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Mittwoch, 12. März 2025

Rezension: `Im Wind der Freiheit` von Tanja Kinkel

 

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Konnte mich nicht so begeistern!









 Im Jahr 1848 treffen die Arbeiterin Susanne und die wohlhabende Luise Otto zufällig aufeinander. Während Luise es sich leisten kann, ihrer Leidenschaft für das Schreiben nachzugehen und sich für politische Themen zu engagieren, ist Susanne gezwungen, seit dem Verlust ihrer Arbeit für sich und ihre Mutter zu sorgen. Als sie ein verlockendes, aber gefährliches Angebot erhält, kann sie nicht widerstehen. Doch sie muss für die Arbeit als Spitzel auch ihre Freunde verleugnen und hintergehen.


Luise Otto und die Revolutionärin Amalie Struve setzen sich bereits damals mutig für Demokratie und Frauenrechte ein, in einer Zeit, in der man Frauen nicht zutraute, Aufgaben jenseits von Haushalt und Kindererziehung zu bewältigen. Susanne ist von diesem Kampf fasziniert, da sie selbst von den Themen betroffen ist, insbesondere wenn es um die gerechte Entlohnung der Arbeit geht.

Trotz meines Interesses an diesen Themen konnte mich die Geschichte nicht fesseln. Zu viele Figuren und historische Fakten ließen die persönlichen Erlebnisse der drei Protagonistinnen in den Hintergrund treten. Obwohl das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, empfand ich den Erzählfluss oft als zäh und langatmig.

Ich liebe die Bücher von Tanja Kinkel, doch mit „Im Wind der Freiheit“ konnte ich mich leider nicht richtig anfreunden.


                                                 











Dienstag, 17. Oktober 2017

Rezension: `Grimms Morde` von Tanja Kinkel


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Mord und Intrigen- gar kein Märchen !!

















Kassel 1821, Die ehemalige Mätresse des Landesfürsten wird bestialisch ermordet. Bei der Leiche findet man einen Zettel mit einem Zitat, das aus der Märchensammlung der Brüder Grimm stammt und somit hat die Polizei die Brüder gleich im Visier.

In einem anderen Handlungsstrang lernen wir die Schwestern Annette und Jenny von Droste- Hülshoff kennen.
Da Annette die Verfasserin des Märchens ist, aus dem das Zitat stammt, fahren die Schwestern nach Kassel, um bei der Aufklärung zu helfen.

Ich hatte ziemliche Schwierigkeiten, die ganzen Namen, trotz Personenregisters, auseinanderzuhalten. Zudem empfand ich die ersten 200 Seiten ziemlich langatmig.
Ab dann nahm die Geschichte allerdings Fahrt auf und konnte mich wieder fesseln.
Die Brüder Grimm und die Droste Schwestern versuchen, den wahren Mörder zu fangen, denn die Polizei hat sich ganz auf Jakob Grimm eingeschossen.
Die Frauen haben zudem noch andere Probleme, Jenny liebt Wilhelm Grimm und Annette hat immer noch mit den Nachwirkungen einer vergangenen, unseligen und peinlichen Liebschaft zu kämpfen.

Tanja Kinkel hat sehr gut recherchiert und es ist ihr gelungen, Wahres und Fiktion zu einer interessanten Geschichte zu verweben. Im Nachwort ist auch zu lesen, was wirklich passiert ist und was ihrer Fantasie entsprungen ist.

Durch die heimlichen Nachforschungen geraten die Schwestern auch in Gefahr. Annette von Droste- Hülshoff ist eine mutige Natur, die sagt was sie denkt. Zur damaligen Zeit wurde das als äußerst unweiblich empfunden, weswegen sie auch dauernd gerügt wird.
Ihre Gedichte und Geschichten sind nach Meinung ihrer  Familie ganz nett und nur für den Hausgebrauch, doch auf keinen Fall soll sie etwas veröffentlichen. Was wäre der Nachwelt da entgangen, wenn es so geblieben wäre?
Mir hat `Grimms Morde`  gefallen, wenn es auch lange Zeit sehr schleppend voranging und mir die vielen Personen zu schaffen machten. Es ist keine einfache Lektüre, die man mal eben so wegliest. Ich musste mich oft wirklich konzentrieren, damit ich alles richtig zuordne. Die beiden letzten Drittel waren jedoch recht spannend.
Einzelheiten aus dem Leben der Familien Grimm und von Droste- Hülshoff, zwei Morde, Intrigen, Liebe und jede Menge Verwicklungen, das alles hat Tanja Kinkel in `Grimms Morde` gekonnt zu einem historischen Krimi verarbeitet.







   Ich danke dem Droemer Knaur Verlag   für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Rezension: `Schlaf der Vernunft` von Tanja Kinkel

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Spannend, beklemmend und unbedingt lesenswert!!!
















Tanja Kinkels neuester Roman befasst sich mit der Geschichte der RAF in Deutschland.  Die Terroristin Martina Müller, von der Presse `Das Mörder- Monster` genannt, soll nach  20 Jahren Haft begnadigt und aus dem Gefängnis entlassen werden. Das ist für einige Leute von Bedeutung-  für die Frauen und Kinder der Opfer, sowie für Martinas Tochter Angelika. 
Obwohl die Mutter vor zwanzig Jahren den Kontakt zu ihr abgebrochen hat und Angelika immer darunter litt, will sie ihr trotzdem nach der Entlassung zur Seite stehen.
Das konnte ich gar nicht nachvollziehen, aber ich bin ja auch nie in so einer Situation gewesen.

Das Geschehen wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, einmal aus dem Blickwinkel von Martina Müller, der Terroristin, und zweitens aus der Sicht der Opfer, zu denen ja auch ihre Tochter gehört.
Tanja Kinkel schaltet immer zwischen den 60er /70 er Jahren  und   dem Jahr der Entlassung, 1998,  hin und her.

 Ich kann mich noch sehr gut an die Angst und die beklemmenden Gefühle erinnern, die ich selbst als Jugendliche empfunden habe, wenn ich ein Kaufhaus, einen sogenannten Konsumtempel, betrat, oder mich an öffentlichen Plätzen befand.
 Die Gesichter der RAF Terroristen auf den Fahndungsplakaten hatte ich früher wirklich im Kopf und sie machten einem Angst.  Inzwischen ist man  irgendwie schon abgeklärter durch die dauernden Katastrophenberichte im TV.
Ich weiß heute noch genau, wie die Gesuchten aussahen, kann mich an die TV Berichte, sowie an den dünnen  Holger Meins in Unterhosen erinnern. Unter Freunden wurde damals heftig diskutiert; ob der Staat ihn verhungern ließ oder er seinen Tod selbst verschuldet hatte.

Tanja Kinkel hat die Geschichte  für meine Begriffe meisterhaft erzählt. Die beklemmende Atmosphäre und die Angst, die zur damaligen Zeit herrschten, hat sie perfekt eingefangen und das Gefühl kommt beim Lesen sehr gut rüber. Aber auch der andere Teil des Buches, die Zeit der Entlassung, die Engstirnigkeit der RAF Mitglieder, die tlw. auch nach all den Jahren ihre Meinung nicht geändert haben, und das immerwährende Leid der Hinterbliebenen,  ist gelungen erzählt.

`Schlaf der Vernunft` ist keine leichte Lektüre, aber das Buch ist auf seine eigene Weise extrem fesselnd und einige überraschende Wendungen lassen einen echt erschüttern.

Erschreckend finde ich, dass es anscheinend zu jeder Zeit Terroristen gibt, die nur nach ihren Idealen leben und keine andere Meinung gelten lassen. Gerade heute, wo der IS die schlimmen Anschläge verübt, wird mir bewusst, wie sich die Aussagen zu damals gleichen.

Das Buch ist geeignet für jeden, der sich für die Zeit der RAF in Deutschland interessiert, besonders packend wird es natürlich, wenn man die Zeit selbst miterlebt hat.





Ich danke dem Droemer Knaur Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.


Hier noch zwei Fotos, die ich auf der Frankfurter Buchmesse geknipst habe.

Tanja Kinkel im Interview mit Margarete von Schwarzkopf