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Mittwoch, 7. September 2022

Rezension: `Das Geheimnis des Pilgers` von Petra Schier

 

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Es geht spannend weiter!!


















Koblenz, 1379. Der zweite Band der Pilger Trilogie hat mir um einiges besser gefallen als der erste Teil. Dort  kam ich wegen der vielen Figuren dauernd durcheinander und konnte erst zum Ende hin richtig in die Geschichte abtauchen.
`Das Geheimnis der Pilgers`  knüpft direkt an die letzten Geschehnisse an. Reinhild und Conlin haben sich entschlossen, die Ehe einzugehen, allerdings ursprünglich nur aus Zweckmäßigkeit.

Diesmal erfahren wir auch viel von Palmiro. Er hat seine große Liebe verloren und glaubt nicht, dass ihm noch einmal solche Gefühle widerfahren. Doch dann tritt jemand in sein Leben...

Auch ansonsten tut sich viel. Wertvolle Pelze werden gestohlen, Conlin erhält den Titel des Grafen, Reinhilds Schwester sucht einen Ehemann, obwohl man den Eindruck hat, er steht direkt vor ihrer Nase.

Wieder einmal beschreibt Petra Schier den Alltag im Mittelalter so farbenfroh und bildhaft,  dass die Vergangenheit vor den Augen des Lesers lebendig wird. 
 
  Diesmal hat sie mehrere Kapitel einem `sündigen Thema` gewidmet, das es offiziell nicht gab, aber insgeheim viel praktiziert wurde. So wurde es keine Minute langweilig, sondern der Spannungsbogen blieb konstant oben. Reinhild, Conlin und Palmiro sind mir inzwischen ans Herz gewachsen, und ich freue mich nun auf den dritten und letzten Band.


                                              




Montag, 27. Januar 2020

Rezension: `Der Ring des Lombarden` von Petra Schier

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Aleydis und der Ring des Lombarden !














1423, Köln. Im zweiten Teil um die Lombardenwitwe Aleydis de Bruinker muss die junge Frau gegen allerlei Kritik und Anfeindungen von außen ankämpfen.
Zudem verlangen Verwandte ihres verstorbenen Mannes die Herausgabe der Enkelkinder, die in Aleydis` Haus wohnen. Sie muss sich dauernd behaupten, aber es fällt ihr von Tag zu Tag schwerer. Dann wird auf die Mörderin ihres Mannes ein Brandanschlag verübt und es könnte  sein, dass auch Aleydis in Gefahr ist.

 Das Erbe des Lombarden lastet auf ihr, denn sie stellt nach und nach mehr Ungereimtheiten in den Abrechnungen fest und entdeckt plötzlich ein geheimes Versteck, das so viele Fragen aufwirft. Dieses Wissen darf sie jedoch mit niemandem teilen. Der einzige Mensch, dem sie vertraut, ist komischerweise der Gewaltrichter Vinzenz van Cleve, obwohl sie sich meist nur streiten, wenn sie sich begegnen.

Petra Schier hat mit dem zweiten Band die Geschichte um Aleydis fortgeführt. Das Buch ist einfach und flüssig zu lesen, obwohl mir dieses Hin und Her zwischen Aleydis und Vinzenz schon etwas viel wurde. Ich hoffe, dass sie sich im dritten Teil endlich kriegen.

Der Alltag im 15. Jahrhundert in Köln ist gut beschrieben, ich fand es spannend zu lesen, wie es damals vonstatten ging, z.B. in der Wechselstube, die Aleydis betreibt. Jede Stadt oder Region hatte ihre eigenen Münzen und wenn man von Frankfurt nach Köln reiste, musste man dort das Geld umtauschen. Unerwartet bekommt sie Hilfe bei der Arbeit von einem angeblichen Halbbruder ihres verstorbenen Ehemannes. Aleydis freut sich darüber, sie mag Alessandro, aber sie ist sich nicht sicher, ob sie dem Mann trauen kann, denn nie hat vorher jemand von ihm gehört.

Die vielen Gassen in der Kölner Altstadt sind mir wohlbekannt, doch auch Nicht-Kölner können sich, dank einer gezeichneten Karte, leicht zurechtfinden.
Zum Schluss sind leider noch einige Fragen offen geblieben, sodass es garantiert einen dritten Band geben wird, auf den wir hoffentlich nicht zu lange warten müssen.

                     

Dienstag, 17. September 2019

Rezension: `Die Tote in der Henkersgasse` von Astrid Fritz



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Spannender neuer Fall für Serafina!!














Freiburg, 1417,
 Serafina, die ehemalige Begine und jetzt Ehefrau des Arztes Achat, hat eigentlich alle Hände voll zu tun, denn mit ihrer Armenapotheke ist sie mehr als beschäftigt.
Als Achaz  in die Henkersgasse gerufen wird, weil eine reiche Kaufmannsgattin mit eingeschlagenem Schädel gefunden wurde, lässt es Serafina, wie immer, keine Ruhe.
Natürlich will sie nun auf eigene Faust ermitteln und das tut sie auf ihre ganz besondere Weise. Sie hat keinerlei Berührungsängste, weder vor vornehmen Kaufleuten, noch vor Hübschlerinnen. Was Serafina sich in den Kopf setzt, zieht sie auch durch.
Zusätzlich macht ihr der Stadtapotheker Ärger, weil er durchgekriegt hat, dass sie ihre Armenapotheke schließen soll. Und es taucht plötzlich nach vielen Jahren ihr Bruder Peter auf. Die anfängliche Freude über das Wiedersehen schlägt ganz schnell ins Gegenteil um.

 Achaz passt es natürlich nicht, dass seine Frau eigene Recherche betreibt, doch weil er sie liebt und weiß, dass er doch keine Chance hat, sie aufzuhalten, lässt er es zähneknirschend durchgehen.
 Die beiden empfand ich als sehr liebenswert, aber auch die anderen gefielen mir, besonders Serafinas Bruder ist ein vielschichtiger Charakter.

Mit dem neuen Serafina Band konnte die Autorin mich wieder fesseln. In knapp zwei Tagen hatte ich ihn ausgelesen.
Man kann gut einsteigen, wenn man die anderen Teile nicht kennt, was aber sehr schade wäre, denn es lohnt sich, sie zu lesen.
Serafina ist für die damalige Zeit eine eigenwillige Frau, die macht, was sie will. Das gefällt natürlich nicht jedem, denn Weiber sollen sich mit ihrem Haushalt beschäftigen  und nicht herumschnüffeln oder `unschuldige` Bürger verdächtigen und erst recht keine Morde aufklären.
Ich war mir lange Zeit nicht sicher, wer der Täter sein könnte, denn es kommen einige infrage. Das hat die Autorin geschickt verschleiert, sodass es am Ende eine echte Überraschung für mich war.
Sie versteht es perfekt, fiktive Charaktere  gekonnt mit wirklich stattgefundenen Begebenheiten zu verbinden. Denn im Anhang kann man lesen, dass ein historischer Fall als Grundlage zu diesem Roman diente.
Flott geschrieben, keine Minute Langweile beim Lesen, so darf ein historischer Roman gerne sein.



                                             

Ich danke  dem Rowohlt Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.