Freitag, 5. April 2019

Rezension: `Nemesis` von Jilliane Hoffman

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Hat mir nicht so gut gefallen!














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`Nemesis` ist Band vier aus der C.-J.-Townsend Reihe. Den ersten Teil `Cupido`  fand ich genial, die anderen nicht so. Allerdings gefällt mir die `Bobby Dees` Reihe von J. Hoffman wieder richtig gut. Nun wollte ich, dem gerade erschienenen `Nemesis` aber doch eine Chance geben. 
C.-J. Townsend arbeitet inzwischen wieder in Miami bei der Staatsanwaltschaft.
Als sie bei einer getöteten jungen Frau eine Art Brandzeichen entdeckt, kommt bei ihr alles wieder hoch. Die Vergangenheit ist plötzlich allgegenwärtig. Sie ist die Einzige, die dem Mörder  William Bantling vor seinem Tod sein Geheimnis entlocken konnte, doch darüber muss sie schweigen. C.-J. weiß genau, was dieses Brandzeichen zu bedeuten hat: `Der Club` ist wieder aktiv und es wird nicht bei diesem einen Opfer bleiben. Um die Mitglieder des Clubs zu stoppen, muss C.-J das Gesetz selbst in die Hände nehmen.

Bis dahin gefiel mir das Buch, doch dann wurde es zu unglaubwürdig. Eigentlich war das, was C.-J. sich vorgenommen hatte, mit viel Vorplanung und Recherche verbunden, doch bei ihr ging alles kinderleicht. Ich fand die Story an den Haaren herbeigezogen und es gab viel zu viele Zufälle, die gerade perfekt passten. Zusätzlich steckt C.-J.  mal eben alles so weg, was passiert und geht einfach zur Tagesordnung über. Ich kann nicht genauer darauf eingehen, sonst würde ich zu viel vom Inhalt verraten.
Plötzlich im krassen Gegensatz zu den Ereignissen finden wir C.-J. und ihren Mann in der Adoptionsstelle wieder. Das passt gar nicht zu einem verantwortungsvollen Menschen, der nicht weiß, was der morgige Tag  bringen wird. 
Man konnte das Buch lesen, wenn man nicht zu viel hinterfragt, aber von mir gibt es diesmal keine Empfehlung.


                                             









Ich danke dem Wunderlich/ Rowohlt Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.






Donnerstag, 4. April 2019

Lesung: Lit Cologne: Camilla Läckberg in Köln 30.03.2019


                                                                                               
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Von Camilla Läckberg habe ich bisher nur `Die Eishexe` gelesen, war aber total begeistert davon. Nun ist ihr neues Buch erschienen und sie kam nach Köln, um es im Rahmen der Lit.Cologne vorzustellen. Die Lesung fand auf dem Literaturschiff auf dem Rhein statt, was immer ein Erlebnis ist.


















Um 18 Uhr erschien Camilla Läckberg mit Moderator Philipp Schwenke und der Sprecherin Vera Teltz auf der Bühne. Vorher wurde noch mitgeteilt, dass Camilla in diesem Jahr nur einmal in Deutschland ist und zwar in Köln.







Camilla spricht perfekt Englisch und so schnell, wie sie erzählte, kam der Moderator gar nicht mit dem Übersetzen nach.
Sie hat mehrere Anekdoten zum Besten gegeben, am meisten hat mir diese Geschichte gefallen: Als ihre Kinder so acht und zehn Jahre alt waren, flog sie mit ihnen nach New York. Kurz vorher guckten sie sich zusammen den Film `Alive- Überleben` an, in dem die Spieler einer Fußballmannschaft abstürzten und anschießend ihre Mitreisenden aßen. Nun dachte ich, die Pointe wäre, dass Camillas Kinder seitdem Angst vorm Fliegen hatten. Aber nein.... seitdem überlegen sie immer zusammen, während sie noch beim Boarding sitzen, wen von den Mitreisenden sie als ersten verspeisen würden. Sie hat das so lustig erzählt, dass das Publikum grölte vor Lachen..





Camilla hatte so viele Geschichten auf Lager, dass ich die Hälfte schon vergessen habe.
Zwischendurch las Vera Teltz aus dem Buch. Sie ist bekannt aus dem Fernsehen und außerdem hat sie in ca. 500 Filmen synchronisiert. Die Stimme kommt einem auch direkt bekannt vor. Ich wusste sofort, dass sie bei der Serie `The Mentalist` die Stimme der Teresa Lisbon ist. Sie las richtig gut, es machte riesigen Spaß, ihr zuzuhören.

















Es war ein kurzweiliger, lustiger Abend, bei dem das Publikum sehr gut unterhalten wurde. Als das Schiff angelegt hatte, signierte Camilla, sprach jeden Besucher persönlich an und Laura durfte  ein Foto mit ihr machen.



©A. Lunau


Laura  und Camilla   ©A. Lunau

Die Lesungen sind ja immer unterschiedlich, aber diese war mal wieder etwas ganz Besonderes und ein richtiges Highlight!!






Dienstag, 2. April 2019

Rezension: `Die Lüge` von Mattias Edvardsson



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Kein Thriller, kein Krimi, aber spannend!!!










Lund, Schweden.
Die neunzehnjährige Stella wird des Mordes beschuldigt. Natürlich glauben ihre Eltern das nicht, auch wenn alle Indizien gegen sie sprechen.
In verschiedenen Kapiteln beschreiben die Eltern und Stella unabhängig voneinander die gleichen Situationen. In Rückblenden wird aus unterschiedlicher Sicht Stückchen für Stückchen zusammengetragen, damit der Leser sich ein Bild davon machen kann, wie das Leben der Familie vor der Tat ablief.

Der Vater Pfarrer, die Mutter eine erfolgreiche Anwältin und Stella ein aufsässiger Teenager.
Die Charaktere sind sehr authentisch, der Leser darf bei jedem der drei etwas ins Gefühlsleben hineinschauen. 

Was würde man tun, um sein Kind zu schützen, auch wenn man weiß, es lügt?  Kann ein Pfarrer wirklich gegen alles verstoßen, was er jahrelang mit Überzeugung gepredigt und gelebt hat? Die Mutter blieb mir lange Zeit etwas undurchsichtig, doch dafür findet man später eine Erklärung. Den Leser beschäftigt nur die Frage: War Stella es und wenn ja, weshalb? Es gab einige Personen, die ich als Täter in Verdacht hatte, da der  Autor gekonnt  zwischen den Personen, der Gegenwart und der Vergangenheit hin- und herwechselt. Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit oben gehalten, natürlich nur für die Leser, die keinen Mord, Totschlag und blutrünstige Szenen erwarten. Bei `Die Lüge` handelt es sich um einen Roman, keinen Thriller oder Krimi.
Leider ist die Auflösung am Ende sehr kurz gefasst, ich hätte sie mir etwas ausführlicher gewünscht. Trotzdem empfand ich `Die Lüge` spannend und kurzweilig und ich hoffe, es gibt bald mehr von Mattias Edvardsson zu lesen.


                                         







 Ich danke dem Limes Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 1. April 2019

Rezension: `Angstmörder` von Lorenz Stassen

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Spannendes Krimi- Debüt !!




















Nicholas Meller, ein kleiner Anwalt, der sich gerade so über Wasser hält, kann sich natürlich keine Sekretärin leisten. Aus diesem Grund stellt er die Refendarin Nina ein. Dass sie nur einen Arm hat, findet er schon bald eher interessant als abstoßend.
Eigentlich soll sie hauptsächlich das Telefon bedienen, wenn er unterwegs ist, doch gleich zu Anfang bekommt er den Auftrag, einen vermeintlichen Mörder zu verteidigen.
Nicholas und Nina forschen ein wenig nach und entwickeln eine eigene Theorie, dabei kommen sie einem Täter bedrohlich nahe.


Nicholas erzählt in der Ich- Form, trotzdem lernt der Leser auch andere Sichtweisen kennen, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
Nicholas ist ein sehr sympathischer Mann und auch Nina ist mir ans Herz gewachsen. Zusammen sind sie ein tolles Team, wirken absolut authentisch.
Auf dem Cover steht zwar Thriller, aber ich würde `Angstmörder` eher als einen guten Krimi bezeichnen. Ein fesselnder Plot, viel Ermittlungsarbeit, flüssig zu lesen und spannend beschrieben, wie die beiden nach und nach dem Täter auf die Spur kommen.
Verschiedene Fälle werden raffiniert miteinander verknüpft und dann erwartet den Leser ein Ende, das es in sich hat.

Besonders interessant fand ich, dass die Handlung hier bei mir an meinem Wohnort spielt.

Ein gelungenes Krimi- Debüt, das mir sehr gut gefallen hat.




                                     


Montag, 25. März 2019

Lesung: Simon Beckett in Köln - Lit.Cologne 23.03.2019

                                                                             
Endlich ist es wieder soweit!! Die Lit.Cologne mit ihren zahlreichen Veranstaltungen findet in Köln statt. Simon Beckett haben wir schon öfter gesehen und natürlich war es auch diesmal quasi Pflichtprogramm hinzugehen, als er wieder nach Köln kam, um seinen neuesten Thriller `Die ewigen Toten` vorzustellen.
Wenn dann auch noch Margarete von Schwarzkopf moderiert und Gerd Köster liest, kann gar nichts schiefgehen.














Pünktlich um 19.30 betrat das Trio die Bühne der Stadthalle in Köln Mülheim. Wie immer schaffte es Margarete von Schwarzkopf, den Abend sehr locker zu gestalten. Alle drei waren gut gelaunt und es wurde viel gelacht.
Als Simon Beckett immer von einer Fliege umschwärmt wurde, baute Frau von Schwarzkopf das kurzerhand auf sehr witzige Weise in die Moderation ein.








Gerd Köster, der immer verstohlen an seiner E-Zigarette zog, natürlich in der Annahme, dass das Publikum nur auf das Duo Beckett/ von Schwarzkopf konzentriert war, wurde von Frau von Schwarzkopf  geneckt:  `Rauchst Du schon wieder? Na, dann ist wenigstens die Fliege weg"  







Oder "Rauchst Du schon wieder? Oder kannst du jetzt mal lesen?" Das kam so lustig rüber, vor allem, als Köster so halb schuldbewusst und trotzdem verschmitzt grinste.



Simon Beckett liest



Simon Beckett erzählte, dass er jedesmal neu recherchieren muss, auch wenn es seine Figur David Hunter schon seit vielen Jahren gibt. Diesmal besuchte er vorher die Bodyfarm, um noch authentischer schreiben zu können.












Gerd Köster liest wirklich klasse. Jeder Figur gibt er eine andere Stimme. Als er gefragt wurde, wie er sich vorbereitet, erzählte er, dass er die Stellen mehrmals liest und erst wenn er meint, es ist perfekt, ist er zufrieden. Das hat sich wirklich gelohnt, er hätte gerne länger lesen dürfen.





Zwischendurch mussten die Stars selbst mit anpacken, weil die Sicht für Teile des Publikums nicht so gut war. Dann wurde kurzerhand umgebaut.


Leider gab es aber auch etwas Negatives zu berichten.
Plötzlich hörten wir einen Tumult in den hinteren Reihen und aufgeregt wurde nach einem Arzt gerufen. Gott sei Dank meldeten sich direkt mehrere Ärzte und es wurde eine kurze Pause eingelegt. Doch dann entschied der Veranstalter die Lesung abzubrechen. Es schien sich doch um einen ernsteren Notfall zu handeln  und es würde sonst sehr pietätlos wirken, wenn man ungehindert weitermachte. Kurz darauf kamen auch schon ein Notarzt und Rettungswagen. Ich hoffe, die Person hat das überlebt, es hörte sich schon sehr bedrohlich an.

Trotzdem wurde später draußen im Foyer signiert. Simon Beckett war, wie immer, total nett und freundlich und stellte sich für Fotos zur Verfügung. 

Laura musste wieder als Fotomodell herhalten (mit Gerd Köster)
Laura und M.v. Schwarzkopf
Margarete von Schwarzkopf saß diesmal mit am Signiertisch, sodass wir mit ihr eine ganze Weile plaudern durften. Ich bin immer wieder begeistert von dieser Frau. Nicht mehr ganz jung, aber so vielseitig. Sie moderiert sehr häufig und schafft es, auch wenn ein Autor schon Stammgast ist, ihm immer noch Neues zu entlocken und die Zuhörer zu begeistern. Die Lesungen, die sie moderiert, sind immer abwechslungsreich und sehr unterhaltsam. Eine tolle Frau! Bis auf den Zwischenfall war es wieder mal ein spitzenmäßiger Abend!!
Laura und Simon Beckett
Meine Rezension zu `Die ewigen Toten`  könnt Ihr  HIER nachlesen.

 

Mittwoch, 13. März 2019

Rezension: `Das Haus der Verlassenen` von Emily Gunnis

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Nicht ganz mein Geschmack !


















Sussex,  Die Journalistin Sam findet in der Wohnung ihrer Großmutter einen alten Brief, der sie nicht mehr loslässt. Geschrieben wurde er von Ivy, einem jungen Mädchen, das in den 50er Jahren in einem Heim für ledige Mütter untergebracht wurde und dort schrecklich verzweifelt an ihren Liebsten schrieb.
Sams journalistisches Interesse ist natürlich geweckt und sie versucht, mehr über das Heim und das Mädchen herauszufinden.

Das Buch fing total spannend und vielversprechend an, eine richtig aufregende Geschichte. Der Leser erfährt in Rückblenden, was sich damals im Heim St. Margaret`s abspielte. Schlimm, was sich dort zugetragen hat und man weiß ja, dass es diese Heime viele Jahre später immer noch gab.

 Aber irgendwann fand ich die Handlung undurchsichtig, sie wirkt streckenweise extrem konstruiert und zu allem Überfluss wird das Ganze auch noch mit mystischen Elementen gespickt.
 Meiner Meinung nach hätte die Autorin das Thema  besser verarbeiten können, es waren mir einfach zu viele Zufälle und ich fand wenig glaubhaft, was passierte.
So begeistert ich zu Anfang gelesen habe, umso mehr musste ich mich zum Ende hin quälen, um das Buch nicht wegzulegen.
Mehr als drei Sterne kann ich beim besten Willen nicht vergeben.


Ich danke dem  Heyne Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 11. März 2019

Rezension: `Das Bekenntnis` von John Grisham



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Mord ohne Motiv?
















1946, Clanton, Mississippi

Zu Beginn des Buches erschießt der Farmer und hochdekorierte Kriegsveteran Pete Bannent den beliebten Pfarrer des Ortes. Niemand versteht, aus welchem Grund er das getan hat und Pete schweigt zu seinem Motiv beharrlich.
Wie immer bei John Grisham geht es auch in diesem Roman um den anschließenden Prozess, der für Petes Anwalt extrem schwierig ist, denn Pete trägt nichts zu seiner Verteidigung bei.
Auch seine Familie kann ihn nicht umstimmen.
Das Buch ist in drei große Abschnitte eingeteilt. Die Gegenwart, die Zeit vor der Tat und Petes Erlebnisse im Krieg. Die Berichte aus dem Krieg fand ich sehr langatmig, eigentlich überflüssig oder fast schon störend. Man konnte vielleicht die Gemütsverfassung, in der  Pete sich nach dem Krieg befand, besser verstehen, aber richtig viel zu tun hatten sie mit dem Rest nicht.
Denn Hunderte von Seiten lang hofft der Leser eigentlich auf eine Aufklärung. Aus welchem Grund tötete Pete den Pfarrer und wieso verteidigt er sich nicht?
 Durch sein Schweigen nimmt er in Kauf, dass seiner Frau und den Kindern alles genommen wird, also was steckt wirklich dahinter?
Grisham ist mein Lieblingsautor, ich mag seinen Stil, der ja eigentlich immer gleich ist. Die knapp 600 Seiten hatte ich in zwei Tagen verschlungen, trotzdem hat mich das Ende ziemlich überrascht.
Für Grisham Fans ein Muss!


                                                  




 Ich danke dem Heyne Verlag   für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Sonntag, 10. März 2019

Rezension: `Annas Rückkehr` von Rose Philipps



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Dramatische Familiengeschichte!

















Berlin, 1955. Die erfolgreiche Opernsängerin Anna fährt zu einem Konzert nach Berlin. An ihre Kindheit hat sie nur schlechte Erinnerungen, trotzdem möchte sie ihre Mutter und ihren Bruder Anton wiedersehen, die immer noch in der alten Wohnung leben.

Anna kann ihrer Mutter nicht verzeihen, dass sie sie als Kind verlassen hat. Grete Künke versucht, ihrer Tochter zu erklären, was damals wirklich passiert ist, doch bevor sie richtig anfangen kann, stirbt sie.
Nun möchte auch Anton wissen, was geschehen ist und was die Geschwister  gemeinsam über die Vergangenheit herausfinden, lässt so einiges in einem ganz anderen Licht erscheinen.
In Rückblenden erfährt der Leser, wie es in Annas und Antons Kindheit wirklich aussah.
Ich habe schon viel über die Nazizeit gelesen, bin jedoch über manche Dinge immer wieder erschüttert. Kinder, die einen kleinen Makel besaßen, z.B. stotterten oder irgendetwas, das aus der Sicht des Führers schon als Fehlbildung galt, wurden `aussortiert`oder zu Versuchen missbraucht.
 Auch in diesem Roman spielt das Thema eine große Rolle und nach und nach begreift Anna, was ihre Mutter und deren Freundin Elli, die Frau des Reichsleiters, getan haben. Welche Gewissenskonflikte ausgekämpft und welche Gefahren ausgestanden wurden. Annas Schicksal ähnelt dem vieler Kinder in der Zeit des NS- Regimes und die Autorin hat die verschiedenen Zeitebenen so geschickt miteinander verbunden, dass es sich sehr flüssig lesen ließ.
Eine dramatische und emotionsgeladene Familiengeschichte, zum Ende hin für meinen Geschmack etwas zu konstruiert, aber sehr lesenswert.





Ich danke Netgalley  und dem Bookspot Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.