Donnerstag, 26. Januar 2023

Rezension: `Overkill- Der Sündenfall` von Astrid Korten

 

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Wieder mal ein packender Thriller!









 Tote ausgeweidete Kaninchen, die gefunden wurden, haben die Bewohner der Johannisgasse in Angst und Schrecken versetzt. Als auch noch Andreas Tauber ermordet in seiner Wohnung in Hausnummer 17 liegt, ist es mit der Ruhe ganz vorbei.

 Julia, die mit ihrer Familie unter ihm wohnt, trifft das besonders hart, denn sie hatte ein heimliches Verhältnis mit ihm.

Die Polizei vermutet, dass der Mörder sich unter den Nachbarn im Haus befindet oder ins Haus gelassen wurde. Das alles kann man in den Aufzeichnungen der Schließanlage ersehen.

Die Geschichte ist aus der Sicht Julias geschrieben, aber in Kursivschrift kommt jemand anderes zu Wort. Der Mörder! Bis zum Schluss tappt der Leser ziemlich im Dunkeln, um wen es sich dabei handelt.

`Overkill` ist der Auftakt zu einer Reihe mit Hauptkommissarin Mo Celta. Sie ermittelt hier, aber sie kommt eher als Nebenfigur vor. Ich hoffe dass sie in den nächsten Teilen präsenter wird und man mehr von ihr erfährt. 

Die Hauptpersonen in `Overkill` sind die Bewohner der Johannisgasse 17. Welcher der Nachbarn hat etwas zu verbergen? Inzwischen traut niemand mehr dem anderen. Julia fühlt sich dauernd beobachtet und fragt sich, ob jemand von ihrem Verhältnis mit Andreas wusste. Was ist in der geheimnisvollen Tiefkühltruhe im Gemeinschaftskeller? Woher stammen die toten Kaninchen?

Astrid Korten versteht es immer,  mich mit ihrer bildhaften Sprache an die Seiten zu fesseln. Ich hatte beim Lesen die Johannisgasse und ihre Bewohner genau vor Augen.

Die Autorin schafft es, die Leser mit unerwarteten Wendungen zu verwirren und dabei die Spannung hochzuhalten.

Mit `Overkill` ist ihr wieder mal ein besonders packender Thriller gelungen!


                         


Sonntag, 22. Januar 2023

Rezension: `Verschwunden` von Sabine Thiesler

 

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Wieder eine Superstory!!!









Commissario Donato Nero aus Ambra in der Toskana beschäftigt sich mit dem Verschwinden des kleinen Jonas. Der Junge ist nicht der einzige Mensch, der in der letzten Zeit verschwunden ist. Manche tauchen mit schlimmen Verletzungen wieder auf, andere sieht man nie wieder. Doch am Anfang ist Nero gar nicht so recht bei der Sache. Er träumt von seiner Pension und seine Frau Gabriella von einem Haus am Meer.

Sie bitten die Immobilienmaklerin Elena Ludwig um Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück.

Elena besitzt ein außergewöhnliches Hobby. Ab und zu verschwindet sie für ein paar Tage, um mit Unbekannten Sex zu haben, und niemand aus ihrem Umfeld ahnt, was in dieser Zeit passiert. Bisher hatte sie immer Glück, aber sie könnte auch mal an den Falschen geraten. Doch dann lernt sie einen gut aussehenden Banker kennen, für den sie Gefühle entwickelt.

In einem anderen Handlungsstrang geht es um den attraktiven Arzt Nevio, der in Ambra eine Praxis betreibt und mit seinem zurückgebliebenen Bruder und sieben zahmen Wölfen in einer Villa lebt.

Sabine Thiesler hat uns mit dem neuesten Fall für Commissario  Nero wieder mal tief in menschliche Abgründe blicken lassen. Ihre Figuren sind oft besonders krass und schräg.

Auch wenn mir die Geschichte an manchen Stellen etwas zu abgedreht vorkam, bin ich doch überzeugt, dass es sich irgendwo auf der Welt so ähnlich abspielen könnte.

Sabine Thiesler schafft es mal wieder, mich von Seite eins bis zum Ende zu fesseln. Auch wenn man schon früh weiß, wer hier ein böses Spiel treibt, tut das der Spannung keinen Abbruch. 

Die verschiedenen Handlungsstränge fügen sich am Ende zusammen, sodass keine Fragen offen bleiben. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung für diesen packenden Thriller.


                                                          




Donnerstag, 19. Januar 2023

Rezension: `Grenzfall- In der Stille des Waldes` von Anna Schneider

 

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Bisher der beste `Grenzfall`!!!
















Chefinspektor Krammer hat einem sehr merkwürdigen Fall zu bearbeiten. Durch Zufall wurde bei Bauarbeiten ein präparierter Dachs gefunden, der beim Auseinanderbrechen Babykleidung freigab. Als Krammer nachforscht, kommt er einer unfassbaren Geschichte auf die Spur.

Zur gleichen Zeit soll sich Alexa eigentlich zuhause von ihrer Schussverletzung erholen. Als ihr ehemaliger Kollege Jan vor der Tür steht und sie um Hilfe bei einem alten Fall bittet, sagt sie trotzdem sofort zu.

Diesmal haben wir Leser es mit zwei komplexen Fällen zu tun, bei denen Krammer und Alexa nicht zusammenarbeiten. Vor allem die Sache mit der eingearbeiteten Babykleidung verleitet zu Spekulationen. Was ist passiert und wo befindet sich das Baby? Denn eine Babyleiche gibt es nicht, und es steht auch kein verstorbenes Kind im Melderegister.

Zwischendurch sind manche Kapitel in Kursivschrift gedruckt, die zusätzlich Spannung erzeugen, weil man nicht weiß, wer hier spricht.
Anna Schneider konnte mich mit dem neuen Grenzfall wieder begeistern. Diesmal ging es mehr um die Ermittlungen und nicht soviel um Privatkram. Das hat mir sehr gut gefallen, und ich fand, `In der Stille des Waldes` war bisher der beste und spannendste Grenzfall. Nun müssen wir uns bis 2024 gedulden, denn dann geht es mit Alexa und Krammer weiter.

                    

Dienstag, 17. Januar 2023

Rezension: `Mehr als die Gerechtigkeit` von Melanie Metzenthin

 

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Hat mir leider nicht so gefallen!









Ich liebe die Reihe um Friederike und Gut Mohlenberg und freute mich auf  Band vier. Leider konnte mich dieser Teil so gar nicht begeistern.

Die Geschichte spielt diesmal nicht auf Gut Mohlenberg, sondern Friederike und ihre Tochter Charlotte sind auf die Bitte von Dr. Richard Hellmer nach Hamburg gereist. Es geht um die Zwangssterilisationen im dritten Reich und Friederike ist gerne bereit, einige Zeit dort zu verbringen und dem Arzt bei der Aufklärung zu helfen.

Charlotte lernt den britischen Piloten Thomas kennen, den die aufmerksamen Leser der Melanie Metzenthin Bücher, genau wie Richard Hellmer schon kennen.

Der Anfang war eigentlich noch ganz okay, aber dann wurde es für mich immer langatmiger. Trotz einer Mordermittlung, an der Friederike sich beteiligt, schleppt sich die Geschichte dahin, und ich musste mich wirklich durchquälen.

`Mehr als die Gerechtigkeit` ist das erste Buch von Melanie Metzenthin, das mir nicht gefallen hat, aber das kann ja mal vorkommen. Da es der letzte Band der Reihe ist, freue ich mich jetzt auf etwas ganz Neues von der Autorin, das hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt.

                                 




Dienstag, 10. Januar 2023

Rezension: `Kuckuckskinder` von Camilla Läckberg

 

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Spannend, aber etwas verwirrend!!









Lange mussten die Leser auf einen neuen Krimi aus Fjällbacka warten und nun ist das langersehnte Buch endlich da. 

Der bekannte Fotograf Rolf Stenklo wird in seiner Galerie ermordet aufgefunden. Er war gerade dabei, eine ganz besondere Ausstellung vorzubereiten, und zwar eine bildliche Reise in die Vergangenheit.

Kommissar Patrick Hedström ermittelt in dem Mordfall und seine Frau Erika Falck bekommt Hinweise, dass der Mord etwas mit einem nie aufgeklärten Verbrechen in den 80er Jahren zu tun haben könnte. Sie beginnt ebenfalls zu recherchieren, um zu prüfen, ob die Story Potenzial für ihr neues Buch hat.

Es hat lange gedauert, bis ich halbwegs in die Geschichte reinkam. Es wurden so viele Personen vorgestellt, dass ich irgendwann komplett den Überblick verlor. 

Ab dem zweiten Drittel hatte ich dann die Namen halbwegs sortiert und konnte endlich in die Story eintauchen.

In Rückblenden erzählt die Autorin, was es mit zwei Todesfällen in den 80er Jahren auf sich hatte. Ich fand diese Kapitel am spannendsten und wollte natürlich unbedingt herausfinden, in welcher Verbindung die alten Fälle mit dem aktuellen Geschehen stehen.

`Kuckuckskinder`  war spannend, teilweise aber extrem verwirrend und an manchen Stellen auch etwas unglaubwürdig.

Ich vergebe ganz knappe 4 Sterne und hoffe, dass der nächste Fjällbacka Krimi wieder mehr wie früher wird.


                              


Freitag, 30. Dezember 2022

Rezension: `Meine fremde Mutter` von Christiane Dieckerhoff

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 Hat meine Erwartungen nicht ganz erfüllt!!







Kurz nach dem Tode ihres Vaters erfährt Rabea, dass die Frau des Vaters nicht, wie sie immer geglaubt hat, ihre Mutter ist. Diese Tatsache wirft sie völlig aus der Bahn.

Ihre leibliche Mutter soll die gesuchte Terroristin Nika sein, nach der seit Jahrzehnten gefahndet wird.

Rabea macht sich auf die Suche, um herauszufinden, was damals passiert ist und ob Nika noch lebt.

In Rückblenden erfahren die Leser, was 1989 geschah und wer die geheimnisvolle Nika eigentlich war.

Dieses spezielle Thema interessiert mich sehr, und ich lese gerne Bücher, die über Hintergründe und allgemein die Zeit der RAF berichten.

Die fremde Mutter“ fing sehr vielversprechend an, doch nach dem großartigen Beginn der Story habe ich eigentlich deutlich mehr erwartet.

Rabea benahm sich oft extrem merkwürdig, und viele ihrer Handlungen konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen.

Ich habe mich zwar bis zur letzten Seite durch die Geschichte gekämpft, es waren auch durchaus spannende Kapitel dabei, doch insgesamt konnte mich das Buch nicht wirklich fesseln.

Hinzu kommt noch, dass mehrmals die Namen vertauscht, und Rabea und Nika verwechselt wurden. Das fand ich nervig. 

Fazit: Mir gefallen die Spreewaldkrimis von Christiane Dieckerhoff um Klassen besser als dieser Roman.

                                                   


Donnerstag, 22. Dezember 2022

Rezension : ` Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum` von Malin Stehn

 


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Happy New Year!








Es sollte eine fröhliche Silvesterparty mit alten Freunden werden.  Malena, Nina und Lollo sind seit der Schulzeit befreundet, auch wenn sie sich inzwischen nicht mehr viel zu sagen haben. Doch die gemeinsame Silvesterparty hat seit Jahren Tradition.

So ganz haut das diesmal allerdings nicht hin. Es fließt reichlich Alkohol, und der Gastgeber vergreift sich im Ton gegenüber Malenas neuem Freund. 

Auch Ninas Mann Fredrik hat keine rechte Lust aufs Feiern. Als dann noch Jennifer, die siebzehnjährige Tochter der Gastgeber aus der Nähe anruft und mit ihm reden will, ist seine Stimmung ganz im Keller. Am nächsten Tag ist Jennifer verschwunden, und Fredrick verstrickt sich immer tiefer in Lügen.

 Der Leser tappt ziemlich im Dunkeln, was an dem Abend passiert ist. Die Geschehnisse werden abwechselnd aus der Sicht der Pärchen erzählt. Anhand der Datumsangabe in jedem Kapitel kann man direkt erkennen, wann es sich um einen Rückblick handelt. Nach und nach kommen Dinge ans Tageslicht, die niemand vermutet hätte.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Wenn ein Kind verschwindet, ist das für die Eltern eine unvorstellbare Belastung. Die Autorin hat das sehr gekonnt und authentisch rübergebracht.

Bei ` Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum`  handelt sich um keinen Krimi, sondern eher um einen Roman. Es geht mehr um die Probleme der Familien, als um die Suche nach Jennifer. Trotzdem fand ich die Geschichte sehr spannend.

                                          



Mittwoch, 21. Dezember 2022

Rezension: `Das Glück des Augenblicks` von Ellin Carsta

 

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Es ist viel los bei den Hansens!









Im zweiten Teil der `Kinder der Hansens` Reihe geht es nicht nur um die junge Generation, sondern auch die älteren Familienmitglieder spielen wieder eine größere Rolle als im vorigen Band.

Auguste, die Tochter Friederikes, wohnt auf unbestimmte Zeit bei ihrem Onkel Georg, denn zuhause kann sie aus gewissen Gründen vorerst nicht bleiben.

Eduard merkt nach einem Überfall endlich, in welchen Kreisen er sich bewegt und dass er nicht einfach mit den Geschäften aufhören kann, wenn er genug verdient hat.

Amala muss erstmal einen Zeitungsartikel verarbeiten und Richard ist hinterhältig wie eh und je.

Auch auf ein Wiederlesen mit Therese, Florentinus und Franz können sich die Leser freuen. Franz kann seine Kriegserlebnisse nicht vergessen und macht seiner Familie Sorgen. Die Wiener hoffen aber auf baldigen Besuch aus Hamburg.

Ellin Carsta konnte mich mit dem ersten Teil der Hansen-Kinder nicht so begeistern wie mit den alten Hansens. Jedoch dieser zweite Teil ist wieder genauso schön wie die anderen. Vielleicht musste ich mich auch erst an Amala und die anderen Hansen- Kinder gewöhnen. Jetzt freue ich mich auf den dritten Band, der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt.


                                    


Montag, 19. Dezember 2022

Rezension: `Ginsterhöhe` von Anna Maria Caspari

 

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Schwere Zeiten!









Albert kehrt schwer verwundet aus dem ersten Weltkrieg in seinen Heimatort Wollseifen zurück. Seine rechte Gesichtshälfte ist vollkommen verunstaltet, aber das Schlimmste ist, dass seine junge Ehefrau sich vor ihm ekelt und sich abwendet.

Lange dauert es, bis er wieder ein halbwegs normales Leben führen  und seinen Hof in der Eifel gut bewirtschaften kann. Der Alltag der Bauern bestand aus Arbeit, Arbeit, Arbeit und wenig Vergnügen. Wenn man dann in einer lieblosen Ehe gefangen ist, wird alles noch trostloser. 

Wollseifen ist eigentlich ein idyllisches Örtchen, aber als Jahre später die Macht der Nationalsozialisten immer stärker wird, wird es auch in Wollseifen ungemütlich. Der überzeugte Nazi Meller macht allen im Ort das Leben schwer, und außerdem engagiert er sich stark für den Bau eines NS-Ausbildungszentrums. Nachdem ganz in der Nähe die Ordensburg `Vogelsang` entsteht, ist es mit dem friedlichen Leben ganz vorbei.

Die Autorin hat die Stimmung sehr gut eingefangen. Zuerst gehen die Menschen davon aus, dass sie in Wollseifen unbeschadet durch den Krieg kommen und leben können wie bisher. Dass das nicht so ist, merken sie leider viel zu spät. Nun müssen die Söhne in den Krieg ziehen. 

Albert muss genau wie seine Nachbarn und Freunde schwere Zeiten durchleben, wobei ihn ein Schicksalsschlag noch heftiger trifft als seine Entstellung im Krieg. 

Mir hat das Buch im Großen und Ganzen gut gefallen, jedoch war es teilweise recht langatmig. 

(Die Ordensburg Vogelsang kann man übrigens heute noch besichtigen.)


Dienstag, 13. Dezember 2022

Rezension: `Der Totentanz zu Freiburg` von Astrid Fritz

 

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Neues von Serafina!!











1419, Serafina ist überglücklich, denn die Gauklertruppe, bei der auch ihr Sohn Vitus mitreist, kommt für einige Tage nach Freiburg. Ein Lustspiel soll aufgeführt werden, und Vitus wird diesmal eine Magd darstellen.


Der Marktplatz ist voll mit Zuschauern, als die grell geschminkte Magd mit einem Messer durch die Menge läuft. Das gehört alles zum Spiel, aber nicht, dass plötzlich der Gerbermeister Oblathus mit einem Messer im Rücken tot daliegt.

Von Vitus fehlt jede Spur, und es ist allen schnell klar, wer für den Mord verantwortlich ist.

Natürlich glauben Serafina und ihr Mann Achaz keinen Moment daran, doch es wird schwierig, Vitus` Unschuld zu beweisen.

Astrid Fritz ist inzwischen beim siebten Band der Serafina Reihe angelangt, und es wird immer noch nicht langweilig.

Die Geschichte lässt sich flüssig und gut lesen, der Schreibstil gefällt mir, und die Serafina Reihe ist auch perfekt für den Urlaub oder einige entspannte Stunden geeignet.

Es ist immer wieder interessant, aus dem Alltag der Freiburger im 15. Jahrhundert zu lesen. Schnell wurde auch jemand verurteilt, einfach nur, weil er aus einer Gauklertruppe stammte und gerade am Ort des Geschehens war.

Als sich die Schlinge um Vitus` Hals immer enger zuzieht, macht Serafina einen mutigen Schritt, den sie bisher nie gewagt hat. Doch hilft es ihrem Sohn oder war alles umsonst?