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Donnerstag, 16. Juli 2026

Rezension: `Sturmland` von Miriam Georg


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So ein gemütlicher Schmöker!!









Hamburg, 1860. Cora Kröger beginnt eine Stelle als Gouvernante für die kleine Emmi. Doch der Name, unter dem sie sich vorstellt, ist nicht ihr wirklicher, und weder ist sie Witwe noch verfügt sie über die Referenzen, die Alexander Klaasen, Emmis Vater, eigentlich erwartet. Für die Behandlung des Lungenleidens seiner Tochter plant er einen längeren Aufenthalt auf Norderney, und nur Cora war bereit, mitzukommen. Für sie ist es ein glücklicher Zufall, denn niemand in Hamburg darf wissen, wo sie ist.

Auf der Insel findet sie schnell Ruhe und ein Gefühl von Sicherheit. Der Unterricht mit Emmi erfüllt sie, die Weite des Meeres und die Distanz zu den Menschen, vor denen sie geflohen ist, lassen sie aufatmen. Onnen Haart, ein Inselbewohner, den Herr Klaasen als Begleitung für die Nachmittage engagiert hat, wird zunehmend wichtiger für sie. Doch ein dramatisches Ereignis zerreißt das zarte Band zwischen ihnen und stellt alles infrage.

Wieder einmal hat Miriam Georg einen wunderschönen historischen Roman geschaffen. Von der ersten Seite an war ich in der Geschichte drin. Die Schilderungen der Begebenheiten auf Borkum und Norderney wirken so authentisch, dass ich den Wind und den Sturm fast selbst spüren konnte, den Sand unter den Füßen, die kleinen Hütten mit ihren Öfen und die gemütlichen Teezeiten.

Die Autorin versteht es meisterhaft, Atmosphäre zu erschaffen und ihre Figuren lebendig werden zu lassen. Sie alle tragen ihre Geheimnisse, Hoffnungen und Verletzungen mit sich, und gerade diese Mischung aus Vertrautheit und Verschwiegenheit macht den Roman so berührend.

`Sturmland` ist ein gefühlvoller, spannender und wunderbar erzählter Inselroman, der mich vollkommen gefesselt hat. Nun bin ich sehr gespannt auf den nächsten Band in dem die Geschichte weitergeht.


                                                   




Dienstag, 26. August 2025

Rezension: `Die Verlorene` von Miriam Georg

 

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Grandios!!








Laura ist tief betroffen vom Tod ihrer Großmutter Aenne. In ihrem Nachlass stößt sie auf ein altes Foto von Zwillingen, auf dem eine der beiden wie ihre Großmutter aussieht. Als im Anschluss weitere unerklärliche Dinge ans Licht kommen, beschließt Laura, das Geheimnis ihrer Großmutter zu lüften. Warum hat Aenne eigentlich nie über ihre Vergangenheit gesprochen?

Miriam Georg hat erneut einen bewegenden Roman verfasst, der die Leser auf eine Zeitreise nach Schlesien zur Kriegszeit mitnimmt.
Wir begleiten die junge Aenne und ihre Familie, die in diesen schweren Zeiten versuchen, ihr Hab und Gut zu verteidigen.

Die Autorin wechselt geschickt zwischen Gegenwart und Vergangenheit und präsentiert dabei eine Geschichte voller Emotionen.


Ein einfühlsamer Schreibstil, gepaart mit einer spannenden Handlung und bewegenden Momenten in Verbindung mit facettenreichen Charakteren, macht diesen Roman zu einem fesselnden Leseerlebnis.

                                




Donnerstag, 17. Oktober 2024

Rezension : `Im Nordlicht` von Miriam Georg

 

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Nicht so gut wie der erste Teil!









Sehnsüchtig habe ich auf die Fortsetzung von `Im Nordwind` gewartet, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Alice und John weitergeht.

 Alice arbeitet inzwischen bei Johns Familie als Dienstmädchen, um bei dem Scheidungsprozess eine Stelle vorweisen zu können. Immer noch sucht sie überall nach ihrer kleinen Tochter, die wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint.


Es wird vorausgesetzt, dass der Leser noch genau weiß, was sich bisher in Band eins zugetragen hat, aber ich als Vielleserin hatte schon einiges vergessen.

Die Autorin erzählt viel in Rückblenden, doch die in einem Nebenstrang ausführlich erzählte Geschichte von Sala fand ich irgendwie überflüssig, denn sie spielt im Buch eigentlich keine größere Rolle. Dadurch, dass sich manches mit Alices Vergangenheit ähnelt, musste ich oft zurückblättern, um herauszufinden, um wen es sich gerade handelt.

Der Schreibstil von Miriam Georg ist, wie immer, flüssig und sehr gut zu lesen. Bildhaft beschreibt sie die Schauplätze und Gegebenheiten, doch leider flacht die Geschichte im Gegensatz um ersten Band ziemlich ab. 

Wer es kann, sollte beide Teile hintereinander lesen.

Ich würde für `Im Nordlicht` 3,5 Sterne vergeben, da das nicht möglich ist, runde ich auf vier auf.

                                                     


Dienstag, 16. Juli 2024

Rezension: `Im Nordwind` von Miriam Georg

 

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Ich hätte gerne noch weitergelesen!!









Kennt Ihr das???  Ihr wünscht euch, das Buch möge nicht zu Ende gehen, weil ihr gerne weiterlesen möchtet? So ging es mir mit `Im Nordwind`.

Miriam Georg hat mich mit ihrem neuen Roman mal wieder total gepackt. 

 Alice lebt mit ihrem gewalttätigen Ehemann Henk und ihrer Tochter in Armut. Obwohl sie auch arbeitet, trägt Henk das Geld in die Wirtschaft oder verliert es beim Spiel. Sie beschließt, sich scheiden zu lassen, was natürlich Anfang des 20. Jahrhunderts fast ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Dabei lernt sie den Rechtsanwalt John Reeven kennen, der ihren Fall pro Bono bearbeiten möchte. Er ist fasziniert von der schönen Frau, doch sie kommen aus verschiedenen Welten, was eine Beziehung unmöglich macht. Da das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, ist es für den Leser spannend, die Sicht beider Seiten zu erfahren. Die Autorin schreibt flüssig und verliert sich nicht in detailreichen Beschreibungen, sodass man von Anfang an direkt in der Geschichte drin ist. 

Ich liebe die Bücher von Miriam Georg und auch `Im Nordwind` hat mich wieder in seinen Bann gezogen. 

Ich hätte gerne noch weitergelesen, aber nun muss ich bis Oktober`24 auf den zweiten Teil warten.





Dienstag, 18. Oktober 2022

Rezension: `Das Tor zur Welt- Hoffnung` von Miriam Georg

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Noch besser als der erste Band!













 Im zweiten Band der Auswanderer Saga kehrt Claire nach Hamburg zurück. Aus Scham traut sie sich nicht, ihre Mutter oder Ava zu besuchen. Als sie feststellt, dass Dr. Schwab nun als Agathas Verlobter in ihrem Elternhaus ein und aus geht, hat sie noch mehr Bedenken. Es besteht nach wie vor die Gefahr, dass er sie in  eine Anstalt einweisen lässt. Dann hat Quint eine rettende Idee...

Ava hat ihren Traum von Amerika erst einmal hinten angestellt, doch sie kümmert sich gerne um Agatha, die sehr darunter leidet, dass ihre Tochter verschwunden ist. Und auch Quint ist ihr immer ein treuer Freund. Wills Pflichtbewusstsein seiner Familie gegenüber hindert ihn immer noch daran, sich zu Ava zu bekennen. 

Miriam  Georg hat den zweiten Teil der Auswanderer Saga extrem raffiniert geschrieben. Es kommen immer wieder Passagen in Kursivschrift vor, die den Leser verwirren und neugierig machen. Eine Frage beschäftigte mich fast ununterbrochen während des Lesens. Um wen handelt es sich auf der `Imperator?` 


`Das Tor zur  Welt- Hoffnung` ist sehr spannend, und ich fand es noch besser als den ersten Band, obwohl der mir auch schon gut gefiel.

Zum besseren Verständnis empfehle ich aber, den ersten Teil vorher zu lesen, auch weil einem sonst eine tolle Geschichte entgeht.

Ganz klare Leseempfehlung für die beiden Bände!!

                              


Dienstag, 19. Juli 2022

Rezension: `Das Tor zur Welt - Träume` von Miriam Georg


 
* * * *

 Beginn einer neuen Auswanderer-Saga!

       



Tagein, tagaus muss die junge Ava auf dem Hof ihrer Eltern schuften. Sie weiß, dass es nicht wirklich ihre Eltern sind, denn jahrelang hat sie darauf gehofft von ihrer, nach Amerika ausgewanderten, Familie nachgeholt zu werden. 
Ihrem eigenen Traum von Amerika kommt sie näher, als sie nach einer wahren Odyssee an schlechten Erfahrungen eine Arbeit im Auswandererlager bekommt. Jeden Pfennig, den sie verdient, spart sie für ein Ticket in die freie Welt.


In einem anderen Handlungsstrang lernen wir Claire Conrad kennen, eine reiche, egozentrische junge Frau, die gerne gegen alle gesellschaftlichen Regeln rebelliert. Sie ist ganz das Gegenteil von Ava und doch werden die beiden Freundinnen. 

Miriam Georg konnte mich mit ihrem neuen Roman wieder begeistern, auch wenn die Geschichte in der Mitte etwas langatmig war. Das Buch hat 656 Seiten und ich denke, 100 oder sogar 200 Seiten weniger hätte es noch spannender gemacht.
Wie alle ihre Romane ist auch dieser flüssig und gut zu lesen, und durch den bildlichen Schreibstil hatte ich viele der Schauplätze genau vor Augen.
Die Story wird aus verschiedenen Perspektiven von unterschiedlichen Personen erzählt, denn die Autorin hat eine Menge sehr interessanter und facettenreicher Charaktere geschaffen. Für das Ende hat sie sich noch ein Highlight aufgehoben, das einen sehnsüchtig auf den zweiten  Band warten lässt.

                                                               



Ich danke dem Rowohlt Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Montag, 26. April 2021

Rezension: `Elbstürme` von Miriam Georg

 

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Es geht weiter mit Lilly und Jo!!









Im zweiten Teil der hanseatischen Familiensaga kehrt Lilly an der Seite ihres Ehemannes zurück nach Hamburg. Ihre Ehe ist eine Farce und Lilly hält sie nur aufrecht, weil Henry ihr sonst die Tochter entziehen würde. Auch sonst darf der Ehemann alles bestimmen, er kontrolliert Lillys Tag und sie findet kaum eine Möglichkeit, etwas allein zu unternehmen. Sie wohnen im Haus der Karstens, in dem auch Franz und seine Ehefrau Roswitha leben. Roswitha ist unglücklich, weil Franz sie schlecht behandelt und demütigt, wo er kann. Er hingegen lebt ungeniert seine Vorlieben aus.

In einem anderen Handlungsstrang treffen wir Jo in den Gängevierteln wieder. Inzwischen ist er so erfolgreich im Opiumgeschäft, dass er zumindest seine Mutter und Geschwister ernähren kann. Trotzdem trinkt er täglich ordentliche Mengen Alkohol, doch es gelingt ihm nicht, Lilly und seine kleine Tochter zu vergessen.

Auch mit Emma und ihren Freundinnen, die weiterhin für die Rechte der Frauen kämpfen, gibt es ein Wiederlesen. 

Miriam Georg beschreibt die Zustände in den Arbeitervierteln sehr authentisch. Die Armut und Not der Männer, die mit ihrem geringen Verdienst kaum ihre Familien über Wasser halten können.  Die Frauen, die meist genauso hart in der Fabrik arbeiten, müssen anschließend noch den Haushalt und die Kinder versorgen. Oft haben die Kinder durch die Mangelernährung krumme Gelenke oder andere Schäden.

Die Damen der besseren Gesellschaft haben zwar mehr Luxus, aber eine eigene Meinung ist auch hier nicht erwünscht. Es ist das Privileg der Männer, alles zu bestimmen. Die Frauen sollen lediglich nett aussehen, möglichst den Mund halten und sich mit der Haushaltsführung beschäftigen. Es wird niemals die Frage gestellt, ob Frauen auch über Intelligenz verfügen.

Unvorstellbar grausam fand ich die Geschichte um den kleinen Michel, und was ich über das miese Geschäft der Adoptionsvermittlerin gelesen habe, hat mich wirklich erschüttert.

Der zweite Band der hanseatischen Familiensaga hat mich nicht ganz so begeistern können wie der erste, weil ich die Ereignisse aus den Hafenvierteln manchmal etwas zäh und langatmig erzählt fand.

Insgesamt ließ sich `Elbstürme` aber sehr gut lesen und hat mir bis auf wenige Kritikpunkte auch wieder gefallen.


                                      


Ich danke dem Rowohlt Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Samstag, 20. Februar 2021

Rezension: `Elbleuchten` von Miriam Georg

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Packender Auftakt zur hanseatischen Familiensaga!!









Hamburg, 1886. Lily ist die Tochter des erfolgreichen Reeders Karsten in Hamburg. Ihr Weg ist lange vorbestimmt. Sie ist verlobt, wird bald heiraten, Kinder bekommen und sich mit den üblichen Aufgaben einer Ehefrau in den besten Kreisen beschäftigen.

Die perfekte Planung ändert sich, als durch eine Verkettung unglücklicher Umstände ein Arbeiter ums Leben kommt. Lily fühlt sich schuldig und möchte der Familie des Mannes helfen. Als sie dabei den Hafenarbeiter Jo kennenlernt, sieht sie plötzlich, dass es in Hamburg noch andere Seiten gibt, als nur ihre Familienvilla und der vornehme Bekanntenkreis.

Je öfter sie sich heimlich mit Jo trifft, desto mehr gerät die heile Welt ins Wanken. Lily stellt ihr ganzes Leben in Frage und inzwischen ist sie auch nicht mehr sicher, was ihre Verlobung mit Henry betrifft. 

Lily verändert sich, engagiert sich für Frauenrechte, fühlt sich immer mehr zur anderen Seite hingezogen. Obwohl eine offizielle Beziehung zu Jo undenkbar ist, kommen sie sich näher.

`Elbleuchten` ist der erste Band der zweiteiligen hanseatischen Familiensaga von Miriam Georg.

Die Autorin beschreibt sehr authentisch, wie diese Zweiklassengesellschaft funktioniert. Wie selbstverständlich es für die Reichen war, die Bediensteten auszubeuten, und über das Elend in den Hafenvierteln hinwegzusehen. An den zahlreichen Wohltätigkeitsveranstaltungen nimmt man gerne teil, doch niemand möchte diesem Elend wirklich nahekommen, obwohl es ein Leichtes gewesen wäre, dort mit dem eigenen Reichtum Hilfe zu leisten. 

Besonders erschüttert hat mich der Umgang mit Behinderten. Bekam eine Familie ein behindertes Kind, brachte man es schnell irgendwo unter, denn niemand durfte davon wissen. Sollte es bekannt werden, dass in einer Familie ein Krüppel, Kretin oder Idiot geboren wurde, konnte das den kompletten Verlust von gesellschaftlichem Ansehen bedeuten.

Miriam Georg hat mit Lilly und Jo ausgesprochen sympathische Protagonisten geschaffen, die beide interessante Entwicklungen durchmachen. Auch die anderen Charaktere sind vielleicht nicht unbedingt sympathisch, aber sehr facettenreich.

`Elbleuchten` hat mir sehr angenehme Lesestunden beschert, und ich freue mich auf den Folgeband, der im April erscheinen soll.

                                                 




Ich danke dem  Rowohlt Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.