Dienstag, 11. August 2026

Rezension: `Zwei Leben- solange ich atme` von Astrid Korten


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Sehr bewegend!














1941, Minsk. Von einem Tag auf den anderen wird Anna mit ihrer Familie aus ihrem behüteten Leben gerissen, nur weil sie Juden sind. Das große Haus, die Dienstboten, die regelmäßigen Mahlzeiten, all das wird gegen ein einziges Zimmer im belarussischen Ghetto eingetauscht, in dem vier Menschen auf engstem Raum ums Überleben kämpfen müssen. Der Vater, einst angesehener Zahnarzt, schleppt nun Steine, die Mutter arbeitet ebenfalls in der Zwangsarbeit. Anna muss die Gleise reinigen, während der kleine Matthias allein im Zimmer bleibt. Als Belohnung gibt es ein paar Löffel einer Gemüsesuppe, die fast nur aus Wasser besteht. Hunger, Not und ständige Angst bestimmen ihr Leben.

Tag für Tag erleben die Menschen im Ghetto unvorstellbare Brutalität. Demütigungen, Misshandlungen, willkürliche Erschießungen, verübt von Männern, die noch vor kurzem ihre Nachbarn waren. Inmitten dieser Grausamkeit lernt Anna den Jungen Mischa kennen, der sich mit Handel und Diebstahl über Wasser hält. Zwischen ihnen entsteht eine vorsichtige Freundschaft, und Anna erfährt, dass Mischa im Widerstand aktiv ist. Nach mehreren traumatischen Erlebnissen schließt sie sich ihm an, ein Schritt, der ihr Leben für immer verändern wird.

Parallel dazu führt uns eine zweite Zeitebene ins Jahr 2000. Anna, inzwischen fast 80 Jahre alt, hat mit ihrer Familie nie über den Krieg gesprochen. Erst als ihre Enkelin ein Schulprojekt über die Erlebnisse der Großeltern im Krieg bearbeitet, entscheidet Anna, nach Minsk zurückzukehren. Dort brechen Erinnerungen auf, die sie jahrzehntelang tief in sich vergraben hat, doch überraschenderweise tut es gut, sich ihnen endlich zu stellen.

Astrid Korten beschreibt die Zustände im Minsker Ghetto eindrucksvoll und erschütternd. Den Hunger, die schwere Arbeit, die ständige Todesangst, die Willkür der Täter. Anna ist eine starke, vielschichtige Protagonistin, deren innere Entwicklung man intensiv miterlebt, bis hin zu dem Punkt, an dem Leben und Tod für sie kaum noch einen Unterschied zu machen scheinen. Der Besuch in Minsk zeigt, wie tief die Wunden sind, aber auch, dass es manchmal heilend sein kann, sich der Vergangenheit zu stellen.

Mit diesem Roman beweist Astrid Korten erneut, dass sie nicht nur brillante Thriller schreiben kann, sondern auch menschliche Schicksale mit berührender Feinfühligkeit und Empathie erzählt. Ein bewegendes Buch, das beweist, dass selbst aus tiefster Dunkelheit ein Weg zurück ins Leben führen kann.

                                 






Rezension: `Das erste Haus am Platz` von Mina Baites


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Gemütlicher Schmöker!







Bischofsgrün, 1908. Nach dem plötzlichen Tod des Vaters müssen die Schwestern Lotte und Luise gemeinsam mit ihrer Mutter ins Armenhaus ziehen. Die Zukunft scheint düster, doch ein großzügiges Darlehen von Onkel Albert eröffnet ihnen eine neue Chance. Sie können ihren Traum verwirklichen und eine kleine Ferienpension gründen.

Das Fremdenheim Helene, mitten im Fichtelgebirge gelegen, ist zunächst ein heruntergekommenes, halb verfallenes Gebäude. Mit unermüdlicher Arbeit, Schweiß und Entschlossenheit verwandeln die drei Frauen es in eine einladende Pension. Doch der Weg dorthin ist steinig, und nicht nur die körperliche Arbeit fordert sie heraus.

Lotte und Luise sind sehr unterschiedlich, was immer wieder zu Konflikten führt. Besonders heftig wird es, als sich ein adeliger Gutsherr in Lotte verliebt und sie umwirbt. Lotte erwidert seine Gefühle, doch wie soll das Fremdenheim ohne ihre Hilfe bestehen? Die Spannungen zwischen den Schwestern wachsen, bis Lotte etwas erfährt, das sie ihrer Schwester niemals verzeihen kann.

Ich habe mich sehr gefreut, wieder etwas von Mina Baites zu lesen und besonders, dass es sich um einen abgeschlossenen Einzelband handelt, ohne die Wartezeit auf weitere Teile. Ihr Schreibstil liest sich angenehm und flüssig, keine Minute war langweilig. Mit viel Gefühl beschreibt sie den harten Alltag der drei Frauen, die Mühen bis zur Pensionseröffnung, die schwere Gartenarbeit, die finanziellen Sorgen und immer nur das Wohl der Gäste im Auge zu haben. Freizeit ist für sie ein Fremdwort und genau das führt zu den vielen Reibereien zwischen den Schwestern.

`Das erste Haus am Platz` ist ein gemütlicher, unterhaltsamer Roman über Familienzusammenhalt, Liebe, Verrat und den Mut, trotz aller Widrigkeiten den eigenen Weg zu gehen.

                             

                                                     


Donnerstag, 6. August 2026

Rezension: `Hilf mir` von K.L. Slater

 

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Das kann K.L. Slater besser!










Ich bin ein großer Fan von K.L. Slater, aber dieser Thriller war für mich ein echter Fehlgriff. Saffy erhält eine verstörende Nachricht ihrer Freundin Leona, die kurz darauf gelöscht wird. Für sie klingt es, als sei Leona in Gefahr. Sie fährt sofort zu ihr, doch vor Ort scheint alles in bester Ordnung. Wenig später steht die Polizei vor Saffys Tür. Leona, ihr Mann und ihre Tochter sind verschwunden und Saffy war die letzte, die sie lebend gesehen hat.

Bis hierhin fand ich die Geschichte noch okay, doch danach driftet die Handlung völlig ab. Statt Spannung gibt es endlose Konflikte aus Saffys Privatleben- Probleme mit ihrer Schwester, ihrem Ex-Mann, ihrem Sohn, eigentlich mit jedem Menschen, der ihr begegnet. Vieles wird nur angedeutet, ständig wiederholt und erst spät aufgelöst. Zu spät für mich, denn da war meine Geduld längst erschöpft.

 Statt Thriller bekommt man ein Chaos aus Andeutungen, Wiederholungen und einer konstruierten Handlung. Besonders nervig waren die zahlreichen unsinnigen Alleingänge der Figuren, die mich eher wütend machten als Spannung zu erzeugen.

K.L. Slater kann das deutlich besser. Ich vergebe 1,5 Sterne.


                                  




Montag, 3. August 2026

Rezension: `Bittere Reue` von Linda Castillo

 

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Mord bei den Amischen!










Im inzwischen 17. Fall für Chief Kate Burkholder kehren wir zurück nach Painters Mill in Ohio. Drei Jugendliche stoßen im Wald auf eine zerstückelte Leiche, vergraben unter Laub und Erde. Es handelt sich um einen amischen jungen Mann, den Besitzer der örtlichen Baumschule. Kurz darauf wird auch sein bester Freund Aaron tot aufgefunden.

Kate Burkholder kennt die amischen Familien der beiden gut, doch die Eltern mauern. Niemand möchte etwas Negatives über die Söhne sagen, trotzdem spürt Kate sofort, dass sie mehr wissen, als sie zugeben. Die Ermittlungen zeigen schnell, dass finanzielle Engpässe, Naivität, Geldgier und Drogen die beiden jungen Männer in große Schwierigkeiten gebracht haben. Doch wer hatte ein Motiv, sie so brutal zu ermorden?

Ich liebe die Reihe um Kate Burkholder, und auch Band 17 hat mich keine Sekunde gelangweilt. Linda Castillo schafft erneut eine perfekte Mischung aus Polizeiarbeit, Kates Privatleben und dem Alltag der Amischen. Es ist jedes Mal schön, die vertrauten Figuren wiederzutreffen, die man schon über so viele Jahre begleitet hat.

Besonders spannend finde ich Castillos Einblicke in die Lebensweise der Amischen. Da Kate selbst früher amisch war, öffnet sich ihr diese Gemeinschaft eher als anderen Ermittlern. Doch diesmal stößt sie auf eine Mauer des Schweigens. Niemand will kooperieren, und als Kate selbst recherchiert, gerät sie mehr als einmal in Lebensgefahr.

`Bittere Reue` ist ein intensiver, atmosphärischer Thriller, der mir einmal mehr gezeigt hat, warum ich diese Reihe so liebe und der beweist, dass sie selbst nach 17 Bänden nichts von ihrer Kraft, Tiefe und Spannung verloren hat.



                                             


Donnerstag, 30. Juli 2026

Rezension: `Der geheime Apfelgarten- Getrennte Welten` von Rebekka Eder

 

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Liebe zwischen Grenzen!










Finkenwerder, 1892. Nach dem Tod ihrer Mutter hat Keas Vater den geliebten Apfelgarten seiner Frau aus Wut und Schmerz mit der Axt zerstört. Doch Kea kehrt seit Jahren heimlich dorthin zurück, um den Garten Stück für Stück wieder zum Leben zu erwecken. Sie sucht nach dem perfekten Apfel, dem Geschmack, der sie an ihre Kindheit erinnert und den sie unbedingt wieder züchten möchte.

Zufällig trifft sie dort auf Kristen, den Arbeiter vom Nebengehöft. Zwischen den beiden entsteht eine zarte Verbindung, doch eine Beziehung zwischen dem Knecht und der Erbin des Loop-Hofes ist für die damalige Zeit undenkbar. Das sieht auch Keas Vater so, und als er von den Treffen erfährt, setzt er alles daran, seine Tochter möglichst schnell und standesgemäß zu verloben. Kea jedoch kann Kristen nicht vergessen.

Ich war sofort in Keas Geschichte drin. Die Autorin schreibt mit einer Wärme und Klarheit, die sofort Nähe zu den Charakteren entstehen lässt. Sie sind facettenreich gezeichnet und wirken authentisch, sodass man ihre Konflikte und Hoffnungen gut nachempfinden kann. Es gibt auch jede Menge Geheimnisse, die nach und nach gelüftet werden.

Besonders spannend fand ich das historische Drumherum. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass die Menschen wegen des tiefen Matsches sehr oft auf Stelzen liefen, sogar die Kinder, die damit zur Schule gingen. Auch lange Wege wurden auf diese Weise zurückgelegt. Ebenso faszinierend war die historische Grenze zwischen Hamburg und Preußen, die mitten zwischen Hamburg und Finkenwerder verlief und zur Zeit der Choleraepidemie nicht überschritten werden durfte, andernfalls drohte die Todesstrafe.

Das Buch hat mir insgesamt richtig gut gefallen. Der einzige Wermutstropfen ist, dass der zweite Band erst im April nächsten Jahres erscheint. Bei so langen Pausen habe ich oft das Problem, später nicht mehr so gut in die Geschichte hineinzufinden.

Aber eine Leseempfehlung gibt es auf jeden Fall!!

                                        



Dienstag, 28. Juli 2026

Rezension: `Du kriegst mich nicht` von Chris Carter

 

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Kein Carter, wie man ihn erwartet!










Samantha ist erleichtert, als ihr gewalttätiger Ehemann zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt wird. Doch selbst im Gerichtssaal droht er ihr, ganz egal wohin sie flieht, er wird sie finden.

Mit einer hohen Abfindung aus seinem Vermögen beginnt Samantha ein neues Leben unter neuer Identität. Als Mary Smith zieht sie immer wieder um, verwischt ihre Spuren und versucht, endlich frei zu sein. Und schon bald tritt ein neuer Mann in ihr Leben, der nicht nur charmant, sondern auch extrem wohlhabend ist.

Dieser Thriller von Chris Carter unterscheidet sich deutlich von seinen bisherigen Werken. Es ist es sein erster Stand‑Alone, also kein Teil der Hunter‑Reihe. Die erste Hälfte erinnert stark an einen John‑Grisham‑Roman. Gerichtsverhandlung, juristische Feinheiten und minutiös geplante Fluchtstrategien. Im zweiten Teil verwandelt sich die Geschichte in ein psychologisches Spiel, das Marys neues Leben ausleuchtet und nach und nach offenbart, was sie wirklich vorhat.

Es gibt keine grausamen Morde, kein Blutvergießen und immer wenn man glaubt, den Verlauf der Handlung zu kennen, schlägt die Story eine völlig unerwartete Richtung ein.

`Du kriegst mich nicht` ist ein ungewöhnlicher Carter‑Thriller, der eigentlich eher ein Roman oder Krimi ist, und ich könnte mir vorstellen, dass viele Leser vor allem die erste Hälfte zu langatmig finden.

Auch mich konnte einer meiner Lieblingsautoren diesmal nicht so wirklich überzeugen, weil mir insgesamt die nötige Spannung fehlte.


                                               

                                                     







Montag, 27. Juli 2026

Rezension: `Schlosshotel Fuschl` von Caren Benedikt

 

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Ein packender Familienroman!









Salzburg, 1955. Theresa von Reuschenberg ist mit Leib und Seele Hotelierin, ihr gesamtes Vermögen steckt in ihren beiden Häusern. Ihre Tochter Sophia soll, anders als ihre Schwester Marie, eines Tages die Hotels übernehmen. Doch Theresa ahnt nicht, dass Sophia durch ihre heimliche Beziehung zu dem schwarzen GI James längst andere Pläne hat.

Als Theresas totgeglaubter Bruder Benedikt nach zehn Jahren russischer Gefangenschaft überraschend zurückkehrt, ist die Freude zunächst überwältigend. Doch schon bald kippt die Stimmung: Benedikt fordert seinen Erbteil ein, eine Forderung, die Theresa an den Rand ihrer Kräfte bringt.

Caren Benedikt hat den Roman diesmal als Stand-Alone verfasst, was mir ausgesprochen gut gefällt, weil ich nicht monatelang auf den nächsten Band warten muss. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, bleibt stets dicht am Geschehen und kommt ohne unnötige Längen aus.

`Schlosshotel Fuschl` hat mich sofort gepackt und bestens unterhalten. Liebe, Intrigen, Neid, Eifersucht, finanzielle Probleme und eine ordentliche Portion Dramatik, zusammen mit dem flüssigen Schreibstil, machen es leicht, vollständig in die Handlung einzutauchen.

Im Nachwort erklärt die Autorin unter anderem, dass die berühmte Salzburger Hotelierin Harriet Walderdorff als Vorlage für die Figur Theresa von Reuschenberg diente.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung!









Mittwoch, 22. Juli 2026

Rezension: `Die Psychiaterin` von Freida Mc Fadden

 


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Spannend mit kleinen Schwächen!







Die Psychiaterin Dr. Adrienne Hale wird seit Jahren vermisst, und nun steht ihr Haus zum Verkauf. Auf dem Weg zur Besichtigung gerät das junge Ehepaar Tricia und Ethan in einen heftigen Schneesturm. Sie erreichen das abgelegene Anwesen zwar rechtzeitig, sind aber gezwungen, dort zu übernachten. Als Tricia das Haus etwas erkundet, stößt sie auf einen versteckten Raum voller Kassetten, offenbar Mitschnitte von Adriennes Therapiesitzungen. Neugierig beginnt sie zu hören, in der Hoffnung, Hinweise auf das Verschwinden der Psychiaterin zu finden.

Ich lese Freida McFadden sehr gern, doch dieses Buch hat mich nicht ganz so restlos überzeugt wie andere Werke von ihr. Der Schreibstil ist gewohnt packend, und die bedrückende Atmosphäre des alten Hauses funktioniert hervorragend. Mit jedem Kapitel und jeder abgehörten Kassette ändert sich die Sichtweise und parallel dazu erfahren wir in Rückblenden die Geschehnisse aus Adriennes Sicht.

Allerdings wirkt die Geschichte stellenweise sehr konstruiert und einige Wendungen sind so übertrieben, dass die Glaubwürdigkeit leidet.

Trotz dieser Schwächen bleibt die Story fesselnd, und McFadden versteht es wie immer, Kapitel so zu enden zu lassen, dass man weiterlesen muss. Das Ende hat mich überrascht, auch wenn ich im Nachhinein erkannt habe, dass manche Hinweise mich darauf hätten stoßen können.

Eine Leseempfehlung gibt es natürlich trotz kleiner Kritikpunkte!

                                        








Donnerstag, 16. Juli 2026

Rezension: `Sturmland` von Miriam Georg


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So ein gemütlicher Schmöker!!









Hamburg, 1860. Cora Kröger beginnt eine Stelle als Gouvernante für die kleine Emmi. Doch der Name, unter dem sie sich vorstellt, ist nicht ihr wirklicher, und weder ist sie Witwe noch verfügt sie über die Referenzen, die Alexander Klaasen, Emmis Vater, eigentlich erwartet. Für die Behandlung des Lungenleidens seiner Tochter plant er einen längeren Aufenthalt auf Norderney, und nur Cora war bereit, mitzukommen. Für sie ist es ein glücklicher Zufall, denn niemand in Hamburg darf wissen, wo sie ist.

Auf der Insel findet sie schnell Ruhe und ein Gefühl von Sicherheit. Der Unterricht mit Emmi erfüllt sie, die Weite des Meeres und die Distanz zu den Menschen, vor denen sie geflohen ist, lassen sie aufatmen. Onnen Haart, ein Inselbewohner, den Herr Klaasen als Begleitung für die Nachmittage engagiert hat, wird zunehmend wichtiger für sie. Doch ein dramatisches Ereignis zerreißt das zarte Band zwischen ihnen und stellt alles infrage.

Wieder einmal hat Miriam Georg einen wunderschönen historischen Roman geschaffen. Von der ersten Seite an war ich in der Geschichte drin. Die Schilderungen der Begebenheiten auf Borkum und Norderney wirken so authentisch, dass ich den Wind und den Sturm fast selbst spüren konnte, den Sand unter den Füßen, die kleinen Hütten mit ihren Öfen und die gemütlichen Teezeiten.

Die Autorin versteht es meisterhaft, Atmosphäre zu erschaffen und ihre Figuren lebendig werden zu lassen. Sie alle tragen ihre Geheimnisse, Hoffnungen und Verletzungen mit sich, und gerade diese Mischung aus Vertrautheit und Verschwiegenheit macht den Roman so berührend.

`Sturmland` ist ein gefühlvoller, spannender und wunderbar erzählter Inselroman, der mich vollkommen gefesselt hat. Nun bin ich sehr gespannt auf den nächsten Band in dem die Geschichte weitergeht.


                                                   




Mittwoch, 15. Juli 2026

Rezension: `Du musst mich vergessen` von Rosie Walsh


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Sehnsucht, Verlust und Mut!
















Carrie führt in England ein scheinbar erfülltes Leben. Sie liebt ihren Mann Robin und ihre Kinder und nach außen wirkt alles harmonisch. Doch die Erinnerung an ihre erste große Liebe Johan lässt sie seit zwölf Jahren nicht los. Am Tag ihrer Hochzeit wurde er in Thailand verhaftet, und von einem Moment auf den anderen verschwand er aus ihrem Leben. Ohne Abschied, ohne Erklärung.

Als Carrie zufällig über einen Artikel stolpert, erfährt sie, dass Johan in Schweden lebt. Und das schon seit sechs Jahren. Diese Erkenntnis trifft sie wie ein Schlag. Die Gefühle, die sie so lange verdrängt hat, brechen sofort wieder hervor, und Carrie weiß, dass ein Wiedersehen alles zerstören könnte, was sie sich aufgebaut hat.

Rosie Walsh erzählt diese Geschichte mit viel Feingefühl und einem sicheren Gespür für emotionale Konflikte. Die Figuren sind facettenreich und sehr unterschiedlich gezeichnet, ihre Entscheidungen oft überraschend und voller Wendungen. Besonders gelungen sind die Rückblenden in die Zeit vor zwölf Jahren. Sie erklären nach und nach, was damals wirklich geschah, und machen verständlich, warum Carrie Johan nie vergessen konnte.

Den Schreibstil fand ich besonders packend. Man spürt Carries inneres Chaos, ihre Sehnsucht, ihre Unsicherheit. Immer wieder entsteht der Eindruck, dass die Menschen um sie herum bestimmen, wie ihr Leben auszusehen hat und Carrie sich dem fügt. Doch schließlich wächst sie über sich hinaus und trifft eine Entscheidung, die ganz allein ihr gehört.

Ein emotionaler, spannender Roman über Liebe, Verlust und die Frage, ob man der Vergangenheit wirklich entkommen kann.