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Mittwoch, 15. Juli 2026

Rezension: `Du musst mich vergessen` von Rosie Walsh


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Sehnsucht, Verlust und Mut!
















Carrie führt in England ein scheinbar erfülltes Leben. Sie liebt ihren Mann Robin und ihre Kinder und nach außen wirkt alles harmonisch. Doch die Erinnerung an ihre erste große Liebe Johan lässt sie seit zwölf Jahren nicht los. Am Tag ihrer Hochzeit wurde er in Thailand verhaftet, und von einem Moment auf den anderen verschwand er aus ihrem Leben. Ohne Abschied, ohne Erklärung.

Als Carrie zufällig über einen Artikel stolpert, erfährt sie, dass Johan in Schweden lebt. Und das schon seit sechs Jahren. Diese Erkenntnis trifft sie wie ein Schlag. Die Gefühle, die sie so lange verdrängt hat, brechen sofort wieder hervor, und Carrie weiß, dass ein Wiedersehen alles zerstören könnte, was sie sich aufgebaut hat.

Rosie Walsh erzählt diese Geschichte mit viel Feingefühl und einem sicheren Gespür für emotionale Konflikte. Die Figuren sind facettenreich und sehr unterschiedlich gezeichnet, ihre Entscheidungen oft überraschend und voller Wendungen. Besonders gelungen sind die Rückblenden in die Zeit vor zwölf Jahren. Sie erklären nach und nach, was damals wirklich geschah, und machen verständlich, warum Carrie Johan nie vergessen konnte.

Den Schreibstil fand ich besonders packend. Man spürt Carries inneres Chaos, ihre Sehnsucht, ihre Unsicherheit. Immer wieder entsteht der Eindruck, dass die Menschen um sie herum bestimmen, wie ihr Leben auszusehen hat und Carrie sich dem fügt. Doch schließlich wächst sie über sich hinaus und trifft eine Entscheidung, die ganz allein ihr gehört.

Ein emotionaler, spannender Roman über Liebe, Verlust und die Frage, ob man der Vergangenheit wirklich entkommen kann.



                                         


Dienstag, 14. Juli 2026

Rezension: `Eine winzige Lüge` von Astrid Korten

 


Zwischen  Loyalität und der Angst vor der Wahrheit!








Nach 25 Jahren Ehe lebt Martina mit dem erfolgreichen Schriftsteller Alex in einer Beziehung, die eher von Routine als von Leidenschaft geprägt ist. Man hat sich arrangiert und funktioniert, wie so viele Paare, nur noch nebeneinander her.

Als Martinas Tochter Julia urplötzlich verstörende Anschuldigungen gegen Alex erhebt, reagiert Martina zunächst mit Abwehr. Julia hatte schon immer eine lebhafte Fantasie und man konnte ihr oft nicht glauben.

Doch je länger Martina darüber nachdenkt, desto mehr schleichen sich Zweifel ein. Kleine Details aus dem Zusammenleben mit Alex erscheinen ihr plötzlich in einem anderen Licht. Könnte an den Anschuldigungen doch etwas dran sein? Die Situation spitzt sich zu, als ihre beste Freundin sich demonstrativ auf Alex’ Seite stellt und Martina hintergeht.

Parallel dazu erfährt der Leser in kursiv gedruckten Passagen von einer Person, die Alex von einer anderen Seite kennt und ihn tot sehen möchte. Diese Stimme streut Gerüchte im Internet, und innerhalb kürzester Zeit wird der gefeierte Autor ohne Verfahren von der Öffentlichkeit verurteilt und zum Monster erklärt, während Martina zwischen Loyalität, Angst und wachsender Unsicherheit zerrieben wird.

Astrid Korten gelingt hier ein bewegender und hochspannender Roman, der mit vielen Wendungen überrascht und die Leser in dasselbe Durcheinander aus Zweifeln und Misstrauen zieht wie Martina selbst. Man weiß nie, wem man glauben soll und genau das macht die Geschichte so intensiv. Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung, wie schnell ein unbescholtener Bürger durch Gerüchte und digitale Hetze gesellschaftlich vernichtet werden kann.

Ein einziger Vorwurf genügt, um gleich mehrere Leben aus den Angeln zu heben.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

                                  

                                            





Freitag, 29. Mai 2026

Rezension: `Die Geheimnisse von Rosewell Castle` von Corina Bomann

 

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Ein fesselnder Auftakt voller Geheimnisse!











Als Isabel an einem einzigen Tag sowohl ihren Job verliert als auch von ihrem Freund verlassen wird, bricht für sie eine Welt zusammen. Doch eine Annonce in der Zeitung gibt ihr neuen Mut: Sie bewirbt sich an der ehrwürdigen Butlerschule auf Rosewell Castle. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, der ihr nach bestandener Prüfung den Eintritt in eine Welt ermöglicht, die sonst nur den Reichsten oder alteingesessenen Familien vorbehalten ist.

Die Ausbildung ist hart, doch Isabel erhält Unterstützung vom attraktiven Garret Hayes. Obwohl sie vor ihm gewarnt wird, verliebt sie sich in ihn. Gleichzeitig stößt sie im Archiv der Schule auf das Foto einer ehemaligen Schülerin, die ihrer Großmutter zum Verwechseln ähnlich sieht.

Während Isabel in der Gegenwart versucht, den Spuren ihrer Familie zu folgen, führt uns die Autorin gleichzeitig in das Jahr 1969, wo die junge Giselle ihre Stelle als Hausdame auf Hallingham Hall antritt.

Beide Geschichten scheinen zunächst unabhängig voneinander zu stehen, doch je weiter man liest, desto deutlicher spürt man, dass sich hier zwei Lebenswege berühren könnten.

Wieder einmal zeigt Corinna Bomann, wie meisterhaft sie ihre Leserinnen und Leser fesseln kann. Anfangs haben mich Giselles Kapitel etwas mehr gepackt, doch im Verlauf der Geschichte wurde auch Isabels Erzählstrang immer spannender. Besonders die Ausbildung auf Rosewell Castle fand ich interessant, von den ersten Lektionen mit dem Besenstiel im Rücken bis hin zum Treppensteigen mit einem voll beladenen Tablett.

Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und atmosphärisch, sodass man am liebsten direkt weiterlesen möchte. Aber leider müssen wir bis November`26 warten und erst dann erfahren wir, ob es ein Familiengeheimnis gibt und wie es mit Giselle und Isabel weitergeht.

                                                  




Donnerstag, 26. März 2026

Rezension: `Das Buch der Schuld` von Catherine Chidgey

 

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Eine Geschichte, die unter die Haut geht!


















England, 1979. Drei Brüder, Drillinge, sind die letzten Kinder im Sycamore-Heim. Alle anderen Bewohner leben inzwischen in Margate, einem idyllischen Ort mit unbegrenztem Zugang zu einem Freizeitpark. Irgendwann sollen auch die drei Brüder dorthin ziehen. Bis es so weit ist, leben sie mit ihren drei Müttern zusammen. Mutter Morgen, Mutter Mittag und Mutter Nacht. Andere Eltern kennen sie nicht.
Sie wachsen in einer streng kontrollierten Umgebung auf, die von Ritualen, Regeln und medizinischen Eingriffen geprägt ist. Immer geht es um den `Käfer`, eine Krankheit, an der alle drei leiden und die es  zu behandeln gilt.

Der Kontakt zu Einheimischen ist streng verboten, und bisher hat er ihnen auch nicht gefehlt. Doch plötzlich beschließt die Regierung, die Sycamore-Heime zu schließen. Für die Brüder bedeutet das neue Freiheiten, doch als sie erstmals ins Dorf dürfen, begegnen ihnen die Menschen mit Angst und Ablehnung. 

Parallel dazu lernen wir die kleine Nancy kennen, die mit ihren Eltern isoliert lebt und ebenfalls keinen Kontakt zur Außenwelt haben darf. Auch die britische Einsamkeitsministerin steht vor schwierigen Entscheidungen, denn sie soll die Brüder in Pflegefamilien vermitteln.

Ich war lange verwirrt über das verdrehte Weltgeschehen im Buch und musste mehrmals zurückblättern, ob ich richtig gelesen habe. Doch ich hab mich drauf eingelassen und ein tolles spannendes Buch entdeckt. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, was hinter dieser düsteren, seltsamen Welt steckt. Besonders spannend wird es, als die Brüder beginnen, alles infrage zu stellen, was sie je gelernt haben und versuchen herauszufinden, was wirklich hinter dem `Käfer` steckt.

`Das Buch der Schuld` ist mal etwas völlig anderes als das, was ich sonst lese, und trotzdem hat es mich sofort begeistert. 

Es ist kein Mainstream-Roman und genau das ist seine Stärke. Wer eine klare, durchsichtige Handlung erwartet, wird vielleicht irritiert sein. Wer jedoch Freude daran hat, sich auf eine ungewöhnliche, vielschichtige Welt einzulassen, wird sicher, genau wie ich, von einer intensiven, originellen Geschichte in ihren Bann gezogen.



                              


Montag, 2. März 2026

Rezension: `Der Fährmann` von Regina Denk

 

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Grandios!








Wie schon in `Die Schwarzgeherin` nimmt uns die Autorin erneut mit an den Beginn des 20. Jahrhunderts, in ein abgelegenes Grenzgebiet zwischen Deutschland und Österreich. Der Fluss, der die beiden Länder trennt, kann nur mit einer Fähre überquert werden, und dafür braucht es einen Fährmann, der Tag und Nacht bereitsteht.

Die Kinder Hannes, Annemarie und Elisabeth sind unzertrennlich. Sie wollen immer zusammenhalten, doch das Leben hat andere Pläne. Als Erwachsene trennen sich ihre Wege: Hannes übernimmt das Amt des Fährmanns, ein Beruf, der keine eigene Familie zulässt. Elisabeth heiratet, und Annemarie arbeitet in der Wirtschaft ihrer Eltern. Keiner von ihnen führt das Leben, das er sich erträumt hat, und dennoch bleiben sie im Herzen miteinander verbunden.

Regina Denk ist wieder ein großartiger Roman gelungen. Mit ihrem bildhaften, atmosphärischen Erzählstil, wenig wörtlicher Rede, dafür reichlich Emotionen, zeigt sie eindrucksvoll, wie schwer es Frauen damals hatten. Männer bestimmten über ihr Leben, Arbeit und Gehorsam wurden erwartet, eigene Meinungen unterdrückt. Der Mann durfte seine Frau züchtigen, sie hatte keinerlei Rechte. Auch die Kriegsjahre schildert die Autorin mit großer Authentizität, sodass ich mich direkt in die Zeit versetzt fühlte.

 `Der Fährmann` ist ein Roman, der mich sehr berührt hat und den ich, genau wie `Die Schwarzgeherin` sicher noch lange im Gedächtnis haben werde.











Montag, 16. Februar 2026

Rezension: `Die Erfinderin der Freiheit` von Elke Becker

 

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Geballte Frauenpower!





















Dresden, 1908. In Elke Beckers neuem Roman treffen wir die vier Freundinnen Christine, Amalie, Julia und Lotta. Gemeinsam wollen sie beweisen, dass Frauen auch ohne die Unterstützung von Männern Großes erreichen können.

Christine arbeitet im Sanatorium Lahmann und stellt fest, dass Frauen bei der Körperertüchtigung schnell erschöpfen oder sogar in Ohnmacht fallen. Sie sieht die Ursache im viel zu engen Korsett. Ihre Lösung ist eine kleine Revolution, sie entwickelt den ersten Brusthalter, der Frauen ermöglicht, sich frei zu bewegen und sportlich zu betätigen.
Auch Amalie hat eine bahnbrechende Erfindung gemacht und versucht, diese im Kaufhaus zu verkaufen. Julia wiederum liebt das Sticken und verziert Christines Brusthalter mit feinen Details. Christine und Amalie brennen für ihre Ideen, und alle vier unterstützen sich gegenseitig, wo immer es nötig ist.
Ich habe bereits die `Kölln-Saga` von Elke Becker gelesen und war sehr gespannt auf `Die Erfinderin der Freiheit.` Die Geschichte des Brusthalters ist vielleicht etwas auf der Strecke geblieben, denn der Roman widmet sich stärker dem Leben der Freundinnen und ihrem Zusammenhalt. 
Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz, und ein Schicksalsschlag bleibt den jungen Frauen leider ebenfalls nicht erspart. Insgesamt ist es ein warmherziger, lebendiger Roman über Mut, Freundschaft und den Wunsch nach Selbstbestimmung.




                                              

Donnerstag, 8. Januar 2026

Rezension: `Der Retter der Mütter` von Péter Gárdos

 

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Ein Leben für die Mütter!















Der Name Ignaz Semmelweis war mir im Zusammenhang mit Hygiene natürlich ein Begriff, doch über das Leben dieses genialen Arztes wusste ich bisher kaum etwas.

Die Geschichte setzt 1839 in seiner Jugend in Buda ein, seiner Heimatstadt. Eigentlich sollte Ignaz das Geschäft seines Vaters übernehmen, doch er hatte sich in den Kopf gesetzt, Medizin zu studieren. Gemeinsam mit seinem Freund Stolz geht er an die Universität in Pest, und beide werden schließlich Ärzte. Ihr erster Einsatz führt sie an die Geburtenstation eines Krankenhauses.

Semmelweis lässt der Gedanke keine Ruhe, warum so viele Frauen nach der Geburt sterben. Und warum überleben die Mütter auf der reinen Hebammenstation, ganz ohne Ärzte, deutlich häufiger? Tag und Nacht sucht er nach der Ursache, beinahe besessen von dem Wunsch, das Rätsel zu lösen.

Der Einstieg ins Buch war für mich etwas schleppend, vor allem weil kaum wörtliche Rede vorkommt, was ich normalerweise nicht so gern mag. Doch sobald ich in Semmelweis’ Leben eingetaucht war, hat mich die Geschichte gefesselt. 

Péter Gárdos hat das Wirken von Semmelweis hervorragend recherchiert und in einen interessanten und spannenden Roman verwandelt. 

Ignaz Semmelweise, ein Mann, der ein Leben lang für die Mütter kämpfte und erst lange nach seinem Tod gehört wurde.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung!





Dienstag, 23. Dezember 2025

Rezension: `Tiefe Schuld` von Laura Dave

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Späte Wahrheit!










Nora leidet schwer unter dem Unfalltod ihres Vaters Liam Noone, vor allem, weil sie erst vor kurzem ihre Mutter verloren hat. Zu ihren Halbgeschwistern hat sie seit Jahren kaum Kontakt, das Verhältnis ist distanziert und brüchig. Umso überraschter ist sie, als ihr Bruder Sam sie bittet, mit ihm nach Kalifornien zu fliegen. Er glaubt nicht an einen Unfall.

Über sich selbst überrascht stimmt Nora zu, und gemeinsam versuchen die beiden, die letzten Tage ihres Vaters zu rekonstruieren. Dabei stoßen sie auf ein lebenslang gehütetes Geheimnis. Schritt für Schritt nähern sich die Geschwister einander wieder an und entdecken, dass sie ihren Vater nie wirklich gekannt haben.

In Rückblenden erleben wir den jungen Liam und seine große Liebe und lange bleibt unklar, um wen es sich dabei handelt.

Aufgrund des Klappentextes hatte ich einen Krimi erwartet, tatsächlich aber handelt es sich um einen eher ruhigen Roman über Familie, Schuld und all das, was wir aneinander oft übersehen.

`Tiefe Schuld` hat mir gut gefallen, auch wenn es nicht durchgängig hochspannend ist. Die Stärke des Romans liegt weniger im Nervenkitzel als in der emotionalen Tiefe und der feinfühligen Annäherung an eine zerrissene Familie.

Wer keinen klassischen Krimi erwartet, sondern eine ruhige, atmosphärische Familiengeschichte, wird hier fündig. 


                   


                          



Dienstag, 2. Dezember 2025

Rezension: `Die Psychoanalytikerin` von Melanie Metzenthin

 

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Spannender historischer Krimi!!














Hamburg, 1920. Vera Albers übernimmt nach dem Tod ihres Mannes die Praxis und arbeitet als Psychoanalytikerin. Viele ihrer Patienten sind traumatisierte Soldaten, die Hilfe suchen.

Als einer von ihnen ermordet wird, zeigt sich schnell ein Zusammenhang mit den Erlebnissen im Krieg. Kommissar Bender bittet Vera um Unterstützung und kurz darauf sterben weitere Männer aus demselben Regiment.

Melanie Metzenthin hat mich wieder einmal begeistert! Diesmal handelt es sich eher um einen Krimi, denn es geschehen gleich mehrere Morde, und Vera muss mit der Polizei zusammenarbeiten. Für sie ist das eine große Herausforderung, da sie ihre Schweigepflicht nicht verletzen möchte.

Der Schreibstil ist packend, die Story so mitreißend, dass ich das Buch kaum weglegen konnte. Dank der unterschiedlichen Erzählperspektiven bleibt die Handlung interessant und abwechslungsreich. Vera ist eine sehr sympathische Protagonistin, doch auch die junge Reporterin und die beiden Polizisten habe ich sofort ins Herz geschlossen.

Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung, denn ich möchte unbedingt erfahren, wie es mit Vera, Karl, Alma und Abel weitergeht. Bis dahin gibt es von mir eine klare Leseempfehlung für diesen spannenden historischen Krimi!


                                     




























Donnerstag, 9. Oktober 2025

Rezension: `Die Frauen vom Rosenhag- Sehnsucht nach Freiheit` von Corina Bomann

 

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Noch besser als der erste Teil!







Nachdem ich Band eins beendet hatte, fragte ich mich, was im zweiten Teil überhaupt noch passieren sollte, denn eigentlich schien die Geschichte auserzählt. Dachte ich......

Doch nun muss ich sagen, der zweite Teil ist sogar noch spannender als der erste.

Marlene und Liv haben mit dem `Rosenhag` ein beeindruckendes Projekt ins Leben gerufen, um Frauen zu helfen. Doch die Realität der damaligen Zeit stellt sie immer wieder vor scheinbar unüberwindbare Hindernisse. Als Frauen ohne Ehemänner, die ihnen den Rücken stärken, kämpfen sie gegen gesellschaftliche Widerstände, manchmal sogar unter lebensgefährlichen Bedingungen.

Aber weder Marlene noch Liv lassen sich unterkriegen. Vor allem Liv wächst über sich hinaus, wird mutiger, selbstbewusster und findet eine neue Liebe.


Die Handlung nimmt rasch Fahrt auf, die Ereignisse überschlagen sich, doch Corina Bomann versteht es meisterhaft, das Tempo so zu dosieren, dass man als Leser mühelos mitkommt und nie den Überblick verliert. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was sie besonders lebendig macht, und die vielen Cliffhanger am Ende der Kapitel machen es fast unmöglich, das Buch zur Seite zu legen.

 `Die Frauen vom Rosenhag- Sehnsucht nach Freiheit` ist ein sehr gelungener und leider letzter Band, der mich richtig begeistert hat.


                                       
















 


Dienstag, 6. Mai 2025

Rezension: `Der Stoff des Schicksals` von Anett Klose

 

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Bewegende Familiengeschichte!










Plauen, 1878. Die Familie von Hohenlinden hat es mit ihrer Spitzenmanufaktur weit gebracht. Als die minderjährige Tochter Helene ein uneheliches Kind erwartet, schickt man sie schnell von zu Hause weg, um den guten Ruf der Familie und der Firma nicht zu gefährden.

Der Ehemann ihrer Schwester Johanna hat jedoch eine Idee, von der beide Schwestern profitieren können.

Der Roman um die Familie Hohenlinden hat mir sehr gut gefallen. Die einzelnen Charaktere sind interessant und facettenreich dargestellt. Manche sind jedoch so festgefahren in Traditionen, dass sie nicht aus ihrer Haut können.

Es ist bemerkenswert fortschrittlich für die damalige Zeit, dass beide Töchter in der Manufaktur mitarbeiten dürfen. Trotzdem ist man bei anderen Dingen sehr zaghaft.

Bei vielem hält man sich zurück, manch delikate Angelegenheiten oder auch unlautere Geschäftspraktiken werden lieber vertuscht, bevor man darüber redet. Hauptsache, der äußere Schein bleibt gewahrt.

`Der Stoff des Schicksals` ist der Auftakt zu einer bewegenden Familiengeschichte voller Höhen und Tiefen, Liebe und Intrigen, sowie Geheimnissen und Hoffnungen.

                        







Samstag, 3. Mai 2025

Rezension: ` Die Frauen vom Rosenhag` von Corina Bomann

 

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Die Stärke der Frauen!









Karlskrona, 1910. Nachdem Marlenes Ehemann, der Kapitän der Solveig, nicht nach Hause zurückkehrt, wird auch seine Frau für den Untergang des Schiffes verantwortlich gemacht.

Die ehemaligen Freundinnen und Frauen der Mannschaftskameraden der Solveig beschimpfen sie und brechen den Kontakt ab.

Als Marlene zufällig Liv Boregard, die Frau des Reeders, dem die Solveig gehörte, kennenlernt, beginnt sich einiges zu verändern.

Obwohl Liv einen wohlhabenden Mann hat und einen Haushalt mit Bediensteten führt, ist sie aufgrund der zunehmenden Kälte in ihrer Ehe unglücklich.

Die beiden Frauen freunden sich an, und als Liv ein kleines Häuschen erbt, kommt Marlene eine brillante Idee: Es gibt so viele Frauen, die von ihren Männern misshandelt werden und einen Rückzugsort brauchen. Eine gewagte Idee für die damalige Zeit, und außerdem darf Livs Ehemann allein bestimmen, was mit dem Vermögen seiner Frau passiert.

Ich habe lange auf das neue Buch von Corina Bomann gewartet und wurde nicht enttäuscht. Um die Geschichten der beiden Frauen hat sie eine fesselnde Handlung gewoben.

Marlene ist eine toughe Person, die gelernt hat, sich ohne Ehemann zu behaupten. Liv hingegen ist völlig abhängig von ihrem Mann, lernt aber durch Marlene, dass es auch anders geht. Doch schnell ergreift ihr Ehemann Sten Maßnahmen, um sie wieder klein zu halten.

Der Schreibstil ist wie immer flüssig und gut lesbar. Da die Geschichte für mich eigentlich abgeschlossen war, bin ich nun gespannt, was im neuen Band noch Spannendes geschehen wird.













Mittwoch, 23. April 2025

Rezension: `Die Legende` von John Grisham


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Zurück auf Camino Island!












Im inzwischen dritten Band um den Buchhändler Bruce Cable unterstützt er die Schriftstellerin Mercer Mann dabei, eine fesselnde Geschichte für ihren nächsten Roman zu entwickeln. Seine Wahl fällt auf Dark Isle, eine kleine Insel, die einst von entflohenen Sklaven bewohnt wurde. Eine große Baufirma plant nun, ein Resort mit Casino auf der Insel zu errichten.

Die letzte Bewohnerin, Lovely Jackson, behauptet jedoch, dass die Insel ihr gehört – und sie soll verflucht sein: Kein Weißer, der die Insel betritt, überlebt. An dieser Warnung scheint tatsächlich etwas Wahres dran zu sein.

Lovely, mittlerweile über achtzig Jahre alt, kämpft mit Mercers Hilfe und der Unterstützung des Anwalts Steve vor Gericht um ihr Recht. Das Problem: Sie besitzt keine Dokumente, die ihre Eigentumsansprüche belegen.

John Grisham greift in `Die Legende` mehrere Themen auf, und ich habe mich gefreut, einige alte Bekannte aus Camino Island wiederzutreffen. 
Besonders eindrucksvoll fand ich die Schilderungen über den Sklavenhandel in vergangenen Zeiten – erschreckend und eindringlich, auch wenn das Thema bereits oft behandelt wurde.
Manche andere Beschreibungen waren für meinen Geschmack jedoch etwas zu ausführlich, was meinen Lesefluss gelegentlich störte. 
Ich habe die Camino Island Reihe gern gelesen, aber bin auch nicht traurig, dass sie jetzt zu Ende ist.

                        




Sonntag, 9. März 2025

Rezension: `Bis ans Meer` von Peggy Patzschke

 

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Familiengeheimnisse!










Der Roman beginnt in der Gegenwart. Die Protagonistin hat ihren Freund bereits des Öfteren verlassen, doch nun steht der Entschluss fest: Er darf bei ihr einziehen. Gerade als er beginnt, einen Schrank aufzubauen, überkommt sie erneut die Panik. Sie fürchtet sich vor einer Bindung und davor, Vertrauen zu fassen. In der Truhe ihrer Großmutter sucht sie nach einem Rezept für die Liebe und stößt dabei auf Briefe und Dokumente aus der Vergangenheit.

Hat ihre Bindungsangst etwas mit den Erlebnissen ihrer Vorfahren zu tun?

 

 

Oma Frieda und ihr Mann Karl bilden eine harmonische Einheit. Ihre Hochzeit und die Geburt ihrer Kinder scheinen das Glück perfekt zu machen. Doch dann bricht der Krieg aus, und auch Karl muss schließlich an die Front. Natürlich geben sie sich das Versprechen, sich wiederzusehen, egal wohin das Schicksal sie führt. Doch alles kommt anders.

Der Roman hat mich tief beeindruckt.  Frieda und ihre Kinder erlebten unvorstellbares Leid: Flucht aus der Heimat, Hunger, eisige Kälte, sengende Hitze und die ständige Angst vor Russen und Polen. Frieda war immer gezwungen, alleine Entscheidungen für sich und ihre Kinder zu treffen, während Karl auch nach Kriegsende noch als vermisst galt.

Die Autorin erzählt die Geschichte über drei Generationen so interessant und fesselnd, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen. Sie wechselt allerdings häufig zwischen verschiedenen Zeitebenen, was ich teilweise als etwas verwirrend empfand.

Trotzdem war der Roman großartig und hat mir sehr gut gefallen.

 

                                                    



Freitag, 7. Februar 2025

Rezension: `Konklave` von Robert Harris

 

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WOW! Was für ein Pageturner!!











Ein neuer Papst soll gewählt werden, und Dekan Lomeli übernimmt die Leitung des Konklave. Er ist immer noch erschüttert über den Tod des alten Papstes, doch er weiß, dass er jetzt funktionieren muss. Obwohl er selbst zur Wahl steht, möchte er auf keinen Fall das Amt des Kirchenoberhauptes übernehmen.

Deshalb bittet er die Kardinäle, seinen Namen nicht auf die Wahlzettel zu setzen. Werden sie sich daran halten?

Robert Harris hat einen fesselnden Roman geschrieben, der mich von der ersten Seite bis zum Schluss begeistert hat. Der Stil ist sehr ruhig und lässt sich hervorragend lesen. Es war spannend, hinter die Mauern des Vatikans und der Sixtinischen Kapelle zu blicken. Dabei zeigte sich, dass dort, genau wie im bürgerlichen Leben, Intrigen, Neid, Missgunst und Lügen herrschen.

Lomeli ist mir ans Herz gewachsen; auf ihm lastet eine große Bürde. Er hat belastende Informationen über einige Kardinäle erhalten und weiß nicht, wie er damit umgehen soll. Was hätte der verstorbene Papst ihm geraten? Nur ein fehlerfreier Kardinal darf zum Papst gewählt werden, was Lomeli vor eine schwere Entscheidung stellt.

Ich fand das Buch großartig, allerdings war ich mit den Unmengen an Namen etwas überfordert. Die 116 Kardinäle wurden gefühlt alle einzeln genannt, und ich musste oft zurückblättern, weil ich nicht mehr wusste, wer wer war.

Trotzdem hat mich „Konklave“ total begeistert, und die unvorhersehbare Wendung zum Schluss hätte ich nicht erwartet.



Montag, 20. Januar 2025

Rezension: `Die Wächterin von Köln` von Petra Schier

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Die Wächterin von Köln!













In Petra Schiers neuem Roman steht die Dirne Elsbeth im Mittelpunkt. Sie ist die Schwester des Lombarden Nicolai, und die Leser der Lombarden-Reihe kennen sie bereits als Nebenfigur. Elsbeth hat es von einer einfachen Dirne zur Besitzerin eines edlen Freudenhauses gebracht. Das Haus ist sauber und gepflegt, und nur ausgewählte Gäste haben dort Zutritt. Ein wenig gestört haben mich die zahlreichen bis ins kleinste Detail beschriebenen Sexszenen aus dem Freudenhaus.

Mittlerweile ist Elsbeth mit dem Henker Johannes liiert, und für mich war es ganz neu und interessant, dass das Amt eines Scharfrichters viele weitere Aufgaben umfasst. 

Elsbeth hat ihrem Bruder Nicolai zu Lebzeiten ein Versprechen gegeben und das hält sie. Sie sorgt dafür, dass seiner Familie kein Leid widerfährt, auch wenn es für sie oft sehr gefährlich wird.

Für die Leser, die die Lombarden Reihe kennen, gibt es keine richtig großen Überraschungen, auch wenn die Geschichte diesmal aus Elsbeths Sicht erzählt wird. Eine wichtige Frage, die damals offen blieb, wird jedoch endlich geklärt.

Für diejenigen, die die anderen Bücher noch nicht kennen, ist es natürlich nochmal ein anderes Lesevergnügen.
Petra Schiers Stil ist wie immer flüssig und lässt sich hervorragend lesen.
Ich hoffe, dass es beim nächsten Roman wieder eine ganz neue Geschichte geben wird.
                                         
                         

  

Dienstag, 7. Januar 2025

Rezension: `Die Trostbriefschreiberin` von Michael Paul

 

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Eindrucksvoll!










Das alte Kloster in der Eifel wurde verkauft und soll in einen luxuriösen Hotelkomplex umgewandelt werden. Doch ein unerwartetes Hindernis könnte die Pläne des Investors zunichtemachen: Eine fast 100-jährige Nonne lebt noch im Kloster und weigert sich standhaft, auszuziehen.

Die Reporterin Mel erhält den Auftrag, die Nonne zu interviewen und herauszufinden, warum sie so stur an ihrem Zuhause festhält. Seit Jahren hat Schwester Scholastika nicht mehr mit der Presse gesprochen, doch Mels einfühlsame Art gewinnt ihr Vertrauen, und sie willigt in ein Gespräch ein.

Zunächst dreht sich das Interview um das Leben und Wirken der Nonne im Ort. Doch plötzlich offenbart sich ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit, das seit dem Krieg tief in ihr verborgen war. Noch nie hat Scholastika jemandem davon erzählt, doch nun bricht sie ihr Schweigen.

Michael Paul hat einen beeindruckenden Roman geschrieben. Sein Stil lässt die verschiedenen Schauplätze lebendig werden und die Thematik regt die Leser zum Nachdenken an. Was hätte ich an der Stelle der jungen Scholastika getan? Hätte ich mich aufgelehnt, wissend, dass dies höchstwahrscheinlich meinen Tod bedeutet hätte? 

Früher war vieles anders, die Menschen waren autoritätshöriger als heute. Für manche ist es vielleicht schwer vorstellbar, dass man sich einfach unterordnete und seine Aufgabe erfüllte. Die Tatsache, dass man anschließend mit der Schuld leben musste, ist eine andere Sache.

Mir hat `Die Trostbriefschreiberin` sehr gut gefallen und ich kann es nur empfehlen!

                                              


Montag, 30. Dezember 2024

Rezension: `Am Fluss der Zeiten` von Ulrike Renk

 

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Das Leben im 16. Jahrhundert!








Elze lebt mit ihren Eltern und Geschwistern auf einem kleinen Bauernhof im Münsterland. Sie sind Eigenbehörige, das bedeutet, dass sie einem Herrn gehören, der sie jederzeit abrufen, tauschen oder für andere Arbeiten einsetzen kann.

Bisher blieb die Familie jedoch verschont, bis Elze unerwartet für ein Jahr als Magd nach Münster geschickt wird.

Sie hat große Angst, war sie doch noch nie von zuhause weg, aber sie gewöhnt sich schnell an das völlig andere Leben in der großen Burg.

Elze ist verwundert, dass sie schon nach kurzer Zeit wieder zurückgeschickt wird, und der Grund verletzt sie und macht sie wütend und traurig.

Am Anfang war ich begeistert von dem Roman, der Schreibstil der Autorin gefällt mir. Das alltägliche Leben im 16. Jahrhundert war mühselig und auch oft gefährlich. Leider verlor sie sich in unendlichen Beschreibungen der Mahlzeiten, der Landschaft oder der immer wiederkehrenden Tätigkeiten. Das störte ein wenig den Lesefluss und war mir oft zu langatmig.

Zum Schluss hin hat die Handlung wieder Fahrt aufgenommen, wurde spannender, und auch das Ende hat mir gut gefallen.