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Montag, 9. Juli 2012

Rezension : Knast von Joe Bausch

     * * * *


                 
                           Knastalltag !!!

Ich gebe zu, ich hatte eine Erwartungshaltung, als ich das Buch angefangen habe. Ich war ja im April bei einer  Lesung von Joe Bausch in Köln. Doch erst jetzt kam ich dazu, das Buch zu lesen.
Die Lesung war richtig klasse; Joe Bausch ist ein ganz sympathischer Mann und  er konnte  total spannend, aber auch mit lustigen Anekdoten aus dem Knastalltag erzählen.

Das Buch hat mich doch ein kleines bißchen enttäuscht. Das Ganze kommt etwas abgehackt rüber; in einzelnen Kapiteln wird nur der normale Knastalltag beschrieben.  
Wie geht es überhaupt zu in einem Knast und wie sind die Gefangenen untergebracht ?
Wie sieht die Knasthierarchie aus? 
Was bedeutet es für die Angehörigen, wenn ein Vater im Knast sitzt ?
Wie passiert es, dass immer wieder Drogen reingeschmuggelt werden ? 
Was geschieht mit demjenigen, der andere Knackis verpfeift ? Was bedeutet Sicherungsverwahrung ?

Natürlich war es auf jeden Fall mal interessant zu lesen, wie es in einem Knast so zugeht, aber die beschriebenen Fälle sind ja keine wahren Begebenheiten, wie man vorne lesen konnte. Sie hätten sich aber so zutragen können...

Klar darf er als Arzt seine Schweigepflicht nicht verletzen, aber sicher hätte man die Fälle etwas verfälschen können, ohne jemandem zu nahe zu treten.
Joe Bausch hat zu vielen Dingen eine eigene Meinung und auch  einige Verbesserungsvorschläge;  Z.B. wünscht er sich für jeden Gefangenen eine Einzelzelle.
Nicht, um ihm das Leben so angenehm wie möglich zu machen, sondern weil viele Agressionen erst dadurch entstehen, dass mehrere Männer zusammen in einer Zelle leben müssen. 

Da hängt dann der Schwule mit dem Moslem, dem Totschläger und dem Zuhälter zusammen auf einer winzigen Zelle. Die Toilette ist nur durch einen Vorhang abgeteilt und auch ansonsten bekommt man alles mit, was die anderen so treiben. 

Da ist eigentlich Stress vorprogrammiert, den es ja anscheinend auch genügend gibt.

Fazit : Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert, wenn man sich für Knast und Knastalltag im Allgemeinen interessiert. 

Es läßt es sich flüssig lesen, obwohl es im Erzählstil geschrieben ist .

Ich hätte mir allerdings, zumindestens bei den Fällen aus seiner Praxis, doch mehr wörtliche Rede gewünscht. Das lockert das Geschriebene immer etwas auf...



Dienstag, 17. April 2012

Lesung mit Joe Bausch in Köln

Gestern Abend war die Lesung mit Joe Bausch über sein Buch  " KNAST".
Der Abend fand in der Mayerschen Buchhandlung auf der Schildergasse in Köln statt.
Wir haben uns mal wieder die Plätze in der ersten Reihe gesichert.:-) Vor der Veranstaltung konnte ich Joe Bausch schon mal vorab fotografieren.


Um 20.15 ging es los.

Joe Bausch ist ganz anders, als ich ihn mir vorher vorgestellt habe..
Sehr sympathisch, ziemlich ruhig und leise, also gar nicht so, wie man es von einem Knastarzt vielleicht erwartet.
Er hat dann erst ein bißchen aus dem Alltag geplaudert und anschließend verschiedene Kapitel vorgelesen.
Das war wirklich interessant , was er da zu berichten hatte.
Er erzählte z.B. im Knast gäbe es einen typischen Geruch, den Knastgeruch, der immer gleich wäre.
Denn viele der Insassen hätten keine Lust auf tägliche oder wöchentliche Dusche, würden auch oft in den gleichen Klamotten schlafen und arbeiten. Dadurch gäbe es natürlich auch oft Zoff untereinander, denn wenn auf einer Gemeinschaftszelle so ein Ferkel wohnt, stinkt das den Anderen im wahrsten Sinne des Wortes mächtig.

Er berichtete über Sexualität im Knast, über die verschiedenen Verbrechertypen, aber auch ein paar lustige Anekdoten hatte er auf Lager.

Er meinte auch, in einem Film oder einer kurzen Doku über das Knastleben benähmen sich die Insassen völlig anders als im Normalfall.
Daher hatte er sich überlegt, richtig wiedergeben kann man  das echte Leben hinter Gittern nur im Buch.

Zum Schluß wurden die Gäste gebeten, Fragen zu stellen, die er alle geduldig  beantwortete.
Dadurch bekam man noch mal einen Einblick in das Knastleben, wie man es bisher aus Filmen etc..nicht kannte.


Die Fragestunde dauerte wirklich eine Stunde, aber natürlich verging der Abend wie im Flug.
Anschließend signierte er die Bücher und hatte auch für jeden noch ein nettes Wort parat.
Im Großen und Ganzen, ein gelungener Abend mit einem sehr sympathischen JOE BAUSCH .

                                      Meine Nichte, während sie ihr Buch signiert bekommt.
Ich habe mir das Buch natürlich auch gekauft und bin gespannt, was man noch alles erfährt. 
Ich denke, es ist auf jeden Fall lesenswert.


Samstag, 14. April 2012

Karten für die Lesung Joe Bausch

Joe Bausch liest am Montag in Köln in der

Mayerschen Buchhandlung. Heute habe ich kurzfristig Karten dazu gekauft. Sein Buch heißt KNAST und er ist auch bekannt aus dem Kölner Tatort.Ich könnte mir vorstellen, dass die Lesung ganz interessant werden wird....


Kurzbeschreibung


Als Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth beugt er sich im Kölner Tatort mit grünem Kittel mürrisch über Leichen. Nach Drehschluss fährt er zurück in sein richtiges Leben: Seit über 25 Jahren arbeitet Joe Bausch als Gefängnisarzt in Werl, einer der größten deutschen Justizvollzugsanstalten.Die Häftlinge vertrauen ihm. Sie erzählen von den dunklen Seiten des Lebens, lassen ihn tief in die Abgründe ihrer Seele blicken. Hautnah erlebt er Konflikte und Tragödien: Ein Mann in U-Haft hat Angst um seine schwangere Frau. Bei Joe Bausch legt er eine Lebensbeichte ab – und erhängt sich zwei Tage später. Ein Mörder gesteht weitere Verbrechen, weil er weiß, dass sein Arzt an die Schweigepflicht gebunden ist. Persönlich und eindringlich erzählt Joe Bausch zum ersten Mal von einer Welt mit ihren eigenen Regeln.

Über den Autor


Joe Bausch, Jahrgang 1953, arbeitet als Regierungsmedizinaldirektor in der Justizvollzugsanstalt Werl und ist bekannt als Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth im Kölner Tatort.