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Dienstag, 17. November 2020

Rezension: `So schweige denn still` von Mary Higgins Clark

 

* * * * *

Sehr spannend!!









Die investigative Journalistin Gina bekommt eine email von einer gewissen CRyan, die bei einem großen Nachrichtensender angeblich irgendetwas Schreckliches erlebt hat. Doch Gina kann sie nicht erreichen, um Genaueres zu erfahren. Als sie endlich herausfindet, um wen es sich bei CRyan überhaupt handelt, stellt sie fest, dass die Informantin durch einen Unfall ums Leben gekommen ist.

Gina wittert eine große Story und bleibt dran, um aufzudecken, was passiert ist. Anscheinend geht es um sexuelle Belästigung. Sie macht andere Betroffene ausfindig, doch niemand will mit ihr reden. Ihr werden massenhaft Steine in den Weg gelegt, um die Recherchen zu verhindern, doch sie gibt nicht auf. Was Gina allerdings nicht ahnt, ist, dass sie sich in allergrößte Gefahr begibt.

In einem anderen Handlungsstrang nimmt die Autorin uns mit in die Vergangenheit und wir erfahren, was sich in den letzten zwei Jahren beim Nachrichtensender ereignet hat. Was ein großes Unternehmen alles vertuscht, wenn es um Profit geht und wieviel Geld hin- und hergeschoben wurde, um das Zugpferd des Senders vor Anklagen zu retten. Und natürlich schützt jeder erstmal sein Privatvermögen, auch wenn man dazu über Leichen gehen muss.

Nachdem ich einige Jahre nichts mehr von Mary Higgins Clark gelesen habe, bin ich nun angenehm überrascht worden. Bei `So schweige denn still` handelt es sich nicht um einen Psychothriller, sondern fast eher um eine Art Justizthriller.

Der Leser kennt beide Seiten und weiß von Anfang an Bescheid. Man möchte Gina gerne beschützen. Doch Gott sei Dank weiß sie sich immer zu helfen, auch in brenzligen Situationen. 

Der spannende Roman hat mich von der ersten Seite an gefangen genommen, weil Mary Higgins Clark mit einer packenden Handlung und vielen überraschenden Wendungen fesselt. Es fiel mir schwer, das Buch aus dem Händen legen zu müssen und ich habe die  knapp 400 Seiten regelrecht verschlungen.

Sehr schade, dass diese großartige Autorin im Januar`20 verstorben ist.

                                   


Ich danke dem  Heyne Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Freitag, 22. Mai 2020

Rezension: `Das Schattenhaus` von Tess Gerritsen



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Ziemlich schwach!!



















Die Food Autorin Ava mietet sich für den Sommer ein altes Haus auf einer abgelegenen Insel an der Küste Maines. Dort hofft sie die schlimmen Erlebnisse der letzten Zeit vergessen zu können und möchte an einem Kochbuch arbeiten.

Immer öfter hört sie nachts unheimliche Geräusche und bildet sich ein, einen Mann zu sehen. Als sie nachforscht, findet sie heraus, dass das Haus einst Captain Brodie gehörte und hier schon einiges passiert ist.
Sie überlegt wieder auszuziehen, aber das Haus zieht sie nach und nach in seinen Bann.

Ich glaube nicht an  Übersinnliches, doch `Das Schattenhaus` lässt sich trotzdem gut lesen, obwohl ich die Story ziemlich schräg fand.
Ava trinkt zu viel, man weiß nicht, bildet sie sich im Suff nur ein, dass Captain Brodies Schatten nachts durchs Haus geistert oder gibt es eine vernünftige Erklärung für alles?
 Passiert es vielleicht nur in ihren Träumen oder hat alles mit der schweren Schuld zu tun, die Ava auf sich geladen hat, und die auch der Grund ist, dass sie hierhin geflüchtet ist?


Ich mag die Bücher von Tess Gerritsen wirklich gerne, aber bei `Das Schattenhaus` fällt mir eine Bewertung schwer. Es war gut und flüssig geschrieben und auch auf eine Art spannend, aber dieser Gruseleffekt blieb bei mir vollkommen aus. Ich fand vieles einfach nur albern. Mit Müh und Not habe ich mich zu 3 Sternen durchgerungen.




Ich danke Limes Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Rezension: `Der Verrat` von Ellen Sandberg

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Der Verrat!!

















Auf den Frauen der Familie liegt ein Liebesfluch, jedenfalls, wenn man der Mutter glauben darf. Bisher scheint es für die drei Schwestern auch zuzutreffen. Nane stürzt von einer unglücklichen Liebe in die nächste, Birgit hat genauso ein Pech und auch bei Pia sieht es nicht so rosig aus. Das ändert sich allerdings, als sie den viel älteren Winzer Thomas kennen lernt, alles scheint sich jetzt zum Guten zu wenden. Wenn sich nicht plötzlich herausstellte, dass er auch mit ihrer Schwester Nane schon zusammen war....



Ellen Sandberg hat mit `Der Verrat` einen fesselnden Roman geschrieben. In verschiedenen Handlungssträngen blickt sie zwanzig Jahre zurück und erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven. Dadurch erfährt der Leser immer Stückchen der damaligen Geschehnisse und kann sie wie bei einem Puzzle zusammensetzen. 
Die zahlreichen Sprünge von 2018 zu 1998 machen den Roman für mich zu einem packenden Pageturner. Immer möchte man wissen, wie es weitergeht, doch die Autorin serviert nur häppchenweise.

`Der Verrat´ ist kein Krimi oder Thriller, sondern einfach ein Roman, den ich aber extrem spannend fand. Von der ersten Seite an hat mich das Buch gefesselt, ich konnte es nur schlecht aus der Hand legen.  Die Autorin hat einige Wendungen eingebaut, mit denen man gar nicht rechnete. Vor der Kulisse des idyllischen Weinbergs haben sich anscheinend dramatische Szenen abgespielt. Wieso wurde Nane damals zur Mörderin und wieso kann sie nach ihrer Freilassung aus dem Gefängnis nicht mit der Vergangenheit abschließen? Welches düstere Geheimnis bewahren Pia und Thomas? Lügen, Verrat, Eifersucht, Rache, Neid, Missgunst, Mord, hier ist alles vertreten. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für diese tragische Familiengeschichte, in der es keine Gewinner gibt!



                                                   


  Ich danke dem Penguin Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Dienstag, 14. August 2018

Rezension: `Der Schatten` von Melanie Raabe

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Kommt nicht an die Vorgänger heran!!

















Die Journalistin Norah zieht nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten von Berlin nach Wien, um neu anzufangen.
Kurz nach ihrem Umzug trifft sie in der Stadt auf eine Frau, die ihr prophezeit, dass sie am 11.Februar einen Mord begehen wird und der Name des Opfers sei Arthur Grimm.
 Norah tut es als Faselei ab und sie hat den Vorfall auch fast schon vergessen, wenn nicht plötzlich der Name Arthur Grimm öfters auftauchen würde. Nun wird sie neugierig und versucht mehr über den unbekannten Mann herauszufinden.

Die ersten beiden Thriller von Melanie Raabe haben mir sehr gut gefallen und ich freute mich auf `Der Schatten`, doch ich musste mich wirklich durch das Buch quälen. Die Story empfand ich als hanebüchen und das Verhalten Norahs genauso. Eine unbekannte Person schreibt ihr sms, worauf sie jedesmal eingeht und antwortet. Der geheimnisvolle Schreiber gibt ihr Anweisungen, denen sie folgt, was ich total unrealistisch fand. Zusätzlich verschafft sich irgendjemand Zutritt zu Norahs Wohnung, sie wird  bedroht, die Polizei glaubt ihr nicht, Freunde meinen, sie hätte wieder zu Drogen gegriffen.
Es liest sich nicht schlecht, aber mir fehlte jegliche Spannung und ich fand es extrem langatmig. Die Story plätschert so vor sich hin, zog sich teilweise wie Kaugummi, doch von einem Thriller erwarte ich einfach mehr, vor allem etwas Nervenkitzel.

Es kommt eigentlich fast nie vor, dass ich ein Buch nicht zu Ende lese, aber hier habe ich nur bis S.280 durchgehalten, danach habe ich es zur Seite gelegt.
Die Geschmäcker sind ja unterschiedlich, aber ich kann `Der Schatten` nicht empfehlen!!




Ich danke dem btb Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Freitag, 4. August 2017

Rezension: `Unorthodox` von Deborah Feldman

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Regeln-  Zwänge- Verbote
















Deborah Feldman wächst in einer strengen jüdischen Familie auf, die der chassidischen Gemeinde angehört. Das Leben besteht allezeit aus Sitten, Ritualen, Zwängen und Gebräuchen. Als junges Mädchen darf Deborah nichts von dem, was andere Jugendliche in ihrem Alter so tun, noch nicht einmal lesen.
Sie muss sich züchtig anziehen, die Kleidung ist immer lang und unmodern. Die Frauen rasieren sich die Köpfe, damit kein Fremder ihre Haare sieht, tragen stattdessen  Perücken. Kontakt zu Andersgläubigen geht gar nicht.
Deborah möchte sich eigentlich schon früh  gegen die strengen Regeln zu Hause auflehnen, trotzdem gehorcht sie artig und auch als ihr ein Ehemann ausgesucht wird, willigt sie ein. Ehen werden grundsätzlich von den Eltern und der Familie arrangiert, ein Mitspracherecht gibt es für die Eheleute nicht. Die Regeln und Sitten, wie es abzulaufen hat, an welchen Tag was geschieht, wann man den Mann zum ersten Mal sieht usw. ist alles streng reglementiert. Aufgeklärt wird niemand von den jungen Leuten, aber es gibt Unterricht, in dem dem Paar erklärt wird, wie evtl eine Hochzeitsnacht abläuft.
Doch weder Frau noch Mann haben eine Ahnung, was wirklich passiert. Am nächsten Tag wird sofort alles von der Familie kontrolliert und wehe, es ist kein Blut im Laken.
Es wird ein unglaubliches Theater um die Periode der Frau gemacht, da sie in der Zeit und danach als unrein gilt. Anschließend muss ein Rabbi  tagelang weiße Tücher kontrollieren, ob kein Blut mehr zu sehen ist.  Zuletzt muss die Frau in ein Badehaus gehen und wird von Badefrauen gewaschen, was tlw. auch sehr unangenehm und intim ist. Danach erst ist die Frau wieder rein und der Mann darf sie berühren.
 Ein anderes wichtiges Thema ist das Verhalten am Sabbat. Es darf absolut nichts getan werden, Mütter mit kleinen Kindern dürfen  diese nicht  auf der Straße tragen, denn etwas tragen ist nicht erlaubt. Also müssen sie dann zu Hause bleiben, wenn die Familie sich bei Verwandten trifft. Als dringend ein Krankenwagen benötigt wird, wird auch erwartet, dass man die Schmerzen bis Sabbatende aushält, weil telefonieren eine unerlaubte Tätigkeit wäre. Zu Anfang des Buches nahm ich an, wir befinden uns in irgendeiner anderen Zeit, aber das Ganze spielt sich im 21. Jahrhundert ab. Unvorstellbar, ich konnte eigentlich immer nur mit dem Kopf schütteln, ich finde es unfassbar, in der heutigen Zeit so etwas zu lesen. 
Das ganze Leben der chassidischen Juden besteht nur aus strengen Regeln, Unmengen an Bräuchen und Verboten. 
Ich mag seit jeher die jüdische Kultur mit ihren Sitten und Gebräuchen und lese gerne darüber. Doch gegen die chassidische Gemeinde sind ja sogar die Amischen  noch fast fortschrittlich.

Das Ende kam etwas abrupt, ich hätte mir Deborahs Ausstieg aus der Gemeinde doch etwas ausführlicher beschrieben gewünscht. Ansonsten ist `Unorthodox` ein Buch, das ich unbedingt empfehlen kann, wenn sich jemand für das Thema interessiert.
Wer Lust hat, kann übrigens eine ganze Menge bei Google nachlesen.



 Ich danke dem   btb Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares

Inzwischen habe ich einiges darüber gelesen und möchte gerne auf einen Artikel verlinken, wonach die Geschichte von Deborah Feldman schon wieder etwas anders aussieht...

https://hamantaschen.wordpress.com/2017/10/07/deborah-feldman-und-ihr-versuch-mit-ihrer-story-cash-zu-machen/

Dienstag, 30. Mai 2017

Rezension: `Mordkapelle` von Carla Berling

Bildunterschrift hinzufügen

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Spannung und Humor, eine gute Mischung !!!














Lokalreporterin Ira Wittekind ist den meisten Lesern ja schon aus den vorigen Bänden bekannt, jedoch kann man auch problemlos mit diesem Band einsteigen.
Als der Apotheker Ludwig Hahnwald in der Dorfkapelle bei einem Brand ums Leben kommt, sieht alles nach Mord aus und Ira beginnt sofort mit den Vorbereitungen für ihren Artikel. Sie möchte das Leben von Ludwig Hahnwald beleuchten und eine Reportage über ihn schreiben.
Wer hatte ein Motiv, den beliebten Apotheker zu töten? Profitiert vielleicht jemand finanziell von seinem Tod oder gab es doch andere Gründe?

Als sie sich näher damit beschäftigt, stößt Ira immer wieder auf unerklärliche Vorkommnisse in der Vergangenheit und auf eine Familie, in der seit Jahren so einiges totgeschwiegen wird.

Ira ist eine sympathische Protagonistin, die den Dingen gerne auf den Grund geht. Ziemlich verbissen versucht sie, mehr über die Familie Hahnwald herauszubekommen.


Was sie dabei nach und nach entdeckt, lässt auf eine große Story hoffen, doch es wird immer besser. Jeder aus der Familie hat anscheinend etwas zu verbergen und der allseits beliebte Ludwig Hahnwald hatte auch allerlei Geheimnisse in seinem Leben. Ira findet heraus, dass er bei weitem nicht der nette Mensch war, den alle in ihm sahen.

`Mordkapelle`ist eher ein ruhiger Krimi und nicht sonderlich actionreich, hier geht es hauptsächlich um Recherche und die vielen dunklen Geheimnisse im Umfeld des Toten.
Die Autorin schreibt in lockerem, leichten Stil, bringt immer wieder neue Verdächtige ein, sodass der Leser keine Ahnung hat, wer den Apotheker auf dem Gewissen hat.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Für die Leser der vorigen Bände gibt es ein Wiederlesen mit Andy und seiner Familie. Humorvoll beschreibt Carla Berling die beiden alten Tanten, die immer ein `Schnäpsken` bereit halten. Die ostwestfälische Mundart der beiden war mir in den anderen Bänden manchmal etwas viel, hier hat sie jedoch genau die richtige Dosis gefunden.

Obwohl die  Protagonistin Reporterin ist und keine Polizeibeamtin, ist `Mordkapelle` ein fesselnder Krimi mit vielen humorvollen Szenen und einer ordentlichen Portion Lokalkolorit!!







Ich danke dem Heyne Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 6. März 2017

Rezension: `Der Tod so kalt` von Luca D`Andrea



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Der Tod so kalt!!!
















Drehbuchautor Jeremiah Sahlinger überlebt einen Lawinenrutsch, doch mit den psychischen Folgen hat er zu kämpfen, denn er fühlt sich schuldig am Tode seiner Kollegen.
Den Film, der eigentlich gedreht werden sollte, muss sein Kumpel Maik fertigstellen.
Sahlinger verkriecht sich währenddessen nach Südtirol in die Heimat seiner Frau.
Durch Zufall entdeckt er, dass vor 30 Jahren in der Bletterbach- Schlucht ein Massaker stattfand, bei dem drei Menschen grausam hingerichtet wurden.  Das Verbrechen wurde nie aufgeklärt und niemand zur Verantwortung gezogen.
Sahlingers journalistischer Jagdtrieb wird geweckt und er versucht zu recherchieren, doch er stößt  bei den Dorfbewohnern auf eine Mauer des Schweigens. 
 Luca D `Andreas Roman fing ziemlich vielversprechend an, doch dann folgen langatmige Passagen, unterbrochen durch völlig unrealistische Situationen und Handlungen.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen, doch das Buch hätte gut und gerne 200 Seiten weniger haben können, denn so habe ich  des Öfteren quergelesen, weil es mir zu langweilig war.
 Manchmal ist es spannend, dann plätschert es wieder vor sich hin, für mich war es eher ein Roman und kein Thriller.
Viele überraschende Wendungen lockern das Ganze zwischendurch auf, doch insgesamt konnte mich das Buch nicht vom Hocker reißen.



Ich danke dem DVA Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Mittwoch, 11. Januar 2017

Rezension: `Die Frauen der Rosenvilla` von Teresa Simon

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Das Richtige für gemütliche Stunden !!











Anna ist glücklich, als sie die Rosenvilla von ihrem Großvater erbt und begibt sich mit Feuereifer in die Restaurierung.
Womit sie gar nicht gerechnet hat, ist eine alte Schatulle, auf die sie  beim Graben im Garten stößt.
Darin findet sie Briefe und Tagebuchaufzeichnungen aus den letzten hundert Jahren. Beim Sortieren  bemerkt Anna, dass es sich dabei  um die Aufzeichnungen von verschiedenen Frauen handelt.
 Die Frauen, die früher hier gewohnt haben, mussten einige Schicksalsschläge erleiden und Anna erfährt beim Lesen von Familiengeheimnissen, die sie nie für möglich gehalten hätte und die ihre ganze Welt durcheinanderbringen.

Nach und nach kommt immer mehr ans Licht, auf welch tragische Weise verschiedene Familien miteinander verbunden sind.


Teresa Simon hat sich eine außergewöhnliche Familiengeschichte ausgedacht, vielschichtige Figuren geschaffen, die mir fast alle irgendwie ans Herz gewachsen sind, egal, was passiert ist.


Die Zeitsprünge haben mich nicht gestört, im Gegenteil- sie hielten die Spannung oben, denn natürlich fragt man sich, wie alles zusammenhängt und wie Anna da hineinpasst.

Teresa Simon lässt die verschiedenen Tagebuchschreiberinnen abwechselnd zu Wort kommen, sodass es sich um  mehrere Einzelschicksale handelt, die hinterher auf spannende Weise zusammengeführt werden.

Die Geschichte ist wunderschön und der Schreibstil sehr angenehm zu lesen. Das Buch ist perfekt für den Urlaub, oder wenn man einfach mal die Seele baumeln lassen möchte.








Ich danke dem Heyne Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares

Dienstag, 25. Oktober 2016

Rezension: `Solange wir leben, müssen wir entscheiden` von Jehuda Bacon u. Manfred Lütz

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Nicht jeder ist zerbrochen!!

















Der Theologe und Psychiater Manfred Lütz lernte während einer Israel-Reise durch Zufall den Künstler und Auschwitz- Überlebenden Jehuda Bacon kennen. Tief beeindruckt von dem Mann, fragte er ihn bei seiner Abreise, ob er bereit sei, seine Erlebnisse in  Buchform zu veröffentlichen.

Kurz darauf flog Manfred Lütz erneut nach Israel und verbrachte vier Tage mit Jehuda Bacon. Aus den intensiven Gesprächen in Form eines Interviews niedergeschrieben, entstand dieses Buch.
Ich habe schon viel über das Thema Auschwitz gelesen und finde es immer wieder grausam, die Erlebnisse eines Zeitzeugen zu hören.
Zuerst lebte Jehuda noch in Theresienstadt, das damals als Vorzeige- KZ galt, weil dort öfters Inspektionen durch das Deutsche Rote Kreuz durchgeführt wurden. Dort ging es den Häftlingen noch halbwegs gut. Das änderte sich schlagartig, als Jehuda nach Auschwitz deportiert wurde.
Wir schrecklich muss es sein, die ganze Familie sterben zu sehen und selbst zu überleben?
 Gänsehaut bekam ich, als ich las, dass Jehuda Bacon in einem seiner Bilder das Krematorium von Auschwitz gemalt hat, und in dem aufsteigenden Rauch das Gesicht seines ermordeten Vaters.
Nachdem Jehuda als 15jähriger befreit wurde, hatte er das Glück, in ein Kinderheim zu kommen, in dem ein bemerkenswerter Pädagoge ihm den Glauben an die Menschheit zurückgab.

Trotz seiner schrecklichen Erlebnisse ist Jehuda Bacon kein verbitterter alter Mann, sondern Manfred Lütz beschreibt ihn als freundlich, bescheiden und zuweilen heiter. 

Was mir nicht so gut gefallen hat, ist die Form, in der das Buch geschrieben ist. Manfred Lütz stellt Fragen, die Jehuda Bacon beantwortet. Dadurch empfand ich den Lesefluss immer wieder unterbrochen und die Erzählung konnte mich nicht ganz so einnehmen, wie sie es verdient hätte.
Trotzdem ist es ein sehr lesenswertes Buch, das man sicher nicht so schnell vergessen kann.



Ich danke dem Gütersloher Verlagshaus für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Sonntag, 16. Oktober 2016

Rezension: `Die Vermissten` von Caroline Eriksson




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Verwirrend!!















Alles deutet auf eine glückliche Familie hin- Greta, Alex und die kleine Smilla sind unterwegs auf einem Bootsausflug, doch plötzlich verschwinden Alex und Smilla spurlos.....

In Rückblenden erfahren wir einiges über Gretas Leben und auf einmal scheint doch nicht alles so harmonisch zu sein, wie es den Eindruck macht.
Greta erzählt in der Ich-Form, sie sucht verzweifelt nach den beiden, doch dann ist sie sich wieder sicher, zu wissen, dass sie sie nicht finden wird.
Hat sie selbst etwas mit dem Verschwinden zu tun? Was ist in ihrer Kindheit passiert?  Der Leser wird über vieles im Unklaren gelassen, sodass ich ihre Handlungen nicht verstehen konnte. Ich war mir nicht sicher, passiert das wirklich oder ist es ein Traum? Oder handelt es sich einfach nur um die Hirngespinste einer Geisteskranken?
Am liebsten hätte ich das Buch nach der Hälfte weggelegt, weil ich es völlig unspannend fand. Eine Aneinanderreihung von wirren Handlungen.
Im letzten Viertel nimmt die Story jedoch nochmal richtig Fahrt auf, alles klärt sich auf und entschädigt ein bisschen für die 200 Seiten Verwirrspiel.
Es soll sich bei dem Buch um den Überraschungsbestseller des Jahres handeln. Meinen Geschmack hat er nicht getroffen; ich kann mich mit Müh und Not zu 3 Sternen durchringen.





Ich danke dem Penguin Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 19. September 2016

Rezension: `Die Entscheidung` von Charlotte Link

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`Die Enttäuschung` hätte besser gepasst!!












Ich liebe die Bücher von Charlotte Link und das vom letzten Jahr `Die Betrogene` war mein absolutes Highlight.
Deswegen konnte ich es kaum erwarten, endlich wieder ein neues Werk von ihr in den Händen zu halten, doch ich wurde ziemlich enttäuscht.

Simon, 40, der es gerne allen recht machen möchte, hatte eigentlich vor, mit seinen Kindern Weihnachten in Südfrankreich zu verbringen. Diese erteilten ihm aber kurzfristig eine Absage, genauso wie seine Freundin Kristina, und nun wird er ganz allein und frustriert über die Feiertage in seinem Ferienhaus hängen.

Alles ändert sich jedoch völlig, als die abgemagerte und verwahrloste Nathalie in sein Leben tritt....

 Charlotte Link hat das Buch in verschiedene Handlungsstränge aufgeteilt. Einer davon führt uns nach Bulgarien zu zwei Familien, die ihre Töchter in ein vermeintlich besseres Leben schickten, was aber nicht so ganz geklappt hat.

Außerdem erzählt Nathalie in  Rückblicken, wie ihr Leben vorher, quasi seit der Kindheit verlief. Und wie sie Jerome kennenlernte...

Jerome. Um den sich hier anscheinend alles dreht. Was hat er getan? Warum sind ihm Typen auf den Fersen, die vor nichts zurückschrecken?

Die häufigen Handlungssprünge mit vielen verschiedenen Schauplätzen und Personen haben mir nicht gefallen.
Der bis dato total sanftmütige Simon wird in einen Mordfall verstrickt und befindet sich plötzlich mit Nathalie auf der Flucht, weil auch ihrer beider Leben in Gefahr ist.

Der Leser weiß nicht wirklich, was genau vorgefallen ist, nur soviel, dass es wohl um Menschenhandel geht und die Verfolger eine Spur von Tod und Verwüstung hinterlassen.

Die Story fängt mäßig spannend an, in der Mitte empfand ich sie sehr zäh, zum Schluss nimmt sie jedoch kurzfristig richtig Fahrt auf.

Aber es ist alles weit hergeholt, die Figuren verhalten sich total untypisch, tlw. absurd. Ich finde es etwas schwierig, genau zu beschreiben, was mich so gestört hat und was ich völlig wirr fand, ohne gleichzeitig zu viel zu verraten.
Aber wieso machen sich Verfolger wahnsinnige Mühen, bestimmte Leute zu finden und zu quälen oder zu töten, die mit nichts etwas zu tun haben und auch keinerlei Auskünfte geben können? Die ihnen in keiner Weise weiterhelfen können? Andere dagegen bleiben unbehelligt. Auch die Auflösung des Ganzen konnte mich absolut nicht überzeugen, ich empfand die komplette Story einfach nur 08/15,  absolut vorhersehbar und nicht annähernd so, wie ich es von Charlotte Link gewöhnt bin.

                                      




Ich danke dem Blanvalet Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Freitag, 2. September 2016

Rezension: `Die Spuren meiner Mutter` von Jodi Picoult

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Wer sich für Elefanten interessiert...



















Die dreizehnjährige Jenna sucht schon jahrelang nach ihrer Mutter Alice.  Seit einem mysteriösen Unfall im Elefantenpark ist die Wissenschaftlerin spurlos verschwunden. Jenna zweifelt ihr Leben lang, ob ihre Mutter sie verlassen hat und noch irgendwo lebt, oder ob sie tot ist.
Bis zum Alter von drei Jahren lebte sie mit ihren Eltern  in diesem Elefantenpark. Mithilfe des Mediums Serenity und des damaligen Ermittlers Virgil kehrt sie an den Ort ihrer Kindheit zurück und macht einige überraschende Entdeckungen. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was damals wirklich geschah.


Wie bei Jodi Picoult üblich, wird die gleiche Geschichte aus mehreren Blickwinkeln erzählt.  In einer Art Rückblende lässt sie  zusätzlich die Mutter Alice berichten, wie das Leben zu der Zeit vor ihrem Verschwinden im Elefantenpark war.


Der Anfang war sehr spannend und machte Lust auf mehr, doch immer, wenn man gerade so in der Story über die Suche nach Alice drin war, folgten endlose Beschreibungen über die Gewohnheiten und Sitten der Elefanten.
Ich fand das sehr langatmig und intensiv und wer sich nicht wirklich brennend für das Thema interessiert, sieht das eventuell genauso. 
Bei `Die Spuren meiner Mutter` gibt es so viele Abschnitte, die sich ausschließlich mit den Elefanten beschäftigen, das war mir einfach too much.
 Die Kapitel, in denen Jenna und die anderen zu Wort kamen und berichteten, gefielen mir sehr gut und ließen sich flüssig lesen.
Allerdings ist der Schluss nochmal etwas gewöhnungsbedürftig und  sicher für jeden Leser eine echte Überraschung.
Ich  schwanke zwischen 3 und 4 Sternen, aber habe mich doch für 3 entscheiden, weil ich zwischendrin immer weitergeblättert habe, weil ich es einfach ermüdend fand.
Fazit: Wer sich intensiv für das  Thema Elefanten interessiert, ist hier gut bedient, ansonsten könnte es zu langweilig sein.





  Ich danke dem Bertelsmann Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplar.

Mittwoch, 10. August 2016

400.000 Besucher- Gewinnspiel !!!!

WAHNSINN !!!! Die 400.000 Besucher- Marke ist geknackt...

Und dazu habe ich für euch ein tolles Gewinnspiel !!! Mit freundlicher Unterstützung des btb Verlags verlose ich fünf Exemplare von Melanie Raabes neuem Thriller, der Ende August erscheint...











Darum geht es:


Vor sieben Jahren ist der reiche und zurückgezogen lebende Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah (37) den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Die Rückkehr des vermeintlichen Entführungsopfers löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle, nach all der Zeit verständlich. Sie hat eine harte Zeit hinter sich. Gerade war sie dabei, sich von der Vergangenheit zu lösen. Ihr Ehemann taucht, wenn man so will, zur Unzeit auf. Was wird werden? Gibt es eine gemeinsame Zukunft? Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht der, als der er sich ausgibt. Es ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder – und er droht Sarah: Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes scheinbar so perfektes Leben …


Klickt aufs Cover und Ihr gelangt zu Amazon

        Melanie Raabe, als ich sie im letzten Jahr auf einer Lesung traf





Wie könnt Ihr gewinnen ??


Ich würde mich freuen, wenn Ihr hier Leser auf dem Blog werdet und meine Facebookseite liked. 

Kommentiert einfach hier drunter oder auf Fb,  warum Ihr das Buch gerne gewinnen möchtet. Bitte markiert gerne eure Freunde und teilt dieses Gewinnspiel fleißig oder postet es auf euren Blogs.
Bis zum 24.08.2016 um 23 Uhr habt Ihr Zeit, dann wird ausgelost !!

Ihr solltet über 18 Jahre alt sein; ansonsten brauche ich die Einwilligung eurer Eltern.
Die Auslosung der Gewinner erfolgt über random.org.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Und nun wünsche ich euch allen viel Glück!!!


Mehr über Melanie Raabe erfahrt Ihr auf ihrer HOMEPAGE

Dienstag, 9. August 2016

Rezension: `Totenlied` von Tess Gerritsen

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`INCENDIO`














Mal vorweg gesagt, bei `Totenlied` handelt es sich nicht um einen typischen Tess Gerritsen Thriller, sondern um ein sog. Stand-Alone.

Auf einer Reise nach Rom kauft die Geigerin Julia in einem kleinen Antiquitätenlädchen eine Sammlung Musikstücke, sog. Zigeunermusik und eine der Melodien hat es ihr besonders angetan.
Ein schneller, bisher unveröffentlichter Walzer, -- Incendio--, doch schon bald merkt sie: Irgendetwas stimmt nicht mit dem Stück, es geht etwas Unheimliches davon aus...



Eigentlich hat Julia  alles, was man sich wünschen kann, einen Beruf, der sie erfüllt, einen Mann, der sie liebt und die Krönung war die Geburt ihrer Tochter Lilly.
Doch diese Harmonie wird durch einen Vorfall jäh zerstört. Während Julia `Incendio` spielt, zeigt Lilly plötzlich Störungen und tut grauenhafte Dinge. Julia kennt ihr eigenes Kind nicht mehr und es kommt soweit, dass sie sich vor der Dreijährigen fürchtet. Aber niemand glaubt ihr, eher nimmt man an, mit ihr selbst stimmt etwas nicht.

In einem anderen Handlungsstrang führt die  Autorin den Leser nach Venedig im zweiten Weltkrieg. Es geht um den jungen Lorenzo, einen begnadeten Geigenspieler, und seine jüdische Familie.
Zwischen dieses beiden Ebenen  schaltet die Autorin hin und her und ich empfand jede für sich allein spannend.


Tess Gerritsen hat sehr gut recherchiert und das Grauen, das im zweiten Weltkrieg auch nicht vor den italienischen Juden Halt gemacht hat, mit der Geschichte verknüpft. Lorenzos Schicksal hat mich sehr berührt und noch eine ganze Zeit lang beschäftigt.

Julia möchte herausfinden, was es mit der geheimnisvollen Komposition auf sich hat und fliegt nach Venedig. Sie ist ist eine sympathische Protagonistin, auch wenn ich zwischendurch selbst an ihrem Verstand gezweifelt habe.
Ich mache mir nicht so viel aus Musik, doch ich habe mir Incendio mehrmals angehört und konnte mich dadurch noch viel besser in die Geschichte hineinversetzen.
Stückchen für Stückchen gehen die beiden Handlungen ineinander über und dem Leser wird einiges klar.
Ich habe die ganze Zeit überlegt, wie die Autorin das Ganze wohl auflösen wird und ich finde, das ist ihr genial gelungen- tlw. etwas sehr konstruiert, aber das hat mich überhaupt  nicht gestört.

 Gewohnt flüssiger Schreibstil, eine packende Handlung, spannend erzählt- Tess Gerritsen hat es wieder mal geschafft, mich richtig zu packen, sodass ich das Buch kaum weglegen konnte.

Absolute Leseempfehlung, wenn man keinen Thriller im üblichen Stil erwartet!!

Hier kann man übrigens das Stück  INCENDIO anhören, das Tess Gerritsen selbst komponiert hat.

Und HIER spielt Tess Gerritsen es selbst auf dem Klavier.




 Ich danke dem Limes Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Sonntag, 17. April 2016

Rezension: `Anatomie des Verbrechens` von Val McDermid


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Absolut lesenswert!!!
















Val McDermid hat sich für dieses Buch ein besonderes Thema ausgesucht- diesmal ist es kein Krimi, sondern es handelt sich eher um eine Art spannendes Sachbuch!
Anhand echter Kriminalfälle werden hier die wissenschaftlichen Methoden erläutert. Wie arbeitet ein Anthropologe? Was machen Rechtsmediziner? Wie entlarvt man Giftmörder? Seit wann gibt es DNA und Fingerabdrücke? Wie entstand die Forensik? Dies sind nur einige Beispiele des komplexen Inhalts.

 Jeder Tatort verfügt über einen großen Reichtum an nützlichen Hinweisen und Beweisen, doch wie werden diese Spuren überhaupt gesichert?

Das Buch ist in verschiedene Abschnitte gegliedert, jeder einzelne handelt von einem anderen Fachgebiet: Insektenkunde, Pathologie, Toxikologie, digitale Forensik u.v.m.

Das Geschriebene wirkt überhaupt nicht trocken, obwohl es wirklich fast ein Sachbuch ist. Doch in jedem Kapitel wird ein echter Kriminalfall dazu vorgestellt, was das Ganze auflockert.
Anhand der wahren Verbrechen zeigt Val McDermid auf, wie die Rechtsmediziner, Pathologen usw. arbeiten, um Spuren auszuwerten. Die Fälle sind interessante Beispiele und reichen von den letzten Jahrhunderten bis heute.
Am meisten hat mich die Story von der Firma US Radium geschockt, in der  junge Frauen kurz nach der Entdeckung des Radiums Leuchtziffern bemalten. Anfang des 20.Jahrhunderts wurde angefangen, Radium als Wundersubstanz zu behandeln. Gesichtspuder, Seifen, Cremes, Leuchtziffern u.v.m.  Die Firma US Radium versuchte jedoch zu vertuschen, dass nach und nach alle Mitarbeiterinnen erkrankten oder sogar starben. Hier waren die Toxikologen gefragt, um zu beweisen, dass die Radium Girls, wie sie genannt wurden, durch die Arbeit vergiftet wurden.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es liest sich nicht wie ein Krimi, aber wer sich für das Thema interessiert, wird schnell gefesselt sein.






Ich danke dem Knaus Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Mittwoch, 9. März 2016

Rezension: `Fremdes Leben` von Petra Hammesfahr

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Wer ist hier das Opfer??















Eine Frau wacht in einem Krankenhaus auf der Intensivstation auf, sie kann sich zuerst  an nichts mehr erinnern. Angeblich  hatte sie einen schlimmen Autounfall unter Alkoholeinfluss, bei dem sie schwer verletzt wurde und lange im Koma lag.

Nach  und nach kommen einige Erinnerungsfetzen zurück und sie hat genau vor Augen, wie der Unfall passiert ist und dass jemand sie töten wollte. Doch niemand im Krankenhaus glaubt ihr und beweisen kann sie es nicht.
Dazu kommt, dass jeder sie mit einem falschen Namen anspricht- Claudia Beermann, das ist sie doch nicht!
Immer wieder huschen irgendwelche Gedanken und Gesprächsfetzen von Erlebtem durch ihren Kopf, aber nichts passt richtig zusammen. Sie erinnert sich an Dinge aus der Vergangenheit, die eigentlich nicht so passiert sein können.


Der  Leser steht auch völlig auf dem Schlauch, was vor dem Unfall geschehen sein könnte. Denn die Erinnerungen spielen Claudia anscheinend einen Streich. Obwohl sie ganz sicher ist, dass es früher in ihrem Leben so und nicht anders abgelaufen ist, kommt dann wieder die Erkenntnis, so kann es doch nicht  gewesen sein.
Die vielen Freunde, an die sie sich erinnert, wo sind die? Warum besucht sie niemand? Wieso erkundigt sich niemand nach ihr?
Als ihr Ehemann ins Krankenhaus kommt, reagiert sie hysterisch, denn er war es, der sie umbringen wollte. Doch dann steht  ein völlig anderer, ein Fremder vor ihr, der behauptet, ihr Ehemann zu sein.


Zwischendurch liest man Rückblicke, eher eine Art Satzstücke,  die Claudia willkürlich in den Sinn kommen. Daraus kann sich der Leser genauso viel zusammenreimen, wie die Protagonistin selbst.



Es sind, wie immer, höchst interessante und eigenwillige Charaktere, die uns die Autorin präsentiert. 
Dem Leser geht es genau wie Claudia Beermann,  man weiß nicht, wem man trauen darf und wem nicht. Eigentlich scheinen alle ganz nett zu sein und es macht eher den Eindruck, als sei Claudia das als Einzige nie gewesen.

Petra Hammesfahrs Art zu schreiben  muss man mögen, ist sicher nicht jedermanns Sache. 
Ich finde jedoch, Hammesfahr kann sogar jede Nebensächlichkeit fesselnd erzählen und durch die wirren Gedankengänge der Protagonistin empfand ich das Buch extrem spannend, obwohl es kein Krimi, sondern ein Roman ist.
  
`Fremdes Leben` ist eine völlig irre Story mit einem so überraschenden Ende, mit dem wohl wirklich niemand gerechnet hätte.

Das Buch hat mich ab der ersten Seite gefesselt und obwohl es fast 500 Seiten sind, habe ich es regelrecht verschlungen, weil ich unbedingt wissen wollte, was weiter passiert.

Absolute Kaufempfehlung, wenn man die Bücher von Petra Hammesfahr mag!




 Ich danke dem Diana Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 28. September 2015

Lesung: Melanie Raabe 23.09.2015 Köln - Crime Cologne

Die Crime Cologne findet jedes Jahr im Spätsommer statt und es gibt dort zahlreiche Veranstaltungen, die mich interessieren. Doch an allen kann man ja nicht teilnehmen und viele sind auch gleichzeitig.
Da ich aber von `Die Falle` so begeistert war, wollte ich mir den Abend mit Melanie Raabe auf gar keinen Fall entgehen lassen.
 Die Location war das Alte Pfandhaus in der Kölner Südstadt.




Allerdings fand ich die Sitze total unbequem, als Lehne nur  einen harten Ring, das war echt sehr ungemütlich.


Die Moderation hatte Antje Deistler, die ich schon von diversen anderen Lesungen kannte, übernommen.
Melanie Raabe sieht aus wie Anfang 20 und ist sehr hübsch und sympathisch; ich war überrascht, als ich las, dass sie schon 34 ist.

`Die Falle` erschien schon in zahlreichen Ländern, bevor das Buch in Deutschland auf der Leipziger Messe vorgestellt wurde. Sogar Hollywood hat sich schon die Filmrechte gesichert. Also ein Wahnsinnserfolg und über Nacht wurde Melanie berühmt. Allerdings hatte sie schon vorher vier Bücher geschrieben, die niemand veröffentlichen wollte und sie meinte dazu :   
 "Um über Nacht berühmt zu werden, braucht es zehn Jahre harte Arbeit zuvor" 

Als sie zu lesen begann, wurde es mucksmäuschenstill im Saal und die Zuhörer genossen nur noch. Melanie Raabe hat eine wunderbare Vorlesestimme.








Anschließend berichtete sie noch ein paar Einzelheiten aus ihrem Leben nach der Veröffentlichung von `Die Falle`.
Geradezu euphorisch erzählte sie von ihrem Besuch in Mailand.
Sehr menschlich und sympathisch machte sie auch ihre Schilderung, dass einmal ein Bekannter extra kommen musste, um sie von einem Spinnenmonster in ihrer Wohnung zu retten. Das konnte ich sehr gut nachempfinden.....

Es hat unglaublichen Spaß gemacht, ihr zuzuhören und es war schade, dass der Abend so schnell vorbei war. Andererseits hätte ich es auf den Sitzen nicht viel länger ausgehalten... 

Ach ja, ihr nächstes Buch wird wieder ein Psychothriller, die Protagonistin ist eine Frau und es wird keine Reihe sein. Mehr wollte sie nicht verraten.



















Anschließend wurde noch fleißig signiert und Melanie hatte genug Zeit  und für jeden Besucher ein paar freundliche Worte. Wir kannten uns bisher nur über Facebook und ich fand es schön, sie nun auch persönlich kennen zu lernen.






Über die sehr nette Widmung in meinem Buch habe ich mich total gefreut..



Meine Rezension zu `Die Falle` findet Ihr  H I E R




Klickt aufs Cover und Ihr gelangt zu Amazon

Dienstag, 22. September 2015

Rezension: `Bis ans Ende der Geschichte` von Jodi Picoult

* * * *

Bis ans Ende der Geschichte!!!
















Der äußere Klappentext verrät rein  gar nichts vom wahrhaftigen Inhalt,  das überraschte mich dann doch ziemlich. Dafür wird aber im inneren Klappentext etwas Entscheidendes vorweggenommen, das man eigentlich erst im Laufe der Geschichte erfährt. Sehr blöd gemacht; ich würde euch raten, den inneren Klappentext zu übergehen.

Die, etwas zurückgezogen lebende, Jüdin Sage lernt in einer Trauergruppe einen alten Herrn kennen, mit dem sie sich anfreundet. Doch was er ihr aus seinem Leben erzählt und anschließend von ihr erbittet, bringt sie in einen schweren Gewissenskonflikt und stürzt sie in ein Gefühlschaos...

Das Gehörte lässt Sage aber nicht mehr los, sie forscht nach  und erfährt nach so langer Zeit endlich die Lebensgeschichte ihrer Großmutter, die diese die ganzen Jahre für sich behalten hat....

Der Anfang des Buches ist etwas langatmig, es wird sehr ausschweifend und auch ein wenig durcheinander erzählt.
Als es jedoch in einem langen Rückblick in die Kriegsjahre geht, war ich über viele Kapitel gefesselt.
 Die Erlebnisse der Jüdin Minka fand ich extrem spannend und emotional, allerdings ist es keine leichte Kost. Obwohl ich schon viel zu dem Thema gelesen habe, erschüttert es mich doch immer wieder aufs Neue und ich kann nach wie vor nicht fassen, was damals passiert ist.

Mehrere Kapitel handeln von einer Fantasygeschichte, einer Art Märchen, das hat mir überhaupt nicht gefallen und ich fand das  vollkommen überflüssig.

Wie es der Leser aus den Büchern von Jodi Picoult bereits gewöhnt ist, wird auch hier die gleiche Handlung aus verschiedenen  Blickwinkeln von unterschiedlichen Personen erzählt.
Geschickt verbindet die Autorin später die einzelnen Handlungsstränge miteinander.
Bei den vorigen Jodi Picoult Büchern bekam ich, durch die unterschiedlichen Sichtweisen und Meinungen zum gleichen Thema, manchmal selbst eine andere Betrachtungsweise der Dinge.
Bei diesem Buch hat sich meine Meinung jedoch nicht durch die andere Perspektive  geändert.

 `Bis ans Ende der Geschichte` ist für mich nicht Jodi Picoults bestes  Buch, da habe ich schon fesselndere von ihr gelesen, aber ich kann trotzdem  wohlverdiente 4 Bücherpunkte vergeben.




Ich danke dem C.Bertelsmann Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.