Mittwoch, 26. Januar 2022

Rezension: `Grenzfall- Ihr Schrei in der Nacht` von Anna Schneider

 

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Spannende Fortsetzung!!










 

Oberkommissarin Alexa Jahn ist immer noch dabei, die neuesten Informationen, die sie von ihrer Mutter bekommen hat, zu verdauen. Doch dazu bleibt ihr nicht viel Zeit, denn eine junge Frau wird vermisst.

Gleichzeitig verschwinden im nahen Österreich zwei Studentinnen, und Chefinspektor Bernhard Krammer wird mit der Suche betraut.

Der neue Fall, in dem die Autorin Anna Schneider die Ermittler in verschiedenen Ländern nachforschen lässt, dreht sich mehr um die vermissten Personen und weniger um das Privatleben der beiden. Diese vielen, sehr persönlichen Einblicke haben mich im ersten Band ein wenig gestört.

Alexas Zusammenarbeit mit dem Kollegen Huber klappt mittlerweile deutlich besser, weil sie ihm öfter das Feld überlässt und es so weit weniger Kompetenzgerangel gibt.

Die Teams in beiden Ländern verfolgen eigene Spuren, ermitteln unabhängig von einander und ahnen nicht, dass ganz in der Nähe Ähnliches passiert ist und auch dort nach verschwundenen Personen gesucht wird.

Erst ziemlich spät stellen Alexa und Bernhard fest, dass die Fälle zusammenhängen könnten, und in Bernhard steigt eine ganz üble Ahnung auf. Doch bevor er Alexa davon in Kenntnis setzen kann, überschlagen sich die Ereignisse .

Ich hatte mich auf den neuen Krimi von Anna Schneider gefreut und wurde nicht enttäuscht.

Der Stil der Autorin gefällt mir wieder. Sie schreibt in kurzen, spannenden Kapiteln, in denen sich viel um Polizeiarbeit und Befragungen dreht. Zusätzlich erfahren wir zwischendurch in Rückblenden, was wenige Stunden zuvor passiert ist.

Die Aussagen der Familien, Freunde und Nachbarn der Vermissten fügen sich, Puzzleteil für Puzzleteil, zu einem komplexen, grenzüberschreitenden Fall zusammen.

Mit ihrem neuen Krimi und den sympathischen Ermittlern konnte Anna Schneider mich vollends überzeugen und packen.



Montag, 17. Januar 2022

Rezension: `Der Winzerhof- Das Prickeln einer neuen Zeit-` von Linda Winterberg

 

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Der  Auftakt zu einer neuen Familiensaga!!









1946, Henni hat es nicht leicht, ihr Vater gerade verstorben, der Ehemann im Krieg vermisst, kein Lebenszeichen von der kleinen Schwester, dafür jede Menge Ärger mit der anderen Schwester Lisbeth.

Zu allem Übel stellt sich nach dem Tod des Vaters heraus, dass die Sektkellerei der Familie nur durch einen großen Kredit gerettet werden kann. Alles lastet auf Hennis Schultern, und sie weiß nicht, wie es weitergehen soll. Der Bankdirektor schlägt ihr einen Deal vor, in den sie verzweifelt einwilligt und das sehr schnell bereut.

`Der Winzerhof` war mein erster Roman von Linda Winterberg und an den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen.

Ich fand den Anfang ziemlich langatmig. Es gab viele detailreiche Beschreibungen, an anderen Stellen dann zu schnelle Sprünge. Da wiederum hätte ich mir öfter eine etwas ausführlichere Schreibweise gewünscht.

Nachdem ich mich aber eingelesen hatte, gefiel mir die Geschichte, und ich mochte Henni, die ihr eigenes Glück dem erfolgreichen Fortbestehen der Kellerei opfert. Bei den anderen Charakteren ist von hinterhältig bis liebenswert alles vertreten, was das Geschehen noch spannender macht.

 Ich freue mich nun auf Juli`22, wenn es im nächsten Band mit den Herzberg- Schwestern weitergeht.



                                               


Ich danke  Netgalley.de für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Dienstag, 11. Januar 2022

Rezension: `Perfect Day` von Romy Hausmann

 

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 Perfect Day!!
















Anns glückliches Familienleben endet jäh, als ihr Vater festgenommen wird, weil er angeblich der `Schleifenmörder` sein soll. Ihm wird vorgeworfen, seit 14 Jahren mindestens zehn Mädchen ermordet zu haben.
Im Gefängnis schweigt er, doch Ann ist von seiner Unschuld überzeugt und versucht mit allen Mitteln den wahren Täter zu finden.
Die Freunde haben sich von ihr abgewandt, doch bei ihrer Suche bekommt Ann unerwartete Hilfe von einem Reporter. Er wittert eine große Schlagzeile, aber sie haben das gleiche Ziel, und nicht nur einmal gerät Ann in Lebensgefahr. Sie will nicht aufgeben, bis sie herausgefunden hat, wer die Mädchen umgebracht hat.

Mit Rückblenden in die Vergangenheit bringt die Autorin uns Ann und ihren Vater nahe. Die beiden haben ein extrem enges und liebevolles Verhältnis und man kann verstehen, dass Ann keine Sekunde an die Verdächtigungen glaubt. 

 Die meiste Zeit wird das Geschehen aus Anns Sicht erzählt, aber in verschiedenen Kapiteln geht es um ein Interview mit dem wahren Mörder, andere haben die Überschrift `Wir` und alles zusammen gibt dem Leser Rätsel auf. 

Mich hat `Perfect Day` wieder ab der ersten Seite gepackt. Ich habe bei Anns Recherchen mit gefiebert, aber auch mitgelitten, wenn Ann so verzweifelt war.
 Romy Hausmann versteht es einfach, einen Plot so aufzubauen, dass der Leser total verwirrt wird. Ist der Vater schuldig oder unschuldig? Warum schweigt er? Welche beiden Personen sprechen bei dem Interview mit dem Mörder zusammen? Wer ist das `Prinzesschen` in den Kapiteln `Wir`? Das sind alles Fragen, die man sich ununterbrochen stellt und bis zum Schluss auf die Auflösung warten muss. Erst dann werden alle losen Enden miteinander verknüpft.

Auch wenn ziemlich viele Zufälle passieren, was es manchmal etwas unrealistisch macht, tat das der Spannung keinen Abbruch. Romy Hausmann konnte mich mit `Perfect Day` wieder voll überzeugen!


                                                   





Ich danke Netgalley.de  für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Dienstag, 4. Januar 2022

Rezension: `Die Täuschung` von Astrid Korten

 

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Die perfekte Täuschung!!









 

Nach einer Zahnwurzelbehandlung unter Betäubung erlebt der große Illusionist Victor Horus seinen ganz persönlichen Albtraum. Er steigt in eine falsche Straßenbahn, und was dann passiert, verwirrt ihn völlig.

Kurz darauf verschwindet seine Assistentin Julia plötzlich mitten in einer gut besuchten Vorstellung spurlos, taucht auch nicht wieder auf. Und Victor wird des Mordes verdächtigt...

Die Zeiten wechseln sehr häufig von der Vergangenheit zur Gegenwart, was aber den Lesefluss in keinster Weise stört.

Der Leser ist nie sicher, was ist Illusion - was passiert wirklich? Das Ende des Geschehens schließlich macht dem Buchtitel alle Ehre. Der Schluss ist bis ins kleinste Detail wahrhaft phänomenal ausgetüftelt, das letzte große Geheimnis wird gelüftet.

Astrid Korten hat es mal wieder geschafft, mich mit jeder Menge Überraschungen komplett in die Irre zu führen und an die Geschichte zu fesseln. Die Täuschung der Leser ist ihr auch diesmal  wunderbar gelungen.


                         



Montag, 3. Januar 2022

Rezension: `Schlafe, mein Mädchen` von Jutta Maria Herrmann

   

 

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Spannender Psychothriller!!










Rina ist gar nicht glücklich über das Haus, das ihr Mann Mark ausgesucht hat, um ihr über den Verlust ihres Kindes hinwegzuhelfen. Es ist absolut einsam gelegen, das Telefon ist noch nicht angeschlossen und auch die einzigen Nachbarn ziehen gerade weg.

An ihren eigenen schweren Unfall und den Tod ihres Kindes hat sie keinerlei Erinnerungen, sie weiß nur das, was Mark ihr darüber erzählt hat. Er ist sehr besorgt um sie, doch zur Ruhe kommt sie im neuen Haus nicht. Im Gegenteil, es wird ihr zunehmend unheimlicher, und mit der Zeit beginnt sie, auch an Mark zu zweifeln. Doch wem kann sie überhaupt trauen?

Jutta Maria Herrmann hat wieder einen spannenden Thriller geschrieben, den ich an einem Sonntag verschlungen habe. Man ist nie sicher, was wirklich passiert ist und was nur in Rinas Fantasie geschieht. Nichts ist hier, wie es scheint, nichts ist vorhersehbar, und ich habe bis zur letzten Seite nicht geahnt, welches völlig überraschende Ende mich erwarten wird.

Auch wenn mir manches etwas konstruiert vorkam, konnte mich die Geschichte wieder von Anfang bis Ende fesseln. 

Ganz klare Leseempfehlung für `Schlafe, mein Mädchen.`



                   

                      



Mittwoch, 29. Dezember 2021

Rezension: `In Zeiten des Tulpenwahns` von Susanne Thomas

 

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Der Tulpenwahn!!









Der holländische Gärtner Nicoleas Verbeeck lebt seit dem Tode seiner Frau mit seiner hübschen Tochter Margriet in einer einfachen Kate. Das Mädchen arbeitet tagsüber in einer Bleicherei, obwohl weder sie noch ihr Vater es nötig hätten zu arbeiten, denn er besitzt wertvolle Tulpen in seinem Garten. Doch verkaufen kommt für Nicolaes nicht in Frage, zu viel Spaß hat er, die wunderschönen Blumen zu züchten und anzuschauen.

Inzwischen ist in Holland ein wahrer Tulpenwahn ausgebrochen, die Preise steigen und steigen, und es starten Auktionen, bei denen die wertvollen Zwiebeln versteigert werden.

Als Margriet und der junge Graf Frans sich ineinander verlieben, gibt es eigentlich keine Chance auf eine gemeinsame Zukunft, doch Nicolas ist durchaus in der Lage, seine Tochter mit einer ordentlichen Mitgift auszustatten. Das kommt Frans` Vater sehr gelegen, denn er steht kurz vorm Bankrott. Um das Geld flüssig zu machen, muss Nicolaes doch ins Tulpengeschäft einsteigen. Er ist ein sehr liebenswerter Charakter, aber einfach gestrickt, und deshalb leicht zu dubiosen Geschäften zu verführen. Und es läuft leider alles nicht so glatt wie geplant.

Die Geschichte um Margriet, ihren Vater und die Tulpen hat mir gut gefallen. Ich mochte die blumige Sprache der Autorin, die perfekt ins 17. Jahrhundert passte. Susanne Thomas hat interessante Charaktere geschaffen und die Schauplätze sehr bildhaft beschrieben, sodass ich alles direkt vor Augen hatte. Am liebsten würde ich sofort losgehen und mir Tulpen kaufen, aber leider ist noch nicht die Zeit.

Wer mehr über die Zeit des Tulpenwahns erfahren möchte, dem empfehle ich gerne dieses Buch!


                                              


Donnerstag, 23. Dezember 2021

Rezension: `Der Friesenhof` von Fenja Lüders

 

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Hat mir unterhaltsame Lesestunden beschert!









1948, Nach dem Tode des Bauern haben es seine Frau Henrike und ihre Töchter Gesa und Hanna nicht leicht. Der Ehemann der dritten Schwester Helga sieht sich schon als Chef auf dem Hof, doch das versuchen sie zu verhindern.

Als sich herausstellt, dass der Hof  überschuldet ist, verlangen Helga und ihr Mann die Auszahlung des Erbes. Die übrige Familie ist verzweifelt. Wo sollen sie das Geld hernehmen?

Hanna übernimmt das Sagen auf dem Hof, und eine große Hilfe ist ihr der polnische Fremdarbeiter Tomek, mit dem sie nicht nur Freundschaft verbindet.

 Gesa sucht eine Arbeit in Emden und hat Glück, dass sie im  Tee Kontor Kruse & Sohn anfangen kann. Mit der Zeit kommen sie und der attraktive Juniorchef sich näher, aber er ist verheiratet und Gesa wartet eigentlich seit Jahren auf ihren, im Krieg verschollenen, Verlobten. So scheint es keine Hoffnung für die beiden zu geben...

 Ich war schon von Fenja Lüders` Speicherstadt- Saga richtig begeistert und freute mich nun auf eine neue Saga aus ihrer Feder.

Sie hat es wieder geschafft, mich ganz und gar in die Geschichte eintauchen zu lassen. Auf dem Friesenhof fühlte ich mich genauso zuhause wie die Schwestern und ihre Familie.

 Die Leser können sich freuen, denn es passiert jede Menge auf dem Hof und drumherum. Wie im wirklichen Leben finden wir sehr sympathische Charaktere, aber auch ein paar absolut fiese. `Der Friesenhof` hat mir gut gefallen und konnte mir ein paar schöne Lesestunden bescheren.

                                                                 


 Ich danke dem Bastei Lübbe Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars. 

Mittwoch, 22. Dezember 2021

Rezension: `Mehr als die Finsternis` von Melanie Metzenthin

 

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Spannender zweiter Band!










Mit `Mehr als die Finsternis` setzt Melanie Metzenthin die Ereignisse auf Gut Mohlenberg fort. Auch vor der Psychiatrischen Klinik hat die Wirtschaftskrise in Deutschland nicht Halt gemacht, und Friederike und ihr Vater sind über jeden zahlenden Patienten froh.

Deswegen kommt ihnen die aufsässige 17jährige Luise gerade recht, denn sie soll für längere Zeit aufgenommen werden, um sie von ihren kriminellen Freunden zu trennen.

Als sie das Mädchen am Bahnhof abholen wollen, treffen sie durch Zufall auf eine hochschwangere junge Frau, die einen schlimmen Unfall beobachtet hat und kein Wort spricht. Der Polizeichef bittet Friederike, sie in ihre Obhut mit nach Gut Mohlenberg zu nehmen, weil sie noch als Zeugin zur Verfügung stehen muss.

Mit viel Feingefühl kann sich Friederike der jungen Frau nähern, und bekommt heraus, was passiert ist. Als sie kurz darauf ein dunkelhäutiges Kind zur Welt bringt, ist eine Lösung der Probleme jedoch um einiges komplizierter als gedacht.

Auch der renitenten Luise kann Friederike mit ihrer liebevollen Art helfen, und es stellt sich heraus, dass das Mädchen gar nicht so übel ist.

Melanie Metzenthins Schreibstil ist einfach, gut lesbar und es ist ihr gelungen, die Menschen im Ort gut zu beschreiben. Mit zahlreichen Vorurteilen behaftet, egal, ob es um die Hautfarbe, Nationalität oder um die etwas anderen Patienten der psychiatrischen Anstalt geht, nehmen sie gerne das Gesetz selbst in die Hand. Doch auf Gut Mohlenberg hält man fest zusammen und beschützt die Menschen, die dort Hilfe suchen. Die Autorin hat spannende Charaktere geschaffen, die sich im Laufe der Geschichte auch mal ganz anders entwickeln als vorher gedacht.

Der zweite Band konnte mich wieder genauso begeistern wie der vorige, und ich hoffe, dass die Geschichte um Friederike und Gut Mohlenberg bald weitergeht.


                                                      




Ich danke Netgalley.de  für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Sonntag, 19. Dezember 2021

Rezension: `Sternstunde- Die Schwestern vom Waldfriede` von Corina Bomann

 

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Sehr schöner Auftakt zur neuen Krankenhaus- Saga!!









1919,  Die junge Krankenschwester Hanna ist froh über ihre neue Anstellung in der Waldfriede Klinik in Berlin, und sie hofft über den Verlust ihres Verlobten hinwegzukommen.

Die neue Klinik muss erst aufgebaut werden, was viel Arbeit und wenig Freizeit bedeutet, doch für Hanna ist es genau das Richtige, um auf andere Gedanken zu kommen. Hilfreich ist ihr dabei die Gemeinschaft der Adventisten und das gute Verhältnis zu ihrem Chefarzt Dr. Conradi.

Corina hat mit `Sternstunde` den Auftakt zu einer neuen vierteiligen Krankenhaus- Saga geschrieben. Nach Aufzeichnungen einer Krankenschwester aus dem Waldfriede Krankenhaus wurde hier Wahres mit Fiktion verknüpft. 

Ich fand es sehr interessant, mit wie wenig Material ein Handvoll Schwestern und Ärzte aus einem maroden, heruntergekommenem ehemaligen Kriegslazarett ein richtiges Krankenhaus aufgebaut hat. Hannas spätere Aufgabe soll die Arbeit mit dem neuen Röntgengerät sein, das eines der modernsten seiner Zeit ist. Außerdem wird sie bald Dr. Conradis Sprechstundenhilfe, was ihr nicht nur Sympathien bei den Kolleginnen einbringt.

 

Die Handlungen werden teils von Hanna, aber auch aus der Sicht Dr. Conradis erzählt. Der Klinikalltag in den 20er Jahren mit all seinen Hindernissen, die Dr. Conradi und seinem Team in den Weg gelegt werden, war wirklich nichts für schwache Nerven.

Immer neue Hürden müssen überbrückt werden, immer weitere Herausforderungen gemeistert. Doch den Mitarbeitern, besonders Hanna, ist nichts zuviel, und sie arbeitet sich bis zur Schulschwester hoch. 

Irgendwann verblasst das Bild ihres Verlobten etwas, vor allem als der nette neue Arzt Alexander im Haus Waldfriede anfängt. Als er eine Beziehung eingehen möchte, steht sie vor der Wahl: Beruf oder Liebe, denn bei den Adventisten dürfen Oberschwestern nicht verheiratet sein Und dann ist da auch noch der attraktive Dr. Conradi.....

Für mich vergingen die 600 Seiten wie im Flug, und ich freue mich schon auf Band 2, denn ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht im Haus Waldfriede.

                                                   




Samstag, 18. Dezember 2021

Rezension: `Was uns zueinander führt` von Marion Johanning

 

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Gelungener zweiter Band!!!









Nach der Vertreibung ist Luise mit ihrer Familie in die Nähe von Kurstadt im Westen gezogen. Obwohl sie inzwischen schon 28 Jahre alt ist, hat sie noch nicht den Richtigen gefunden. Immer noch denkt sie an Marian und wie alles hätte sein können. Als sie durch Zufall Wolfgang, ihre erste Liebe, wieder trifft, merken beide, dass sie immer noch viel füreinander empfinden.

In Rückblenden lässt die Autorin den Leser in die Zeiten blicken, als Wolfgang für Deutschland im Krieg kämpfte. Vieles lässt ihn bis heute nicht los und besonders nachts sucht ihn das Erlebte in Form von Alpträumen heim.

Mit seinen engsten Kameraden ist er einen Bund eingegangen, der bis heute hält und zu dem Luise keinen Zutritt hat. Was ihn mit den Männern verbindet, kann sie nur ahnen und das gefällt ihr überhaupt nicht. Auch sonst verläuft ihr gemeinsames Leben alles andere als glücklich. Nach der Geburt der Tochter und zahlreichen Fehlgeburten ist sie für Wolfgang keine richtige Frau mehr, denn er wartet sehnsüchtig auf einen Sohn.

  Frauen hatten zu dieser Zeit nicht viel zu sagen und waren darauf angewiesen, wieviel Geld der Ehemann ihnen zukommen ließ. Doch Luise lässt sich nicht unterkriegen und sucht immer nach Möglichkeiten und Schlupflöchern, die ihr es ihr ermöglichen, Geld zu verdienen, ohne dass Wolfgang etwas merkt. Luise muss einiges durchmachen, aber eine Scheidung ist unmöglich. 

Immer öfter denkt sie an Marian, und dann wird sie zu einem Konzert eingeladen, bei dem ein polnisches Orchester spielt......

Die Autorin hat viel Herzblut in die Geschichte hineingesteckt und die Gefühle, die Luise und andere Vertriebene begleiten, sehr einfühlsam beschrieben. Als Luise nach vielen Jahren mit ihrer Mutter und Schwester in die ehemalige Heimat reist, wohnt in ihrem  Haus ganz selbstverständlich eine polnische Familie, und plötzlich sind sie dort die Fremden. 

Doch trotz aller Mühen und Hindernisse in ihrem Leben gibt es auch Lichtblicke, die wieder Hoffnung machen.

Mit `Was uns zueinander führt` hat Luises Geschichte einen würdigen und gelungenen Abschluss gefunden, bei dem keine Fragen offen bleiben.

                                 


Ich danke Netgalley.de für die Zusendung des Rezensionsexemplars.