Montag, 23. Mai 2022

Rezension: `Die Töchter der Speicherstadt- Der Geschmack von Freiheit` von Anja Marschall

 

* * * * *

Spannende Fortsetzung!!









Im zweiten Band der Speicherstadt-Saga geht es nicht mehr nur um Maria, sondern inzwischen ist ihre Tochter Cläre erwachsen.

Die junge Frau möchte gern studieren, doch das ist 1929 fast ausgeschlossen, was ihrem Verlobten Hubert gelegen kommt, denn dieser Wunsch ist ihm ein Dorn im Auge. 

Durch Zufall lernt Cläre den Journalisten Fritz kennen, der so ganz anders als der steife Hubert ist und verliebt sich in ihn. Als sie feststellt, dass sie ein Kind erwartet, stellt das ihre ganze bisherige Lebensplanung auf den Kopf. 

Zwischenzeitlich haben die Nationalsozialisten die Wahl gewonnen, und nachdem der Krieg ausbricht, folgt eine leidvolle und kummerreiche Zeit für das deutsche Volk.

Als ihre Mutter Maria dringend in Brasilien auf der Kaffeefarm  gebraucht wird, stellt Cläre sich mutig den Herausforderungen, die nun auf sie zukommen. Sie ist eine toughe Frau, und genau wie ihre Mutter hat sie zusätzlichen zu allen anderen, auch noch mit Problemen in der eigenen Familie zu kämpfen.

Mit dem zweiten Band der Speicherstadt Saga verwöhnt Anja Marschall die Leser wieder mit einem spannenden historischen Schmöker und inzwischen liebgewonnenen Personen.

Cläre ist eine sympathische Protagonistin, aber auch die anderen Charaktere sind sehr interessant. Diesmal beginnt die Geschichte 1929 und schießt mit dem Ende des zweiten Weltkrieges ab.

Da zum Schluss noch einige Fragen offenbleiben, freue ich  mich schon sehr auf den dritten Band, der im Juli`22 erscheint.

Ganz klare Leseempfehlung für `Die Töchter der Speicherstadt`, wobei man ruhig mit dem ersten Band beginnen sollte, damit einem das Lesevergnügen nicht entgeht.








Ich danke Netgalley.de  für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Samstag, 21. Mai 2022

Rezension: `Schwabenschatten` von Jochen Bender

 

* * * *

Krimi mit historischem Hintergrund!!









Auf dem Hoppenlaufriedhof wird ein getöteter Afrikaner gefunden. Das blutige Zeichen am Tatort deutet auf ein rassistisches Motiv hin, doch Kommissar Neven Rohlfing ist noch nicht überzeugt. Er vermutet, es könnte auch mit der Ausstellung zur deutschen Kolonialgeschichte in Afrika, die gerade im Völkerkundemuseum stattfindet, zusammenhängen.

Die Ermittlungen gestalten sich nicht ganz einfach und so übernimmt das BKA. Mit dem Leiter der Ermittlungen ist Neven schon einmal aneinandergeraten, was nun dazu führt, dass Neven aus fadenscheinigen Gründen vom Fall abgezogen wird. Inoffiziell recherchiert er aber weiter, was zusätzlichen Ärger mit seiner Chefin verursacht.

In Rückblenden springt der Autor in die Zeit der Kolonialkriege im  heutigen Namibia, wohin es den Sohn eines Weinhändlers verschlagen hat. Was das zu bedeuten hat und vielleicht mit dem Mordopfer zu tun hat, erfährt der Leser erst im Laufe der Geschichte.

Ich kannte den Autor bisher nicht, aber `Schwabenschatten` hat mir gut gefallen, auch wenn hin und wieder manches für mich etwas zu übertrieben dargestellt wurde. Aber die Story ist spannend und sehr komplex und der Schreibstil flüssig und angenehm zu lesen. Abgerundet wird es durch interessante und facettenreiche Charaktere.

`Schwabenschatten` ist sicher nicht das letzte Buch gewesen, das ich von Jochen Bender gelesen habe.




Samstag, 14. Mai 2022

Rezension: `Der Verdächtige` von John Grisham

 

* * * * *
Endlich wieder ein Justizkrimi!!










Lacy Stoltz hat als Anwältin bei der Gerichtsaufsichtsbehörde schon einiges erlebt, doch ihr neuester Fall ist bisher einzigartig. Einem Richter wird vorgeworfen, ein Serienkiller zu sein, und Jeri Crosby, selbst Tochter eines der Opfer, hat jede Menge Anhaltspunkte dafür. Doch um einen ehrenwerten Richter des Mordes zu überführen, muss erst nach handfesten Beweisen gesucht werden. Lacy ist sehr skeptisch, als sie mit den Anschuldigungen konfrontiert wird und kann sich nicht vorstellen, dass sie der Wahrheit entsprechen könnten. Je mehr sie sich in den Fall hineinkniet, desto sicherer wird sie, das es sich lohnt, die Sache zu verfolgen.

In einem anderen Handlungsstrang erleben wir Ross Bannick, einen Richter mit einem scheinbar ganz normalen Leben. Wenn da nicht seine dunkle Seite wäre....

John Grisham konnte mich mit `Der Verdächtige` wieder vollkommen überzeugen. Besonders spannend fand ich auch die Bemühungen der einzelnen Personen, keinerlei nachvollziehbare Spuren im Internet oder gar Fingerabdrücke zu hinterlassen.

 Wie einfach es heute sein kann, jemanden aufzuspüren, wenn man nicht jegliche Aktivitäten im Internet verwischt hat. Und bei wichtigen Absprachen sollte man anscheinend nur auf das gute alte Telefon und die Briefpost vertrauen.


Mit `Der Verdächtige` hat John Grisham wieder einen Roman ganz nach meinem Geschmack geschrieben. Auch wenn sich diesmal nicht viel in einem Gerichtssaal abspielte, war es für mich trotzdem ein Justizkrimi, der mich bestens unterhalten hat.


                                                     


Ich danke dem  Heyne Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Mittwoch, 11. Mai 2022

Rezension: `Die Verdammten` von Astrid Korten

 

* * * * *

Nichts ist, wie es scheint!!









Cherry ist Krankenschwester und hat eine heimliche Affäre mit dem verheirateten Arzt Vince. 

Sebastian ist Friseur und hat Cherry im Krankenzimmer seiner Mutter gesehen. Seitdem geht sie ihm nicht aus dem Kopf.

 Karo ist auch Krankenschwester, liebenswert, aber zu dick und sagt ihrem Gewicht gerade den Kampf an.

Durch Zufall und eine Verkettung der Umstände lernen die drei sich kennen. Auf den ersten Blick wirken sie ziemlich normal, doch alle haben größere Probleme, die sie mit sich herumtragen. Jeder von ihnen fühlt sich `verdammt.` 

Astrid Korten hat es mal wieder wunderbar hingekriegt, den Leser so zu verwirren, dass man überhaupt nicht weiß, was hier gespielt wird. Die Kapitel werden immer abwechselnd aus der Sicht von Karo, Sebastian oder Cherry erzählt. Man darf nichts glauben, weil nichts Bestand hat. Realitäten verschieben sich ständig, entpuppen sich als irrationale Gedanken, entsprungen aus den Vorstellungen eines kranken Geistes. Völlig harmlose Begebenheiten enden plötzlich in einem Desaster. 

`Die Verdammten` ist wieder ein Psychothriller vom Feinsten, extrem spannend, genauso wie man es von Astrid Korten gewohnt ist.

 



Samstag, 7. Mai 2022

Rezension: `Der Buchhändler` von Petra Johann

 

* * * * *

Ein Pageturner!!









Erik Lange eröffnet eine Buchhandlung im idyllischen bayrischen Neukirchen. Für ihn ist es ein Neuanfang, auch wenn er nun weit entfernt von seiner 15 jährigen Tochter wohnt und sie täglich vermisst. Mit den neuen Nachbarn versteht er sich gut, mit den Männern verbindet ihn bald eine echte Freundschaft. Alles läuft besser als erwartet, bis die  neunjährige Tessi vermisst wird.

Da ist es schon bald vorbei mit der guten Nachbarschaft. Jeder der Männer wird irgendwann verdächtigt, etwas mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun zu haben. Auch Erik gerät plötzlich in das Visier der Polizei, mit fatalen Folgen.

Auf eine Empfehlung hin habe ich mir das Buch bestellt, obwohl ich die Autorin nicht kannte, und mich überraschte ein echter Pageturner! 

Petra Johann hat extrem Spannung aufgebaut, und zwar gänzlich ohne Blutvergießen. Es geht hauptsächlich um die Befragungen der Nachbarn und die Recherchen der Polizei, bei denen sich dauernd etwas Neues ergibt und jedesmal andere Verdächtige ins Fadenkreuz geraten. Sehr sympathische Ermittler, viele facettenreiche Charaktere und eine gut durchdachte, packende Handlung um Freundschaft, Lüge, Pädophilie und Selbstjustiz machen `Der Buchhändler` zu einem echten Lesehighlight!


                                                   



Ich  danke  Netgalley.de für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Donnerstag, 5. Mai 2022

Rezension: `Eine Laune Gottes` von Margaret Laurence


 * * * *

Muss man mögen!








In der kanadischen Kleinstadt Manawaka kümmert sich Rachel Cameron nach dem Tode des Vaters um ihre Mutter. Die Schwester hat  schnell geheiratet, Kinder bekommen und sich an die Küste verkrümelt.  So bleibt es Rachels Aufgabe, für die Mutter da zu sein. Tagsüber arbeitet sie als Lehrerin, und nachmittags wartet schon ihre Mutter zuhause. Jeder Schritt, den Rachel macht, wird von der Mutter kommentiert. Mit ihrem Herzleiden hält sie die Tochter immer in Schach, übt mal mehr und mal weniger Druck aus. Rachel tut alles, um die Mutter zufrieden zu stellen und vergisst dabei ihr eigenes Leben.

Bis sie den attraktiven Schulfreund Nick wiedertrifft....

Gelingt es Rachel nun, sich endlich aus den Zwängen der Gesellschaft und den Klauen ihrer Mutter zu befreien? 

Der Schreibstil von Margaret Laurence ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ich war mehrmals drauf und dran, das Buch abzubrechen, doch irgendetwas bewog mich, immer weiterzulesen.

 Rachel schreibt in der Ich- Form, aber manchmal war es nicht klar, wer gerade spricht oder um wen es geht. Es beginnt oft mit wörtlicher Rede und dann geht alles fließend ineinander über. Das hat mich manchmal etwas verwirrt. 

Ich kann den Roman weder empfehlen, noch davon abraten. Erst im Nachwort, geschrieben von Margaret Atwood, las ich, dass dieses Buch bereits 1966 erschienen ist. Das erklärt natürlich auch die altmodische Schreibweise.

Ich glaube, wenn man vorher wüsste, was auf einen zukommt, ist es leichter, sich darauf einzulassen. Allerdings hat die Autorin es geschafft, dass ich bis zum Ende durchgehalten habe und das Buch im Endeffekt gar nicht schlecht fand. Deswegen habe ich mich nach längerem Überlegen für vier Sterne entschieden.


                                                           


Ich danke Netgalley.de für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Mittwoch, 4. Mai 2022

Rezension: `Das Grandhotel- Die der Brandung trotzen-` von Caren Benedikt

 

* * * * *

Schöner Abschluss der Trilogie!









Bernadette von Plesow reist von Binz nach Berlin, um ihrem Sohn Constantin beizustehen, der bald vor Gericht erscheinen muss. Diesmal könnte es für ihn `lebenslänglich` bedeuten, denn er ist wegen Mordes angeklagt.

In Berlin stellt sich heraus, dass alle, die wissen, wie es wirklich war, mauern und niemand aussagen will. Bernadette sieht keine andere Möglichkeit, als selbst zu unlauteren Mitteln zu greifen, um ihrem Sohn zu helfen.

Währenddessen kümmert sich Josefine in Binz um die Zwillinge, deren Mutter Hals über Kopf abgehauen ist. Außerdem hat sie die Idee, in der Nähe des Grandhotels ein eigenes Hotel zu eröffnen. Natürlich muss es sich vom `Grand` unterscheiden, und da kommt ihr die Idee von einem Künstlerhotel. Das `Palais des Arts` soll es heißen. Wird sie ihre Mutter überzeugen können?


Caren Benedikt hat mit `Die der Brandung trotzen`  einen würdigen Abschluss der Grandhotel Reihe gefunden, und es bleiben keine Fragen offen. Trotz der über 400 Seiten hatte ich das Buch an zwei Tagen ausgelesen. Wenn man die ersten beiden Bände kennt, sieht man eine Entwicklung der Charaktere, die man am Anfang sicher nie erwartet hätte. Das hat mir sehr gut gefallen, besonders auch, dass man mal eine weiche, empfindsame Seite von Bernadette kennenlernen durfte.

Am Ende des Buches hatte ich kurz einige Schrecksekunden, aber auch der letzte Band hat mich wieder bestens unterhalten.


                                      




Ich danke dem Blanvalet Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars.