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Montag, 2. März 2026

Rezension: `Der Fährmann` von Regina Denk

 

* * * * * 


Grandios!








Wie schon in `Die Schwarzgeherin` nimmt uns die Autorin erneut mit an den Beginn des 20. Jahrhunderts, in ein abgelegenes Grenzgebiet zwischen Deutschland und Österreich. Der Fluss, der die beiden Länder trennt, kann nur mit einer Fähre überquert werden, und dafür braucht es einen Fährmann, der Tag und Nacht bereitsteht.

Die Kinder Hannes, Annemarie und Elisabeth sind unzertrennlich. Sie wollen immer zusammenhalten, doch das Leben hat andere Pläne. Als Erwachsene trennen sich ihre Wege: Hannes übernimmt das Amt des Fährmanns, ein Beruf, der keine eigene Familie zulässt. Elisabeth heiratet, und Annemarie arbeitet in der Wirtschaft ihrer Eltern. Keiner von ihnen führt das Leben, das er sich erträumt hat, und dennoch bleiben sie im Herzen miteinander verbunden.

Regina Denk ist wieder ein großartiger Roman gelungen. Mit ihrem bildhaften, atmosphärischen Erzählstil, wenig wörtlicher Rede, dafür reichlich Emotionen, zeigt sie eindrucksvoll, wie schwer es Frauen damals hatten. Männer bestimmten über ihr Leben, Arbeit und Gehorsam wurden erwartet, eigene Meinungen unterdrückt. Der Mann durfte seine Frau züchtigen, sie hatte keinerlei Rechte. Auch die Kriegsjahre schildert die Autorin mit großer Authentizität, sodass ich mich direkt in die Zeit versetzt fühlte.

 `Der Fährmann` ist ein Roman, der mich sehr berührt hat und den ich, genau wie `Die Schwarzgeherin` sicher noch lange im Gedächtnis haben werde.











Dienstag, 19. November 2024

Rezension: `Die Schwarzgeherin` von Regina Denk

 

* * * * *

Ein Lesevergnügen!!







Ein abgelegenes Tal in den Tiroler Alpen, Ende des 19. Jahrhunderts. Schon als Kind ist der kleinen Theres klar, dass sie später ihren Freund Leopold heiraten wird, weil die Väter es beschlossen haben.

So wurde es immer gemacht und so ist auch noch 1883 üblich, als Theres 18 Jahre alt wird. Ihr Lebensweg ist vorbestimmt, sie wird die Xantner Bäuerin werden, hart arbeiten und ihrem Mann hoffentlich viele Kinder gebären.

Doch Theres lehnt sich innerlich auf, sie möchte frei sein, ungebunden, und was sie mit Leopold verbindet, ist reine Freundschaft. Als plötzlich ein Fremder im Dorf auftaucht, verliebt sich Theres und hat vor, mit ihm fortzugehen. Doch es kommt alles völlig anders.

Hätte ich vorher gewusst, dass der Roman fast ohne wörtliche Rede geschrieben ist, hätte ich ihn nicht gelesen. Doch dann wäre mir ein richtig tolles Lesevergnügen entgangen. `Die Schwarzgeherin` hat mich direkt in ihren Bann gezogen, die Autorin versteht es, den Lesern das Leben im Tiroler Tal Ende des 19. Jahrhunderts bildhaft nahe zu bringen. Jede Menge Entbehrungen, viel Arbeit, wenig Vergnügen und auch der Tod ist allgegenwärtig.

Die Geschichte ist düster und die unheimliche Atmosphäre im Wald und oben auf dem Berg perfekt eingefangen. Regina Denk reißt den Leser mit in eine Zeit, in der nur das Wort des Mannes Gewicht hatte und die Bedürfnisse einer Frau uninteressant waren.

 `Die Schwarzgeherin` ist eine wirklich spannende Reise in die Vergangenheit.