Sonntag, 22. November 2020

Rezension: `Trümmermädchen- Annas Traum vom Glück` von Lilly Bernstein

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Ein Wahnsinnsbuch!!!








 

1941.  Die 11jährige Anna lebt mit ihrer Tante Marie und Onkel Matthias in Köln. Sie besitzen die Bäckerei am Buttermarkt und jeden Morgen wacht Anna mit dem Duft frisch gebackener Brote oder Brötchen auf. Ihr behütetes Leben findet ein jähes Ende, als Onkel Matthias in den Krieg ziehen muss und sie mit ihrer Tante allein bleibt. Als dann auch noch die Bäckerei bei einem Bombenangriff zerstört wird, fängt für die beiden und den gerade geborenen Karl ein regelrechter Kampf ums Überleben an.

Lilly Bernstein hat äußerst eindrucksvoll beschrieben, welche erschütternden Szenen sich täglich abspielten. Es war ein eiskalter Winter in Köln, die Menschen haben gehungert und gefroren und mussten jeden Tag aufs Neue versuchen, etwas Essbares oder ein bisschen Brennmaterial zu ergattern. Wie froh war man, wenn man ein paar Schuhe besaß, egal, ob sie passten oder nicht. Genauso sah es mit der Kleidung aus. Hauptsache, man hatte etwas anzuziehen und wenn es dann noch warm hielt, war es quasi der Himmel auf Erden.

Während Tante Marie bei einem Bäcker schuftet, hat Anna sich einer Bande anderer Kinder angeschlossen, die auf dem Schwarzmarkt handeln. So schafft sie es manchmal, Brot oder Kohlen nach Hause zu bringen. Ein Glück, das viele andere Kölner nicht hatten, täglich forderten Hunger und Kälte neue Opfer.

Ich habe schon zahlreiche Bücher über die Kriegszeiten gelesen, aber `Trümmermädchen` hat mich richtig beeindruckt. Der Erzählstil ist der eines jungen Mädchens, das schnell erwachsen werden muss. Die Schrecken des Krieges und die Ängste, die sie, ihre Tante und der kleine Karl ausstehen müssen, wenn Bomben fallen, wenn Plünderer ins Haus einfallen oder einer krank wird, sind greifbar. Für den kleinen Karl ist es ein Leben voller Entbehrungen, er kennt in seinen ersten Jahren bisher nichts anderes als Krieg, Kälte und Hunger. Die Beschreibung, wie man nach tagelangem Hungern ein einziges Stück Brot im Mund zergehen lässt und genießt, war so bildhaft, dass ich es geradezu riechen und schmecken konnte.

Obwohl sie seit Jahren kein Lebenszeichen von ihm haben, gibt die Familie die Hoffnung nie auf, dass Matthias eines Tages zurückkommt.

`Trümmermädchen` ist ein spannender, anrührender, dazu noch lehrreicher Roman mit liebevoll gezeichneten Charakteren, vor dem Hintergrund des zweiten Weltkrieges. Lilly Bernstein hat ein Buch geschrieben, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. 

Wer heute wegen der Einschränkungen durch die Corona Regeln unzufrieden ist, weil man mal ein paar Monate nicht überall in vollem Umfang jeden Komfort genießen kann, aber ein warmes Zuhause und genug zu essen hat, sollte dieses Buch unbedingt lesen!






Ich danke dem Ullstein Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Mittwoch, 18. November 2020

Gewinnspiel !!!! Gut Greifenau- Silberstreif !!

 



Ihr Lieben, am 01.Dezember  erscheint der fünfte Band der Gut Greifenau Reihe als Print Ausgabe. Ich durfte ja das eBook schon vorablesen und war wieder begeistert.
Meine Rezension findet Ihr H I E R
Nun verlose ich  drei  Exemplare von `Gut Greifenau- Silberstreif`, die Hanna Caspian für euch signieren wird.







Klappentext:
Herbst 1923. Deutschland befindet sich auf dem Höhepunkt der Hyperinflation. Das Geld verliert stündlich seinen Wert, Existenzen werden vernichtet, die Menschen sind verzweifelt. Auch an den Bewohnern von Gut Greifenau geht die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorbei. Doch dann kommt ausgerechnet die Inflation Konstantin zu Hilfe, und er kann das bedrohte Familiengut retten. Als Konstantins geliebte Frau Rebecca ein Mädchen zur Welt bringt, scheint das Glück vollkommen. Doch immer noch schwelt in Rebecca die Angst vor Konstantins hinterhältigem Bruder Nikolaus, und auch das Gutspersonal taumelt von einer Krise in die andere. Währenddessen scheint Katharina endlich ihren Traum vom Medizinstudium verwirklichen zu können.
Opulent, brillant recherchiert und fesselnd geschrieben – Hanna Caspian entführt im fünften Band ihrer Familiensaga ihre unzähligen Leser erneut auf das Gut Greifenau in Hinterpommern - diesmal in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts.
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Möchtet Ihr mehr über die beliebte Autorin erfahren? Dann guckt doch mal auf ihre HOMEPAGE




Was müsst Ihr nun tun, um eines der begehrten Bücher zu gewinnen?

1.Gebt meiner Facebook oder Instagram Seite ein Like 👍

2.Bitte kommentiert hier, bei Facebook oder Instagram, markiert gerne eure Freunde und teilt, was das Zeug hält. 

3.Ihr müsst in Deutschland wohnen und mind. 18 Jahre alt sein, ansonsten brauche ich die Einwilligung eurer Eltern.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 



Bis zum 28.11.2020 um 23 Uhr habt Ihr Zeit, danach lose ich mit random.org aus.

Ich wünsche euch viel Spaß !!!
Noch ein Wort an diejenigen, die hier auf dem Blog teilnehmen... Es kommt vor, dass ich die Gewinner nicht anders benachrichtigen kann, als unter den Kommentar zu schreiben. Also guckt bitte unter euren Kommentar, ob Ihr gewonnen habt. Solltet Ihr euch innerhalb einer Woche nicht melden, muss ich neu verlosen.😕



Noch etwas zum Datenschutz:


Soweit im Rahmen der Aktion personenbezogene Daten von Teilnehmern erfasst werden (Vor- und Zuname, Anschrift, email Adresse), leite ich diese evtl. auch an Dritte - Autoren und Verlage - weiter, um einen reibungslosen Versand der Gewinne zu ermöglichen. Diese personenbezogenen Daten werden vom mir  ausschließlich zum Zwecke der Durchführung der Aktion erhoben und verarbeitet. Wenn Ihr am Gewinnspiel teilnehmt, erklärt Ihr euch damit einverstanden, dass euer Name im Falle eines Gewinns hier auf dem Blog und bei Facebook veröffentlicht wird.





Dienstag, 17. November 2020

Rezension: `So schweige denn still` von Mary Higgins Clark

 

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Sehr spannend!!









Die investigative Journalistin Gina bekommt eine email von einer gewissen CRyan, die bei einem großen Nachrichtensender angeblich irgendetwas Schreckliches erlebt hat. Doch Gina kann sie nicht erreichen, um Genaueres zu erfahren. Als sie endlich herausfindet, um wen es sich bei CRyan überhaupt handelt, stellt sie fest, dass die Informantin durch einen Unfall ums Leben gekommen ist.

Gina wittert eine große Story und bleibt dran, um aufzudecken, was passiert ist. Anscheinend geht es um sexuelle Belästigung. Sie macht andere Betroffene ausfindig, doch niemand will mit ihr reden. Ihr werden massenhaft Steine in den Weg gelegt, um die Recherchen zu verhindern, doch sie gibt nicht auf. Was Gina allerdings nicht ahnt, ist, dass sie sich in allergrößte Gefahr begibt.

In einem anderen Handlungsstrang nimmt die Autorin uns mit in die Vergangenheit und wir erfahren, was sich in den letzten zwei Jahren beim Nachrichtensender ereignet hat. Was ein großes Unternehmen alles vertuscht, wenn es um Profit geht und wieviel Geld hin- und hergeschoben wurde, um das Zugpferd des Senders vor Anklagen zu retten. Und natürlich schützt jeder erstmal sein Privatvermögen, auch wenn man dazu über Leichen gehen muss.

Nachdem ich einige Jahre nichts mehr von Mary Higgins Clark gelesen habe, bin ich nun angenehm überrascht worden. Bei `So schweige denn still` handelt es sich nicht um einen Psychothriller, sondern fast eher um eine Art Justizthriller.

Der Leser kennt beide Seiten und weiß von Anfang an Bescheid. Man möchte Gina gerne beschützen. Doch Gott sei Dank weiß sie sich immer zu helfen, auch in brenzligen Situationen. 

Der spannende Roman hat mich von der ersten Seite an gefangen genommen, weil Mary Higgins Clark mit einer packenden Handlung und vielen überraschenden Wendungen fesselt. Es fiel mir schwer, das Buch aus dem Händen legen zu müssen und ich habe die  knapp 400 Seiten regelrecht verschlungen.

Sehr schade, dass diese großartige Autorin im Januar`20 verstorben ist.

                                   


Ich danke dem  Heyne Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Sonntag, 15. November 2020

Rezension: `Gut Greifenau- Silberstreif` von Hanna Caspian

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Neues vom deutschen `Downton Abbey!`















 Im fünften Band um Gut Greifenau und seine Bewohner befinden wir uns in den 20er Jahren. Die Bevölkerung ist verzweifelt, das Geld verliert täglich an Wert. Ein Brot kostet zehn Millionen Mark, ein Liter Milch vierzehn. Auch Konstantin hat schwer zu kämpfen, um Gut Greifenau halten zu können, und die Bediensteten, die immer treu gedient haben, nicht entlassen zu müssen. Überall und an allen Ecken und Kanten muss gespart werden, was aber Gräfin Feodora bei ihren Besuchen gar nicht einsieht. Sie lebt immer noch in der Kaiserzeit und die neuen Sitten, die auf Greifenau eingekehrt sind, gefallen ihr gar nicht. 

Katharina beginnt endlich ihr Medizinstudium, und das ist alles andere als einfach. Es wird mal wieder klar, welche Steine den Frauen, die nicht nur Ehefrau und Mutter sein wollten, früher in den Weg gelegt wurden.

Alexander macht diesmal eine sehr schwere Zeit durch, und Nikolaus hält nach einer guten Partie Ausschau.

Hanna Caspian lässt die von Auwitz- Aarhayns Höhen und Tiefen durchleben. Wie in jeder Familie gibt es mal Streit oder Meinungsverschiedenheiten, aber inzwischen gehen die Interessen und Meinungen so weit auseinander, dass eine wirkliche Harmonie fast nicht mehr herzustellen ist. Man sieht sich nur zu besonderen Gelegenheiten und ist froh, wenn man danach wieder Ruhe hat. 

Aber auch bei den `Leuten` gibt es viel Neues. Sie erleben Schicksalsschläge, Krankheiten oder die Liebe, und es zeigt sich, dass sie auch in schwierigen Situationen, immer auf Rebecca und Konstantin zählen können.

Hanna Caspian hat es auch mit dem fünften Band wieder geschafft, mich in die Zeit von vor 100 Jahren zu versetzen. Ich habe, je nach Anlass, entweder mit gefiebert, gebangt, getrauert oder mich gefreut. `Gut Greifenau- Silberstreif` ist eine spannende Fortsetzung der großartigen Familiengeschichte, die man auch das deutsche `Downton Abbey` nennen darf.


                                                                          


Mittwoch, 11. November 2020

Rezension: ` Das Unrecht der Väter- Die Falkenbach Saga -` von Ellin Carsta

 

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Familiengeheimnisse !!!













Der Auftakt zur neuen Familiensaga von Ellin Carsta beginnt 1936 in Bernried am Starnberger See.

Es geht um drei Familien, die schon lange miteinander befreundet sind. Die Väter haben Seite an Seite im Krieg gekämpft, die Kinder sind zusammen aufgewachsen und es herrscht eine tiefe Verbundenheit.

Als jedoch die Tochter eines gefallenen Kriegskameraden der Freunde auftaucht und Fragen über ihren Vater stellt, geraten die Männer leicht in Panik. Sie will unbedingt wissen, was damals in Riga geschehen ist.

Das Herumschnüffeln könnte das Glück und die Existenz der drei Familien in ernsthafte Gefahr bringen. Mit allen Mitteln versuchen sie, weitere Nachforschungen der jungen Frau zu verhindern.

Ellin Carsta hat wieder einen spannenden Familienroman geschrieben, der einen direkt packt. Was die drei Männer genau im Krieg erlebt haben, bleibt für den Leser verschwommen. Es muss aber etwas extrem Gravierendes gewesen sein, wenn soviel davon abhängt, dass ja nichts an die Öffentlichkeit dringt. 

In verschiedenen Handlungssträngen erfährt der Leser mehr über die einzelnen Familienmitglieder und ihre Pläne und Träume. Nicht jedes der Kinder ist gewillt, in den väterlichen Betrieb einzusteigen, sie haben andere berufliche Ambitionen. Doch keines kann den Ansprüchen des Vaters wirklich gerecht werden.

 Wie immer, ist Ellin Carstas Stil flott und unkompliziert. Die Stimmung in den Vorkriegsjahren hat sie sehr gut eingefangen. Es hat viele Vorteile, in die Partei einzutreten, besonders als Unternehmer. Schnell können die neuen Parteifreunde auch bei der `Riga- Sache` behilflich sein.

`Die Falkenbach Saga` ist ein Roman voller Geheimnisse und Rätsel, was den Leser dazu bringt, immer weiterlesen zu müssen. Nicht nur die drei Männer haben etwas zu verbergen, sondern auch ein anderes Familienmitglied verheimlicht etwas.

 Ihr seht, es ist allerhand los in Bernried, nur Ruhe gibt es keine. Ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil, der im März`21 erscheint.

Wieder mal ein gelungener Auftakt zu einer neuen Familiensaga, die ich gerne empfehle!!




Sonntag, 1. November 2020

Rezension: `Teuflischer Verrat` von Linda Castillo

 


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Die junge Kate Burkholder!








Ich liebe die Amisch- Thriller von Linda Castillo, doch diese Geschichte schickt uns in die Zeit, als Kate Burkholder noch als die 14 jährige Katie auf dem Hof ihrer Eltern als amisches Mädchen lebte.

Während sie mit ihrer Freundin Mattie Äpfel pflückt, werden sie von dem englischen Jungen Billy geärgert. Mattie, schon etwas weiter entwickelt als Katie, geht mit ihm in die Scheune, um zu rauchen. Kurz darauf schlagen Flammen aus dem Gebäude und es brennt lichterloh.

Die Polizei stellt Brandstiftung fest, doch wer hat das Feuer verursacht? Billy oder Mattie? Jeder schiebt dem anderen die Schuld zu, und Katie möchte ihrer Freundin glauben, doch sie hat Zweifel.

Man merkt, dass Katie damals schon einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hatte und auch die Aussage ihrer Freundin  nicht ohne Weiteres glaubt.

`Teuflischer Verrat` ist kein Thriller oder Krimi, sondern nur eine nette Geschichte aus Kates Jugend, geschrieben im typischen Linda Castillo Stil. Mir hat sie gut gefallen, auch wenn sie gerne länger hätte sein dürfen.

          


Ich danke dem Fischer Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Mittwoch, 28. Oktober 2020

Rezension: `Kingsbridge- Der Morgen einer neuen Zeit` von Ken Follett

 

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Mein Jahreshighlight !!!!











Combe, 997.n.Chr.

Der junge Bootsbauer Edgar will heimlich mit seiner großen Liebe Sungifu fliehen. Doch bevor es soweit ist, wird der Ort von Wikingern überfallen. Alles wird niedergebrannt, die Bürger von Combe brutal ermordet.

Edgar kommt, wie durch ein Wunder, mit dem Leben davon. Ihm gelingt die Flucht, und er zieht mit seiner Mutter und seinen Brüdern, die ebenfalls das Massaker heil überstanden haben, auf einen Bauernhof bei Dreng`s Ferry.

Ein anderer Handlungsstrang bringt uns zu der normannischen Grafentochter Ragna, die sich auf  England und ihre bevorstehende Hochzeit mit einem angelsächsischen Fürsten freut.

Auf der langen Reise dorthin trifft sie zum ersten Mal auf Edgar, als sie in Dreng`s Ferry übernachten muss.


Ken Follett versteht es wieder meisterhaft, den Leser an das Buch zu fesseln.

Mitreißend beschreibt er die Welt der skrupellosen und korrupten Kirchenfürsten auf der einen Seite, die des einfachen Volkes und der armen Mönche auf der anderen. Durch Intrigen und finstere Machenschaften versuchen die Oberen, ihre jeweiligen Machtpositionen auszubauen. Um ihre Ziele zu erreichen, wird auch vor Mord nicht zurückgeschreckt.


Die Wege von Ragna und Edgar kreuzen sich im Laufe ihrer Leben immer wieder.

Bei keinem von beiden verläuft es so wie erhofft und geplant. Edgar trauert jahrelang um seine verlorene Liebe, Ragna hat es in ein fremdes Land verschlagen, und sie muss in einer unglücklichen Ehe gegen alles und jeden kämpfen. Obwohl der Standesunterschied gewaltig ist, werden sie zu Freunden.

Edgar ist ein geschickter Handwerker, der es trotz seiner niederen Herkunft weit bringt. Er ist maßgeblich daran beteiligt, dass das kleine Örtchen Dreng`s Ferry irgendwann zu dem mächtigen `Kingsbridge` aufsteigt.

Ken Folletts Prequel liest sich ungemein flüssig und ist wahnsinnig spannend. Er benutzt oft eine deftige Sprache, die zu der Zeit üblich war, wodurch das Ganze noch authentischer wirkt.

Breit gefächerte, gut ausgearbeitete Charaktere, eine sehr umfangreiche Handlung und dazu die Mittelalter- Atmosphäre machen `Kingsbridge` für mich zu einem großartigen Roman.

 Als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, fühlte ich mich, als müsse ich von einem Teil meiner Familie Abschied nehmen, so sehr war ich in die Geschichte abgetaucht. 
 `Kingsbridge` ist definitiv mein bisheriges Jahreshighlight!


                                          


Ich danke dem Bastei Lübbe Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Freitag, 23. Oktober 2020

Rezension: `Weihnachten am Ku`damm` von Brigitte Riebe

 


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Weihnachten bei den Thalheims!!









Eigentlich war die Trilogie um die Thalheim Schwestern ja bereits beendet, aber jetzt hat uns die Autorin mit einer zusätzlichen,160 Seiten umfassenden, Weihnachtsgeschichte überrascht.

 Wir treffen die Familie Thalheim im eisigen Jahrhundertwinter im Jahre 1946 wieder.

Überall frieren und hungern die Menschen, es gibt kaum Brennmaterial und auch das Essen ist knapp. Die Thalheims wohnen reichlich beengt in der ehemaligen Wohnung von Oma Frieda.

Jedes Familienmitglied versucht auf seine Weise, etwas zum täglichen Bedarf beizusteuern. Ein Problem ist nun, wie man das bevorstehende Weihnachtsfest wenigstens etwas heimelig gestalten könnte.

Einen zusätzlichen Esser braucht jetzt wirklich niemand, doch als Rieke den kleinen, halb erfrorenen und verhungerten Erich vor dem Geschäft findet, überlegt sie nicht lange und nimmt ihn mit nach Hause.

 Der frühere Geschäftspartner Werner Brahm würde der Familie liebend gerne gerne unter die Arme greifen. Auf dem Schwarzmarkt lässt sich gutes Geld verdienen und fast alles ist zu bekommen. Doch der Preis, den Brahm dafür fordert, ist eine Verabredung mit Rieke, aber da sind die Thalheims sich einig: Bevor das passiert, wird lieber gefroren.

Brigitte Riebe hat den Jahrhundertwinter gut eingefangen, es war schön zu lesen, dass es noch genügend Menschen gab, die sich der Schwächeren annahmen. Auch wenn das Essen so schon nicht reichte, wurde es nochmal geteilt und zur Not auch nochmal.

Ob es den Thalheims gelingt, ein richtiges Weihnachtsfest mit Christbaum, Weihnachtsbraten und Geschenken auf die Beine zu stellen, dürft Ihr selbst lesen.

`Weihnachten am Ku`damm ist eine berührende, liebevoll erzählte Geschichte von Nächstenliebe und Menschlichkeit, die man auch unabhängig von den anderen Bänden lesen kann.


                                                        



Ich danke dem Rowohlt Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Donnerstag, 22. Oktober 2020

`USA 151` von Kai Blum und Petrina Engelke



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Bunt gemischt und reich bebildert!!









Kai Blum ist mir bereits durch die Auswanderer Krimis bekannt und nun hat er zusammen mit der Autorin Petrina Engelke `USA 151` veröffentlicht. Auch wenn ich nicht vorhabe, in die USA zu reisen, ist dieses Buch absolut interessant und lesenswert. 

Es ist kein Reiseführer, aber ich denke, nach dieser Lektüre benötigt man den auch nicht mehr. Die Autoren geben einen Einblick in die unterschiedlichsten Themen. Auf jeder Seite finden wir eine Short Story mit einem großen Foto, wodurch alles noch anschaulicher wird.

Die 150 Themen des Buches sind ganz unterschiedlich und vielfältig. Alphabetisch geordnet werden hier Themen wie Aliens,  Living in your car, über Shark Week bis zu Yard Sale, dem Flohmarkt im Vorgarten behandelt. 

Warum das Wort Ferien in den USA beinahe ein Fremdwort ist, und was es mit Urban Farming auf sich hat, ist genauso interessant wie die Seifenoper in WaschsalonsIce fishing, die Dogparks oder die Community Gardens, die Schrebergärten auf Amerikanisch.

Wer über die Kultur und das Leben in den USA auf eine lockere Art informiert werden möchte, dem kann ich dieses  knapp 300 Seiten dicke Buch nur ans Herz legen.






Dienstag, 20. Oktober 2020

Rezension: `Belgische Finsternis` von Stephan Haas

 

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Verzwickter Cold Case!










Der belgische Ermittler Piet Donker wird von jetzt auf gleich von Brüssel an einen Ort in Ostbelgien versetzt. Dort soll er sich einem alten Fall widmen, in dem es neue Anhaltspunkte zu geben scheint. 

 Piet muss ganz von vorne anfangen, denn die Schwester eines Toten macht eine unbeschreibliche Entdeckung, die alle bisherigen Erkenntnisse über den Haufen wirft. Während der Ermittlungen geschehen weitere Morde und es stellt sich die Frage, ob der, inzwischen inhaftierte, Serienmörder Ivo Heming vielleicht vorschnell für alles verantwortlich gemacht wurde?

Stephan Haas hat mit seinem Debüt einen gelungenen und packenden Krimi geschrieben, mit vielschichtigen Charakteren und einem extrem verzwickten Cold Case. Durch immer neue Entwicklungen in der sehr komplexen Handlung baut sich eine ordentliche Spannung auf, zudem hat mir die Mischung aus Privatleben und Polizeiarbeit gut gefallen. 

Viele lose Fäden werden am Ende verflochten und führen zu einem völlig überraschenden Schluss, sodass keine Fragen offen bleiben.


                                                   



Ich danke dem Emons Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Samstag, 17. Oktober 2020

Rezension: `Versteckt` von Simon Beckett

 

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Drei dunkle Geschichten!










Auf 144 Seiten unterhält uns Simon Beckett mit zwei längeren und einer kurzen Story. Ich mag sonst nicht gerne Kurzgeschichten lesen, aber wenn eine Erzählung 40 oder 60 Seiten lang ist, finde ich sie okay.

Wer einen Thriller á la Hunter erwartet, wird überrascht werden, denn der Schreibstil ist diesmal etwas anders.

 Trotzdem hat mir das Lesen Spaß gemacht. Eine Geschichte hat mich sehr an ein bestimmtes Buch von ihm erinnert. Wenn Ihr sie gelesen habt, wisst ihr, welches ich meine.

Um diese drei Themen geht es:

-Das Geheimnis eines Sommers, das die Gegenwart überschattet.-
-Ein Banküberfall mit fatalen Folgen für alle Beteiligten.-
-Ein Junge, der Zuflucht auf einer Farm sucht - und einen Albtraum erlebt.-

Mir haben die drei Geschichten gefallen, sie ließen sich flüssig lesen und kommen dann in Frage, wenn man einfach mal keine Lust auf ein ganzes Buch hat.

Die kleine gebundene Ausgabe kostet nur 10 Euro und eignet sich hervorragend als Weihnachtsgeschenk.



Ich danke dem  Rowohlt Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Dienstag, 6. Oktober 2020

Rezension: `Seelen unter dem Eis` von Astrid Korten

 


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Ein Psychothriller vom Feinsten!!








Tom Döbbe, ein erfolgreicher Werbe- Macher, sitzt in der Todeszelle. Wegen Mordes. Als einer der Wachleute ihn dazu animiert, seine Geschichte aufzuschreiben, beginnt er nach anfänglichem Zögern, denn viel Zeit bleibt ihm nicht mehr, um zu erzählen, was passiert ist.

In Rückblenden erfährt der Leser nun nach und nach, was geschehen ist. Es stellt sich heraus, dass nichts so war, wie es auf den ersten Blick scheint.

Nach dem Tod seiner Mutter braucht Tom eine Ablenkung und da hilft ihm der tageweise Einsatz als Dozent an der Uni. Auch in seiner Ehe mit Helen ist er nicht richtig glücklich und dann passiert es... Amal ist eine seiner Studentinnen, nicht hübsch und eigentlich kein bisschen attraktiv. Doch ein ganz besonderer Augenblick ist schuld, dass Tom ihr verfällt und er beginnt im wahrsten Sinne des Wortes eine verhängnisvolle Affäre. Was als lustvolle Beziehung anfängt, wird mehr und mehr zum Albtraum, doch Tom schafft den Absprung nicht. Amal wird immer irrer in ihren Handlungen, bis er nur noch einen Ausweg sieht. Sie muss sterben.

Astrid Korten hat wieder ein brisantes Thema aufgegriffen: Das Für und Wider der Todesstrafe. Ist sie berechtigt, wenn alle Indizien auf einen Mord hinweisen und zudem ein Geständnis vorliegt?

`Seelen unter dem Eis` ist ein beklemmender Thriller mit psychologischer Tiefe, extrem spannend geschrieben.

Zudem hat Astrid Korten ein hammermäßiges, geniales und völlig unvorhersehbares Ende konstruiert, wie man es sonst nur aus den alten Justizthrillern von John Grisham kennt.

Ich bin begeistert!!

                               


Freitag, 2. Oktober 2020

Gewinnspiel!!!!!!!


 Ihr Lieben, es ist ja inzwischen schon Tradition, dass ich im Oktober den neuen Thriller von Sebastian Fitzek verlose. Und auch diesmal könnt Ihr wieder fünf Exemplare gewinnen!!! 



Worum geht es im Buch ??

Wer das Datum seines Todes kennt, hat mit dem Sterben schon begonnen - der neue Bestseller von Sebastian Fitzek!

Es ist Samstag, kurz nach 22.00 Uhr. Jules Tannberg sitzt am Begleittelefon. Ein ehrenamtlicher Telefonservice für Frauen, die zu später Stunde auf ihrem Heimweg Angst bekommen und sich einen telefonischen Begleiter wünschen, dessen beruhigende Stimme sie sicher durch die Nacht nach Hause führt - oder im Notfall Hilfe ruft.
Noch nie gab es eine wirklich lebensgefährliche Situation. Bis heute, als Jules mit Klara spricht.
Die junge Frau hat entsetzliche Angst. Sie glaubt, von einem Mann verfolgt zu werden, der sie schon einmal überfallen hat und der mit Blut ein Datum auf ihre Schlafzimmerwand malte: Klaras Todestag! Und dieser Tag bricht in nicht einmal zwei Stunden an ...

Geheimnisvoll, beklemmend, nervenaufreibend. Sebastian Fitzeks bislang unheimlichster Psychothriller.





Klickt und Ihr gelangt zu Amazon

   Wenn Ihr  mehr über Sebastian Fitzek erfahren möchtet, guckt mal auf seiner Homepage KLICK




Was müsst Ihr tun, um eins der begehrten Exemplare zu gewinnen??

1.Gebt meiner Facebook oder Instagram Seite ein Like 👍


2.Bitte kommentiert hier, bei Facebook oder Instagram, markiert gerne eure Freunde und teilt, was das Zeug hält. 


3.Ihr müsst in Deutschland wohnen und mind. 18 Jahre alt sein, ansonsten brauche ich die Einwilligung eurer Eltern.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 



Bis zum 18.10.2020 um 22 Uhr habt Ihr Zeit, danach lose ich mit random.org aus.

Ich wünsche euch viel Spaß !!!

Noch ein Wort an diejenigen, die hier auf dem Blog teilnehmen... Es kommt vor, dass ich die Gewinner nicht anders benachrichtigen kann, als unter den Kommentar zu schreiben. Also guckt bitte unter euren Kommentar, ob Ihr gewonnen habt. Solltet Ihr euch innerhalb einer Woche nicht melden, muss ich neu verlosen.😕



Noch etwas zum Datenschutz:


Soweit im Rahmen der Aktion personenbezogene Daten von Teilnehmern erfasst werden (Vor- und Zuname, Anschrift, email Adresse), leite ich diese evtl. auch an Dritte - Autoren und Verlage - weiter, um einen reibungslosen Versand der Gewinne zu ermöglichen. Diese personenbezogenen Daten werden vom mir  ausschließlich zum Zwecke der Durchführung der Aktion erhoben und verarbeitet. Wenn Ihr am Gewinnspiel teilnehmt, erklärt Ihr euch damit einverstanden, dass euer Name im Falle eines Gewinns hier auf dem Blog und bei Facebook veröffentlicht wird.
                            
 Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag  für die Bereitstellung der Verlosungsexemplare.     

Donnerstag, 1. Oktober 2020

Rezension: `Identität 1142` von Sebastian Fitzek


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Spannende Kurzkrimis!









Sebastian Fitzek hat gerufen und alle sind gekommen!!

Während der Corona Quarantäne rief Sebastian Fitzek zu einem Schreibwettbewerb auf und herausgekommen ist dieses Buch mit 23 Kurzkrimis. 

Ich bin nicht der große Fan von Kurzgeschichten, aber manchmal hat man so Phasen, da möchte man zwar lesen, aber sich nicht auf ein dickes Buch einlassen. Für solche Zeiten sind Kurzgeschichten ideal!

Die Teilnehmer einigten sich auf fünf Parameter, die berücksichtigt werden sollten.

`Identität, Handy, dunkles Geheimnis, Rache, Leiden!`

Namhafte Autoren, gemischt mit noch unbekannten Schreibern, haben ihre Geschichten eingesandt. Um nur einige zu nennen: Charlotte Link, Romy Hausmann, Michael Tsokos, Ursula Poznanski und natürlich der Meister persönlich. Sebastian Fitzeks Geschichte steht als Highlight zum Schluss. Obwohl mir diesmal einige der anderen Krimis besser gefielen.

Die Stories lassen sich flüssig lesen, manche sind sehr spannend, andere ganz okay. Das Gute an Kurzgeschichten ist, wenn einen die Geschichte nicht packt, blättert man einfach weiter zur nächsten.

Ich fand die Idee klasse, weil auch unbekannte Autoren hier die Chance bekommen, ihre Krimis einem breiten Publikum vorzustellen.

 Die gesamten Einnahmen aus diesem Buch kommen dem Buchhandel zugute.                                                


 

Ich danke dem Droemer Knaur Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Mittwoch, 30. September 2020

Rezension: `Das Gift Deiner Lügen` von Jenny Blackhurst

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Spannender Psychokrimi!!


















 Die vier Paare sind seit Langem beste Freunde, doch vor einem Jahr wurde Erica Spencer durch einen Unfall aus der Clique gerissen.
Nun taucht ein ominöser Podcast auf, in dem es um `Den Mord an Erica Spencer` geht. Und plötzlich haben anscheinend alle etwas zu verbergen.
Ein weiterer Unfall/Mord geschieht und zusätzlich wird eine Frau aus der Clique vermisst.



Die Autorin hat es verstanden, den Leser an das Buch zu fesseln. Immer neue Geschichten, 
die eigentlich verborgen bleiben sollten, kommen ans Tageslicht. 
Ist einer der Freunde an Ericas Tod schuld, vielleicht ihr Ehemann oder eventuell alle zusammen? Und wer ist der geheimnisvolle Podcaster?

Ein bisschen hat mich das Buch an die Serie `Desperate Housewives` erinnert, alle sind angeblich beste Freunde und doch sagt niemand die Wahrheit.
Der Podcaster deckt so manches auf, was niemals jemand vermutet hätte. Immer wenn man als Leser meint, man weiß was passiert ist, haut die Autorin wieder einen raus.

 Mit `Das Gift deiner Lügen` ist  Jenny Blackhurst ein spannender Psychothriller gelungen. Obwohl ich ihn eher als Psychokrimi bezeichnen würde, denn für einen Thriller finde ich ihn zu gediegen, was aber auf keinen Fall negativ ist.


                                                          



Ich danke dem Bastei Lübbe Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 28. September 2020

Rezension: `Die Weihnachtsvilla` Geschichten zum Träumen


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Wunderschöne Geschichten zum Träumen!








Vier bekannte Autorinnen haben dieses wunderschöne Buch mit Kurzgeschichten veröffentlicht und da es nur 10 Euro kostet, eignet es sich perfekt als kleines Weihnachtsgeschenk.

Auf 240 Seiten erzählen Hanna Caspian, Anne Jacobs, Martina Sahler und Karin Baldvinsson je eine romantische, weihnachtliche Geschichte.

Dadurch, dass jede ca. 60 Seiten lang ist, ist es schon keine Kurzgeschichte mehr, sondern man kann etwas länger darin abtauchen.

Es geht um festgefahrene Traditionen, um Liebe, Sehnsucht und Missverständnisse.

Die winterlichen Schauplätze finden sich an der Ostsee und in den Bergen, in England und Island.

Bisher kannte ich nur Bücher von Anne Jacobs und Hanna Caspian, doch auch Martina Sahler und Karin Baldvinsson haben zwei berührende Geschichten beigesteuert, die mir gut gefallen haben.

`Die Weihnachtsvilla` lässt den Leser aus der Gegenwart in vergangene Zeiten entfliehen und entführt ihn in eine andere Welt. 

Auf dem Sofa, mit einer Tasse heißem Tee kann man in der dunklen Jahreszeit ganz entspannt dieses kurzweilige Lesevergnügen genießen.



 

Ich danke dem Ullstein Verlag und Netgalley.de für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Donnerstag, 24. September 2020

Rezension: `Ich bin der Sturm` von Michaela Kastel

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Rasanter Thriller!!
















Madonna lebt in Zelle 13, sie kennt es fast schon nicht mehr anders. Jede Nacht muss sie zur Verfügung stehen. Mit ihr darf man machen, was man möchte. Ihr Körper ist zerschunden, ihre Seele zerstört.
Keins von den anderen Mädchen hält es so lange aus wie Madonna, doch sie ist stark! Sie will raus aus dem `Schlachthaus` und bekommt unerwartet Hilfe.

 Madonna schafft es zu fliehen, und ihre Gedanken werden beherrscht von Rachegefühlen. Sie will jeden bestrafen, der eine Mitschuld an ihrem Schicksal trägt. Vertrauen kann sie niemandem, und sie hat keinerlei Skrupel, dass Leichen ihren Weg pflastern, denn nichts kann so schlimm sein, wie das, was ihr bereits angetan wurde. 

Ich bin etwas zwiegespalten bei der Beurteilung dieses Thrillers.
Madonna begibt sich nach ihrer Flucht wieder in extreme Gefahr, was ich als Leser nicht nachvollziehen konnte.
Die Autorin schrieb, dass sie das Buch in sehr kurzer Zeit (Fertigstellung der Rohfassung in 12 Tagen) geschrieben hat und das merkte man manchmal. Denn es ging Schlag auf Schlag, ohne dass dem Leser eine Pause zum Luft holen gegönnt wurde. 
Michaela Kastel hat einen brutalen, harten und rasanten Schreibstil, mit dem sie durch das Buch jagt. Trotzdem hat die Story mich richtig gepackt, ich wollte unbedingt wissen, was weiter passiert und habe es an zwei Abenden ausgelesen.
`Ich bin der Sturm` ist anders als andere Bücher, aber auf jeden Fall lesenswert!!!




                                     


Ich danke dem Emons Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 21. September 2020

Rezension: `Die vergessene Heimat` von Deana Zinßmeister


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Die vergessene Heimat!!


















1961, Ernst und Leni wohnen in Ostberlin, direkt an der Grenze zum Westen. Täglich sieht Ernst bei seiner Arbeit im anderen Teil der Stadt, welch ein Unterschied herrscht. Als begonnen wird, einen Stacheldraht zu ziehen, entschließen sie sich, zusammen mit einem Teil der Familie, zu fliehen.

In einem zweiten Handlungsstrang schreibt die Autorin als Britta Hofmeister in der Ich-Form über die Krankheit ihres Vaters. Nie wurde in der Familie über die Flucht gesprochen, auch Jahrzehnte später herrschte bei den Eltern noch die Angst vor der Stasi.
Als der Vater 2014 an Alzheimer erkrankt und die Tochter viel Zeit bei den Eltern verbringt, erfährt sie zum ersten Mal die ganzen Details über die Flucht. 

Deana Zinßmeister hat diesen sehr persönlichen Roman nach der Erkrankung ihres Vaters geschrieben. Sehr gefühlvoll schildert sie die Strapazen, die auf die ganze Familie zukommen, wenn jemand dement ist. Dieser Schock, den immer starken Vater plötzlich so verändert zu sehen. Auf einmal sind die Rollen vertauscht, man ist nicht mehr das Kind, sondern nun benimmt sich der Vater wie ein Kleinkind.
Ich habe Ähnliches erlebt, deswegen konnte ich so viele ihrer Schilderungen und Empfindungen verstehen. Die Eltern sind nie wirklich zufrieden, und auch wenn man jeden Tag Stunden dort verbringt, reicht es nicht. 
Dass man auch noch ein anderes Leben außerhalb von Arztpraxen und den elterlichen vier Wänden hat, wird gerne vergessen. Die eigene Familie steht plötzlich ganz hinten an, geschweige denn, dass man Zeit für sich selbst hat. Wie viele Termine müssen kurzfristig abgesagt werden, weil man meint, sofort springen zu müssen, wenn die Eltern rufen.

Die Autorin schreibt in kurzen Kapiteln, blendet immer wieder zurück in die Zeit vor und während der Flucht.
Wobei ich nicht sagen kann, was mir besser gefallen hat- Gegenwart oder Vergangenheit. Beide Zeiten hatten ihren Reiz, die dramatische Fluchtaktion, sowie die bewegenden Kapitel über die Krankheit des Vaters.
Deana Zinßmeister schreibt völlig ungeschönt, wie sich ihr Leben und das ihrer Mutter und Geschwister rasant schnell verändert.
Und erst jetzt, wo sie die ganze Geschichte ihrer Eltern gehört hat, wird ihr vieles klar.....
        Zitat: 
          "Jahre später erkannte ich die Situationen. 
          Jahre später konnte ich das Gehörte verstehen.
          Jahre später wusste ich das Gesagte zu deuten.
   Jahre später schoben sich die Puzzleteile zusammen.
 Jahre später ergab alles einen Sinn! "



                     


  Ich danke dem Goldmann Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.