Dienstag, 4. Juni 2024

Rezension: `Kraft der Veränderung` von Ellin Carsta

 

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Es geht spannend weiter!









Hamburg, 1927. Im inzwischen fünften Teil der `Kinder der Hansens` Reihe beginnt die Familie mit dem Ausbau des alten Kontors in das `Hansens.` Doch immer wieder passieren unvorhergesehene Dinge, die die Bauarbeiten behindern und verzögern. Deswegen zieht sich das Ganze länger hin als geplant, und dann fällt auch noch Eduards Einsatz weg, denn es gibt Probleme mit seinem Nebenverdienst.

Bernhard wird verhaftet, Therese bekommt eine Schocknachricht, Claus hat eine tolle Idee, und Amalas Bruder lernt in Chicago den berüchtigten Al Capone kennen.

Es wird nie langweilig in Hamburg, München und Wien.

Ellin Carsta schreibt wie immer in einem lockeren Stil, der sich flüssig lesen lässt. Viele spannende Ereignisse machen auch dieses Buch wieder zu einem Lesevergnügen. 

In den nächsten Bänden könnte es für die farbige Amala schwierig werden, denn es zeichnet sich schon eine Veränderung in Deutschland ab. 

Ich bin gespannt, wie es weitergeht und wie die Familie mit der Situation umgehen wird.


Sonntag, 2. Juni 2024

Rezension: `Gut Friesenhain- Zwischen Liebe und Skandal` von Lotte Grüneberg

 

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Ein Lesevergnügen!









Im dritten und letzten Teil ist Clara, die jüngste Tochter, die Hauptperson, doch auch die anderen Familienmitglieder sind weiterhin präsent.

Clara trifft immer noch des Öfteren auf Baron Richard von Thebe an der Jagdhütte, aber es steht noch die ungeklärte Brandursache zwischen ihnen. War es vielleicht doch Richards Großvater, der den Brand auf Friesenhain gelegt hat?

Die Familie hat Sorgen, denn das Gut benötigt dringend Geld. Rettung naht in Person des kaiserlichen Rittmeisters Georg von Hofberg.

Er hat nicht nur die Absicht Pferde zu kaufen, sondern ist auch stark an Clara interessiert. Eine Verbindung zwischen ihnen wäre ein absoluter Glücksfall für Friesenhain, und auch Claras Eltern sind sofort begeistert. Clara ist Georg sehr zugetan, doch da ist immer noch Richard von Thebe....

Obwohl die Eltern sehr traditionsbewusst sind, ist ihnen das Glück ihrer Kinder doch das Wichtigste. Luise und Wilhelm haben schon ihre eigene Entscheidung bei der Wahl ihres Ehepartners getroffen, so bleibt bei Clara die Hoffnung, dass sie sich in Georg verliebt und das Gut gerettet wird. 

`Zwischen Liebe und Skandal`, der leider letzte Teil der Friesenhain Saga, konnte mich wieder von Anfang bis Ende packen. Erst im Nachhinein las ich, dass das Buch 720 Seiten hat. Das habe ich beim eBook überhaupt nicht bemerkt, so gefesselt war ich von der Geschichte.

Die Kapitel werden von jeweils einer der drei Frauen Marie, Clara oder Luise erzählt. So bleibt der Spannungsborgen stets oben und es kommt keine Sekunde Langeweile auf. Viele Wendungen und Situationen, die man nicht vorhersieht, machen die Geschichte zu einem Lesevergnügen. 

Schade, dass die Erlebnisse um Gut Friesenhain nun enden.


                                    


Freitag, 31. Mai 2024

Rezension: `Tal der Sehnsucht` von Astrid Korten

 

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Wunderschöner Roman!










1921, Brownsville, Kanada.

Ob als Holzfäller und Schienenarbeiter, als Jäger und Fellhändler, Ryan McHannay arbeitet härter als jeder andere in den Wäldern Kanadas. 

Er hofft, dass seine Freundin Every auf ihn wartet, bis er genug gespart hat. Als er erfolgreich zurückkehrt, folgt sie ihm nach Brownsville und lebt mit ihm auf seiner Farm. Als der kleine Jamie zur Welt kommt, ist ihr Glück perfekt.

Bei einem schweren Sturm kommt Ryan ums Leben und lässt seine verzweifelte kleine Familie zurück. Durch die unerwartete Hilfe von Logan Taylor wird es auf der Farm etwas einfacher, doch bald merkt Every, dass es ohne Ehemann schwierig wird, das raue Leben und die alltäglichen Herausforderungen in Kanada zu meistern.

Astrid Korten kenne ich ja hauptsächlich von ihren Krimis und Thrillern. `Tal der Sehnsucht` ist völlig anders, und ich war überrascht, wie gut die Autorin auch das Genre historischer Roman beherrscht. Es hat mich sehr an die Bücher von Kristin Hannah erinnert.

Einfühlsam und spannend beschreibt sie das harte Leben der dort lebenden Farmer und entführt die Leser in die Weiten Kanadas.   

Von mir gibt es für diesen wunderschönen bewegenden Familienroman eine Leseempfehlung!


                                     



Samstag, 25. Mai 2024

Rezension: `Glück für Wiedereinsteiger` von Carla Berling

 

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Manchmal kommt es anders....








Ronny und Thea feiern Silvester ihren 40. Hochzeitstag. Sie kennen sich, seit sie 14 sind, und es gibt nur noch wenig Überraschendes in ihrem Leben. Beide stehen kurz vor der Rente und die Kinder sind aus dem Haus. Umso befremdlicher für Freunde und Familie, als sie auf der großen Feier verkünden, dass sie sich ganz freundschaftlich trennen werden. Ronny möchte nach Paris ziehen und Thea einen Trip durch Neuseeland machen. Beide wollen endlich frei entscheiden, was sie möchten und keine Rücksicht mehr nehmen müssen.

Theas Reise endet allerdings schon, bevor sie richtig begonnen hat, und auch bei Ronny läuft vieles schief. Beide machen getrennt voneinander eine erstaunliche Wandlung durch, bis sie einen neuen Sinn in ihrem Leben finden.

 Carla Berling hat ihre Charaktere total übertrieben gezeichnet und viele Klischees bedient, aber bei diesem Genre ist das alles erlaubt. Ich musste oft schmunzeln, weil mir viele Situationen sehr bekannt vorkamen.

Insgesamt ist `Glück für Wiedereinsteiger` ein witziger Roman, leichte Unterhaltung, perfekt für den Urlaub geeignet.

                                 

                                      




Donnerstag, 23. Mai 2024

Rezension: `Die Verlierer` von Petra Hammesfahr

 

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Schwieriger Fall für Rita Voss!









Kriminalhauptkommissarin Rita Voss wird immer noch nicht warm mit ihrem neuen Chef. Trotzdem muss sie sich zusammenreißen und mit ihm zusammen in dem Fall der vermissten Joggerin Kirsten Keller ermitteln. 

Dieser stellt sich als viel komplexer heraus als zuerst angenommen, denn es scheint noch ähnlich gelagerte Fälle zu geben.

Die Geschichte  wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, wobei es auch zahlreiche Rückblenden in die Vergangenheit gibt.

Die Ermittler finden heraus, dass es sich um mehrere verzwickte Kriminalfälle in verschiedenen Städten handelt. Doch der Zusammenhang ist für die Polizei, im Gegensatz zum Leser, nicht so einfach zu erkennen. Der Krimi ist voller unvorhergesehener Wendungen, bevor es zu einem Ende kommt, mit dem man absolut nicht rechnen konnte.  

Ich mag die Bücher von Petra Hammesfahr und ihr, manchmal etwas altbackener Schreibstil gefällt mir. Dadurch, dass die Handlungen hier in meiner Heimat spielen, kenne ich viele der Schauplätze.

Mit `Die Verlierer` ist ihr wieder ein psychologischer Spannungsoman gelungen, den ich an zwei Abenden durch hatte.

 

                            





Donnerstag, 16. Mai 2024

Rezension: `Unsere kurze Ewigkeit` von Melanie Metzenthin

 

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Interessante und starke Frau!
















Die adelige Margarethe absolvierte ein Lehrerinnenseminar und arbeitet als Gouvernante, was zu einem großen Zerwürfnis mit ihrer Mutter führt. Das einzige Ziel einer Frau sollte es sein, eine gute Partie zu machen und nicht, fremder Leute Kinder zu unterrichten.
Eine viel bessere Beziehung hat Margarethe zu Berta Krupp und auch zu deren Sohn Fritz, den Margarethe als Seelenverwandten empfindet.
Es hätte ihr schon zu denken geben müssen, dass Fritz Jahre braucht, um seinen Vater um die Erlaubnis zur Hochzeit zu bitten. Doch sie liebt Franz, auch wenn er keine starke Schulter zum Anlehnen hat.


Margarethe hält alle Zügel in der Hand und Fritz mit seiner angegriffenen Gesundheit, die ihm oft gelegen kommt, hält sich zurück. 
Oft fühlt sich Margarete von allen verlassen und steht mit der Firma und den Kindern allein da, denn Fritz zieht es vor, monatelang in Kur zu bleiben.

Melanie Metzenthin gibt interessante Einblicke in das gesellschaftliche Leben Ende des 19. Jahrhunderts. Man kann sich kaum vorstellen, was es kostete, den Haushalt der Krupps zu führen. Hunderte von Angestellten, die sich um die Villa, die Familie und ihre Gäste kümmerten.


 Margarethe wird sehr gut beschrieben. Eine starke Persönlichkeit, die von Jugend an gewohnt war, sich durchzusetzen, hat sich einen weder körperlich noch seelisch starken Mann ausgesucht.
Doch die Ehe klappt gut, weil Margarethe sich ihrer Verantwortung für die Firma Krupp, die Dynastie und die Arbeiter bewusst ist. Sie spendet Unsummen, ruft Stiftungen ins Leben, sowie eine Altersversorgung für die treuen Arbeiter. Ihr wichtigstes Projekt war eine Wohnsiedlung kleiner Häuser mit Garten, mitten in der Stadt, die nach ihrer Stifterin `Die Margarethenhöhe` benannt wurde.
Ich mag die Romane von Melanie Metzenthin und auch `Unsere kurze Ewigkeit` hat mir wieder gefallen.


                             



Dienstag, 30. April 2024

Rezension: `Die stummen Puppen` von Rita Herron

 

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Spannender Auftakt zu einer neuen Reihe!







Detective Ellie Reeves  ist gerade schwer enttäuscht, denn obwohl sie alle Qualifikationen mitbringt, um ihrem  Vater auf den Posten des Sheriffs  zu folgen, zieht er einen anderen Kandidaten als seinen Nachfolger  vor.

Doch zuerst einmal ist keine Zeit für Familienstreitigkeiten, denn ein kleines Mädchen wurde entführt.

Bisher fehlt von dem Kind jede Spur, da bekommt Ellie unerwartete Hilfe bei den Ermittlungen. FBI Agent Derrick Fox, dessen kleine Schwester vor vielen Jahren auch entführt wurde, hat eine ganz eigene Theorie, die er Ellie unterbreitet. Dazu kommt, dass er jemanden verdächtigt, der Ellie sehr nahe steht.

Was folgt, ist eine Jagd auf einen Killer, der mehrere Kinder getötet haben könnte, wobei es für Ellie nicht immer ungefährlich ist.

Der Verlauf der Story schlägt eine völlig andere Richtung ein, als man vermutet. Immer wenn man denkt, man weiß, wie es weitergeht, wird man eines Besseren belehrt, und alles dreht sich wieder, und die Karten werden neu gemischt.

 Ellies Alleingänge haben mich manchmal etwas genervt, ansonsten handelt es sich bei `Die stummen Puppen` um einen fesselnden Thriller mit zahlreichen Plot Twists.


                                                                


Mittwoch, 24. April 2024

Rezension: `True Colors- Das Geheimnis der Schwestern` von Kristin Hannah

 

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Familienbande!!








Die drei Schwestern Winona, Audrey und Vivi Ann leben nach dem Tod der Mutter mit ihrem Vater auf einer Ranch.

Der Vater ist ein kaltherziger, eigensinniger Mann, und die Mädchen warten vergeblich auf ein Lob aus seinem Munde. Vor allem Winona lechzt geradezu nach Anerkennung, doch nichts, was sie erreicht, findet vor seinen Augen Gnade. Nur die jüngste Tochter wird ohne Vorbehalte geliebt. Trotzdem halten die Schwestern zusammen wie Pech und Schwefel und können sich immer aufeinander verlassen.

Das ändert sich, als Vivi Ann mit Winonas großer Liebe Luke zusammenkommt, wobei der erste Riss in der Beziehung der Schwestern entsteht.

Doch dann tut Winona etwas, mit dem sie einen wohl nicht wiedergutzumachenden Schaden anrichtet....

Ich liebe die Bücher von Kristin Hannah. Sie schafft es, die Figuren lebendig werden zu lassen, so dass man voll in die Geschichte eintauchen kann.

Es geht um Familienstreitigkeiten, Beziehungen, Enttäuschungen, die große Liebe und um einen Mordprozess.

An machen Stellen hätte die Autorin sich etwas kürzer fassen können, aber insgesamt hat Kristin Hannah wieder mal eine wunderschöne Geschichte um den Zusammenhalt einer Familie geschrieben.

                                           



Montag, 22. April 2024

Rezension: `Das Haus Kölln- Große Hoffnung` von Elke Becker

 

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Gelungene Fortsetzung!
















Der zweite Teil der Kölln Saga beginnt kurz vor dem ersten Weltkrieg. Das Geschäft läuft gut, aber Claus leidet unter einer schweren Krankheit. Hilfe bekommt er von einer Seite, mit der niemand gerechnet hätte. Dadurch wird auch ein lange gehütetes Geheimnis gelüftet.

Als die meisten Männer zum Kriegsdienst eingezogen werden, leiten Else und Berta das Werk, doch auch die Arbeiter an den Maschinen fehlen.
Else hat jede Menge gute Ideen, und so schaffen die beiden Frauen es, die Mühle zu halten.
Die Frauen, deren Männer im Krieg sind, müssen für sich und ihre Familien ums Überleben kämpfen. In der Städten fehlt es an allem, und die Menschen müssen Hunger leiden. Glück haben diejenigen, die auf dem Land wohnen und sich selbst versorgen können.

Mir hat das Buch, genau wie der erste Band, gut gefallen. Die Charaktere machen eine interessante Entwicklung durch und bei manchen schlägt das Schicksal erbarmungslos zu.
 Eindrucksvoll schildert Elke Becker die schwere Kriegszeit, in der Frauen zwar arbeiten und alles am Laufen halten durften, doch wirklich gewürdigt wurde das nicht.
Im Nachwort erfährt man, dass gar nicht viel über die Frauen der Familie Kölln bekannt ist, deswegen entspringt einiges der Fantasie der Autorin.
Ich bin gespannt auf den dritten und letzten Teil, der im Juli`24 erscheint.


                                               





Samstag, 20. April 2024

Rezension: `Sie kann Dich hören` von Freida McFadden

 

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Ein Pageturner!!










Ich hatte die Befürchtung, dass der Nachfolger von `Wenn sie wüsste` nur ein Abklatsch des ersten Buches sein könnte, aber ich wurde angenehm überrascht. Auch wenn `Sie kann dich hören` ähnlich ist, hat es mich doch extrem gefesselt. Innerhalb von zwei Abenden hatte ich das Buch gelesen.

Millie bemerkt, dass es Wendy, der Ehefrau ihres Arbeitgebers Douglas Garrick, schlecht geht. Es sieht aus, als würde sie von ihrem Ehemann misshandelt. Millie versucht alles, um das Vertrauen der Frau zu gewinnen. Sie möchte ihr helfen, aber Wendy hat zu viel Angst vor ihrem Mann. Doch dann hecken sie gemeinsam einen Plan aus, um Douglas auszutricksen.

Die Story wird von Millie und Wendy aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Ich möchte nicht zu viel dazu sagen, um die Spannung nicht zu zerstören.

Auch wenn Millie sich an manchen Stellen etwas naiv verhält, hat mich ihre Geschichte in Atem gehalten. Das war mal wieder ein packender Thriller, ganz nach meinem Geschmack.