Dienstag, 28. April 2026

Rezension: `Vier Seiten Leben- Der Fall Martha L.` von Dorothee Köhler

 

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Mehr Sachbuch als Lebensgeschichte!














Beim Sortieren des Nachlasses ihres Vaters stößt Dorothee Köhler auf Hinweise, dass er eine Schwester hatte. Zum ersten Mal hört Dorothee den Namen Martha, eine Frau, von der in der Familie nie gesprochen wurde. Um mehr über ihre Tante zu erfahren, beginnt sie in alten Archiven zu recherchieren. Sie findet heraus, dass Martha in einer psychiatrischen Anstalt lebte, und versucht anhand einer nur wenige Seiten umfassenden Krankenakte zu rekonstruieren, woran sie litt und wie sie behandelt wurde. Dabei stößt sie auf zahlreiche weitere Unterlagen über psychiatrisch Erkrankte aus dem späten 19. Jahrhundert.

Die beschriebenen Behandlungsmethoden sind erschütternd. Besonders verstörend ist, dass Kastrationen offenbar als bevorzugte Therapieform gegen nahezu jede Form von Schwachsinn galten.

Ich tue mich schwer mit der Bewertung des Buches. Eigentlich hatte ich eine Geschichte über Martha erwartet, doch die vorhandenen Informationen reichen schlicht nicht aus, um ein wirkliches Bild von ihr zu zeichnen. Auch die Schicksale der anderen Kranken, die Dorothee beschreibt, konnten mich nicht fesseln, da ich zu keiner der Personen eine Verbindung aufbauen konnte.

Betrachtet man `Vier Seiten Leben` als Sachbuch, wirkt es stimmiger. Trotzdem bleibt das Gefühl, dass man gerne mehr über Martha erfahren hätte. Zudem finde ich 176 Seiten für den Preis von 30 Euro recht heftig.

Insgesamt vergebe ich daher 2 Sterne.







Freitag, 17. April 2026

Rezension: `Düsterzeit- Klang der Erinnerung` von Suzanna Winter

 

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Spannender zweiter Band mit starken Wendungen!









Constanze versucht, das Geschehene hinter sich zu lassen und mit den frischen Erkenntnissen einen Neuanfang zu wagen. Doch die Flashbacks werden immer häufiger, und jedes Mal taucht dieser mysteriöse fremde Junge darin auf.

Nur Alexander ist ihr in dieser Zeit eine große Stütze. Das ändert sich jedoch, als plötzlich seine totgeglaubte Ex-Frau auftaucht, diesmal wirklich tot. Constanzes Familie misstraut Alexander zunehmend, denn niemand glaubt mehr an den angeblichen Bootsunfall seiner Frau. Auch die angebliche Krebserkrankung stellt sich als Lüge heraus. Nur Constanze hält unbeirrt zu ihrem Verlobten. Obwohl inzwischen etwas zwischen ihr und Jonas passiert ist, weigert sie sich, die Möglichkeit zuzulassen, dass sie noch Gefühle für ihren Ex-Mann haben könnte.

Der zweite Band hat mir insgesamt etwas besser gefallen als der erste, und für ein gutes Verständnis sollte man unbedingt den ersten Teil gelesen haben. Die Story ist spannend, voller Wendungen und bleibt durchgehend lebendig. Wer ist der Junge aus den Flashbacks? Wen meinte Constanzes Bruder mit dem bösen Mann? Als ein weiterer Toter auftaucht und der Fokus der Polizei sich verschiebt, kommt einiges ans Licht und bringt endlich Klarheit in die ganze Sache.

Der Cliffhanger am Ende macht definitiv Lust auf den dritten und letzten Band der Trilogie!


                                         


            



Dienstag, 14. April 2026

Rezension: `Die Geheimnisse von Liebental` von Marion Johanning

 

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Spannender Auftakt zur Dilogie!











Kurpfalz, 1700. Sophie und ihre Ziehmutter sind im ganzen Umland als Kräuterfrauen bekannt. Sie helfen, wo sie können und werden oft gebraucht.

Als Sophie Zeugin eines Streits im Wald wird, bei dem ein Mann zu Tode kommt und ein anderer schwer verletzt liegen bleibt, zögert sie keine Sekunde. Obwohl das Nähen von Wunden streng verboten ist, versorgt sie den Verletzten und rettet ihm damit das Leben.

Später arbeitet sie als Küchenhilfe auf Schloss Liebental und begegnet dort genau diesem Mann wieder. Doch niemand darf erfahren, dass sie es war, die ihn vor dem Tod bewahrt hat.

Der Roman startet etwas gemächlich, doch sobald die Geschichte Fahrt aufnimmt, war ich vollkommen gefesselt von Sophies Weg. Besonders bedrückend fand ich die Darstellung der damaligen Lebensrealität. Dienstboten wurden kaum als Menschen wahrgenommen, sondern als reine Arbeitskräfte. Ihre Bedürfnisse oder Gefühle spielten für die Herrschaften keine Rolle, sie hatten zu gehorchen, mehr nicht.

Der Roman bietet alles, was ein guter historischer Schmöker braucht: Intrigen, Verrat, Mord, Hochmut, Eifersucht und Neid. Aber auch die Liebe kommt nicht zu kurz, denn der Verwalter des Schlosses ist ein attraktiver Mann, dem Sophie offenbar nicht gleichgültig ist. Doch die Standesunterschiede machen eine offizielle Beziehung unmöglich.

`Die Geheimnisse von Liebental` ist ein richtig schöner, atmosphärischer Roman, der mich bestens unterhalten hat. Ich mag den Schreibstil von Marion Johanning und freue mich schon sehr auf den zweiten Band.


                                                     



Freitag, 10. April 2026

Rezension: `Das Vermächtnis` von John Grisham

 

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Grisham in Bestform!!
















Für Anwalt Simon Latch ist es zunächst nichts Ungewöhnliches, als eine ältere Dame in seiner Kanzlei erscheint. Eleanor Barrett möchte ihr Testament ändern lassen. Doch als er erfährt, dass sie millionenschwer ist und kaum Verwandte hat, wittert er durch die Testamentsvollstreckung lukrative Honorare.
Als Eleanor bei einem Autounfall schwer verletzt wird und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, veranlasst Simon, wie zuvor mit ihr besprochen, ihre Einäscherung. Doch schon bald gerät er unter Verdacht, beim Tod der alten Dame nachgeholfen zu haben und wird verhaftet.
Simon findet zwar in Raymond Lassiter einen fähigen Strafverteidiger, doch die Öffentlichkeit und die Medien haben ihr Urteil längst gefällt. Während er gemeinsam mit Raymond den Prozess vorbereitet, lässt ihn nur eine Frage nicht los: Wer hat Eleanor wirklich ermordet, und warum wurde er so schnell zum Hauptverdächtigen?

`Das Vermächtnis` ist ein Grisham- Roman, wie man ihn aus seinen frühen Jahren kennt und hat mich über knapp 500 Seiten hinweg gefesselt. Sein Schreibstil ist packend, und er streut immer wieder Hinweise, die verschiedene Personen als Täter erscheinen lassen. Man rätselt mit, und trotzdem kommt das Finale völlig anders als erwartet.
Endlich wieder ein richtig guter Justizthriller, der Spannung, Wendungen und starke Charaktere vereint. Eigentlich hat `Das Vermächtnis` alles, was man sich von Grisham erhofft.



Samstag, 4. April 2026

Rezension: `Ein dunkles Versteck` von Saskia Calden

 


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Gänsehaut und falsche Fährten!

















Als Isabell in einem Supermarkt mit einem Unbekannten ins Gespräch kommt, denkt sie sich zunächst nichts dabei. Doch als sie dem Mann immer häufiger begegnet, wird ihr zunehmend unwohl. Als sie ihn plötzlich nachts um ihr Haus schleichen sieht, alarmiert sie die Polizei.
Kommissarin Evelyn Holm sucht derweil nach einer vermissten Studentin und stößt stattdessen auf die Leiche einer anderen, grausam zugerichteten jungen Frau. Die Ermittler gehen vom selben Täter aus, denn es gibt ein Detail, das beide Fälle verbindet. Schon bald deutet alles darauf hin, dass Isabell sein nächstes Opfer sein könnte. Doch die Polizei unternimmt nichts, um sie zu schützen.

Auch Band 4 der Evelyn-Holm-Reihe war wieder spannend, auch wenn mir manche Handlungen etwas unrealistisch vorkamen. Evelyn selbst blieb diesmal im Vergleich zu den vorigen Bänden etwas blass. Trotzdem ließ sich `Dunkles Versteck` sehr flüssig lesen, und ich hatte mehr als einmal eine Gänsehaut. Besonders gelungen sind die zahlreichen Wendungen und falschen Fährten, sodass lange unklar bleibt, wer Täter und wer Opfer ist.
Mit dem Schluss hätte ich definitiv nicht gerechnet, aber diese ausgefuchsten Überraschungen sind ja typisch für Saskia Calden. Für Thriller-Fans ist `Dunkles Versteck` auf jeden Fall eine Empfehlung.