Montag, 20. August 2018

Rezension: `Sie finden Dich nie` von Cara Hunter


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Von Anfang bis Ende spannend!!!!












Die kleine Daisy verschwindet auf einer Party spurlos, niemand will etwas mitbekommen haben und auch die Eltern können sich nicht genau erinnern, wann sie ihr Kind zuletzt gesehen haben.
Die Polizei geht von einem Verbrechen aus und beginnt mit ihren Ermittlungen, wobei gerade dieser Fall besonders Detective Inspektor Adam Fawley schwer belastet, denn sein eigenes Kind ist vor kurzem gestorben.
Das Buch ist etwas außergewöhnlich aufgebaut, in Rückblenden erfahren wir aus verschiedenen Blickwinkeln, was an bestimmten Tagen oder auch Wochen vor dem Verschwinden passiert ist.

Zusätzlich wird auf Twitter einen Gruppe mit dem Hashtag #FindetDaisy gegründet, wo eifrig diskutiert wird. Jeder gibt, genau wie im echten Leben, seinen Senf dazu und die meisten haben bereits eine vorgefasste Meinung. Es scheint für alle klar zu sein, dass die Eltern schuldig sind und die kleine Daisy tot ist.

Von dem Mädchen fehlt weiterhin jede Spur und immer neue Erkenntnisse erschweren es der Polizei, zu rekonstruieren, was passiert ist. Ist der Vater schuldig, die Mutter, der Bruder oder doch jemand ganz anderes? Die Ermittler decken nach und nach ein wahres Lügengebilde auf, weil in der Familie so gar nichts zu stimmen scheint.
Die meisten Kapitel enden mit einem Cliffhanger, der es mir jedesmal unmöglich machte, mit dem Lesen aufzuhören. 
Was mich bei diesem Buch gefesselt hat, ist, dass nichts vorhersehbar war. In jedem Kapitel gibt es immer neue Entwicklungen, bis es zu einem phänomenalen Ende kommt. Wenn ich mit allem gerechnet hätte, aber nicht damit !!
Einfach genial!



  Ich danke Netgalley und dem Aufbau Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Freitag, 17. August 2018

Rezension: `Das Verschwinden des Josef Mengele` von Olivier Guez

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Absolut fesselnd!!!


















Josef Mengele, der berüchtigte Lagerarzt von Auschwitz, flieht 1949 nach Argentinien, weil es in Deutschland doch etwas zu brenzlig für ihn wird. Immer noch ohne jegliches Schuldbewusstsein baut er sich in der Ferne eine neue Existenz auf.
Olivier Guez hat Mengeles Leben nach dem Krieg in eine Art Romanform gebracht, die sich sehr gut lesen lässt. Eigentlich mag ich keine Bücher ohne gänzliche wörtliche Rede, doch bei seinem tollen Schreibstil ist mir das gar nicht so aufgefallen.
In Argentinien trifft Mengele auf viele Altnazis, die dort ebenfalls leben und sich oft treffen und zusammen in Erinnerungen an die schöne Zeit vom Dritten Reich schwelgen. Immer und immer wieder lassen sie die Geschehnisse Revue passieren und niemand ist sich einer Schuld bewusst.  
Präsident Peron hat keinerlei Skrupel, den Mördern und Verbrechern Asyl zu gewähren, sodass sie mit seiner Hilfe wie Gott in Frankreich leben können.
Sie gehen in die Oper, haben Essen und Trinken im Überfluss und  lassen es sich richtig gut gehen.
Wenn sie Nachrichten aus Deutschland lesen, wird darüber diskutiert, Adenauer nennen sie verächtlich nur Rabbi Adenauer, weil er judenfreundlich gesinnt ist und die Schuld der Deutschen anerkennt, was für die Altnazis ein Unding ist. Die BRD wird verpflichtet, mehrere Milliarden Dollar Reputationszahlungen an Israel zu leisten und Entschädigungen für die Juden, das ist natürlich für die alten Kameraden nicht tolerierbar. Sie planen das Deutsche Reich so wiederherzustellen, wie es damals war. Gott sei Dank gelingt ihnen das aber nicht.
 Mengele wird im Buch als ein Jammerlappen dargestellt, der mit nichts zufrieden ist, von seiner Familie in Deutschland ununterbrochene Unterstützung verlangt und sehr anspruchsvoll und unverschämt ist. 
Mengele möchte für seine Taten in Auschwitz bewundert werden, für die schrecklichen Quälereien, die er den Häftlingen zugefügt hat, indem er sie für seine Versuche missbraucht hat. Die unvorstellbarsten Versuche hat er vor allem mit Kindern, Zwillingen, aber auch Erwachsenen angestellt. Unfassbar, wozu Menschen, dazu noch ein Arzt fähig sind.
Wahrhaftig findet er auch in Argentinien Bewunderer, die ihn verehren wie einen Helden, ihm weiterhelfen und ihn unterstützen.
Ich habe schon einiges aus der Zeit und auch über Mengele gelesen, aber dieses Buch hat mich erneut erschüttert.

Der Leser erfährt zusätzlich viel über die Geschichte Argentiniens und die Herrschaft Perons, unter der  Mengele unbehelligt jahrelang unter seinem echten Namen leben konnte. Erst Ende der 50er Jahre wurde er wirklich als NS- Kriegsverbrecher gesucht und flüchtete später nach Brasilien.
Nun lebte er in ständiger Angst, sie könnten ihn schnappen, doch leider wurde er nie gefasst.

Ein gut recherchierter, bedrückender Tatsachenroman, der mich von Anfang bis Ende gefesselt und mich noch eine ganze Weile beschäftigt hat.
Eine ganz klare Leseempfehlung !!!!!




Ich danke Netgalley und dem Aufbau Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Dienstag, 14. August 2018

Rezension: `Der Schatten` von Melanie Raabe

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Kommt nicht an die Vorgänger heran!!

















Die Journalistin Norah zieht nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten von Berlin nach Wien, um neu anzufangen.
Kurz nach ihrem Umzug trifft sie in der Stadt auf eine Frau, die ihr prophezeit, dass sie am 11.Februar einen Mord begehen wird und der Name des Opfers sei Arthur Grimm.
 Norah tut es als Faselei ab und sie hat den Vorfall auch fast schon vergessen, wenn nicht plötzlich der Name Arthur Grimm öfters auftauchen würde. Nun wird sie neugierig und versucht mehr über den unbekannten Mann herauszufinden.

Die ersten beiden Thriller von Melanie Raabe haben mir sehr gut gefallen und ich freute mich auf `Der Schatten`, doch ich musste mich wirklich durch das Buch quälen. Die Story empfand ich als hanebüchen und das Verhalten Norahs genauso. Eine unbekannte Person schreibt ihr sms, worauf sie jedesmal eingeht und antwortet. Der geheimnisvolle Schreiber gibt ihr Anweisungen, denen sie folgt, was ich total unrealistisch fand. Zusätzlich verschafft sich irgendjemand Zutritt zu Norahs Wohnung, sie wird  bedroht, die Polizei glaubt ihr nicht, Freunde meinen, sie hätte wieder zu Drogen gegriffen.
Es liest sich nicht schlecht, aber mir fehlte jegliche Spannung und ich fand es extrem langatmig. Die Story plätschert so vor sich hin, zog sich teilweise wie Kaugummi, doch von einem Thriller erwarte ich einfach mehr, vor allem etwas Nervenkitzel.

Es kommt eigentlich fast nie vor, dass ich ein Buch nicht zu Ende lese, aber hier habe ich nur bis S.280 durchgehalten, danach habe ich es zur Seite gelegt.
Die Geschmäcker sind ja unterschiedlich, aber ich kann `Der Schatten` nicht empfehlen!!




Ich danke dem btb Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Dienstag, 7. August 2018

Rezension: `Kalter Sand` von Anja Behn


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Unblutig, aber spannend!!!
















Der Kunsthistoriker Richard besucht seinen alten Studienkollegen Philip an der Ostsee. Der Freund hat sich verändert, trinkt zu viel, wird schnell aggressiv und die alte Vertrautheit will sich nicht so recht wieder einstellen. Dazu kommt, dass Richard von einem Mord erfährt, der vor sechs Jahren hier passiert ist und Philip als Verdächtiger kurz im Gefängnis saß. Das alles hat Philip ihm verschwiegen.
In anderen Handlungssträngen lernen wir Isa, Philips Verlegerin und Jette Harsberg kennen. Jette ist auf jeden Fall nicht die, für die sie sich ausgibt und scheint sehr an Philip interessiert.

`Kalter Sand` ist ein spannender Krimi, der ohne viel Action auskommt. Es geht mehr um die Personen und ihre einzelnen Geschichten. Richard ermittelt ein bisschen auf eigene Faust, denn er kann sich nicht vorstellen, dass Philip eine Frau ermordet haben soll.  Im Ganzen geht es aber eher ruhig zu, die Autorin überrascht mit  vielen  raffinierten Wendungen und Verwicklungen.  Es gibt einen Einbruch, einen weiteren Mord und  die düstere Novemberstimmung kommt gut rüber und tut ihr übriges..

Ein wirklich gut zu lesender und recht unblutiger Krimi, der mir sehr gut gefallen hat.





Donnerstag, 26. Juli 2018

Rezension: `Wo mein Herz Dich findet` von Kathryn Taylor

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Leichte Lektüre!

















Die Studentin Cara trifft wegen einer Autopanne auf den eigenbrötlerischen Liam, der allein in einer Hütte lebt. Er gefällt ihr und trotz seiner widerspenstigen Art versucht sie, mehr über ihn herauszufinden. Gegen seinen Willen besucht sie ihn öfters überraschend und irgendwann taut er etwas auf. Der Leser erfährt aber auch aus seiner Sicht, warum er dort allein und zurückgezogen lebt.
Als Cara den wahren Grund dafür herausbekommt, gerät sie in einen Zwiespalt, denn Liam wird einer schrecklichen Tat beschuldigt.

In einem anderen Handlungsstrang geht es um Caras Bruder Patrick, der kurz vor seiner Hochzeit steht.
Doch dann kehrt seine alte Liebe Amy zurück und bringt alles durcheinander....

Kathryn Taylor schreibt in flüssigem, einfachen Stil und man kann gut in die Geschichte abtauchen. Leider ist schon nach wenigen Seiten klar, wo das Ganze hinführt, da gibt es kaum überraschende Wendungen.


Die `Daringham Hall` Reihe der Autorin fand ich um einiges besser und auch nicht so schlicht geschrieben.
`Wo mein Herz dich findet` ist eine leichte, anspruchslose Lektüre, die sich aber trotzdem gut und flüssig lesen lässt. Das ideale Buch für den Urlaub, wenn man sich einfach nur berieseln lassen möchte.

                               

  Ich danke Netgalley und dem Bastei Lübbe Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Sonntag, 22. Juli 2018

Rezension: `Ewige Schuld` von Linda Castillo

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Ewige Schuld !!


















Wieder einmal präsentiert uns Linda Castillo einen überaus spannenden Thriller, der in der amischen Gemeinde spielt.

Kate Burkholder bekommt die Nachricht, dass ihr Jugendfreund  Joe King aus dem Gefängnis ausgebrochen ist und man vermutet, dass er versucht, zu seinen Kindern zu gelangen.
Joe lebte früher in der amischen Gemeinde, der auch Kate  angehörte, wurde jedoch vor einigen Jahren verurteilt, weil er seine Frau und Mutter seiner fünf Kinder ermordet haben sollte.
Als Kate etwas unvorsichtig ist, kann Joe sie überwältigen und nimmt sie und seine Kinder als Geiseln. Er beteuert weiter seine Unschuld und Kate beschließt halbherzig, ihm zu helfen und sich den Fall noch einmal anzusehen. Doch dann passiert ein schreckliches Unglück und nun klemmt sich Kate dahinter und versucht, alles über den Mord herauszufinden. Könnte es wirklich sein, dass Joe unschuldig ist?


Diesmal hat mir gefallen, dass nicht soviel Privatkram von Kate und Tomasetti erzählt wurde, sondern die Autorin sich mehr auf den Fall konzentriert hat.
Über das Leben der Amischen erfahre ich dagegen immer gerne etwas, das wird mir nie zu viel.
Kate sticht bei ihren Ermittlungen geradewegs in ein Nest aus Korruption, Vertuschung und Skrupellosigkeit, was allerdings nicht ungefährlich für sie ist. Ziemlich rasant jagt Kate von einer Gefahr zur nächsten, sodass der Leser öfters mal zittern muss, ob alles gut ausgeht. Bei `Ewige Schuld` ist wirklich keine Minute Langeweile aufgekommen.
Freut euch auf einen weiteren packenden Thriller um Kate Burkholder und die Amischen !!





Ich danke dem Fischer Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Samstag, 14. Juli 2018

Rezension: `Die Zeit der Kraniche` von Ulrike Renk

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Streckenweise sehr langatmig!!
















Sehnsüchtig habe ich den dritten und letzten Teil der Ostpreußen- Saga erwartet. Von den ersten beiden Bänden war ich total begeistert. Nun gibt es ein Wiederlesen mit Frederike und ihrer Familie und wir befinden uns mitten im zweiten Weltkrieg in Ostpreußen.
Die Russen kommen immer näher, viele Gutsbesitzer flüchten in den Westen, denn es scheint immer noch besser, Engländern oder Franzosen in die Hände zu fallen, als dem `Iwan.`  Da Gebhard verhaftet wurde und sein Schicksal ungewiss ist, weigert sich Frederike, ohne ihn zu fliehen.

`Die Zeit der Kraniche` hat mich nicht so mitgerissen wie die ersten beiden Teile. Ich fand vieles sehr langatmig beschrieben, dutzende Male wurde über das Essen berichtet. Kessel aufsetzen, Wasser kochen, Rüben putzen. Rüben verarbeiten, Rüben essen usw. Sicher war es zu der Zeit ein großes Thema, wo man etwas zu essen herbekommt, doch auf Dauer fand ich das too much.
Andererseits erfährt der Leser viel über Ostpreußen, die größeren Häuser mussten ganze Flüchtlingsfamilien aufnehmen und sich sehr einschränken. Trotzdem ging es den Menschen auf dem Land noch lange gut, im Gegensatz zu den Städten wie Berlin u.v.a.   Die Gutsherren verloren jedoch alles, was seit ewigen Zeiten im Familienbesitz war, denn den russischen Kommunisten waren gerade die besser gestellten Menschen ein Dorn im Auge. Manche Familien mussten von jetzt auf gleich fliehen und hatten nichts als einen Koffer dabei.

Frederike ist eine sympathische, taffe Frau, die es nicht immer leicht gehabt hat im Leben und auch jetzt muss sie wieder alles allein durchstehen, denn Gebhard bleibt erstmal in Haft.
Die Unterstützung durch die Familie  hilft ihr, woanders Fuß zu fassen, doch die Sorge um Gebhards Schicksal bleibt, weil sie keinerlei Kontakt zu ihm hat.

Ulrike Renk schafft es, den Leser in die Zeit des zweiten Weltkrieges hineinzuversetzen, ich habe vieles bildhaft vor mir gesehen. Deutschland wurde geteilt, aber niemand konnte sich vorstellen, dass das die nächsten Jahrzehnte so bleiben wird. Gefallen hat mir Gebhards Bruder, überzeugter Kommunist, der auch irgendwann merken muss, dass der Grundgedanke gut ist, aber die russischen Besatzer bei weitem nicht jeden gleich behandeln.
Die Leiden und Mühen der Kriegszeit konnte die Autorin gut vermitteln, trotzdem musste ich mich streckenweise wirklich durch das Buch quälen, da hätten 100 Seiten weniger auf jeden Fall gereicht.




               


Ich danke Netgalley und dem Aufbau Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Donnerstag, 12. Juli 2018

Rezension: `Gleis der Vergeltung` von Astrid Korten

                                                           
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Das war Nervenkitzel pur !!!








Lynn von Raaben ist das Schlimmste passiert, das man sich so vorstellen kann. Auf den Weg zur Trauung verunglückt ihr Bräutigam tödlich. Lange Zeit kommt sie nicht über seinen Tod hinweg, bis eines Tages eine Frau vor ihrer Tür steht und ihr etwas  über den Unfall erzählt, das Lynn endlich wieder einen Lebensinhalt gibt- Rache!


In verschiedenen Handlungssträngen wird aus der Sicht mehrerer Personen berichtet. Da gibt es die Clique von früher, zwei Männer, eine Frau, die sich schuldig am Tod ihres Freundes fühlen, der tödlich verunglückt ist.
Und Lynn, die Protagonistin, die in der Ich- Form erzählt.
In Lynns Kindheit ist auch so einiges schiefgelaufen, darüber erfährt der Leser nach und nach erschütternde Details, die einen sehr betroffen machen.
Die Story soll tlw. auf wahren Begebenheiten beruhen, das macht das Ganze noch schrecklicher.

Astrid Korten hat sich hier selbst übertroffen, eine sehr verzwickte Geschichte mit vielen Verwicklungen, absolut spannend umgesetzt. Für mich war das Nervenkitzel pur.
Bis zum Schluss sind einem die Zusammenhänge nicht klar und vielleicht ist ja auch alles ganz anders gewesen, als man vermutet.
Ein aufwühlender, bewegender, spannender und mitreißender Thriller, den man schlecht aus der Hand legen kann.