Dienstag, 3. Februar 2026

Rezension: `Der Pakt der Verräter` von Ellin Carsta

 

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Dunkle Zeiten auf Gut Falkenbach!










Bernried am Starnberger See, 1943. Der Krieg ist für viele Menschen bereits verloren, doch an der Front wird weitergekämpft. Paul Friedrich und Wilhelm verfolgen zwar das gemeinsame Ziel, Hitler zu stürzen und den Krieg zu beenden, entwickeln jedoch unterschiedliche Vorstellungen vom richtigen Vorgehen. Zum ersten Mal entsteht Misstrauen zwischen ihnen.

Wilhelmine und Johannes befinden sich weiterhin auf der Flucht. Elisabeth führt inzwischen die Bäckerei ihrer Mutter, jammert wegen ihrer gescheiterten Ehe und bleibt zugleich ein Risiko für beide Familien. Paul Friedrich versucht für alles eine Lösung zu finden, bis ein unerwartetes Ereignis die Familien von Falkenbach und Lehmann erschüttert.

Ellin Carsta setzt die Reihe, wie gewohnt spannend fort und verbindet die Handlung erneut mit historischen Fakten. Besonders hilfreich fand ich, dass sie wichtige Ereignisse aus früheren Bänden immer wieder aufgreift. Nach zwölf Teilen erleichtert das den Wiedereinstieg erheblich.

Trotz der Vielzahl an Figuren und Handlungssträngen ist es ihr gelungen, die Atmosphäre von Gut Falkenbach sofort wieder lebendig werden zu lassen. Man begleitet die Familien wie gewohnt und bangt, freut sich oder trauert mit ihnen.

Im Juni`26 soll der abschließende Band der Falkenbach Saga erscheinen. Gerne hätte ich erfahren, wie sich das Leben nach Kriegsende weitergestaltet. Vielleicht überlegt es sich die Autorin noch einmal, was mich sehr freuen würde.







Mittwoch, 28. Januar 2026

Rezension: `Die Farm der Mädchen` von Hans Rosenfeldt

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Guter Ansatz, zu viele Umwege!










Die Polizistin Hannah kehrt zum ersten Mal seit dem Tod ihres Mannes in den Dienst zurück und muss sich direkt mit dem Tod eines Babys auseinandersetzen. 

Die Handlung verläuft in mehreren Strängen, von denen besonders die Einblicke in eine Organisation, die junge Frauen aus dem Ausland zur Leihmutterschaft zwingt, unter die Haut gehen. Die Thematik ist bedrückend und erschütternd, und auch Hannah und ihre Kollegen sind entsetzt, auf welche menschlichen Abgründe sie bei den Ermittlungen stoßen.

Auch Hannahs Privatleben nimmt viel Raum ein. Der Verlust ihres Mannes, die schwere Erkrankung ihres Vaters und das Gefühl, nun weitgehend allein dazustehen, belasten sie spürbar.

Trotz einiger starker Ansätze konnte mich das Buch nicht vollständig fesseln. Durch die Vielzahl an Figuren, teils mit ähnlich klingenden Namen wie Gordon und Morgan, teils mit wechselnden Spitz- und Klarnamen, habe ich schnell den Überblick verloren.

Oft wirkte die Handlung unnötig in die Länge gezogen, und die Spannung verlor sich in zu vielen Nebensträngen. Aus diesem packenden Thema hätte man meiner Meinung nach deutlich mehr herausholen können. Ich vergebe 3,5 Sterne.


                                         


Donnerstag, 22. Januar 2026

Rezension: `Rebecca- Schatten über Buchan Manor` von Astrid Korten

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Düstere Familiengeheimnisse!










Nach einem Überfall, der sie noch immer belastet, zieht Fiona Ross mit ihrem Mann in das alte Schloss seiner Familie, der Campbells. Sie hofft, dort endlich zur Ruhe zu kommen. Doch schon bald hat sie das Gefühl, in den dunklen Gemäuern nicht allein zu sein. Immer wieder hört sie Stimmen, die sonst niemand wahrnimmt. Wer oder was geistert hier herum?

Als Fiona einen alten Zeitungsausschnitt über Rebecca entdeckt, eine Vorfahrin ihres Mannes, von der sie noch nie gehört hat, beginnt sie Fragen zu stellen. Warum wurde in der Familie nie über diese Frau gesprochen? Wer lebte früher in diesem Schloss, und was geschah vor hundert Jahren?

Es lässt Fiona keine Ruhe und sie versucht, herauszufinden, wer die Campbells wirklich waren. Sie stößt auf alte Berichte über Frauenmorde in dem kleinen Ort. Alles deutet dabei auf Baron Campbell hin. War der Urgroßvater ihres Mannes ein Serienmörder?

Parallel dazu lernen wir in einer zweiten Zeitebene Maisie kennen, ein junges Dienstmädchen, das früher bei Baron Campbell arbeitete.

Astrid Korten verbindet Gruselelemente, historische Geschehnisse und die Gegenwart zu einem spannenden Psychothriller, der sich flüssig lesen lässt. Besonders gelungen finde ich die düstere Atmosphäre, die sich von der ersten bis zur letzten Seite durchzieht.

Das Ende hat mich allerdings überrascht, denn einige Auflösungen kamen völlig anders, als ich erwartet hatte.

Wer Lust auf Gänsehaut, Familiengeheimnisse und eine ungewöhnliche Wendung hat, liegt bei  `Rebecca- Schatten über Buchan Manor` richtig.


                                              



Mittwoch, 14. Januar 2026

Rezension: ´Nordische Finsternis` von Niklas Sonnenschein

 

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Eiskalte Ermittlungen!










Ich kenne die Ermittler Karl und Mats bereits aus den vorigen Bänden, und auch diesmal arbeiten sie wieder mit Mikkel zusammen, dem Polizisten aus Spitzbergen.

Dort wurde eine, von einer Schneefräse übel zugerichtete Leiche gefunden, und kurz darauf wird der örtliche Polizeichef angeschossen und schwer verletzt.

Im Verlauf der Ermittlungen stoßen die drei auf Spuren, die tief in die Vergangenheit weisen. In mühsamer Kleinarbeit setzen sie die Puzzleteile zusammen, und plötzlich ist schnelles Handeln gefragt, denn zahlreiche Menschen schweben in großer Gefahr.

Ich mag die Krimis von Niklas Sonnenschein sehr, die düstere, kalte Atmosphäre Spitzbergens, die sympathischen Ermittler und die interessanten Fälle. Diesmal hat der Autor zum Schluss noch einmal richtig aufgedreht, die Handlung nimmt rasant Fahrt auf und endet mit einem fulminanten Finale.

Wer nordische Krimis mag, sollte hier zugreifen!









Donnerstag, 8. Januar 2026

Rezension: `Der Retter der Mütter` von Péter Gárdos

 

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Ein Leben für die Mütter!















Der Name Ignaz Semmelweis war mir im Zusammenhang mit Hygiene natürlich ein Begriff, doch über das Leben dieses genialen Arztes wusste ich bisher kaum etwas.

Die Geschichte setzt 1839 in seiner Jugend in Buda ein, seiner Heimatstadt. Eigentlich sollte Ignaz das Geschäft seines Vaters übernehmen, doch er hatte sich in den Kopf gesetzt, Medizin zu studieren. Gemeinsam mit seinem Freund Stolz geht er an die Universität in Pest, und beide werden schließlich Ärzte. Ihr erster Einsatz führt sie an die Geburtenstation eines Krankenhauses.

Semmelweis lässt der Gedanke keine Ruhe, warum so viele Frauen nach der Geburt sterben. Und warum überleben die Mütter auf der reinen Hebammenstation, ganz ohne Ärzte, deutlich häufiger? Tag und Nacht sucht er nach der Ursache, beinahe besessen von dem Wunsch, das Rätsel zu lösen.

Der Einstieg ins Buch war für mich etwas schleppend, vor allem weil kaum wörtliche Rede vorkommt, was ich normalerweise nicht so gern mag. Doch sobald ich in Semmelweis’ Leben eingetaucht war, hat mich die Geschichte gefesselt. 

Péter Gárdos hat das Wirken von Semmelweis hervorragend recherchiert und in einen interessanten und spannenden Roman verwandelt. 

Ignaz Semmelweise, ein Mann, der ein Leben lang für die Mütter kämpfte und erst lange nach seinem Tod gehört wurde.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung!





Dienstag, 23. Dezember 2025

Rezension: `Tiefe Schuld` von Laura Dave

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Späte Wahrheit!










Nora leidet schwer unter dem Unfalltod ihres Vaters Liam Noone, vor allem, weil sie erst vor kurzem ihre Mutter verloren hat. Zu ihren Halbgeschwistern hat sie seit Jahren kaum Kontakt, das Verhältnis ist distanziert und brüchig. Umso überraschter ist sie, als ihr Bruder Sam sie bittet, mit ihm nach Kalifornien zu fliegen. Er glaubt nicht an einen Unfall.

Über sich selbst überrascht stimmt Nora zu, und gemeinsam versuchen die beiden, die letzten Tage ihres Vaters zu rekonstruieren. Dabei stoßen sie auf ein lebenslang gehütetes Geheimnis. Schritt für Schritt nähern sich die Geschwister einander wieder an und entdecken, dass sie ihren Vater nie wirklich gekannt haben.

In Rückblenden erleben wir den jungen Liam und seine große Liebe und lange bleibt unklar, um wen es sich dabei handelt.

Aufgrund des Klappentextes hatte ich einen Krimi erwartet, tatsächlich aber handelt es sich um einen eher ruhigen Roman über Familie, Schuld und all das, was wir aneinander oft übersehen.

`Tiefe Schuld` hat mir gut gefallen, auch wenn es nicht durchgängig hochspannend ist. Die Stärke des Romans liegt weniger im Nervenkitzel als in der emotionalen Tiefe und der feinfühligen Annäherung an eine zerrissene Familie.

Wer keinen klassischen Krimi erwartet, sondern eine ruhige, atmosphärische Familiengeschichte, wird hier fündig. 


                   


                          



Sonntag, 21. Dezember 2025

Rezension: `Sündflut 1784` von Marco Hasenkopf

 

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Hexenwahn und ein Wettlauf gegen die Zeit!








Cöln, 1784. Amtmann Henrik van Venray hat die große Flut in Cöln überlebt, doch in der Stadt herrschen Krankheit, Hunger und unermessliches Leid. Viele Häuser liegen in Trümmern. Gemeinsam mit der Apothekerwitwe Anna Maria Scheidt macht er sich auf den Weg zurück nach Düsseldorf.

Entgegen Henriks Rat reist die eigenwillige Anna Maria schon wenige Tage später erneut nach Cöln, nur in Begleitung eines Landreiters. Sie will ihren Besitz in Mülheim sichern und ihr Haus verkaufen, bevor es Plünderern zum Opfer fällt. Als sie den zuständigen Anwalt aufsucht, gerät sie jedoch in einen Hinterhalt. Man beschuldigt sie, den Mann auf grausame Weise ermordet zu haben. Rasch schiebt man ihr auch die Schuld an der Flutkatastrophe zu und behauptet, sie sei eine Hexe. Anna Maria droht die Hinrichtung.

Als Henrik davon erfährt, eilt er ihr nach. Er will den wahren Täter finden, doch die Zeit läuft ihm davon, denn bis zur geplanten Hinrichtung bleiben nur wenige Tage.

Marco Hasenkopf ist mit diesem Roman ein authentisches historisches Werk gelungen. Der Autor hält sich eng an die tatsächlichen Fakten und verwebt sie mit einer spannenden und berührenden Handlung. Er fängt die beklemmende Stimmung während der Gerichtsverhandlungen auf dem Marktplatz meisterhaft ein, eine Atmosphäre, in der es nur eines leisen Verdachts bedarf, um eine bislang unbescholtene Frau zum Sündenbock für die Flut und alles Unheil zu machen.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.







Dienstag, 9. Dezember 2025

Rezension: `Der Freund` von Freida McFadden

 

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WOW! Was für ein Pageturner!!










Sydney ist am Boden zerstört, als sie ihre Freundin Bonnie  ermordet auffindet. Die Polizei vermutet einen Serienmörder, der seine Opfer zuvor gezielt kontaktiert. Auch Bonnie hatte sich seit einiger Zeit mit einem Mann getroffen.

Erst Monate später wagt Sydney wieder, sich zu verabreden und glaubt, mit dem attraktiven Dr. Brown endlich das große Glück gefunden zu haben. Doch sie verdrängt, dass da draußen immer noch jemand anderes ist, der sie beobachtet und verfolgt.

Freida McFadden ist erneut ein packender Thriller gelungen. Schon ab der ersten Seite ist man mitten in der Handlung. In Rückblenden lernen wir Tom kennen, der unsterblich in Daisy verliebt ist und dennoch verstörende, unheimliche Gedanken hat, sobald er sie sieht.

Die Autorin versteht es meisterhaft, ihre Leser in Atem zu halten. Mit raffinierten Plottwists und einer unvorhersehbaren Handlung sorgt sie dafür, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Und wenn man die letzte Seite erreicht hat, ist man traurig, weil es vorbei ist. Ihr merkt schon, ich bin total geflasht!!


                           


Montag, 8. Dezember 2025

Rezension: `Wem du traust` von Petra Johann

 

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Spannend und nicht vorhersehbar!!









Ich hatte mich sehr auf den neuen Krimi von Petra Johann gefreut und wurde auch diesmal nicht enttäuscht.

Die fünfzehnjährige Sofia kehrt nach einem Babysitter-Abend nicht nach Hause zurück. Rasch fällt der Verdacht auf Daniel Kramer, den Vater des kleinen Linus, der sich in widersprüchliche Aussagen verstrickt. Seine Frau Eva, seit Jahren die engste Freundin von Sofias Mutter, ist verzweifelt: Sie liebt Sofia wie eine Tochter, aber hält trotzdem unbeirrt zu ihrem Mann.

Polizistin Heidi folgt zahlreichen Spuren, doch immer wieder führt alles zurück zu Daniel Kramer. Als er sich weigert, einen DNA-Test zu machen, spitzt sich die Lage dramatisch zu. Bald erinnert man sich an einen Mord an einer Schülerin, der fünfzehn Jahre zurückliegt. Könnte es derselbe Täter sein? Damals jedoch besaß Daniel ein wasserdichtes Alibi.

Petra Johann gelingt es, die Spannung stetig zu steigern, ohne auf blutige Szenen oder Schockeffekte zurückzugreifen. Stattdessen setzt sie auf psychologische Feinheiten und auf das geschickte Verknüpfen von Spuren. Die Ermittler setzen Puzzlestück für Puzzlestück zusammen, doch immer bleiben kleine Ungereimtheiten, die den Leser miträtseln lassen.

Die Auflösung überzeugt und auch hier beweist die Autorin wieder ihr Gespür für Spannung ohne Effekthascherei.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

                                            




Donnerstag, 4. Dezember 2025

Rezension: `Die Notlüge` von Jutta Maria Herrmann

 

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Ein Thriller voller Abgründe!!










Als Rankas Mutter Agnes nach einem Autounfall im Koma liegt, kommt zu der Sorge um ihren Zustand noch eine schockierende Erkenntnis. Bei einer Untersuchung stellt sich heraus, dass Agnes nicht ihre leibliche Mutter ist. Ranka ist verzweifelt und versucht, herauszufinden, was in der Vergangenheit geschehen ist, denn Adoptionspapiere sind nicht vorhanden.

Bei ihrer Recherche stößt sie auf alte Zeitungsartikel über einen nie aufgeklärten Mord, und nach und nach fügen sich die Puzzlestücke zusammen. Ist ihre Mutter möglicherweise eine Mörderin?

Jutta Maria Herrmann hat erneut einen packenden Psychothriller geschrieben. Die Spannung baut sich diesmal langsam auf, was mir gut gefallen hat. Im Verlauf der Geschichte geschehen mehrere Morde. Jemand will um jeden Preis verhindern, dass die Geheimnisse der Vergangenheit ans Licht kommen. Als Leser tappt man lange im Dunkeln, was genau vor sich geht. Ranka weiß nicht, wem sie trauen kann und wem nicht. Sogar ihr bester Freund Aaron verhält sich plötzlich merkwürdig.

Zum Ende hin nimmt die Story rasant Fahrt auf, und die Ereignisse überschlagen sich. Völlig überraschende Wendungen halten den Leser in Atem. Auch wenn mir manches am Schluss doch etwas übertrieben schien, hat das der Spannung keinen Abbruch getan.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung!