Dienstag, 13. Oktober 2026

Rezension: `Aprikosenkind` von Judith Merchant

 

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Eine scheinbar perfekte Familie!











Natalie hat endlich das Leben, von dem sie immer geträumt hat. Einen liebevollen Mann und ein Kind. Dass Ruby nicht ihr eigenes ist, spielt für sie keine Rolle, sie liebt das Mädchen bedingungslos. Auch die ständigen Umzüge, die Isolation und Rubys ungewöhnliches Verhalten nimmt sie hin, ohne etwas zu hinterfragen. Als ein Ereignis sie plötzlich jäh aus ihrer Routine reißt, beginnt Natalie, ihr gesamtes Leben infrage zu stellen.

Dies war mein erstes Buch von Judith Merchant, und es hat mich positiv überrascht. Ganz ruhig, ohne große Action, tauchen wir in den Alltag dieser kleinen Familie ein. Nach außen wirkt alles harmonisch, doch unter der Oberfläche brodelt es. Die Autorin versteht es meisterhaft, durch psychologische Feinheiten Spannung zu erzeugen. Es braucht keine Brutalität, kein Blut, denn die Angst entsteht im Kopf. Man spürt Natalies zunehmende Verunsicherung, ihre Furcht und kann sich als Leser mühelos in sie hineinversetzen.

`Aprikosenkind` ist ein packender Psychothriller, der zeigt, wie bedrohlich ein scheinbar perfektes Leben werden kann.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung!


                      




Sonntag, 11. Oktober 2026

Rezension: `Im Dunkel` von Petra Hammesfahr

 

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Ein Krimi voller Abgründe!












In Petra Hammesfahrs neuem Krimi verschwinden zunächst eine alte Frau aus einem Seniorenheim und zwei Schulmädchen. Für Rita Voss ist der Fall besonders heikel, denn die beiden Schülerinnen besuchen dieselbe Schule wie ihre Tochter. Während die Ermittlungen noch am Anfang stehen, wird eine junge, nackte Frau am Straßenrand gefunden, misshandelt, verstört und kaum ansprechbar. Sie redet wirres Zeug über einen Häuptling, einen Wolf und andere Fabelwesen. Rita hält sie zunächst für verwirrt, bis sie auf Mira trifft, die dieselben Dinge erzählt und noch einiges mehr.

Mira behauptet, ihre Träume zeigten ihr, wo die verschwundenen Frauen gefangen gehalten werden. Und tatsächlich decken sich viele ihrer Schilderungen mit den Ermittlungsergebnissen. Rita beginnt, ihr zu glauben, auch wenn die Vorstellung, sich auf Visionen zu verlassen, sie selbst an ihre Grenzen bringt.

Die Autorin bleibt ihrem Stil und ihrer Sprache, die seit Jahrzehnten unverwechselbar ist, treu. Mit Ausdrücken wie `Aas`, `Biest` oder `Knilch`, die ihre Krimis seit jeher prägen, erzeugt sie sofort ein vertrautes Gefühl bei mir.

Der Roman verwebt mehrere Handlungsstränge und Perspektiven miteinander und wirkt teilweise etwas verworren. Viele Namen, viele Zeitebenen, viele Zusammenhänge. Nach und nach wird klar, dass die aktuellen Fälle tief in die Vergangenheit reichen. Doch bei dieser Menge an Figuren und Verbindungen verliert man leicht den Überblick, und einige komplexe Vorgänge hätten nicht ganz so ausführlich beschrieben werden müssen, weil sie mich eher verwirrten als Klarheit zu schaffen. `Im Dunkel` ist nichts für Zartbesaitete. Besonders intensiv sind die Szenen aus einem Erdloch, in dem junge Frauen festgehalten werden, denn Petra Hammesfahr beschreibt die Grausamkeiten ohne jede Beschönigung.

Der Krimi ist spannend, düster und typisch Hammesfahr, mit einer beklemmenden Wirkung, die bis zum Ende anhält.

Ich vergebe 3,5 Sterne, weil die Vielzahl an Verstrickungen mir stellenweise doch zu unübersichtlich waren.


                                                 


                            


Mittwoch, 7. Oktober 2026

Rezension: `Salzwind` von Miriam Georg

 

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Sturm der Gefühle!













Der zweite Band knüpft nahtlos an die Ereignisse des ersten an. Cora ist verzweifelt, nachdem sie Norderney überstürzt verlassen hat. Für eine Frau ohne Beruf und ohne eine Familie, die hinter ihr steht, bleibt in dieser Zeit oft nur das Armenhaus. Doch Alexander Klaasen sucht nach ihr, und nicht nur, weil Emmi ihre Gouvernante vermisst. Auch er selbst möchte Cora zurückhaben. Seine Frau ist schwer krank, seine Mutter drängt ihn täglich zur Rückkehr nach Hamburg, doch alles, was dort auf ihn wartet, scheint ihn nicht mehr zu berühren.

Auch Onnen macht sich auf die Suche nach Cora. Und es gibt noch jemanden, der sie finden will und zwar ihr Mann Hannes. Unerwartet erhält er Unterstützung aus einer Richtung, mit der er niemals gerechnet hätte, eine Wendung, die mir als Leserin etwas Schnappatmung verursacht hat.

Dieser zweite Band hat es in sich. Miriam Georg versteht es einfach, ihre Leser zu fesseln. Sie erzählt Coras Geschichte so authentisch und lebensnah, schildert die Lebensumstände und den Alltag auf den deutschen Inseln mit einer Eindringlichkeit, die einen sofort darin abtauchen lässt.

Zur damaligen Zeit war eine Scheidung fast unmöglich, und genau diese gesellschaftliche Realität macht Coras Gedanken an eine Zukunft mit einem anderen Mann so schmerzhaft und aussichtslos.

In Rückblicken erfahren wir diesmal viel über ihre Ehe und über die Vergangenheit von Onnens Familie, und diese Einblicke machen die Figuren noch lebendiger, aber auch verletzlicher.

`Salzwind` ist insgesamt ein wunderschöner Roman mit viel Atmosphäre, interessanten Charakteren und einer Inselkulisse, die man fast körperlich spüren kann. Die raue Nordsee, den Sand, den Wind, die kleinen Hütten mit ihren Öfen, da möchte man sich am liebsten mitten hineinversetzen.

Wieder mal hat mich Miriam Georg mit einer Geschichte von Anfang bis Ende fesseln können, und von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!


                                                       




Montag, 5. Oktober 2026

Rezension: `Kalte Tage` von Charlotte LInk

 

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Ein neuer Fall für Kate Linville!
















Nach dem Ende des letzten Bandes hätte ich mir eigentlich gewünscht, dass es mit Kate Linville nicht weitergeht. Doch Charlotte Link hat es geschafft, die Reihe mit einem neuen, fesselnden Fall fortzuführen und mich mit dem tragischen Schicksal von Cale zu versöhnen.

Diesmal verschwinden junge Frauen, nachdem sie ein Date mit einer Online-Bekanntschaft hatten. Kate und ihr Team stoßen auf Parallelen zu einem älteren Fall, der damals von Detective Andrew Seymour bearbeitet wurde, einem außergewöhnlich attraktiven Mann, der offenbar mehr als nur berufliches Interesse an Kate hat. Sie selbst kann das kaum glauben und versucht, alles strikt auf die dienstliche Zusammenarbeit zu beschränken. Doch ihre spröde Art schreckt ihn anscheinend nicht ab.

Charlotte Link hat erneut einen packenden Thriller geschrieben, den ich an zwei Abenden durchgesuchtet habe. Die Ereignisse werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt, sodass man als Leser der Polizei oft einen Schritt voraus ist. Das erhöht den Spannungsbogen enorm, und auch die zahlreichen überraschenden Plot Twists sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Das Thema Online-Dating ist etwas klischeebehaftet, aber wenn man manchmal liest, was in der Realität passiert, erscheint vieles gar nicht mehr so ungewöhnlich.

Eine Verkettung unglücklicher Umstände, fataler Fehler und Naivität machen es manchen Kriminellen erschreckend leicht. Als Kate und Andrew schließlich herausfinden, was wirklich passiert ist, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Das Ende wirkt vielleicht etwas konstruiert, doch der Spannung tut das keinen Abbruch.

Von mir gibt es für `Kalte Tage`  wieder eine absolute Leseempfehlung.


                                                  






Donnerstag, 1. Oktober 2026

Rezension: `Die barfüßige Marquise` von Valérie Caron

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Zwischen Pflicht, Liebe und Überlebenskampf!









Frankreich, 1793. Inmitten der Wirren der Französischen Revolution lernen wir die Marquise Marguerite de Bonchamps kennen, eine junge Frau aus einem königstreuen Adelsgeschlecht, deren Welt von einem Tag auf den anderen zerbricht. Für sie und ihre Familie ist es unvorstellbar, dass das einfache Volk die Macht an sich reißt und die Krone stürzen will. Als ihr Mann in den Kampf zieht, bleibt Marguerite mit den Kindern allein zurück und verliert schließlich alles, was ihr Leben bisher ausgemacht hat.

Die Flucht, zu der sie gezwungen wird, ist lebensgefährlich und voller Demütigungen. Die verwöhnte Adlige, die stets von Bediensteten umgeben war, muss plötzlich wie eine Bäuerin durchs Land ziehen, ohne Schutz, ohne Besitz, ohne Gewissheit, ob sie ihre Familie jemals wiedersehen wird. Während ihr Mann einen aus ihrer Sicht aussichtslosen Kampf führt, wächst Marguerite über sich hinaus. Der Autorin ist die Darstellung ihres inneren Konflikts besonders gut gelungen. Da ist auf der einen Seite die Treue zu ihrem Ehemann, die sie als Pflicht verinnerlicht hat, und andererseits die verbotenen Gefühle für den jungen Henri de La Rochejaquelein, die sie völlig unvorbereitet treffen. Eine Liebe, die nicht sein darf und die sie dennoch nicht ignorieren kann.

Ich war zunächst skeptisch, denn der Titel sprach mich überhaupt nicht an. Doch die Geschichte hat mich positiv überrascht. Valérie Caron gelingt es, Marguerites emotionalen Weg authentisch und berührend darzustellen, abwechselnd Wut, Verzweiflung, Angst, Loyalität und die zarte, gefährliche Liebe, die sie zu verbergen versucht. Marguerite wird mit Situationen konfrontiert, die sie sich nie hätte vorstellen können, doch sie behält ihre Würde und kämpft unbeirrt für ihre Familie. Gleichzeitig zeigt der Roman eindrucksvoll die unterschiedlichen Werte der Zeit. Für die Kämpfer zählen Ehre und Königstreue mehr als Familie oder Besitz, während die Frauen vor allem ihr Heim und ihre Kinder schützen wollen.

`Die barfüßige Marquise` ist ein hervorragend recherchierter historischer Roman, der nicht nur spannende Einblicke in die Französische Revolution bietet, sondern auch das Schicksal einer Frau erzählt, die zwischen Pflicht, Liebe und Überleben ihren eigenen Weg finden muss.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung!


                                                   






Dienstag, 29. September 2026

Rezension: `Finding Hope- Das Licht unserer Tage` von Kristin Hannah

 

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Sehr berührend, aber nicht ganz auf dem Niveau ihrer großen Romane!








Ich liebe die Bücher von Kristin Hannah und habe mich sehr auf `Finding Hope` gefreut. Doch diesmal bleibe ich etwas zwiegespalten zurück. Der Schreibstil ist wie gewohnt wunderbar einfühlsam und atmosphärisch, aber die Geschichte selbst konnte mich nicht ganz so packen wie ihre anderen Romane.

Nachdem Joy ihren Ehemann mit ihrer Schwester im Bett erwischt hat, bricht für sie eine Welt zusammen. Kurz vor Weihnachten wird ihr bewusst, dass sie dieses Jahr ohne die beiden wichtigsten Menschen feiern muss. Spontan fährt sie zum Flughafen und entscheidet sich für einen beliebigen Flug – Hauptsache weg.

Als das Flugzeug abstürzt, erkennt Joy, dass sie unverletzt ist, und sieht darin die Chance auf einen Neuanfang. Sie läuft durch den Wald, unbemerkt von den anderen Verletzten, und gelangt schließlich zu einem kleinen Hotel, das eigentlich geschlossen ist. Dort trifft sie Bobby und seinen Vater, mit denen sie eine unerwartet schöne Weihnachtszeit verbringt, genau das, was sie in diesem Moment braucht.

Die Geschichte ist in zwei Teile gegliedert. Einige Logikfehler, die mir während des Lesens aufgefallen sind, erklären sich erst im zweiten Teil, was die Handlung rückblickend stimmiger macht.

Insgesamt ist es eine schöne, märchenhaft angehauchte Weihnachtsgeschichte über Neuanfang, Liebe, Verzeihen und die Hoffnung, dass am Ende alles gut wird. Dennoch hat mich die Story nicht so geflasht, weil `Finding Hope` nicht die emotionale Tiefe der anderen Romane von Kristin Hannah erreicht.

Ich vergebe 3,5 Sterne.



                                      




Montag, 28. September 2026

Rezension: `Kartoffelschätze`von Genevieve Wiehe

 

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Kartoffelliebe in jeder Saison!












Ich liebe Kartoffeln zu jeder Jahreszeit und in allen Varianten. Das Kochbuch von Genevieve Wiehe beginnt mit dem Anbau der Kartoffel, der Ernte und der richtigen Lagerung. Die Rezepte sind nach Jahreszeiten, und damit nach saisonalen Produkten, unterteilt, was ich besonders gelungen finde. Im Anhang befindet sich außerdem ein alphabetisches Register, das die Orientierung erleichtert.

Besonders begeistert hat mich, dass es sich nicht um Gerichte handelt, für die man Unmengen an Zutaten benötigt. Stattdessen findet man alltagstaugliche, kreative und dennoch unkomplizierte Rezepte, die sich gut in den täglichen Kochrhythmus integrieren lassen. Die einzelnen Schritte sind verständlich erklärt und reich bebildert, sodass man sofort Lust bekommt, loszulegen.

Zwischen den einfachen Gerichten gibt es auch viele spannende Rezepte, die neugierig machen. `Frittierte Kartoffelbällchen mit Tomatensalsa`, `Cremige Mini-Kartoffelgratins`, `Gefüllte Kartoffeln mit Grünkohl`, `Kartoffelcurry mit Hähnchen`, `Röstiburger`, `Kartoffeltaschen mit Hackfleischfüllung` oder `Kartoffelwaffeln mit Stielmuscreme`. Mein Favorit ist inzwischen der mediterrane Kartoffel-Tomaten-Salat, den ich schon mehrfach zubereitet habe.

Bei der Vielzahl an Rezepten merkt man, dass Kartoffeln wirklich zu allem passen und man sie das ganze Jahr über in den unterschiedlichsten Variationen genießen kann.

Für mich ist es ein Kochbuch, das man immer wieder gern zur Hand nimmt, auch wenn Kalorienangaben eine schöne Ergänzung gewesen wären.


 




Donnerstag, 24. September 2026

Rezension: `Ein ganz normales Wunder` von Woody Brown

 

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Ein Blick hinter die Stille!












Woody Brown ist Autist. Während andere Eltern irgendwann aufgeben, ihren Kindern Bildung zu vermitteln, bleibt vor allem seine Mutter unermüdlich bemüht, Woody zu fördern, obwohl er nicht sprechen kann. Seine Eltern haben ihn nie aufgegeben oder in ein Heim abgeschoben, sondern geduldig mit ihm gearbeitet und schließlich herausgefunden, wie er sich mitteilen kann. Dabei zeigt sich, dass Woody alles andere als dumm ist. Sein Traum, eines Tages Autor zu werden, rückt plötzlich in greifbare Nähe.

In seinem Buch beschreibt Woody den Alltag in der Tagesklinik und richtet seinen Blick auf Tom, Emma und Walter – drei Patienten, die wie er im eigenen Körper gefangen sind. Sie können sich nicht artikulieren und werden schnell als dumm abgestempelt oder als Menschen bezeichnet, die in ihrer eigenen Welt leben. Doch vielleicht ist es genau andersherum. Der Autist bekommt alles mit, kann es nur nicht ausdrücken. Das herauszufinden erfordert enorme Energie, Geduld und Liebe, sozusagen ein Fulltimejob für Eltern oder Pflegekräfte, den viele schlicht nicht leisten können. Die Pflegekräfte im Heim sind mal engagiert, mal überfordert, die staatlichen Mittel knapp, das Gebäude heruntergekommen. Viele der Patienten wurden schlicht abgeschoben.

Ich hatte im Vorfeld viel über dieses Buch gehört und war unsicher, ob es mich wirklich interessieren würde. Jetzt bin ich froh, dass ich es gelesen habe. Mein Blick auf das Thema hat sich komplett verändert. Woody beschreibt den Alltag in der Tagespflege sehr einfühlsam und sensibel, aber gleichzeitig mit viel Humor. Ja, man darf lachen, auch wenn das Thema ernst ist.

Woody Brown möchte, dass man nicht nur das sieht, was sichtbar ist, wenn man mit behinderten oder autistischen Menschen zu tun hat. Er fordert dazu auf, andere Wege der Kommunikation zu suchen. Auch wenn ich persönlich keinen Kontakt zu Autisten habe, fand ich das Buch hochinteressant und wichtig. Und weil es trotz des ernsten Themas so humorvoll und leicht geschrieben ist, lässt es sich wunderbar flüssig lesen.


                                         








Dienstag, 22. September 2026

Rezension : `Glow up mit Face Yoga` von Nina Schennach

 


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Ein Buch, das mich zum Dranbleiben motiviert hat!








Vor ein paar Wochen sah ich Nina Schennach im Fernsehen und war sofort begeistert von der Vorstellung ihrer Übungen. Besonders ihre Aussage, lieber jeden Tag zwei Minuten zu üben, als sich dreißig Minuten vorzunehmen, die man dann doch nicht schafft, hat mich direkt abgeholt.

Das Buch ist sehr übersichtlich aufgebaut: Zunächst erfährt man, worauf man achten sollte, welche Muskeln wo sitzen und welche Hilfsmittel sinnvoll sein können. Auch wird erklärt, was die Bewegungen im Körper bewirken können.

Die einzelnen Übungen sind reich bebildert, und einige Fotos haben bei mir regelrechte Lachsalven ausgelöst, weil manche Positionen einfach herrlich komisch aussehen. Aber genau das macht es sympathisch, denn alles ist leicht nachzumachen. Man kann es unterwegs oder zuhause praktizieren und zusätzlich geht vieles im Auto, ohne dass es jemand bemerkt. Zunge an den Gaumen pressen etc..

Manches wird mit Öl durchgeführt, anderes mit dem Gua-Sha-Stein, mit Cups oder ganz ohne Hilfsmittel. Die Vielfalt ist groß, aber nicht überfordernd. Hier ist wirklich für jeden das Passende dabei!

Wer Lust auf einfache, wirksame, manchmal komische Verrenkungen hat, findet hier ein Buch, das motiviert, ohne die Leserinnen zu überfordern.


                                           



Montag, 21. September 2026

Rezension: `Das Haus Faber Castell` von Elke Becker

 

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Gemütlicher Schmöker!












Stein bei Nürnberg, 1847. Ottilie ist überglücklich, als sie ihren Traummann Lothar Faber heiratet. Während Lothar die Geschicke der Firma lenkt, widmet sich Ottilie ihrer Leidenschaft, der Malerei. Doch sie interessiert sich ebenso für die Belange des Unternehmens und steht ihrem Mann oft beratend zur Seite.

Das wiederum missfällt ihrer Schwägerin Käthe zutiefst. Sie neidet Ottilie das große Haus, die prachtvolle Hochzeit und vor allem die Tatsache, dass Lothar seine Frau als gleichwertige Partnerin behandelt. Ihr einziger Triumph ist es, früher Mutter zu werden als Ottilie.

Durch die Hebamme Elise, mit der sich eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt, erfährt Ottilie von den miserablen Lebensbedingungen der Fabrikarbeiter, die in Baracken hausen und unter erschütternden Umständen leben. Ottilie beschließt zu handeln und schlägt Werkswohnungen, eine Kinderbetreuung und soziale Unterstützung vor, um das Leben der Arbeiter zu verbessern.

Elke Becker schildert den Alltag der Familie Faber, den Aufstieg des Unternehmens, die Expansion nach England und Amerika äußerst spannend. Die täglichen Sorgen, Ottilies Fehlgeburten, Käthes Kampf um Anerkennung und die unterschiedlichen Perspektiven der Figuren lassen keinen Moment Langeweile aufkommen.

`Das Haus Faber Castell` ist ein packender Roman, der die persönlichen Schicksale vor dem Hintergrund der historischen Fakten eindrucksvoll verbindet. Man legt das Buch mit dem Gefühl aus der Hand, dass es über diese Familie noch viel zu erzählen gäbe. 

Vielleicht überrascht uns die Autorin doch noch mit einer Fortsetzung.