert in Köln ist gut beschrieben, ich fand es spannend zu lesen, wie es damals vonstatten ging, z.B. in der Wechselstube, die Aleydis betreibt. Jede Stadt oder Region hatte ihre eigenen Münzen und wenn man von Frankfurt nach Köln reiste, musste man dort das Geld umtauschen. Unerwartet bekommt sie Hilfe bei der Arbeit von einem angeblichen Halbbruder ihres verstorbenen Ehemannes. Aleydis freut sich darüber, sie mag Alessandro, aber sie ist sich nicht sicher, ob sie dem Mann trauen kann, denn nie hat vorher jemand von ihm gehört.

Die vielen Gassen in der Kölner Altstadt sind mir wohlbekannt, doch auch Nicht-Kölner können sich, dank einer gezeichneten Karte, leicht zurechtfinden.
Zum Schluss sind leider noch einige Fragen offen geblieben, sodass es garantiert einen dritten Band geben wird, auf den wir hoffentlich nicht zu lange warten müssen.

                     

Montag, 2. Dezember 2019

Rezension: `Unbarmherzig` von Markus Kleinknecht



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Spannender Hamburg- Krimi!!!

















Das `Harburger Tageblatt`, der Arbeitgeber von Jan und Charlotte, wird in Kürze eingestellt, somit werden die Mitarbeiter arbeitslos. Für Jan ist es die Gelegenheit, endlich das Buch über Serienmörder zu schreiben, das er schon lange im Kopf hat. Er nimmt seinen Resturlaub und begibt sich direkt auf eine Recherchereise, zumal sich die Beziehung mit Charlotte gerade in einer schweren Krise befindet.
Diese kümmert sich um Gerechtigkeit für eine alte Freundin, der Schlimmes widerfahren ist..
Gleichzeitig wird ein Mörder wieder aktiv, der viele Jahre von der Bildfläche verschwunden war ...

Der Krimi ließ sich gut lesen, doch mir war Charlotte extrem unsympathisch. Ich hatte den Eindruck, bei allem, was sie für ihre Freundin tut, geht es ihr doch immer nur um sich selbst. Was Charlotte möchte, ob in der Beziehung zu Jan oder zu ihrer Freundin, das zieht sie durch, ohne Rücksicht auf Gefühle oder Konsequenzen.
Jan dagegen hat mir gut gefallen, ich fand es auch spannend, wie er an die Recherche für sein Buch herangegangen ist und was er in der Kürze der Zeit herausgefunden hat.

Zwischendurch kommt der Täter selbst zu Wort, der nach 20 Jahren seinen Trieb plötzlich nicht mehr kontrollieren kann. Ich hatte lange Zeit einen Verdacht, um wen es sich handeln könnte, aber oft kommt es anders, als man denkt....
Ein spannender Krimi, der erst langsam Fahrt aufnimmt, aber dann geht es Schlag auf Schlag und endet ziemlich dramatisch.
Den Nachfolgeband gibt es übrigens schon. `Verhängnisvoll` habe ich bereits gelesen und kann das Buch auch empfehlen! Die Rezension dazu findet Ihr  HIER.

                                                 

Dienstag, 19. November 2019

Rezension: `Der Ahorn im Sturm` von Mina Baites

                                                                                              www.die-rezensentin.de


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Es geht weiter mit den Breitenbachs!!










Der zweite Teil der Breitenbach Saga wird wieder von verschiedenen Schauplätzen erzählt. Rosa und Georg haben sich ihr Leben weiterhin in Colorado aufgebaut, Theodor lebt mit seiner Familie und seinem Vater in Berlin.

Als ein Schicksalsschlag die Breitenbachs trifft, entschließt sich Georg nach Berlin zurückzukehren, um seinen Bruder in der Firma zu unterstützen.
Zusätzlich bedroht ein Börsencrash das ganze Unternehmen in Berlin, sowie auch das Werk in Colorado.

Die Autorin hat die Geschichte der Geschwister sehr spannend erzählt, besonders die Konflikte, die zwischen den Brüdern entstehen, hat sie gut eingefangen. Georg, der nach den Jahren in Colorado viel mehr Freiheiten gewöhnt ist und wiederum Theodor, der sich immer noch für seinen kleinen Bruder verantwortlich fühlt. An beiden sind die Jahre der Trennung nicht spurlos vorbeigegangen.


Für Rosa und ihren Mann Wendelin ist es ein hartes Leben auf der Farm. Es belasten sie abwechselnd Dürre oder zu viel Regen und auch die Raubzüge der Indianer.
Dass ihre kleine Tochter Julia sich mit einem Indianerjungen angefreundet hat, sieht nicht jeder gerne. Auch als Julia heranwächst, will sie nicht von ihm lassen, doch eine Verbindung zwischen Weißen und Indianern ist eigentlich undenkbar.

Mina Baites hat für die Breitenbach- Saga liebenswerte Charaktere geschaffen. Ich empfehle auf jeden Fall, den ersten Band `Der weiße Ahorn` vorher zu lesen, damit man die Entwicklung der Personen richtig nachvollziehen kann. 
Interessante historische Fakten, die man in Anhang noch einmal nachlesen kann, werden in der Geschichte wunderbar mit den Ereignissen verknüpft. Ich weiß gar nicht, welcher Teil mir dieses Mal besser gefallen hat. Berlin oder Colorado? Ich glaube, ich fand beide gleich gut..
Ab der Mitte des Buches macht die Autorin plötzlich sehr große Sprünge, es vergehen in den Kapiteln direkt ein paar Jahre, das fand ich schade, weil ich gerne ausführlicher gelesen hätte, was alles passiert.


                               


           Ich danke Netgalley.de für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Donnerstag, 14. November 2019

Rezension: `Helle und die kalte Hand` von Judith Arendt

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Der zweite Fall für Helle Jespers !!












                                             www.die-rezensentin.de

Helle Jespers ist die Leiterin der örtlichen Polizeistation und ihr neuester Einsatz führt sie zu einer Leiche in den Dünen. Die Tote ist noch sehr gut erhalten, weil der Sand sie konserviert hat. Eine fieberhafte Suche nach der Identität der Frau und natürlich nach dem oder den Tätern geht los.

Durch einen anderen Handlungsstrang weiß der Leser schon, um wen es geht und hat der Polizei immer etwas Wissen voraus.

Die Handlung spielt in Dänemark mit einem aktuellen Thema. Illegale Einwanderer werden unter falschen Voraussetzungen ins Land gelockt, der Pass wird ihnen abgenommen und sie müssen unter sklavenähnlichen Bedingungen schuften. Ob es zwischendurch mal eine weniger ist, ist für die Menschenhändler nicht wirklich von Bedeutung.
Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass die Nationalpartei eine Rolle bei dem Verschwinden der Frau spielt....

Auch der zweite Fall um Helle Jespers ist wieder spannend geschrieben, allerdings fand ich es, hauptsächlich wenn es um die privaten Dinge ging, manchmal etwas langatmig. Gerne wäre ich direkt wieder zum Fall zurückgekehrt.  
Ein ansonsten gut zu lesender Krimi mit einer sympathischen Ermittlerin, einem noch netteren Ehemann und jeder Menge tolle Kollegen.
 `Helle und die kalte Hand` ist ein interessanter Fall, geschrieben in kurzen Kapiteln  mit schlüssigem Ende.

                                  



Samstag, 9. November 2019

Rezension: `Der Kinderzug` von Michaela Küpper


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Der Kinderzug!




                                    www.die-rezensentin.de


1943, Barbara, die junge Lehrerin, begleitet eine Mädchengruppe im Rahmen der Kinderlandverschickung nach Usedom. Die Kinder sollen so aus der Schusslinie gebracht werden.
Die Insel liegt weitab, es gibt endlich täglich genug zu essen und auch sonst ist es eher wie Urlaub.
Doch irgendwann ist es vorbei mit der Idylle, denn auch Usedom ist nicht mehr sicher und sie müssen fort.


Die Autorin hat die unterschiedlichsten Charaktere geschaffen und aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. 

Zuerst sieht es ganz nach Ferien aus, doch so lange Zeit fernab von ihren Familien und ihrer Heimat, nicht wissend, was zuhause passiert, das war natürlich nicht einfach für die Kinder. 

Viele Probleme der Kriegszeit werden angesprochen, z.B träumen die Jungen im benachbarten Heim von der Front anstatt die Ferien zu genießen. Die Mutter des behinderten Rudis versucht mit allen Mitteln, ihn zu Hause behalten zu dürfen. Und gilt es schon als eine Behinderung, wenn ein Mädchen nachts ins Bett macht?

So ganz konnte ich mich mit dem Schreibstil der Autorin nicht anfreunden. Teilweise fiel mir das Weiterlesen echt schwer, aber das Thema hat mich natürlich doch gefesselt.
Ich schwanke zwischen 3,5 und 4 Sternen, habe mich aber doch für 4 entschieden.

                                               


 Ich danke dem Droemer Knaur Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Sonntag, 27. Oktober 2019

Rezension: `Seelentot` von Anna Simons


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Spannender zweiter Band um die Gefängnisärztin!!!













                                                                                                              www.die-rezensentin.de


`Seelentot` ist der zweite Teil der Reihe um die Gefängnisärztin Eva Hanssen. Der kurz vor seiner Entlassung stehende Harald Winkler wird erhängt in seiner Zelle gefunden, ganz klar Selbstmord!  Obwohl sie nicht sagen kann wieso, glaubt Eva nicht daran. Irgendetwas kommt ihr komisch vor. Sie schaltet die Polizei ein und freut sich bei der Gelegenheit auch Kommissar Lars Brüggemann wiederzusehen.
Die Gefängnisleitung ist gar nicht erfreut über Evas Alleingang und auch das Wachpersonal mauert und ist keine Hilfe bei der Aufklärung. Niemand will etwas mitbekommen haben und die Überwachungskameras haben nicht funktioniert.  Mehr und mehr bekommt Eva das Gefühl, dass irgendetwas hier nicht stimmt.

Der zweite Teil der Reihe ist genauso fesselnd wie der erste. Obwohl es völlig ohne Blutvergießen abgeht, hat die Autorin es meisterhaft verstanden, den Spannungsbogen konstant oben zu halten. Verwicklungen, die den Leser verwirren, machen es schwierig zu erkennen, wer hier Täter und wer Opfer ist. Mir gefällt die Reihe, weil eine Gefängnisärztin, die in Morde verwickelt wird, mal etwas anderes ist, als nur immer  Ermittlerteams der Polizei. Natürlich erleben wir auch Kommissar Lars Brüggemann und seine Kollegin, die versuchen, den Fall aufzuklären, aber die Hauptperson in diesem Krimi ist Eva. 
Wie schon im ersten Band, mischt sie sich gerne ein, wenn sie den Eindruck hat, hier läuft etwas falsch. Doch als sie auf Ungereimtheiten stößt, lässt sie erstmal niemanden an ihren Gedanken teilhaben, was ihr zum Verhängnis wird. Denn der oder die Täter fühlen sich von ihr in die Enge getrieben. Klasse geschrieben, sympathische Protagonistin und eine Story, die nicht direkt durchschaubar war.
Ich freue mich schon auf weitere Krimis mit der Gefängnisärztin.

  Ich danke dem Penguin Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Sonntag, 13. Oktober 2019

Rezension: `Die Schwestern vom Ku`damm - Wunderbare Zeiten ` von Brigitte Riebe


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Sehr gelungener zweiter Band!!

















Berlin, 1952:
Mit `Wunderbare Zeiten`  geht es weiter mit den Schwestern vom Ku`damm. Diesmal erfahren wir alles aus Silvie Thalheims Sicht.
Silvie hat sich durchgesetzt und arbeitet beim Radiosender RIAS Berlin als Redakteurin. Obwohl sie  als Einzige immer daran geglaubt hat, kann sie es trotzdem noch nicht fassen, dass ihr Zwillingsbruder Oskar wirklich aus der Gefangenschaft zurückgekehrt ist. Auch der Vater freut sich, dass sein Sohn wieder da ist und setzt ihn direkt in der Leitung des Kaufhauses Thalheim ein, obwohl Rieke und sogar Silvie dagegen sind.
Natürlich klappt es auch nicht, so wie er es sich vorgestellt hat, denn Oskar hat gar keine Lust dazu und feiert lieber die Nächte durch. 

Brigitte Riebe ist es gelungen, die Zeit in den 50er Jahren sehr authentisch zu beschreiben. In Berlin gab es den krassen Unterschied zwischen Ost und West wohl am meisten. Ich hatte gar nicht mehr so auf dem Schirm, wie es in den Jahren nach dem Krieg vor dem Mauerbau war. Warum sind nicht alle geflüchtet, fragt man sich während des Lesens öfter, aber natürlich ist es eine schwere Entscheidung, Haus, Hab und Gut und natürlich geliebte Menschen zurückzulassen. Hinzu kommt die Unsicherheit, fast schon Gewissheit, sie vielleicht nie wieder sehen zu können.
Das Lesen hat mir großen Spaß gemacht, der zweite Teil hat mir noch um einiges besser gefallen als der erste. 
Es gibt jede Menge verwirrender Geständnisse, die die bisherigen Familienverhältnisse völlig durcheinanderbringen.
 Im ersten Band mochte ich Silvie gar nicht so gerne, weil sie so aufmüpfig war und die vernünftige Rieke nicht im Kaufhaus unterstützte. Aber im zweiten Band gefällt sie mir sehr gut, sie hat eine starke Persönlichkeit und lässt sich von zahlreichen Schicksalsschlägen nicht unterkriegen. Sie ist eine Frau, die immer wieder aufsteht und weitermacht. Als plötzlich ihre Mithilfe gefordert wird, weil sonst alles im Geschäft den Bach runtergeht, zeigt sich, dass sie eine echte Thalheim ist. `Die Schwestern von Ku´damm` ist lebendig geschrieben, lässt sich flüssig zu lesen und war für mich pures Lesevergnügen.

                                 


Freitag, 11. Oktober 2019

Rezension: `Stille Havel` von Tim Pieper



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Spannend und fesselnd!!













Die vorigen Havel-Krimis haben mich bereits begeistert, doch `Stille Havel` war etwas anders. Hier geht es um ein Verbrechen, deren Ursprünge bis tief in die Vergangenheit reichen.

Tim Pieper erzählt diesmal auf zwei Zeitebenen, zum einen lernen wir die junge Lydia kennen, die 1938 davon träumt, ein großer Filmstar zu werden. Wenn das nur möglich ist, indem man den Reichsminister Goebbels nicht vor den Kopf stößt, wenn er sich für einen interessiert, dann wird sie eben in diesen sauren Apfel beißen. Lydia weiß genau, was sie will und wo sie hinkommen möchte.

Im zweiten Handlungsstrang ermittelt Hauptkommissar Toni Sanftleben bei einem Mordfall. Es geht um den sechzigjährigen Kunstsachverständigen Helmut Lothroh, der erschlagen aufgefunden wurde. Bei den Nachforschungen stellt sich heraus, dass er sich sehr stark für ein altes Gemälde interessierte. Zu sehen ist eine Frau mit verhülltem Gesicht, doch niemand weiß, wer die Unbekannte ist.

Bei den Ermittlungen lernt Toni die sympathische Marie kennen, mit der er sich direkt anfreundet. Die schöne alte Villa, in der sie lebt, verbirgt allerdings einige Geheimnisse, die man niemals vermutet hätte. Nach und nach kommen Dinge zum Vorschein, die Maries schöne Erinnerungen an ihre Großmutter in einem anderen Licht erscheinen lassen.
Und auch Toni kommt durch die Entdeckungen dem Mörder Helmut Lothrohs näher.

Die Charaktere sind diesmal sehr vielschichtig, mal mehr und mal weniger sympathisch.
In den meisten Romanen, die in der SS Zeit handeln, sind die Protagonisten niemals Nazis gewesen, immer waren es nur die anderen. Hier ist das anders und das hat mir auch mal gefallen. Es gab ja wahrlich genug Mitläufer, die vielleicht erst Jahre später erfuhren, was wirklich geschah. Viele Menschen behielten allerdings ihren Glauben an den Führer bis an ihr Lebensende und das ist hier im Buch beides sehr gut rübergekommen.

Wieder mal ein Havel Krimi mit sehr authentischen Charakteren und einer spannenden Handlung, bei dem mich beide Erzählstränge gleichermaßen gefesselt haben.
Ganz klare Leseempfehlung !!!


                                                 

 Ich danke Tim Pieper und dem Emons Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Samstag, 3. August 2019

Rezension: `Das Kino am Jungfernstieg` von Micaela Jary



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Das Kino am Jungfernstieg












                                                                                                                  www.die-rezensentin.de


Lili Paal muss dringend nach Hamburg, denn ihrer alten Mutter geht es sehr schlecht. Jeder Tag könnte der letzte sein. Doch 1946 ist es fast unmöglich, schnell von Berlin nach Hamburg zu gelangen. Eine glückliche Fügung lässt sie den britischen Offizier John Fontaine kennen lernen, der sehr interessiert an einer Geschichte über alte Filmrollen ist, die Lilli ihm erzählt.

Er gibt sie als seine Sekretärin aus und ermöglicht ihr so die Reise zusammen mit ihm nach Hamburg.

Dort warten aufregende Ereignisse auf Lili. Ihre Schwester, bei der sie unterkommen muss, hasst sie und so wird es schwierig, richtig für die Mutter zu sorgen. Ihre Schwester will außerdem das Kino am Jungfernstieg schließen, was Lili verhindern möchte, und John erwartet, dass sie das Versprechen einlöst und die alten Filmrollen besorgt. Dabei werden einige Geheimnisse aufgedeckt. Was hatte ihre Mutter mit dem berühmten Regisseur Leon Caspari zu tun? 
 Bei einer gemeinsamen Reise kommen Lili und John sich näher, obwohl Lili  mit dem Kriegsgefangenen Albert Paal verheiratet ist.  Ein schwerer Unfall verändert allerdings alles.

Das war mein erstes Buch von Micaela Jary, der Schreibstil gefällt mir. Die Charaktere sind allesamt sehr interessant. Lili und John sind sympathische Protagonisten und man kann sich gut in sie hineinversetzen und ihre Gefühle füreinander nachvollziehen.
Der Schwager und die Schwester sind eine Gattung für sich, egoistisch, geizig und missgünstig.
Die Geschichte um das Kino, die verschwundenen Filmrollen und die verbotene Liebe hat mir gut gefallen, allerdings fand ich das abrupte Ende sehr gewöhnungsbedürftig. Natürlich wird es eine Forstsetzung geben, auf die die Leser aber ein Jahr warten müssen. Da hätte ich mir einen anderen Schluss gewünscht, das Ende hat mich etwas unbefriedigt zurückgelassen.

                                 



Ich danke dem Goldmann Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Freitag, 19. Juli 2019

Rezension: `Hinterhaus` von Lioba Werrelmann





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Durchgeknallte Protagonistin, merkwürdige Nachbarn, wirre Handlung, aber trotzdem lesenswert :-)









Ich weiß so recht gar nicht, wie ich dieses Buch beschreiben könnte. Ich bin immer noch unschlüssig, was ich davon halten soll.

Carolin wird von ihrem Freund Jens vor die Tür gesetzt, plötzlich hat sie keine Wohnung mehr, ist gleichzeitig ihren Job los und steht allein mit ihren Kartons auf der Straße. Mandy aus dem Hinterhaus nimmt sie bei sich auf und von da an überschlagen sich die Ereignisse. Es gibt einen Toten, der seit Jahren vermisst wird,  die Nachbarn im Hinterhaus sind alle mysteriös und  anscheinend in irgendwas verwickelt. Auf einmal sind auch Freunde keine Freunde mehr und irgendwie läuft alles schief.
 Carolin ist eine vollkommen verpeilte junge Frau, die ohne ihren Freund anscheinend nichts auf die Reihe bekommt, nahezu hilflos ist.

Die Geschichte ist allerdings auch ziemlich verworren, und sehr kacke- und kotzelastig. Aber sicher kann ein so natürliches Thema zum Problem werden, wenn  nirgendwo ein Klo in der Nähe ist.

Ich weiß nicht so recht, wie ich das Buch bewerten soll. Es war an keiner Stelle so, dass ich nicht weiterlesen wollte, aber so richtig spannend war es auch nicht. Dazu war es mir zu verworren und an vielen Stellen etwas unglaubwürdig. Allerdings hat es mich schon  gefesselt, sonst hätte ich es an die Seite gelegt. Einigen wir uns darauf: Wer einen völlig untypischen Krimi mit einer total verpeilten Protagonistin und durchgeknallten Nachbarn lesen möchte, ist mit `Hinterhaus` gut bedient.
Ich schwanke zwischen drei und vier Sternen, habe mich für vier entschieden, weil es 3,5 nicht gibt.

                                        


Meinen Fotobericht zur Buchtaufe beim Bastei Lübbe Verlag mit Lioba Werrelmann könnt Ihr hier nochmal lesen KLICK


Ich danke dem Bastei Lübbe Verlag   für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Dienstag, 16. Juli 2019

Rezension: `Dunkelsommer` von Stina Jackson


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    Spannendes Romandebüt!!!


















Das Buch ist in zwei Handlungsstränge geteilt, zum einen erleben wir den verzweifelten Lelle Gustavsson, dessen Tochter vor drei Jahren verschwand.
Lelle gibt nicht auf, nach seiner Tochter zu suchen, ist jede Nacht  draußen unterwegs, in der Hoffnung, irgendetwas über ihren Verbleib zu erfahren. Und plötzlich verschwindet wieder ein junges Mädchen.....

Zum anderen lernen wir Meja kennen, eine Siebzehnjährige, die mit ihrer psychisch kranken Mutter neu in den Ort gezogen ist.

Meja hat kein leichtes Leben, unzählige Umzüge musste sie schon mitmachen, weil ihre Mutter jedesmal wieder einen neuen `Mann fürs Leben` kennengelernt hat. Diesmal soll es der richtige sein, doch Torbjörn ist Meja nicht geheuer. Der schmuddelige Mann, das verkommene, düstere Haus und der dunkle Wald direkt vor der Tür machen ihr Angst. Da tut sich für sie eine besondere Chance auf, als sie Carl- Johan und seine Familie kennen lernt.

`Dunkelsommer` ist ein spannender Roman, der sich sehr gut lesen lässt. Man fragt sich die ganze Zeit, wie die beiden Handlungsstränge zusammenlaufen könnten.
Die Protagonisten sind mir sehr sympathisch gewesen, Lelle, der nicht mit dem Verlust seiner Tochter klarkommt und Meja, die nie Kind sein durfte, sondern sich immer um ihre labile Mutter kümmern musste, anstatt umgekehrt.
Die Autorin hat es geschafft, die Schauplätze so bildhaft zu beschreiben, dass ich alles genau vor Augen hatte, die schäbigen Häuser, die Bunker, den dunklen Wald. Dazu ist es ihr gelungen, die düstere, etwas beklemmende Atmosphäre perfekt einzufangen.
Der Leser wird sehr lange im Unklaren gelassen, wie die Geschichte enden könnte, der Spannungsbogen dadurch sehr hoch gehalten hat.
Für mich war `Dunkelsommer` ein unerwartet spannendes, fesselndes Romandebüt!!


                                                         

  Ich danke dem Heyne Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Mittwoch, 10. Juli 2019

Rezension: `Der Alte muss weg` von Carla Berling


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Witzig - spritzig- Berling !!















Die fünfundfünzigjährige Steffi hat die Nase voll, tagein, tagaus der gleiche Trott. Und mit Tom hat sie einen Ehemann, der keine anderen Interessen als Fernsehen gucken und Kreuzworträtseln hat.
Beim wöchentlichen Brauhaustreffen mit ihren Freundinnen wird klar, auch denen geht es nicht anders und sie beschließen aus einer Bierlaune heraus: `Der Alte muss weg!` Aber eine Scheidung kommt nicht infrage, schließlich hat man ja die besten Jahre an den `Alten` vergeudet.


Während es bei den Freundinnen besser zu klappen scheint, die Ehemänner um die Ecke zu bringen, geht bei Steffi jeder Versuch schief.
Sie schmiedet gerade noch weitere Mordpläne, als sie merkt, dass sich Tom verändert. Sie ist sich sicher: Er betrügt sie!! Obwohl sie ihn ja loswerden möchte, passt ihr das aber auf keinen Fall.. Typisch!

Mit viel Witz und schwarzem Humor nimmt Carla Berling das Eheleben auf die Schippe.
Sie hat eine hervorragende Beobachtungsgabe, herrlich, wie sie die kleinen Feinheiten einer Ehe beschreibt.
Ich kann mir vorstellen, dass viele Frauen sich und ihre Partner in manchen Szenen wiedererkennen. Ich musste mehrmals herzhaft lachen, wenn die Freundinnen sich  über die Gewohnheiten der Männer aufregten, die wir wahrscheinlich alle kennen.

Natürlich ist alles völlig übertrieben dargestellt, aber das macht es auch so witzig. `Der Alte muss weg` ist zum Abschalten und Entspannen genau richtig und hat mir ein paar sehr unterhaltsame  Stunden beschert.

                                                     

Montag, 24. Juni 2019

Rezension: `Löwenzahnkind` Lina Bengtsdotter


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Für einen Thriller viel zu lahm!!


















Das Ermittlerduo Charline `Charlie` Lager und ihr Kollege Anders  werden zu einem Vermisstenfall im schwedischen Gullspang gerufen, der Ort, in dem Charlie aufgewachsen ist. Mit sehr gemischten Gefühlen fährt sie los, denn in ihrer Vergangenheit gab es so einiges, was sie bis jetzt nicht verarbeitet hat.
Beide fand ich nicht sonderlich sympathisch, Charlie braucht fast ständig Alkohol oder Tabletten, Anders ist ein Weichei und steht unter der Fuchtel seiner Ehefrau.

Annabelle, ein junges Mädchen, ist nach einer Party spurlos verschwunden und die Menschen im Ort sind nicht besonders kooperativ. Alle scheinen etwas zu wissen, doch keiner hilft der Polizei mit Informationen  bei der Suche.
Die Zeitsprünge im Buch haben mir gefallen, das lockerte das Ganze etwas auf. Zusätzlich tappt der Leser ein wenig im Dunkeln tappt, weil die Zusammenhänge noch nicht klar sind.

Charlie ermittelt, findet Wichtiges heraus, doch dann holen ihre eigenen Dämonen  sie am Ort ihrer Kindheit wieder ein, sodass sie etwas verpatzt und vom Fall abgezogen wird.
Mir war das zu viel Privatkram und für einen Thriller zu unspannend. Ich lese ja ziemlich schnell, aber für dieses Buch habe ich 10 Tage gebraucht, weil es mich stellenweise nicht so gefesselt hat, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte. Ich habe erstmal gegoogelt, was ein Löwenzahnkind überhaupt ist und wer im Buch damit gemeint ist. Den Begriff kannte ich nicht.
Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen, habe mich für 4 entschieden, weil zum Ende hin nimmt die Story nochmal etwas Fahrt auf und entschädigt den Leser ein wenig für die langatmigen Phasen. Aber einen weiteren Fall mit Charlie Lager wird es für mich nicht geben.

                                   


Freitag, 7. Juni 2019

Rezension: `Böse bist Du` von Jutta Maria Herrmann

                                                                                                             


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Spannender Psychothriller!!!











                                                                                                     www.die-rezensentin.de
                                      



Michaela Berger hat nach den schrecklichen Erlebnissen von vor fünfzehn Jahren immer noch Angst im Alltag. Nach und nach versucht sie, wieder ins Leben zurückzukehren, was ihr auch nach so langer Zeit nicht richtig gelingt.

Sie hat die Gesichter der Täter von damals immer noch genau vor Augen und dann erkennt sie plötzlichen einen von ihnen wieder. Den Verdacht hatte sie schon öfter, aber diesmal ist sie sich sicher: Der Mann ist Leander, einer der Mörder von damals.
Da sie von der Polizei keine Hilfe bekommt, schmiedet sie einen teuflischen Plan.



Ich habe das Buch Sonntagmorgens angefangen und bis abends in einem Rutsch ausgelesen. Der Leser wird immer wieder im Unklaren gelassen,  ob Michaelas Erinnerungen der Fantasie entspringen  und ihr Gedächtnis ihr einen Streich spielt, oder ob sie der Wahrheit entsprechen.
 Denn auch in ihren Erinnerungen gibt es verschiedene Versionen der Geschehnisse, was den Leser zusätzlich verwirrt.

Die Autorin hat die Story so spannend geschrieben, dass ich mich nur schwer von dem Buch lösen konnte. Die Protagonistin tat mir einerseits sehr leid, andererseits war ich unsicher, ob sie nur ein Opfer ihrer falscher Erinnerungen ist. Was sie schließlich anstellt, um den vermeintlichen Mörder zur Strecke zu bringen, ist schon harter Tobak und eine unerwartete Wendung zum Schluss verblüfft den Leser nochmal richtig.

Ein spannendes Lese- Highlight, ein Psychothriller, der mir richtig gut gefallen hat.