Mittwoch, 24. Juli 2024

Rezension: `Die Erbin` von J.P. Delaney

 

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Kein Thriller, aber spannend!!









Finn und seine Schwester Jess erben eine Finca auf Mallorca. Ihr verstorbener Vater, mit dem sie kaum Kontakt hatten, hat kurz vorher eine Albanerin geheiratet, und Finn fliegt nach Mallorca um alles zu regeln.

Er hat vor, die neue Frau und ihre Tochter schnellstmöglich von der Finca zu vertreiben und das Anwesen zu verkaufen.

Direkt nach der Ankunft wird er von der Polizei befragt, denn es ist nicht klar, ob sein Vater eines natürlichen Todes starb. 

Als Finn seine hübsche Stiefschwester Roze kennenlernt, ist es um ihn geschehen. Er glaubt ab sofort nicht daran, dass ihre Mutter seinen Vater nur wegen der Aufenthaltsgenehmigung geheiratet haben könnte. Dass die Polizei ihr das unterstellt, findet er unmöglich und versucht beiden zu helfen.

Die Geschichte baut sich langsam auf, wobei es der Autor schafft, den Leser völlig im Dunklen tappen zu lassen. Sind die beiden netten Frauen, Roze und ihre Mutter, Betrügerinnen und Mörderinnen? Haben sie Finn nur eingewickelt, damit er ihnen weiterhilft?

Oder handelte es sich bei der Hochzeit mit seinem Vater um echte Liebe, wie sie behaupten?

Auch wenn sich `Die Erbin` eher wie ein Roman lesen lässt, fand ich das Buch trotzdem sehr spannend, immer darauf lauernd, was wohl als nächstes passiert. Finns Handlungen habe ich häufig mit einem Gänsehautgefühl verfolgt.

Womit aber sicher keiner der Leser rechnet, ist die ungeahnte Wendung, die die Story plötzlich nimmt.

J.P. Delaney hat mich auch mit `Die Erbin` wieder richtig begeistert und ich empfehle es gerne denjenigen, die eine Story mit psychologischen Finessen mögen.












Montag, 22. Juli 2024

Rezension: `Der Sturm- vernichtet` von Karen Sander

 

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Die Aufklärung!









`Der Sturm- vernichtet` schließt nahtlos an den letzten Band an, und es geht weiter mit der Suche nach dem Mörder.

Tom Engelhardt und Marisha Krieger arbeiten weiterhin zusammen mit ihrem Team an diesem sehr komplexen Fall. Vorrang hat aber die Suche nach ihrer Kollegin Kira.

Vielen Spuren und Hinweisen wird nachgegangen, der Leser wird immer wieder auf falsche Fährten und durch zahlreiche Wendungen in die Irre geführt. Erst zum Schluss entwirrt sich alles und ergibt einen Sinn.

 Dadurch, dass so viele Personen und verschiedene Schauplätze eine Rolle spielen, hat es ziemlich gedauert, bis ich alles richtig zuordnen konnte.

Man liest ja zwischen den Teilen noch eine Menge anderer Bücher und mir fehlten beim dritten Band zuerst doch einige Zusammenhänge.

Nachdem ich aber wieder in der Story drin war, konnte sie mich auch fesseln.

Karen Sander hat einen Stil, den ich sehr mag. Es gelingt ihr, kurze packende Kapitel zu schreiben und dabei auf belanglose, platzfüllende Beschreibungen zu verzichten.

 Die Ermittlungen stehen im Vordergrund und auch das Privatleben der Protagonisten spielt eine große Rolle.

    Trotzdem hätte es mir besser gefallen, wenn sich die Geschichte nur auf zwei Bände verteilen würde.                            








Dienstag, 16. Juli 2024

Rezension: `Im Nordwind` von Miriam Georg

 

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Ich hätte gerne noch weitergelesen!!









Kennt Ihr das???  Ihr wünscht euch, das Buch möge nicht zu Ende gehen, weil ihr gerne weiterlesen möchtet? So ging es mir mit `Im Nordwind`.

Miriam Georg hat mich mit ihrem neuen Roman mal wieder total gepackt. 

 Alice lebt mit ihrem gewalttätigen Ehemann Henk und ihrer Tochter in Armut. Obwohl sie auch arbeitet, trägt Henk das Geld in die Wirtschaft oder verliert es beim Spiel. Sie beschließt, sich scheiden zu lassen, was natürlich Anfang des 20. Jahrhunderts fast ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Dabei lernt sie den Rechtsanwalt John Reeven kennen, der ihren Fall pro Bono bearbeiten möchte. Er ist fasziniert von der schönen Frau, doch sie kommen aus verschiedenen Welten, was eine Beziehung unmöglich macht. Da das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, ist es für den Leser spannend, die Sicht beider Seiten zu erfahren. Die Autorin schreibt flüssig und verliert sich nicht in detailreichen Beschreibungen, sodass man von Anfang an direkt in der Geschichte drin ist. 

Ich liebe die Bücher von Miriam Georg und auch `Im Nordwind` hat mich wieder in seinen Bann gezogen. 

Ich hätte gerne noch weitergelesen, aber nun muss ich bis Oktober`24 auf den zweiten Teil warten.





Montag, 15. Juli 2024

Rezension: `Die gehorsame Tochter` von Laure van Rensburg

 

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Nichts ist, wie es scheint!








Abigail ist die Tochter des Pastors der New American Baptist Church. Sie fühlt sich wohl bei der Gemeinde und in ihrer Familie und ist seit jeher eine gehorsame Tochter. Ihr Leben ist perfekt.

Als ihre Eltern bei einem Brand ums Leben kommen, kann sie sich an nichts erinnern. Alle gehen von einem tragischen Unglück aus  und schieben ihre Amnesie auf den Schock.

Die Kapitel sind aufgeteilt in `Heute` und in die Zeit vor dem  Brand, und wir erfahren durch Rückblenden nach und nach, was wirklich geschehen ist.

Als Abigail eine junge Frau kennen lernt, kommen ihr zum ersten Mal Zweifel, ob alles wirklich so perfekt ist in ihrer Gemeinde.

Und langsam kehrt auch die Erinnerung zurück....

Mir gefiel `Die gehorsame Tochter` gut, die Story war spannend und dazu hat Laure van Rensburg eine sehr ästhetische und wunderbar metaphernreiche Sprache, die mich begeistert hat.

Man muss sich beim Lesen allerdings richtig konzentrieren, denn es ist manchmal etwas schwierig, sich so schnell auf die  hin- und herspringenden Zeiten einzustellen.  

Von mir gibt es eine Leseempfehlung für `Die gehorsame Tochter.`

                                                 







 

 




                                         


Sonntag, 14. Juli 2024

Rezension: `Das Haus Kölln- Wahres Glück` von Elke Becker

 

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Abschluss der Kölln Saga!








Der  dritte und letzte Teil der Kölln Saga beginnt kurz vor dem zweiten Weltkrieg und spielt an verschiedenen Schauplätzen, Norwegen, Hamburg und Elmshorn. 

Claus weigert sich, der NSDAP beizutreten, und erst als man ihn verhaftet und droht, ihm die Firma wegzunehmen, lenkt er ein.

Als der Krieg beginnt, leben Bertha und Magdalene in Hamburg, um zu studieren, doch meist dreht sich eher alles um Musik und Swing.

Die jüdischen Verwandten sind gezwungen, nach Norwegen zu fliehen, und zu Elses Entsetzen werden Peter und Ernsthermann eingezogen, genauso wie die Arbeiter aus dem Werk. Zur Hilfe bekommen die Köllns polnische Zwangsarbeiter zugewiesen. 

Der Krieg kommt mit aller Macht und hält einige Schicksalsschläge, auch für die Familie Kölln bereit. Selbst in den entlegeneren Orten ist man vor Bomben nicht sicher.

Der dritte und letzte Teil der Kölln Saga hat mir nicht ganz so gut gefallen wie die vorigen, vielleicht weil es diesmal hauptsächlich um das Kriegsgeschehen ging und weniger um das Werk.

Dazu störten mich diese Unmengen an Personen, denn ich hatte nicht mehr die ganzen Namen der Verwandten aus den ersten Teilen im Kopf. Da wäre ein Personenverzeichnis sehr hilfreich gewesen, vor allem für Leser, die vielleicht erst mit diesem Band einsteigen.

Insgesamt fand ich die Kölln Saga aber richtig klasse, nur der letzte Teil war ein wenig schwächer als die ersten beiden.

         




                

Mittwoch, 10. Juli 2024

Rezension: `Wo Meer auf weiße Felsen trifft` von Mina Baites

 

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Maiden`s Gold 









Dover, 1900. 

Sofie führt ihre Pension und das Gasthaus Maiden`s Gold allein, Männer hält sie grundsätzlich auf Distanz. Doch das ändert sich, als der befreundete Frater Johann mit seinem Bekannten Ari Koning länger bei ihr logiert.

In einem anderen Handlungsstrang führt uns die Autorin nach Südafrika. Dort erfahren wir, was auf der Farm der Familie Huisman passiert, denn das ist das Zuhause von Daan Huisman, wie Ari mit richtigem Namen heißt.

 Mina Baites neuester historischer Roman ist leicht geschrieben, lässt sich sehr gut lesen und die Geschichte hat mir gefallen. Im Maiden`s Gold verkehren jede Menge unterschiedliche Personen mit interessanten Lebensgeschichten, aber auch die Kapitel aus Südafrika waren informativ.

Ich hoffe auf jeden Fall, dass ein zweiter Band geplant ist, denn für mich blieben noch Fragen offen.

                                                                                           


Dienstag, 9. Juli 2024

Rezension: `Die falsche Patientin` von Saskia Calden

 

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Erschreckendes Thema!









Als Judith die Augen aufschlägt, stellt sie fest, dass sie sich in einer psychiatrischen Klinik befindet. Sie hat keine Ahnung, wie sie hierhin gekommen ist.

Als der Arzt sie mit einem anderen Namen anspricht, versucht sie ihm klarzumachen, dass sie nicht Laura, sondern Judith heißt. Doch niemand glaubt ihr, und wenn sie zu aufmüpfig ist, wird sie ruhiggestellt.

In einem anderen Handlungsstrang wird Kommissarin Evelyn Holm zu einem Mordopfer gerufen. Im Laufe der Ermittlungen weist alles auf Judith als Täterin hin, doch sie ist nicht auffindbar.

Währenddessen stellt sich heraus, dass Judiths Psychiater Dr. Brenner genau weiß, wer sie ist. Aus welchem Grund hält er sie hier gefangen?

Auch der zweite Thriller, den ich von der Autorin lese, hat mir gefallen. Bis zum Schluss ist das Motiv für den Mord und das Festhalten in der Psychiatrie unklar.

Der Stil von Saskia Calden lässt sich sehr gut lesen und man ist schnell in der Handlung drin.

Ein spannendes und erschreckendes Thema, denn ich habe mir beim Lesen des Öfteren vorgestellt, dass das vielleicht wirklich so passieren könnte.

Im Nachwort schrieb die Autorin: "Natürlich kann man einen Thriller nicht mit der Realität vergleichen. Interessante Figuren sind mutiger, abgründiger und cleverer als unser reales Umfeld." 

Ich kritisiere ja immer schnell, dass mir Thriller zu unrealistisch sind, aber die Aussage hat mir gefallen, denn vielleicht muss man beim Lesen wirklich nicht unbedingt hart an der Realität sein.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung für `Die falsche Patientin.`

                                              








Montag, 1. Juli 2024

Rezension: `Die Fremde in meinem Haus` von J.P. Delaney

 

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Spannendes Lesevergnügen!








Susie ist überglücklich, als sich die 15jährige Anna bei ihr meldet. Es handelt sich um ihre Tochter, die als Baby zur Adoption freigegeben wurde.

Anna erzählt schreckliche Dinge über ihre Adoptiveltern und Susie bittet sie, bei ihr und ihrem Ehemann Gabe zu wohnen. 

Aus der Sicht des Adoptivvaters hört sich einiges völlig anders an, aber Susie glaubt natürlich ihrem Kind.

Das Zusammenleben gestaltet sich jedoch weit schwieriger, als angenommen. Susie will alles wieder gutmachen, was sie in 15 Jahren versäumt hat, und Anna nutzt das gnadenlos aus. Trotzdem glaubt Susie, mit viel Liebe wird das schon werden. Dass dem nicht so ist, merken sie und ihr Mann ziemlich schnell.

Auch dieser Thriller von J.P. Delaney war wieder richtig gut. Ein spannender Plot, facettenreiche Charaktere und flüssiger Schreibstil machen `Die Fremde im Haus` zu einem Lesevergnügen.

Ganz klare Leseempfehlung von mir!

                             


Mittwoch, 26. Juni 2024

Rezension: `Im Kopf des Bösen- Ken und Barbie` von Axel Petermann und Petra Mattfeldt

 

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Spannung pur!
















Als im Rhein bei Köln eine einbetonierte Leiche gefunden wird, zieht man die Profilerin Sophie Kaiser und ihren Kollegen Leonard Michels hinzu.
Durch ihr Asperger Syndrom erkennt Sophie oft Zusammenhänge, die ihren Kollegen verborgen bleiben. Leonard und sie sind ein eingespieltes Team, er ist der Einzige, der ihr spezielles Verhalten versteht und bestens damit klarkommt.


Dies ist der zweite True Crime Fall von Axel Petermann und Petra Mattfeldt und ist angelehnt an einen wahren Fall aus Amerika.
`Ken und Barbie` hat mir noch viel besser gefallen als der erste Band. Diesmal hatte ich keinerlei Anfangsschwierigkeiten mit Sophies Wesen, sondern war direkt in der Story drin.
Absolut spannend, wie die Arbeit eines Profilers beschrieben wird.
Schritt für Schritt tasten sich Sophie und Leonard bis zu einem entscheidenden Hinweis an den Täter heran.
Im Nachwort wird noch einmal auf die wahre Geschichte eingegangen, was auch mega interessant ist.
Mich hat `Ken und Barbie` von der ersten Seite an gepackt und bis zum Ende gefesselt.

                               

Dienstag, 25. Juni 2024

Rezension: `Hast Du Zeit?` von Andreas Winkelmann

 

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Die Zeit läuft...









Michelles Kollegin Conny fühlt sich verfolgt, doch die Polizei nimmt sie nicht ernst. So bittet Michelle ihren Vater Erik, einen pensionierten Polizeibeamten, um Hilfe.

Gerade als Erik sich darum kümmern will, fällt Conny einem Verbrechen zum Opfer. Trotzdem versucht Erik herauszufinden, was genau passiert ist, doch dann verschwindet  Michelle. Er lernt die Lilly, die Partnerin eines  Entführungsopfers kennen und sieht im Gegensatz zur Polizei  Parallelen. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als allein mit Lillys Hilfe zu ermitteln.

Andreas Winkelmann hat mit `Hast du Zeit?` einen Thriller geschrieben, der etwas Anlauf braucht. Es werden jede Menge Personen ins Spiel gebracht, und es dauerte, bis ich alle zuordnen konnte. 

Auch der Täter kommt zu Wort, und man erfährt  mehr über ihn und was ihn zu seinen Taten motiviert hat. 

 Obwohl ich es manchmal etwas unrealistisch fand, haben kurze Kapitel, häufige Szenenwechsel und eine rasante, temporeiche Erzählweise trotzdem einen spannenden Thriller ergeben.