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Samstag, 6. Juli 2019

Rezension: `Ich musste sie kaputt machen` von Stephan Harbort


* * * * *
Erschreckend und fesselnd!!
















Der Fall des Serienmörders Joachim Kroll ist mir aus meiner Jugend noch bestens bekannt.  Ich war auf das Buch sehr gespannt, um zu erfahren, wie er zum Mörder wurde. Stephan Harbort, der bekannte Kriminalist, hat den Fall genauestens untersucht und daraus ist ein Psychogramm des Mannes entstanden.

Kroll wuchs mit mehreren Geschwistern zusammen auf, doch anscheinend war er für alle immer nur ´der Depp.´ Nicht besonders schlau, verklemmt und extrem triebhaft. Eine Freundin zu haben, verband er nur mit Sex, niemals mit Gefühlen. Das `komische Gefühl` das er empfand und liebte, war immer mit der Tötung der Frauen verbunden. Später merkte er, dass es bei kleinen Mädchen leichter war, sie zu überreden, mit ihm zu kommen.
Stephan Harbort hat nicht einfach einen Tatsachenbericht über Kroll geschrieben, sondern auch die Sicht der Opfer und Hinterbliebenen ist ihm wichtig, genauso wie die Verzweiflung der Ermittler.
  Ohne großartige Vorbereitungen ist es Kroll gelungen, jahrelang Frauen und Mädchen zu vergewaltigen und zu töten, ohne dass man ihm auf die Spur kam. Sie liefen ihm meist geradewegs in die Arme und er überlegte nicht lange.
   Ich war völlig erschüttert, als ich las, wie schnell man früher  zum Mörder abgestempelt wurde. Am Opfer waren z.B. blaue Fasern gefunden wurden. Irgendjemand, der eventuell als Täter in Frage kommt, besaß einen blauen Pullover, und hatte dazu noch die passende Blutgruppe, prima... -Täter gefasst- keine weiteren Ermittlungen- Fall gelöst.-

Zu der Zeit gab es noch keine DNA Bestimmungen, sonst wäre es sicher schneller vorbei gewesen, denn Sperma hat Kroll oft genug am Tatort hinterlassen. Zu seinem Glück gab es unzählige Polizeipannen, sodass er jahrelang unbehelligt weitermorden konnte. 
Dabei kam ihm auch noch zugute, dass er so unscheinbar war, dass er wirklich von jedem übersehen wurde.
 Wie es dazu kam, das Kroll zu einem Massenmörder wurde, wie sich das so langsam aufbaute und er immer und immer mehr brauchte, um seine Triebe zu befriedigen, das hat der Autor ausführlich recherchiert. Dazu lagen ihm die Polizeiberichte, Vernehmungsprotokolle, Gerichtsakten, forensische Gutachten u.v.m. vor, sodass er ein umfassendes Bild zeichnen konnte. `Ich musste sie kaputt machen` ist kein Krimi, aber trotzdem extrem spannend zu lesen.

                               




Sonntag, 20. März 2016

Rezension: `Der klare Blick` von Stephan Harbort



"Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtungen." 
















Das Buch beginnt mit dem Zitat : "Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtungen." (Antoine de Saint Exupéry) 

Ich habe mir unter `Der klare Blick` etwas anderes vorgestellt, dachte es sei in der Art der übrigen Bücher von Stephan Harbort geschrieben.
Das ist natürlich mein Fehler gewesen, deswegen gebe ich auch keine Sterne-Bewertung ab.
Ich hätte vorher einfach den Klappentext lesen müssen, denn so empfand ich den behandelten Stoff etwas sehr trocken.
  Profiling wurde hier anhand eigener privater Erlebnisse betrieben, sog. private Profiling. Die Methoden, die im Crime Profiling angewendet werden, kann man auch auf den Privatbereich übertragen. Wie entlarve ich Lügner, was ist echt oder falsch? Was steckt hinter einer Fassade? 
Leider fand ich das nicht so spannend, denn reale Kriminalfälle wurden hier eher weniger behandelt.
Der Autor will sensibilisieren, was ich auch schon von den Vorträgen von Mark Benecke kenne. Man soll sich nicht auf das verlassen, was man augenscheinlich sieht, sondern überprüfen- nicht glauben, lieber selbst kontrollieren.  Nicht alles ist wirklich so, wie es auf den ersten Blick scheint, denn oft bekommt man durch verschiedene Blickwinkel auch unterschiedliche Ergebnisse.

Im Buch sind jede Menge Listen und Tabellen vorhanden- u.a. Checklisten, um Täter zu überführen, die man auch im privaten Bereich anwenden kann. 
Nebenbei werden Lösungsansätze angeboten und wie treffe ich die richtige Entscheidung bei Konflikten?
 Für mich war `Der klare Blick`  eher ein Sachbuch, das Meiste war Theorie und dadurch empfand ich es  etwas langatmig.



 Ich danke   Stephan Harbort  für die Zusendung des Rezensiosexemplares.