Posts mit dem Label Kindle ebook werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kindle ebook werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 27. Oktober 2021

Rezension: `Dem Tod auf den Fersen` von Robert Dugoni

 

* * * * *
Zwei neue Fälle für Tracy Crosswhite!!










Detective Tracy Crosswhite kehrt nach längerer Auszeit zurück an ihren Arbeitsplatz, doch der ist inzwischen neu besetzt worden. Ihr Chef hat sie für die Abteilung Cold Cases vorgesehen, womit er Tracy natürlich ärgern will. Trotzdem nimmt sie die Stelle an und hängt sich direkt in einen fünf Jahre alten Fall, in dem es um ein verschwundenes kleines Mädchen geht.

Gleichzeitig bittet der Kollege sie, bei einer aktuellen Vermisstensache mitzuarbeiten. Wer weiß etwas über das Verschwinden der Joggerin Stephanie Cole? 

Der neue Thriller von Robert Dugoni hat es wieder mal in sich. Auch wenn von Beginn an alles ziemlich klar erscheint, entwickelt es sich doch ganz anders. In einer ruhigen Wohnsiedlung stoßen Tracy und ihre Kollegen bei den Ermittlungen auf menschliche Abgründe.

Der Autor versteht es meisterhaft, den Spannungsbogen dauerhaft oben zu halten und den Leser durch raffiniert eingebaute Wendungen an das Buch zu fesseln. Dadurch, dass Tracy sich mit zwei Fällen gleichzeitig beschäftigte, wurde es auch nicht langweilig. Eine ganz klare Leseempfehlung für diesen spannenden Thriller.

                                                                       



Ich danke Netgalley.de für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Mittwoch, 19. Mai 2021

Rezension: `Ein neuer Horizont` von Margit Steinborn

 

* * *
Kommt leider nicht an den ersten Teil heran!










`Ein neuer Horizont` schließt an die Geschichte in `Ein neuer Himmel` an. Eigentlich war der erste Teil abgeschlossen und für mich kein zweiter Band notwendig, aber nun gibt es eine Fortsetzung mit den Menschen auf dem Sandnerhof.

Wir erfahren, ob es mit Milena und David weitergeht, und ob es vielleicht auch für die Jüdin Hannah ein neues Glück geben kann. Milena lernt endlich ihren Bruder Tristan kennen, der wiederum nicht damit klarkommt, dass seine Familie in der Villa enteigneter Juden wohnt. 

Im Gegensatz zum ersten Teil passiert hier aber nicht wirklich viel Spannendes, eher plätschert alles etwas vor sich hin.

Der Schreibstil in `Ein neuer Horizont` ist einfach und manchmal ein bisschen naiv. Die Menschen waren mir alle ein wenig zu aalglatt, niemand hatte wirklich Ecken und Kanten. Zudem ist es absolut vorhersehbar, was im Laufe der Handlung passieren wird.

Trotzdem lässt sich das Buch ganz gut lesen, aber nach `Ein neuer Himmel, das mir wirklich sehr gut gefallen hat, hatte ich von dem zweiten Teil mehr erwartet. 


                                                                    




Ich danke Netgalley.de für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Dienstag, 23. März 2021

Rezension: `Die Falkenbach-Saga : Die Stärke der Töchter` von Ellin Carsta

 

* * * * *
Jetzt sind die Töchter dran!!









Der erste Teil der Falkenbach- Saga hörte ja etwas abrupt auf, und ich konnte kaum erwarten, den zweiten in den Händen zu halten.

Wie wir aus dem vorigen Band noch wissen, teilen Paul Friedrich von Falkenbach und die Brüder Wilhelm und Heinrich Lehmann ein schreckliches Geheimnis, das sie auf Lebzeiten miteinander verbinden wird. Als Paul Friedrich herausfindet, dass Heinrich eventuell noch einen Mord auf den Gewissen hat, steht er vor einer schweren Entscheidung. 

 Er weiß nicht mehr, ob er ihm trauen kann, aber auch Paul Friedrich selbst ist gerade dabei, einen Betrug zu begehen, nicht ahnend, dass er schon auf Gauleiter Langenmüllers Liste der Verdächtigen steht.

Die Autorin hat die Geschichte um die drei Familien gekonnt vor dem Hintergrund des sich schnell verändernden, politischen Geschehens spielen lassen. 

Zwei Jahre sind es noch bis zum Kriegsanfang, aber kaum jemand glaubt, dass das passieren könnte.

Wer weiterkommen will, muss Parteimitglied sein. Auch wenn man innerlich eine ganz andere Gesinnung hat, ist es von Vorteil, das Abzeichen offen zu tragen.

Natürlich gibt das allerlei Gesprächs- und Diskussionsstoff in den drei Familien, denn bei diesem Punkt sind alle verschiedener Meinung.

In der Fortsetzung der Falkenbach- Saga geht es, wie der Titel schon sagt, auch um die Stärke der Töchter, vielmehr der Schwiegertöchter. Genauso wie die Väter, sind plötzlich auch die jungen Frauen durch ein schlimmes Ereignis miteinander verbunden. Und außer ihnen darf niemals jemand erfahren, was passiert ist.

Im letzten Band hatte schon gefühlt jeder ein Geheimnis, und in diesem Teil kommen noch jede Menge hinzu.

Ihr seht also, es gibt richtig viel Neues am Starnberger See. Der Roman lässt sich wieder leicht und locker lesen, ist spannend, und man möchte immer weiterlesen, um zu erfahren, wie es weitergeht.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Auf der Amazonseite findet Ihr eine Tafel der Stammbäume, die für mich absolut hilfreich war.








 Ich danke Netgalley.de für die Zusendung des Rezensionsexemplares.











Montag, 7. September 2020

Rezension: `Jasmunder Geheimnisse` von Anja Behn

* * * * *
Spannung auf Rügen !!


















`Jasmunder Geheimnisse` ist schon der fünfte Band um den Kunsthistoriker Richard Gruben.
Er verbringt seinen Urlaub in Hollvitz auf Rügen, um seine Freundin Jette zu besuchen, die für ein paar Monate dort arbeitet.
Schon als er ankommt, bemerkt er, dass Jette irgendetwas vor ihm verheimlicht, aber er findet zuerst nicht heraus, um was es sich handeln könnte. Denn die Ereignisse überschlagen sich direkt. Susanne Ortlepp, die Mitarbeiterin der Landesdenkmalpflege, kommt auf grausame Art ums Leben und Richard war der letzte, der sie lebend gesehen hat. Wie sie ihm am Abend vor ihrem Tod berichtet hatte, war sie einer ganz großen Sache auf der Spur. Irgendetwas, das für das Örtchen Hollvitz zum Super Gau werden könnte.

Richard forscht auf eigene Faust ein wenig nach, doch die Dorfbewohner mauern. Wovor haben sie Angst oder was haben sie zu verbergen? Was hatte die Denkmalschützerin vor? Und dann rückt auch noch Jette mit ihren Neuigkeiten raus. Ein entspannter Urlaub sieht wirklich anders aus. 

Mir hat der `Jasmunder Geheimnisse` von Anja Behn sehr gut gefallen, die Geschichte war ganz nach meinem Geschmack.
Ich mag ja diese eher unblutigen Krimis, wo viel recherchiert und nach und nach aufgedeckt wird.
Die Autorin hat die Hinweise auf den/die Täter breit gestreut, irgendwann könnte jeder infrage kommen.
Bei dem Versuch, den Mord aufzuklären, treten plötzlich ganz andere Dinge zu Tage. Geheimnisse der  Dorfbewohner, Geschehnisse, die lange verschwiegen wurden und die das Ganze in ein neues Licht rücken.


`Jasmunder Geheimnisse` ist ein spannender Krimi mit sympathischen Protagonisten und einer fesselnden Handlung. Eine ganz klare Kaufempfehlung von mir !!!

                                                           


Ich danke dem Emons Verlag für das Rezensionsexemplar.

Montag, 27. Juli 2020

Rezension: `Ich will Dein Leben` von Amanda Jennings

* * * * *
Spannender Psycho- Roman!!















Schon immer ist die sechzehnjährige Tamsyn von dem Haus auf den Klippen, das die Familie Davenport nur am Wochenende nutzt, fasziniert. Oft war sie heimlich mit ihrem Vater dort, wenn die Besitzer nicht da waren. Richtig schlimm wird ihre Begeisterung für das Haus und seine Bewohner nach dem Tode des Vaters.
Stundenlang sitzt das Mädchen im Gras und beobachtet den attraktiven Mr. Davenport und seine wunderschöne Frau Eleanor aus der Ferne. In Gedanken liegt sie selbst dort auf einer Liege am Pool und lässt sich einen Cocktail bringen und von Mr. Davenport liebkosen.

In den Ferien ist plötzlich Davenports Tochter Evie dabei und wahrhaftig schafft es Tamsyn, sich mit ihr anzufreunden.
Das ist für sie die Erfüllung all ihrer Träume. Sie kommt aus der ärmlichen Behausung der eigenen Familie heraus und wird in das Haus auf den Klippen eingeladen. Gibt es Schöneres auf Erden? Die Davenports haben so ein Glück und wissen es gar nicht zu schätzen. Tamsyn ist wütend und ärgert sich, dass Evie alles als gegeben hinnimmt.
Es dauert lange, bis sie begreift, dass nicht alles so ist, wie es nach außen scheint ....

Das Buch von Amanda Jennings fängt etwas schleppend an, doch dann hat es mich direkt in seinen Bann gezogen. Es handelt sich nicht um einen Krimi, wie man vielleicht vermuten könnte, sondern um einen Roman.

Tamsyns Obsession von dem Haus und den Davenports ist berührend, aber auch beklemmend. Sie merkt gar nicht, wie viel Glück sie mit ihrer eigenen Familie hat, weil ihr Blick seit Jahren nur auf das Haus und die Familie auf den Klippen gerichtet ist.
Doch hinter der scheinbar perfekten Fassade sieht es ganz anders aus. Trotzdem möchte Tamsyn nichts sehen, was das Idyll trügen könnte. Sie verschließt gerne ihre Augen, alles soll so bleiben, wie sie es sich immer vorgestellt hat.

`Ich will dein Leben` ist außerordentlich atmosphärisch, geradezu unheimlich, mit fein gezeichneten Charakteren und spannungsgeladener Handlung geschrieben. Das Ende hat mich völlig überrascht, auch wenn es absolut passt.

Diese Geschichte von Besessenheit, Sehnsucht, Trauer und Eifersucht kann ich unbedingt empfehlen!




                              



Ich danke dem  Bastei Lübbe Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 15. Juni 2020

Rezension: `Das wirkliche Leben` von Adeline Dieudonné

* * * * *
Verstörender, aber fesselnder Roman !!














Das Mädchen lebt mit ihren Eltern, ihrem Bruder und den `Kadavern` in einem schönen hellen Haus am Waldrand.

Die Mutter, von ihr immer als Amöbe bezeichnet, schweigt, kocht das Essen und kümmert sich ansonsten um ihre Zwergziegen. Der Vater, ein gewalttätiger Koloss, trinkt Whiskey, guckt Fernsehen und liebt den Rausch der Jagd. Für seine Jagdtrophäen hat er ein eigenes Zimmer eingerichtet, das Kadaverzimmer. Seine Macht demonstriert er gerne zuhause und lässt seine Wut an der Amöbe aus, die das genauso wie alles andere, einfach hinnimmt.
Es ist schwierig, diesen Roman zu beschreiben. Eine bedrückende, verstörende Erzählung aus der Sicht eines jungen Mädchens, geschrieben in der Ich- Form.

Der Leser kann förmlich ihre Angst spüren, wenn sie dem Vater entgegen tritt. Vor allem, als sie älter wird und ihr Körper fraulichere Formen bekommt, muss sie sich noch mehr vor ihm und seinen lüsternen Blicken in Acht nehmen. Man leidet mit ihr, wenn sie um ihren kleinen Bruder fürchtet, der abartige Dinge tut. Der Leser erfährt von ihren Sehnsüchten, den Qualen und dem Grauen, wenn sie an die Kadaver denkt. Aufmüpfige Gedanken werden vom Vater gleich im Keim erstickt, wenn nötig, auch mit Gewalt. Doch das Mädchen kämpft und versucht aus eigenen Stücken mehr aus ihrem Leben zu machen. Sie will kein Opfer sein, keine Beute! Von der Amöbe ist keine Hilfe zu erwarten, das Mädchen muss sich selbst helfen.


 Adeline Dieudonnés Schreibstil ist nüchtern und schnörkellos, jedoch sehr ausdrucksstark. Die düstere, trostlose und bedrückende Atmosphäre hat die Autorin perfekt eingefangen.
Obwohl es keinerlei wörtliche Rede gibt, was ich eigentlich gar nicht mag, fesselte mich `Das wirkliche Leben`  von der ersten bis zur letzten Seite.
Eine ganz klare Leseempfehlung für diesen außergewöhnlichen, brillant geschriebenen Roman.

             



Ich danke dem DTV Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Freitag, 7. Februar 2020

Rezension: `Cold Case- Das verschwundene Mädchen` von Tina Frennstedt

 * * *
Tolles Cover, mäßig spannende Story!













  Ich liebe Cold Case Fälle, in denen nach Jahren neu ermittelt wird. Hier geht es um das Verschwinden des Mädchens Annika vor 16 Jahren, ein Fall, den die Polizei bis heute immer noch nicht aufgeklärt hat.
Tess Hjalmarsson, Expertin für Cold Cases und ihre Kollegen fahnden jetzt nach dem Valby Killer, einem Mann, der Frauen in den Morgenstunden in ihren Wohnung überfällt und meist tötet.
Durch Zufall gab es Hinweise, die darauf hindeuten, der Valby Mann könne auch mit Annikas Verschwinden zu tun haben.

Der Anfang war total spannend, doch schon kurz danach flachte es etwas ab. Es ging auch nicht hauptsächlich um den Cold Case, sondern eigentlich um den Valby Mann. Zwischendurch wird in Rückblenden über die Zeit vor 16 Jahren berichtet, was mich direkt fesselte. Doch wenn man sich gerade im Lesefluss befand, ging es wieder lange um Tess` Privatleben und um viele überflüssige Nebensächlichkeiten, was nicht dazu beitrug, dass man unbedingt weiterlesen mochte.
 Der  Spannungsbogen sank immer wieder, weil unwichtige Dinge in den Vordergrund gerückt wurden. Der Fall der verschwundenen Annika hätte eigentlich einiges an Potenzial gehabt, doch die Autorin hat sich ein wenig verzettelt und wollte zu viel in die Geschichte hineinpacken. Ich hatte von `Cold  Case` viel mehr Nervenkitzel erwartet. 

                                         
Ich danke dem Bastei Lübbe Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.





Freitag, 17. Januar 2020

Rezension: `Vergib uns unsere Schuld` von Hera Lind


* * * * *
In den Fängen der Kirche!
















Früher habe ich die Bücher von Hera Lind verschlungen, aber nachdem ich so enttäuscht von `Die Champagnerdiät` war, habe ich mir geschworen, nie wieder eins von ihr zu lesen. Nun ist ja etwas Zeit ins Land gegangen und ich sah Hera Lind vor ein paar Tagen in einem Interview und bekam doch wieder Lust, zumal sie inzwischen ganz andere Romane schreibt.

`Vergib uns unsere Schuld` handelt von der dreifachen Mutter Carina, die schon mit Ende Dreißig Witwe wird. Auf der Suche nach einem Kreuz für ihre Wohnung begegnet sie Pater Raphael von Ahrenberg und findet Trost in den Gesprächen mit ihm. Seit er ein junger Mann ist, lebt Raphael im Kloster und hat sich dem Zölibat verpflichtet. Bisher ging er ganz in seinem Beruf auf, doch bei den Unterhaltungen mit Carina entwickelt sich irgendwann mehr als nur Freundschaft und die beiden verlieben sich ineinander.
Hätte Carina gewusst, was nun auf sie zukommt, hätte sie vielleicht direkt Abstand genommen.

Doch es kommt soweit, dass Raphael der Kirche den Rücken kehrt und und den Orden verlassen will.
Nun geht es richtig los, mit allen Mitteln versuchen die Kirchenvertreter, ihn zur Rückkehr zu bewegen, und spannen auch seine Mutter ein, die ihm schreckliche Vorwürfe macht und ihm einen  Gewissenskonflikt verursacht, mit dem er nicht klar kommt.
Dieses dauernde Hin und her stellt das junge Glück auf eine harte Probe, und plötzlich wird Carina schwanger und erwartet Zwillinge....

Es handelt sich um einen, aus Carinas Sicht aufgeschriebenen Bericht, der von Hera Lind zu einem Tatsachenroman verarbeitet wurde. 
Man hört ja oft, dass es fast unmöglich ist, als Pater aus den Fängen der  katholischen Kirche in ein weltliches Leben zurückzukehren. Hier wird auch genau beschrieben, welche Steine Raphael in den Weg gelegt werden. Hinzu kommt sein dauerndes schlechtes Gewissen, der Mutter, der Kirche und zuletzt auch Carina gegenüber. Hin- und hergerissen, immer wieder an den gerade getroffenen Entscheidungen zweifelnd, wird es für alle Beteiligten zur Tortur. Übrigens sehr aufschlussreich, wie die Gemeindemitglieder und der örtliche Pfarrer reagiert haben, da ist von Nächstenliebe so gar nichts zu spüren.


`Vergib uns unsere Schuld` geht einem unter die Haut, und man kann sich während des Lesens sehr gut in Carina hineinversetzen. Hera Linds leichter Schreibstil hat mir gefallen, das Buch ist trotz der Dramatik an vielen Stellen humorvoll und unterhaltsam.

Ob Raphael es schafft, sich endgültig für Carina zu entscheiden? Lest selbst! 

                                                     



Ich danke dem Diana Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Dienstag, 19. November 2019

Rezension: `Der Ahorn im Sturm` von Mina Baites

                                                                                              www.die-rezensentin.de


 * * * * *
Es geht weiter mit den Breitenbachs!!










Der zweite Teil der Breitenbach Saga wird wieder von verschiedenen Schauplätzen erzählt. Rosa und Georg haben sich ihr Leben weiterhin in Colorado aufgebaut, Theodor lebt mit seiner Familie und seinem Vater in Berlin.

Als ein Schicksalsschlag die Breitenbachs trifft, entschließt sich Georg nach Berlin zurückzukehren, um seinen Bruder in der Firma zu unterstützen.
Zusätzlich bedroht ein Börsencrash das ganze Unternehmen in Berlin, sowie auch das Werk in Colorado.

Die Autorin hat die Geschichte der Geschwister sehr spannend erzählt, besonders die Konflikte, die zwischen den Brüdern entstehen, hat sie gut eingefangen. Georg, der nach den Jahren in Colorado viel mehr Freiheiten gewöhnt ist und wiederum Theodor, der sich immer noch für seinen kleinen Bruder verantwortlich fühlt. An beiden sind die Jahre der Trennung nicht spurlos vorbeigegangen.


Für Rosa und ihren Mann Wendelin ist es ein hartes Leben auf der Farm. Es belasten sie abwechselnd Dürre oder zu viel Regen und auch die Raubzüge der Indianer.
Dass ihre kleine Tochter Julia sich mit einem Indianerjungen angefreundet hat, sieht nicht jeder gerne. Auch als Julia heranwächst, will sie nicht von ihm lassen, doch eine Verbindung zwischen Weißen und Indianern ist eigentlich undenkbar.

Mina Baites hat für die Breitenbach- Saga liebenswerte Charaktere geschaffen. Ich empfehle auf jeden Fall, den ersten Band `Der weiße Ahorn` vorher zu lesen, damit man die Entwicklung der Personen richtig nachvollziehen kann. 
Interessante historische Fakten, die man in Anhang noch einmal nachlesen kann, werden in der Geschichte wunderbar mit den Ereignissen verknüpft. Ich weiß gar nicht, welcher Teil mir dieses Mal besser gefallen hat. Berlin oder Colorado? Ich glaube, ich fand beide gleich gut..
Ab der Mitte des Buches macht die Autorin plötzlich sehr große Sprünge, es vergehen in den Kapiteln direkt ein paar Jahre, das fand ich schade, weil ich gerne ausführlicher gelesen hätte, was alles passiert.


                               


           Ich danke Netgalley.de für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Dienstag, 24. September 2019

Rezension: `Tod im Fichtelgebirge` von Jacqueline Lochmüller

  * * * * *
Extrem spannend!!















Mitten am helllichten Tag verschwinden zwei kleine Mädchen aus dem Auto, während die Mutter nur kurz in einem Geschäft war.
Syrische Flüchtlinge werden als vermisst  gemeldet und eine junge Frau verirrt sich im Wald und landet an der ehemaligen Psychiatrie Bad Berneck.

Kommissarin Kristina Herbich und ihr Kollege Breuer untersuchen die Vermisstenfälle, doch es gibt keinerlei Hinweise aus der Bevölkerung, weder bei den beiden Mädchen, noch bei den Flüchtlingen. Sie sind wie vom Erdboden verschluckt.

Zu Anfang präsentiert die Autorin sehr viele verschiedene Personen, das mag ich eigentlich nicht so besonders, doch nach einiger Zeit kann man sie alle gut auseinander halten.
Für die Polizei hat das Verschwinden der Kinder erstmal Priorität, die Aussagen der Mutter sind nicht ganz schlüssig, können aber auch nicht widerlegt werden.
Der Leser bekommt allerdings mehr Infos und Einblicke, da die Autorin manche Kapitel aus der Sicht der anderen Personen schreibt.


Herbich und Breuer sind ein sympathisches Ermittlerteam, auch wenn es bei den beiden nicht von Anfang an klappte.
Durch sehr kurze Kapitel, wovon viele mit einem Cliffhanger enden, wird der Spannungsbogen stetig oben gehalten, sodass man unbedingt weiterlesen muss.

Die verlassene Psychiatrie, der dunkle Wald und viele düstere Szenen gepaart mit meinem Kopfkino, erzeugten bei mir eine Dauergänsehaut.

Jacqueline Lochmüller schafft es immer wieder, den Leser mit vielen Wendungen zu verwirren, dazu hat sie sich eine geniale Sache ausgedacht, wobei man wieder sieht, dass manche noch so gut durchdachten Pläne,  durch eine winzige Kleinigkeit hinfällig werden.

Was den Leser hier erwartet, ist absolut keine leichte Krimikost, denn mehrere Einzelfälle führen am Ende zu einem komplexen, unfassbar schrecklichen Verbrechen.


Ich bin schwer begeistert von `Tod im Fichtelgebirge`  und von mir gibt es für diesen fesselnden Krimi eine ganz klare Leseempfehlung!!


Ich danke dem Emons Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Dienstag, 17. September 2019

Rezension: `Die Tote in der Henkersgasse` von Astrid Fritz



 * * * * *
Spannender neuer Fall für Serafina!!














Freiburg, 1417,
 Serafina, die ehemalige Begine und jetzt Ehefrau des Arztes Achat, hat eigentlich alle Hände voll zu tun, denn mit ihrer Armenapotheke ist sie mehr als beschäftigt.
Als Achaz  in die Henkersgasse gerufen wird, weil eine reiche Kaufmannsgattin mit eingeschlagenem Schädel gefunden wurde, lässt es Serafina, wie immer, keine Ruhe.
Natürlich will sie nun auf eigene Faust ermitteln und das tut sie auf ihre ganz besondere Weise. Sie hat keinerlei Berührungsängste, weder vor vornehmen Kaufleuten, noch vor Hübschlerinnen. Was Serafina sich in den Kopf setzt, zieht sie auch durch.
Zusätzlich macht ihr der Stadtapotheker Ärger, weil er durchgekriegt hat, dass sie ihre Armenapotheke schließen soll. Und es taucht plötzlich nach vielen Jahren ihr Bruder Peter auf. Die anfängliche Freude über das Wiedersehen schlägt ganz schnell ins Gegenteil um.

 Achaz passt es natürlich nicht, dass seine Frau eigene Recherche betreibt, doch weil er sie liebt und weiß, dass er doch keine Chance hat, sie aufzuhalten, lässt er es zähneknirschend durchgehen.
 Die beiden empfand ich als sehr liebenswert, aber auch die anderen gefielen mir, besonders Serafinas Bruder ist ein vielschichtiger Charakter.

Mit dem neuen Serafina Band konnte die Autorin mich wieder fesseln. In knapp zwei Tagen hatte ich ihn ausgelesen.
Man kann gut einsteigen, wenn man die anderen Teile nicht kennt, was aber sehr schade wäre, denn es lohnt sich, sie zu lesen.
Serafina ist für die damalige Zeit eine eigenwillige Frau, die macht, was sie will. Das gefällt natürlich nicht jedem, denn Weiber sollen sich mit ihrem Haushalt beschäftigen  und nicht herumschnüffeln oder `unschuldige` Bürger verdächtigen und erst recht keine Morde aufklären.
Ich war mir lange Zeit nicht sicher, wer der Täter sein könnte, denn es kommen einige infrage. Das hat die Autorin geschickt verschleiert, sodass es am Ende eine echte Überraschung für mich war.
Sie versteht es perfekt, fiktive Charaktere  gekonnt mit wirklich stattgefundenen Begebenheiten zu verbinden. Denn im Anhang kann man lesen, dass ein historischer Fall als Grundlage zu diesem Roman diente.
Flott geschrieben, keine Minute Langweile beim Lesen, so darf ein historischer Roman gerne sein.



                                             

Ich danke  dem Rowohlt Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Mittwoch, 4. September 2019

Rezension: `Unter dem Kauribaum` von Rebecca Maly



* * * * *
Perfekt als Urlaubslektüre!!















Meriel wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen auf, jeden Tag muss die Familie aufs Neue kämpfen, um satt zu werden. Meriel findet heraus, wie sie Kaninchen fangen und somit ein gutes Mahl auf den Tisch bringen kann.
Durch Zufall trifft sie dabei auf Trevor, der, wie sich herausstellt, leider der Sohn der reichen Familie Vaughan ist, also eine unpassende Freundschaft.
Trotzdem hegen die beiden Gefühle füreinander, bis sie plötzlich jäh auseinandergerissen werden, denn Meriel wird wegen Wilderei verurteilt und nach Australien verbannt.
Dort verbringt sie viele Jahre im Arbeitslager, doch nach ihrer Freilassung findet Meriel in Dylan einen guten Mann  und lebt fortan mit ihm auf einer Farm. Allerdings kann sie ihre erste Liebe Trevor  nie vergessen.

Trotzdem ist Meriel froh, dem Gefängnis entkommen zu sein und schuftet wie ein Mann. Ganz dramatisch wird es, als Dylan durch einen Unfall zum Krüppel wird.

In einem zweiten Handlungsstrang erfahren wir, wie es bei Trevor weiterging, auch er kann Meriel nicht vergessen.
Das Leben meint es nicht immer gut mit den beiden, viele schlimme Dinge passieren und die Chance, dass sie sich jemals wiedersehen, ist gleich Null.


Ich habe vor vielen Jahren die Bücher über die Gefangeneninsel Australien verschlungen, aber jetzt ewig nichts mehr darüber gelesen. Die Autorin hat die Schiffsreise, die Jahre im Arbeitslager und auf der Farm wirklich eindrucksvoll beschrieben. Zusätzlich erfährt man viele Details über die Gefangenenkolonie Australien und die Aufgaben auf einer Rinderfarm. Es war ein schweres Leben, das die Menschen hatten, arbeitsreich und arm an Zerstreuung.


Mir hat der historische Roman sehr gut gefallen, es ist eine leichte Lektüre, die man wunderbar im Urlaub lesen kann.

                       
Ich danke dem Edel Elements Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 3. Juni 2019

Rezension: `Hannah und ihre Brüder` von Ronald H. Balson

* * * * *
Sehr berührende Geschichte!!













                                                          www.die-rezensentin.de



Elliot Rosenzweig, bekannter Wohltäter der Stadt Chicago, wird in aller Öffentlichkeit von einem alten jüdischen Mann bedroht.
Ben Solomon beschuldigt ihn, in Wahrheit kein Jude, sondern der Kriegsverbrecher Otto Pointek zu sein. Natürlich glaubt ihm niemand, es wird als Hirngespinst eines verwirrten Alten abgetan.
Die Anwältin Catherine Lockart denkt genauso, bis sie Bens Geschichte hört und überzeugt ist, dass er die Wahrheit sagt.
Doch wie soll man den angesehenen Bürger 60 Jahre später als Mörder überführen, wenn es außer Bens Aussage keine Beweise gibt? Catherines Freund, der Ermittler Liam Taggart, versucht einiges herauszufinden, was sich nach so vielen Jahren äußerst schwierig gestaltet.
Christine und Liam sind ein sehr sympathisches Team, Ben scheint immer etwas verwirrt, was ihn aber erst recht liebenswert macht.



Vor dem gut recherchierten geschichtlichen Hintergrund erzählt Ronald H. Balson mit Bens Worten eine ergreifende Familiengeschichte. Dabei wechselt er gekonnt zwischen den Zeiten hin und her. Sehr anschaulich gibt er die Zustände, die im Krieg in Polen herrschten, wieder. Bens Familie und viele andere Menschen dort haben immer auf Hilfe der anderen Staaten gehofft, haben bis zuletzt nicht geglaubt, dass auch Polen von den Deutschen besetzt werden könnte. Vor allem Otto, der jahrelang bei der Familie Solomon lebte und wie ein eigenes Kind aufgewachsen ist, verändert sich so sehr, dass man es kaum glauben kann.


Es scheint jedoch recht unwahrscheinlich, dass Elliot Rosenzweig und Otto Piontek dieselbe Person sein könnten und vieles spricht absolut dagegen.

Die Story hat mich total in ihren Bann gezogen, obwohl ich schon sehr viel aus der Zeit gelesen habe.
`Hannah und ihre Brüder` ist eine besonders gefühlvoll erzählte Geschichte, die mich wieder mal sehr nachdenklich zurücklässt und noch einige Zeit beschäftigen wird.
Von mir eine absolute Kaufempfehlung!!

 Es gibt wohl schon einen zweiten Band, `Karolinas Töchter`, in dem auch Catherine und Liam wieder eine Rolle spielen.

                      



Ich danke Netgalley.de und dem Aufbau Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Sonntag, 10. März 2019

Rezension: `Annas Rückkehr` von Rose Philipps



* * * *
Dramatische Familiengeschichte!

















Berlin, 1955. Die erfolgreiche Opernsängerin Anna fährt zu einem Konzert nach Berlin. An ihre Kindheit hat sie nur schlechte Erinnerungen, trotzdem möchte sie ihre Mutter und ihren Bruder Anton wiedersehen, die immer noch in der alten Wohnung leben.

Anna kann ihrer Mutter nicht verzeihen, dass sie sie als Kind verlassen hat. Grete Künke versucht, ihrer Tochter zu erklären, was damals wirklich passiert ist, doch bevor sie richtig anfangen kann, stirbt sie.
Nun möchte auch Anton wissen, was geschehen ist und was die Geschwister  gemeinsam über die Vergangenheit herausfinden, lässt so einiges in einem ganz anderen Licht erscheinen.
In Rückblenden erfährt der Leser, wie es in Annas und Antons Kindheit wirklich aussah.
Ich habe schon viel über die Nazizeit gelesen, bin jedoch über manche Dinge immer wieder erschüttert. Kinder, die einen kleinen Makel besaßen, z.B. stotterten oder irgendetwas, das aus der Sicht des Führers schon als Fehlbildung galt, wurden `aussortiert`oder zu Versuchen missbraucht.
 Auch in diesem Roman spielt das Thema eine große Rolle und nach und nach begreift Anna, was ihre Mutter und deren Freundin Elli, die Frau des Reichsleiters, getan haben. Welche Gewissenskonflikte ausgekämpft und welche Gefahren ausgestanden wurden. Annas Schicksal ähnelt dem vieler Kinder in der Zeit des NS- Regimes und die Autorin hat die verschiedenen Zeitebenen so geschickt miteinander verbunden, dass es sich sehr flüssig lesen ließ.
Eine dramatische und emotionsgeladene Familiengeschichte, zum Ende hin für meinen Geschmack etwas zu konstruiert, aber sehr lesenswert.





Ich danke Netgalley  und dem Bookspot Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 21. Januar 2019

Rezension: `Kälter als die Angst ` von Christine Drews

* * * *
Neuer Fall für Käfer und Schneidmann!!


















Katrin Ortrup ist gerade in ihre neue Wohnung eingezogen, als sie unheimliche Drohbriefe erhält. Irgendetwas ist früher in dem Haus geschehen, worauf sich der Schreiber bezieht.
  Katrin hat Schlimmes hinter sich, will hier endlich zur Ruhe kommen, aber die Briefe machen ihr zu schaffen. Als dann auch noch ein Mord geschieht, nimmt die Polizei die Sache endlich ernst. Schnell wird ein Täter gefunden und verhaftet, doch die Briefe gehen weiter.
Christine Drews lässt wieder ihr Team Peter Käfer und Charlotte Schneidmann ermitteln. Auch wenn man die Vorgänger nicht kennt, kann man gut in die Geschichte einsteigen. Trotzdem hätte ich mir ein paar Erklärungen für die Leser gewünscht, die die Vorbände nicht kennen, denn öfter weist die Autorin darauf hin und setzt voraus, dass man Bescheid weiß.
Verschiedene Handlungsstränge lassen uns die Personen näher kennenlernen. Da gibt es den verurteilten Mörder Till Brönne, der nun an Resozialisierungsprogrammen für Jugendliche arbeitet, die Nachbarn und Mieter im Tulpenweg und einen Täter, der eine Art Tagebuch  schreibt.
Hier geht es viel um Polizeiarbeit und Recherche, in kleinen Schritten  werden die Erkenntnisse wie Puzzleteile zusammenzutragen, um die Zusammenhänge herauszufinden.
`Kälter als die Angst` lässt sich sehr gut lesen und ist das, was ich unter einem soliden Krimi verstehe. Spannend geschrieben, nicht blutrünstig, mit dem Schwerpunkt Ermittlungstätigkeit. Das Ende hat mich überrascht, obwohl ich es ein wenig zu konstruiert fand, aber alles in allem hat mir das Buch gut gefallen.


                       




Ich danke  Netgalley.de  und dem  Bastei Lübbe Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Dienstag, 8. Januar 2019

Rezension: `Die Frauen vom Löwenhof- Solveigs Versprechen` von Corina Bomann



* * * 
Kommt nicht an die Vorgänger heran!












Im dritten Band der `Die Frauen vom Löwenhof `- Reihe geht es um Mathildas Tochter Solveig. Nach einem schlimmen Unfall ist nichts mehr, wie es vorher war. Ihr Verlobter ist tot, sie erwacht schwer verletzt im Krankenhaus und ihre Zukunft liegt in Trümmern.
Vorerst zieht sie auf den Löwenhof zurück, auf dem ihre Eltern und ihre Großmutter leben.
Das Gut hat finanzielle Probleme, mit denen sich Solveig nun beschäftigt. Alles ist etwas heruntergekommen und nur noch die alten Möbel und Wandgemälde erinnern an bessere Zeiten, in denen hier noch der schwedische König zu den Festen erschien.

Als ein cleverer und außerordentlich attraktiver Geschäftsmann aus Stockholm Solveig ein Angebot macht, dem Löwenhof  zu neuem Glanz zu verhelfen, lehnt sie zuerst ab. Doch die Zeit drängt, es muss dringend eine Lösung her, die auch ihre Mutter und ihre Großmutter überzeugt und sie tut sich mit Jonas Carinsson zusammen.
Die Frauen vom Löwenhof haben ja all die Jahre viel Pech mit ihren Männern gehabt, setzt sich die Tradition bei Solveig fort oder findet sie noch ihr Glück?

Die ersten beiden Bände um die Frauen vom Löwenhof haben mir um einiges besser gefallen! In `Solveigs Versprechen` dreht es sich sehr viel um die Geschäfte, die Pferdezucht und die Pläne für die Rettung des Gutes.
Es gab keinerlei Familiengeheimnisse mehr und plätscherte oft einfach nur vor sich hin. Auch ihre eigene Geschichte konnte mich nicht wirklich begeistern. Solveigs Leben war für mich lange nicht so spannend wie die Erlebnisse von Agneta und Mathilda und das Ende konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Vielleicht habe ich nach den ersten wunderschönen Bänden einfach mehr erwartet.







 Ich danke Netgalley.de und Ullstein Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Sonntag, 6. Januar 2019

Rezension: `Die verborgenen Schwestern` von Marion Johanning

* * * *

Die verborgenen Schwestern!!














Als Marias Ziehmutter Relindis stirbt, verlässt sie die Heimat und geht nach Köln, um dort deren letzten Wunsch zu erfüllen. Sie soll der geheimen Schwesternschaft beitreten. Auch Maria ist überzeugt, dass das das Richtige für sie ist. Sie freut sich darauf, mehr über heilende Kräuter und die Heilkunst zu erfahren, denn hat Relindis ihr schon früh beigebracht, wie man Krankheiten behandeln kann.
In Köln wird jedoch alles anders, das Kloster existiert nicht mehr und Maria muss sich als Magd ihren Lebensunterhalt verdienen. Dafür dass sie eigentlich ein ruhiges Leben im Kloster erwartet hatte, geht es plötzlich doch recht turbulent zu.
Als Maria durch Zufall auf den Stauferkönig Philipp trifft und ihm auch noch das Leben rettet, steht sie  fortan in seiner Gunst.
Gleichzeitig lernt sie Heinrich, einen seiner Begleiter und mit ihm die Liebe kennen, doch natürlich ist eine Verbindung zwischen den beiden unmöglich. Maria bedrückt das sehr,  sie wäre bereit, alles für ihn aufzugeben.

Marion Johanning hat wieder einen historischen Roman geschrieben, der sich sehr gut lesen lässt und meinen Geschmack getroffen hat. Auch wenn man den ersten Teil nicht kennt, ist es kein Problem, denn hier handelt es sich um eine abgeschlossene Handlung. Mir gefiel die Geschichte, die Charaktere sind sehr lebendig beschrieben, die Schauplätze konnte ich mir bildhaft vorstellen. Nur die verschiedenen Nonnen haben mich etwas durcheinander gebracht, vor allem zum Ende hin hatte ich echte Schwierigkeiten durchzublicken. Trotzdem bekommt `Die verborgenen Schwestern` vier Sterne von mir, weil mich das Buch sehr gut unterhalten hat.



Samstag, 25. August 2018

Rezension: `Blutrausch` von Chris Carter

* * * * *
Brillant und verstörend!!


















Die Sonderermittler Hunter und Garcia haben es mit einem merkwürdigen Mordfall zu tun und werden kurz danach vom FBI  gebeten, bei deren Ermittlungen zu helfen. Denn es scheint sich um den gleichen Täter zu handeln, den das FBI schon länger sucht. Ein Serienmörder, der von den Ermittlern `Der Chirurg` genannt wird. Der Name bezieht sich auf die Weise, wie die Opfer zu Tode gekommen sind. Zusätzlich gibt er den Ermittlern Rätsel auf, indem er die Morde quasi als Kunstwerk darstellt.
In verschiedenen Städten und Bundesstaaten ist der Täter der Polizei  anscheinend immer einen Schritt voraus. Doch Hunter kommt, wie man es schon von ihm kennt, ganz plötzlich ein Gedanke und als er diesen weiter verfolgt, ist ihm auf einmal alles klar. Er weiß, nach welchen Kriterien die Opfer ausgesucht werden und bald hat er auch einen Namen und eine Adresse. Doch dann kommt alles ganz anders....

Ich habe mich sehr gefreut auf den neuen `Chris Carter` und bin nicht enttäuschst worden. Wieder mal ist ihm ein brillanter und gleichzeitig verstörender Thriller gelungen. Man fragt sich des Öfteren, wie der Autor wohl auf diese Ideen kommt. Raffiniert gesetzte Cliffhanger, die immer erst mehrere Kapitel später aufgelöst werden, machen das Ganze extrem spannend. Ein nervenzerreißender Thriller, den ich unbedingt empfehlen kann!






 Ich danke netgalley.de und dem Ullstein Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Freitag, 17. August 2018

Rezension: `Das Verschwinden des Josef Mengele` von Olivier Guez

* * * * *
Absolut fesselnd!!!


















Josef Mengele, der berüchtigte Lagerarzt von Auschwitz, flieht 1949 nach Argentinien, weil es in Deutschland doch etwas zu brenzlig für ihn wird. Immer noch ohne jegliches Schuldbewusstsein baut er sich in der Ferne eine neue Existenz auf.
Olivier Guez hat Mengeles Leben nach dem Krieg in eine Art Romanform gebracht, die sich sehr gut lesen lässt. Eigentlich mag ich keine Bücher ohne gänzliche wörtliche Rede, doch bei seinem tollen Schreibstil ist mir das gar nicht so aufgefallen.
In Argentinien trifft Mengele auf viele Altnazis, die dort ebenfalls leben und sich oft treffen und zusammen in Erinnerungen an die schöne Zeit vom Dritten Reich schwelgen. Immer und immer wieder lassen sie die Geschehnisse Revue passieren und niemand ist sich einer Schuld bewusst.  
Präsident Peron hat keinerlei Skrupel, den Mördern und Verbrechern Asyl zu gewähren, sodass sie mit seiner Hilfe wie Gott in Frankreich leben können.
Sie gehen in die Oper, haben Essen und Trinken im Überfluss und  lassen es sich richtig gut gehen.
Wenn sie Nachrichten aus Deutschland lesen, wird darüber diskutiert, Adenauer nennen sie verächtlich nur Rabbi Adenauer, weil er judenfreundlich gesinnt ist und die Schuld der Deutschen anerkennt, was für die Altnazis ein Unding ist. Die BRD wird verpflichtet, mehrere Milliarden Dollar Reputationszahlungen an Israel zu leisten und Entschädigungen für die Juden, das ist natürlich für die alten Kameraden nicht tolerierbar. Sie planen das Deutsche Reich so wiederherzustellen, wie es damals war. Gott sei Dank gelingt ihnen das aber nicht.
 Mengele wird im Buch als ein Jammerlappen dargestellt, der mit nichts zufrieden ist, von seiner Familie in Deutschland ununterbrochene Unterstützung verlangt und sehr anspruchsvoll und unverschämt ist. 
Mengele möchte für seine Taten in Auschwitz bewundert werden, für die schrecklichen Quälereien, die er den Häftlingen zugefügt hat, indem er sie für seine Versuche missbraucht hat. Die unvorstellbarsten Versuche hat er vor allem mit Kindern, Zwillingen, aber auch Erwachsenen angestellt. Unfassbar, wozu Menschen, dazu noch ein Arzt fähig sind.
Wahrhaftig findet er auch in Argentinien Bewunderer, die ihn verehren wie einen Helden, ihm weiterhelfen und ihn unterstützen.
Ich habe schon einiges aus der Zeit und auch über Mengele gelesen, aber dieses Buch hat mich erneut erschüttert.

Der Leser erfährt zusätzlich viel über die Geschichte Argentiniens und die Herrschaft Perons, unter der  Mengele unbehelligt jahrelang unter seinem echten Namen leben konnte. Erst Ende der 50er Jahre wurde er wirklich als NS- Kriegsverbrecher gesucht und flüchtete später nach Brasilien.
Nun lebte er in ständiger Angst, sie könnten ihn schnappen, doch leider wurde er nie gefasst.

Ein gut recherchierter, bedrückender Tatsachenroman, der mich von Anfang bis Ende gefesselt und mich noch eine ganze Weile beschäftigt hat.
Eine ganz klare Leseempfehlung !!!!!




Ich danke Netgalley und dem Aufbau Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 21. Mai 2018

Rezension: `Verhängnisvoll` von Markus Kleinknecht

* * * * *
Verhängnisvoll!!



















Der Reporter Jan Fischer will eigentlich nicht für das Online- Magazin `Lauffeuer` arbeiten, doch den Auftrag, eine verschwundene Familie zu suchen, kann er nicht ablehnen. Dazu liebt er seine Arbeit, vor allem, wenn es um Recherche geht, doch zu sehr.
Oleg Kamarow wird tot aus der Elbe gefischt, aber von seiner Frau und den beiden Kindern fehlt jede Spur. Hat er sie, bevor er sich selbst tötete, umgebracht oder sind sie untergetaucht?
Jan soll darüber etwas herausfinden, was natürlich gar nicht so einfach ist.
 Doch dann stößt er auf einen groß angelegten Ring von Kinderschändern, Menschenhandel und Korruption.

Die Handlung wird von mehreren Personen aus verschiedenen Perspektiven erzählt, jede für sich spannend geschrieben.
Die Charaktere sind bunt gemischt, von sehr sympathisch bis abstoßend ekelhaft ist alles dabei. 
Trotz Trennung hängt Jan noch an der Fotografin Charlotte Sander, doch da auch Charlotte in die Recherche involviert wird, finden wir eine gute Mischung aus Arbeit und Privatem.

Die Idee zur Story kam dem Autor, als über das Verschwinden der Familie Schulze aus Drage vor ein paar Jahren berichtet wurde. Aber  natürlich hat Markus Kleinknecht es zu seiner eigenen Story gemacht!
`Verhängnisvoll`  ist ein richtig spannender Roman, den ich geradezu verschlungen habe.
Ich freue mich schon auf den nächsten Band, in dem es mit Jan Fischer und Charlotte Sander und dem Team von `Lauffeuer` weitergeht.