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Mittwoch, 27. Mai 2026

Rezension: `Rosen im Asphalt` von Felicitas Fuchs

 

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Über die Freundschaft!










Linda hat keinen leichten Start ins Leben. Von ihrer Mutter direkt nach der Geburt im Hamburger Krankenhaus zurückgelassen, wächst sie bei der Großmutter, in Heimen und Pflegefamilien auf. Geld ist immer knapp, Zuneigung selten. Zur gleichen Zeit kommt in Köln Irmi zur Welt. Auch sie erlebt keinen behüteten Anfang. Ihre Mutter kämpft mit schweren Depressionen und sieht sich außerstande, für ihr Kind zu sorgen. Irmi wird zu Verwandten nach Holland geschickt und kehrt Jahre später in ihre wohlhabende Familie zurück, in der es ihr materiell an nichts fehlt. Doch sie spricht kaum Deutsch, fühlt sich fremd und findet nur schwer ihren Platz.

Trotz ihrer völlig unterschiedlichen Herkunft kreuzen sich die Wege der beiden Mädchen. In der Schule werden sie zu engen Freundinnen und ihre Freundschaft überdauert Jahrzehnte. Sie teilen Glück und Schmerz, erleben Liebe, Trennungen, Verluste und Neuanfänge, und nichts kann sie wirklich trennen, selbst große räumliche Distanz nicht. Linda und Irmi sind starke Frauen, jede auf ihre eigene Weise, geformt durch Schicksalsschläge und Lebenshürden.

Die Autorin erzählt die Lebenswege dieser beiden Frauen mit viel Einfühlungsvermögen und Spannung. Der Roman begleitet sie über viele Jahrzehnte und besonders gelungen ist die wechselnde Perspektive, die den Leser immer wieder neu in die Gefühlswelt der beiden eintauchen lässt. Mich hat die Geschichte schnell fasziniert, gerade weil sie so authentisch, bewegend und und lebensnah erzählt wird.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für `Rosen im Asphalt.`












Montag, 26. Mai 2025

Rezension: `Die Akte Schneeweiß` von Felicitas Fuchs

 

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Starke Frauen in zwei Generationen!










Das Buch ist in zwei Zeitebenen geschrieben: Einerseits erfahren wir die Geschichte der jungen Mathilde im Jahr 1936, und im zweiten Handlungsstrang werden wir ins Jahr 1963 zu Katja und ihrer Familie versetzt.

Katjas Eltern sind sehr konservativ, was in den 60er Jahren üblich war. Sie möchte eine Ausbildung zur Krankenschwester machen, doch das ist ihren Eltern schon zu viel. Sie soll heiraten und eine Familie gründen. Als Katja auch noch Medizin studieren möchte, ist  für ihre Eltern das Maß voll. Sie steht allein da und muss sich alles selbst erarbeiten. Besonders fehlt ihr der Opa, der immer Verständnis für sie hatte, doch er ist spurlos verschwunden, und sein Name darf im Haus nicht mehr erwähnt werden.

Erst als sie viel älter ist, beginnt Katja, nach ihrem Opa zu suchen und erfährt, was damals passiert ist.

Im Jahr 1936 hat Mathilde endlich ihren Traummann gefunden. Sie assistiert ihm bei der Arbeit als Arzt, und gemeinsam helfen sie Frauen in Not, darunter Opfer von Vergewaltigungen und ähnlichen Schicksalen. Doch ihre Aktivitäten bleiben nicht unbemerkt, und sie geraten ins Visier der Gestapo. Mathilde wird gezwungen, eine Arbeit in einem Fotolabor anzunehmen. Was sie dort sieht, kann sie kaum ertragen. Auch für den Leser sind diese menschlichen Abgründe, in die die Autorin uns blicken lässt, schwere Kost.

Der neue Roman von Felicitas Fuchs hat mir sehr gut gefallen. 
Ihr ist es gelungen, die beiden spannenden Handlungsstränge perfekt miteinander zu verknüpfen. Katja und Mathilde sind zwei starke Frauen, die es gewohnt sind, kämpfen zu müssen. Beide sind sehr sympathisch, und es ist schade, dass sie sich niemals kennenlernen durften.
Zunächst ist unklar, was die beiden Geschichten miteinander zu tun haben, aber nach und nach versteht man die Zusammenhänge.

In `Die Akte Schneeweiß` finden wir alles: Liebe, Verrat, Erpressung, falsche Verdächtigungen, heimliche Heldentaten, ärztliche Fehler und grausame Verbrechen des Naziregimes.

Ganz klare Leseempfehlung!!



Donnerstag, 17. August 2023

Rezension: `Romy- Mädchen, die pfeifen` von Felicitas Fuchs

 

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Schöner Abschluss der Familiengeschichte!





Im letzten Teil der Mütter Trilogie wird endlich das Familiengeheimnis gelöst, das sich vom ersten Band wie ein roter Faden durch die drei Bücher zieht.

Als Romy ihren Freund, den  DJ Falco heiraten möchte, benötigt sie eine Geburtsurkunde, und als sie sie endlich in den Händen hält, bricht für sie eine Welt zusammen. Bei Vater steht ein Name, den sie noch nie gehört hat. Für Romys Mutter Hanne sind das alte Geschichten, an denen man nicht rütteln sollte. Sie mauert, wie sie es schon ihr ganzes Leben getan hat.

Auf eigene Faust versucht Romy alles über ihren richtigen Vater herauszufinden, doch als sie ihn kennenlernt, ist er nicht interessiert an ihrem Leben. Viele Jahre lässt sie alles, wie es ist und dann begibt sie sich doch nochmal auf die Suche nach weiterer Verwandtschaft.  Unerwartete Hilfe bekommt sie von einer Seite, von der sie es nie vermutet hätte.

 Und was sie dann erfährt, erschüttert Romy erst richtig ....... 

Bei der Mütter Trilogie handelt es sich um die Familiengeschichte der Autorin und Romys Erlebnisse sind ihre eigenen. 

Von Anfang an hatte ich Wut auf Hanne, dass sie Romy immer so hängen lässt. Die Autorin  nimmt auch ihre Mutter nicht in Schutz, sondern berichtet schonungslos, was genau passiert ist.

Vielleicht hat sie sich nicht nur an die Realität gehalten, sondern auch künstlerische Freiheit genutzt, aber es kommt alles sehr authentisch rüber und man fiebert beim Lesen mit.

Der dritte Teil der Mütter Trilogie ist genauso spannend wie die beiden ersten und lässt sich wegen des leichten und fließenden Schreibstils super gut lesen.


                   





Freitag, 17. Februar 2023

Rezension: `Hanne- Die Leute gucken schon` von Felicitas Fuchs

 

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Berührender zweiter Teil!!



 








Minden, 1951.

Im zweiten Teil der „Mütter Trilogie“ dreht sich fast alles um Minnas Tochter Hanne. Deren Leben verläuft völlig anders als sie oder ihre Mutter es sich vorgestellt haben. Schon in jungen Jahren muss Hanne Monate in der Lungenklinik verbringen, weil sie an Tuberkulose leidet.

Als sie schließlich einen älteren Mann kennenlernt und auf ein bisschen Glück hofft, wird sie bitterlich enttäuscht. Er heiratet sie nicht, bleibt nicht bei ihr. Und neun Monate später, Anfang der 60er Jahre, bringt Hanne ihre uneheliche Tochter Romy zur Welt.

Weil die Tuberkulose immer wieder ausbricht, kümmert sich vorwiegend Minna um die kleine Romy. Hanne hat keine enge Beziehung zu ihrem Kind, ist meist überfordert mit dem quirligen Mädchen.

Besonders schön fand ich, dass man viele der anderen Figuren aus dem ersten Band wiedersieht. Neben Minna und ihrem Bruder Karl, treffen wir auch auf die Freundinnen Fannie und Lilo. Alle in der Familie halten zusammen, obwohl es zu der damaligen Zeit eine Riesenschande war, ein uneheliches Kind zu bekommen.

Irgendwann lernt Hanne schließlich Otto kennen, heiratet ihn und zieht mit ihm und Romy weg. Die Trennung ist für Romy und Minna gleichermaßen schwer. Auch später sucht Romy immer wieder Zuflucht bei der Oma, wenn es ihr nicht gut geht.

In der Mütter Trilogie verarbeitet Felicitas Fuchs ihre eigene Familiengeschichte. Minna war ihre Oma, Hanne ihre Mutter, und Romys Leben zeigt ihre persönlichen Erinnerungen.

Hannes Geschichte spielt hauptsächlich in der 60er Jahren, als es noch ein klassisches Rollenklischee gab: die Frau war zuständig für den Haushalt und die Kinder, der Mann verdiente Geld und hatte „das große Sagen.“ 

Den Zeitgeist der 60er Jahre hat Felicitas Fuchs sehr authentisch eingefangen. Mit Hanne konnte ich allerdings nur schwer 'warm werden'. Sie scheint, vor allem ihrer Tochter gegenüber, sehr gefühlskalt und gleichgültig zu sein.

Neben der oft tragischen Geschichte dieser drei Frauen, zieht sich, wie ein roter Faden, ein großes Familiengeheimnis durch jeden Band - doch aufgeklärt wurde es bisher nicht. Die Leser werden also weiter auf die Folter gespannt und müssen sich wohl gedulden und hoffen, dass im letzten Band der Trilogie endlich Licht ins Dunkel gebracht wird.

Ganz klare Leseempfehlung für `Minna` und `Hanne`!!!

                                    




Freitag, 1. Juli 2022

Rezension: `Minna. Kopf hoch, Schultern zurück` von Felicitas Fuchs


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Eine ergreifende Familiengeschichte!










 Zuerst hab ich mich etwas erschrocken, als ich den 600 Seiten dicken Schmöker sah, doch wenn man von einem Buch gefesselt ist, vergeht die Zeit wie im Flug. Und schwups, ist man durch.

So ging es mir mit `Minna.`

Die Autorin hat ihre eigene Familiengeschichte zum Anlass für die Mütter Trilogie genommen, dessen erster Band mit Minna, ihrer Großmutter beginnt.

Ganz am Anfang wird der Leser neugierig auf ein Geheimnis gemacht, dabei scheint es sich um etwas Gravierendes zu handeln, was bei Bekanntwerden die Familie zerstören könnte.

Minnas Geschichte beginnt im März 1924. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, versucht sie trotzdem, das Beste aus jeder Situation zu machen. Als sie den etwas älteren Fred kennenlernt, scheint sie alles richtig gemacht zu haben, denn er verliebt sich in sie und will sie heiraten.

Dass seine Familie Minna als Schwiegertochter nicht akzeptiert, belastet die junge Frau, doch sie wird noch viel schwerere Prüfungen in ihrem Leben bestehen, mehrere schlimme Schicksalsschläge verarbeiten und einen Krieg überleben. Mit am schlimmsten wiegt der Verrat von geliebten Menschen. Aber auch das Glück klopft zwischendurch wieder an ihre Tür. Minna lässt sich niemals unterkriegen, immer hat sie neue Ideen, die ihr und ihrer Familie das Überleben sichern.

Außer von Minna wird die Geschichte aus der Sicht verschiedener Familienmitglieder erzählt.

Carla Berling alias Felicitas Fuchs konnte mich mit ihrem ersten Familienroman voll überzeugen. Bisher kennt man die Autorin aus den Genres Krimi und Humor, und ich war erst etwas skeptisch. Aber ich habe festgestellt, sie kann auch eine wunderbare, ergreifende Familiengeschichte schreiben.

Leider müssen wir auf den zweiten Teil, in dem es mit Tochter Hanne weitergeht, noch bis Januar`23 warten, aber umso länger ist die Vorfreude.