Mittwoch, 7. Oktober 2026

Rezension: `Salzwind` von Miriam Georg

 

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Sturm der Gefühle!













Der zweite Band knüpft nahtlos an die Ereignisse des ersten an. Cora ist verzweifelt, nachdem sie Norderney überstürzt verlassen hat. Für eine Frau ohne Beruf und ohne eine Familie, die hinter ihr steht, bleibt in dieser Zeit oft nur das Armenhaus. Doch Alexander Klaasen sucht nach ihr, und nicht nur, weil Emmi ihre Gouvernante vermisst. Auch er selbst möchte Cora zurückhaben. Seine Frau ist schwer krank, seine Mutter drängt ihn täglich zur Rückkehr nach Hamburg, doch alles, was dort auf ihn wartet, scheint ihn nicht mehr zu berühren.

Auch Onnen macht sich auf die Suche nach Cora. Und es gibt noch jemanden, der sie finden will und zwar ihr Mann Hannes. Unerwartet erhält er Unterstützung aus einer Richtung, mit der er niemals gerechnet hätte, eine Wendung, die mir als Leserin etwas Schnappatmung verursacht hat.

Dieser zweite Band hat es in sich. Miriam Georg versteht es einfach, ihre Leser zu fesseln. Sie erzählt Coras Geschichte so authentisch und lebensnah, schildert die Lebensumstände und den Alltag auf den deutschen Inseln mit einer Eindringlichkeit, die einen sofort darin abtauchen lässt.

Zur damaligen Zeit war eine Scheidung fast unmöglich, und genau diese gesellschaftliche Realität macht Coras Gedanken an eine Zukunft mit einem anderen Mann so schmerzhaft und aussichtslos.

In Rückblicken erfahren wir diesmal viel über ihre Ehe und über die Vergangenheit von Onnens Familie, und diese Einblicke machen die Figuren noch lebendiger, aber auch verletzlicher.

`Salzwind` ist insgesamt ein wunderschöner Roman mit viel Atmosphäre, interessanten Charakteren und einer Inselkulisse, die man fast körperlich spüren kann. Die raue Nordsee, den Sand, den Wind, die kleinen Hütten mit ihren Öfen, da möchte man sich am liebsten mitten hineinversetzen.

Wieder mal hat mich Miriam Georg mit einer Geschichte von Anfang bis Ende fesseln können, und von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!


                                                       




Montag, 5. Oktober 2026

Rezension: `Kalte Tage` von Charlotte LInk

 

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Ein neuer Fall für Kate Linville!
















Nach dem Ende des letzten Bandes hätte ich mir eigentlich gewünscht, dass es mit Kate Linville nicht weitergeht. Doch Charlotte Link hat es geschafft, die Reihe mit einem neuen, fesselnden Fall fortzuführen und mich mit dem tragischen Schicksal von Cale zu versöhnen.

Diesmal verschwinden junge Frauen, nachdem sie ein Date mit einer Online-Bekanntschaft hatten. Kate und ihr Team stoßen auf Parallelen zu einem älteren Fall, der damals von Detective Andrew Seymour bearbeitet wurde, einem außergewöhnlich attraktiven Mann, der offenbar mehr als nur berufliches Interesse an Kate hat. Sie selbst kann das kaum glauben und versucht, alles strikt auf die dienstliche Zusammenarbeit zu beschränken. Doch ihre spröde Art schreckt ihn anscheinend nicht ab.

Charlotte Link hat erneut einen packenden Thriller geschrieben, den ich an zwei Abenden durchgesuchtet habe. Die Ereignisse werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt, sodass man als Leser der Polizei oft einen Schritt voraus ist. Das erhöht den Spannungsbogen enorm, und auch die zahlreichen überraschenden Plot Twists sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Das Thema Online-Dating ist etwas klischeebehaftet, aber wenn man manchmal liest, was in der Realität passiert, erscheint vieles gar nicht mehr so ungewöhnlich.

Eine Verkettung unglücklicher Umstände, fataler Fehler und Naivität machen es manchen Kriminellen erschreckend leicht. Als Kate und Andrew schließlich herausfinden, was wirklich passiert ist, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Das Ende wirkt vielleicht etwas konstruiert, doch der Spannung tut das keinen Abbruch.

Von mir gibt es für `Kalte Tage`  wieder eine absolute Leseempfehlung.


                                                  






Donnerstag, 1. Oktober 2026

Rezension: `Die barfüßige Marquise` von Valérie Caron

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Zwischen Pflicht, Liebe und Überlebenskampf!









Frankreich, 1793. Inmitten der Wirren der Französischen Revolution lernen wir die Marquise Marguerite de Bonchamps kennen, eine junge Frau aus einem königstreuen Adelsgeschlecht, deren Welt von einem Tag auf den anderen zerbricht. Für sie und ihre Familie ist es unvorstellbar, dass das einfache Volk die Macht an sich reißt und die Krone stürzen will. Als ihr Mann in den Kampf zieht, bleibt Marguerite mit den Kindern allein zurück und verliert schließlich alles, was ihr Leben bisher ausgemacht hat.

Die Flucht, zu der sie gezwungen wird, ist lebensgefährlich und voller Demütigungen. Die verwöhnte Adlige, die stets von Bediensteten umgeben war, muss plötzlich wie eine Bäuerin durchs Land ziehen, ohne Schutz, ohne Besitz, ohne Gewissheit, ob sie ihre Familie jemals wiedersehen wird. Während ihr Mann einen aus ihrer Sicht aussichtslosen Kampf führt, wächst Marguerite über sich hinaus. Der Autorin ist die Darstellung ihres inneren Konflikts besonders gut gelungen. Da ist auf der einen Seite die Treue zu ihrem Ehemann, die sie als Pflicht verinnerlicht hat, und andererseits die verbotenen Gefühle für den jungen Henri de La Rochejaquelein, die sie völlig unvorbereitet treffen. Eine Liebe, die nicht sein darf und die sie dennoch nicht ignorieren kann.

Ich war zunächst skeptisch, denn der Titel sprach mich überhaupt nicht an. Doch die Geschichte hat mich positiv überrascht. Valérie Caron gelingt es, Marguerites emotionalen Weg authentisch und berührend darzustellen, abwechselnd Wut, Verzweiflung, Angst, Loyalität und die zarte, gefährliche Liebe, die sie zu verbergen versucht. Marguerite wird mit Situationen konfrontiert, die sie sich nie hätte vorstellen können, doch sie behält ihre Würde und kämpft unbeirrt für ihre Familie. Gleichzeitig zeigt der Roman eindrucksvoll die unterschiedlichen Werte der Zeit. Für die Kämpfer zählen Ehre und Königstreue mehr als Familie oder Besitz, während die Frauen vor allem ihr Heim und ihre Kinder schützen wollen.

`Die barfüßige Marquise` ist ein hervorragend recherchierter historischer Roman, der nicht nur spannende Einblicke in die Französische Revolution bietet, sondern auch das Schicksal einer Frau erzählt, die zwischen Pflicht, Liebe und Überleben ihren eigenen Weg finden muss.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung!


                                                   






Dienstag, 29. September 2026

Rezension: `Finding Hope- Das Licht unserer Tage` von Kristin Hannah

 

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Sehr berührend, aber nicht ganz auf dem Niveau ihrer großen Romane!








Ich liebe die Bücher von Kristin Hannah und habe mich sehr auf `Finding Hope` gefreut. Doch diesmal bleibe ich etwas zwiegespalten zurück. Der Schreibstil ist wie gewohnt wunderbar einfühlsam und atmosphärisch, aber die Geschichte selbst konnte mich nicht ganz so packen wie ihre anderen Romane.

Nachdem Joy ihren Ehemann mit ihrer Schwester im Bett erwischt hat, bricht für sie eine Welt zusammen. Kurz vor Weihnachten wird ihr bewusst, dass sie dieses Jahr ohne die beiden wichtigsten Menschen feiern muss. Spontan fährt sie zum Flughafen und entscheidet sich für einen beliebigen Flug – Hauptsache weg.

Als das Flugzeug abstürzt, erkennt Joy, dass sie unverletzt ist, und sieht darin die Chance auf einen Neuanfang. Sie läuft durch den Wald, unbemerkt von den anderen Verletzten, und gelangt schließlich zu einem kleinen Hotel, das eigentlich geschlossen ist. Dort trifft sie Bobby und seinen Vater, mit denen sie eine unerwartet schöne Weihnachtszeit verbringt, genau das, was sie in diesem Moment braucht.

Die Geschichte ist in zwei Teile gegliedert. Einige Logikfehler, die mir während des Lesens aufgefallen sind, erklären sich erst im zweiten Teil, was die Handlung rückblickend stimmiger macht.

Insgesamt ist es eine schöne, märchenhaft angehauchte Weihnachtsgeschichte über Neuanfang, Liebe, Verzeihen und die Hoffnung, dass am Ende alles gut wird. Dennoch hat mich die Story nicht so geflasht, weil `Finding Hope` nicht die emotionale Tiefe der anderen Romane von Kristin Hannah erreicht.

Ich vergebe 3,5 Sterne.



                                      




Montag, 28. September 2026

Rezension: `Kartoffelschätze`von Genevieve Wiehe

 

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Kartoffelliebe in jeder Saison!












Ich liebe Kartoffeln zu jeder Jahreszeit und in allen Varianten. Das Kochbuch von Genevieve Wiehe beginnt mit dem Anbau der Kartoffel, der Ernte und der richtigen Lagerung. Die Rezepte sind nach Jahreszeiten, und damit nach saisonalen Produkten, unterteilt, was ich besonders gelungen finde. Im Anhang befindet sich außerdem ein alphabetisches Register, das die Orientierung erleichtert.

Besonders begeistert hat mich, dass es sich nicht um Gerichte handelt, für die man Unmengen an Zutaten benötigt. Stattdessen findet man alltagstaugliche, kreative und dennoch unkomplizierte Rezepte, die sich gut in den täglichen Kochrhythmus integrieren lassen. Die einzelnen Schritte sind verständlich erklärt und reich bebildert, sodass man sofort Lust bekommt, loszulegen.

Zwischen den einfachen Gerichten gibt es auch viele spannende Rezepte, die neugierig machen. `Frittierte Kartoffelbällchen mit Tomatensalsa`, `Cremige Mini-Kartoffelgratins`, `Gefüllte Kartoffeln mit Grünkohl`, `Kartoffelcurry mit Hähnchen`, `Röstiburger`, `Kartoffeltaschen mit Hackfleischfüllung` oder `Kartoffelwaffeln mit Stielmuscreme`. Mein Favorit ist inzwischen der mediterrane Kartoffel-Tomaten-Salat, den ich schon mehrfach zubereitet habe.

Bei der Vielzahl an Rezepten merkt man, dass Kartoffeln wirklich zu allem passen und man sie das ganze Jahr über in den unterschiedlichsten Variationen genießen kann.

Für mich ist es ein Kochbuch, das man immer wieder gern zur Hand nimmt, auch wenn Kalorienangaben eine schöne Ergänzung gewesen wären.


 




Donnerstag, 24. September 2026

Rezension: `Ein ganz normales Wunder` von Woody Brown

 

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Ein Blick hinter die Stille!












Woody Brown ist Autist. Während andere Eltern irgendwann aufgeben, ihren Kindern Bildung zu vermitteln, bleibt vor allem seine Mutter unermüdlich bemüht, Woody zu fördern, obwohl er nicht sprechen kann. Seine Eltern haben ihn nie aufgegeben oder in ein Heim abgeschoben, sondern geduldig mit ihm gearbeitet und schließlich herausgefunden, wie er sich mitteilen kann. Dabei zeigt sich, dass Woody alles andere als dumm ist. Sein Traum, eines Tages Autor zu werden, rückt plötzlich in greifbare Nähe.

In seinem Buch beschreibt Woody den Alltag in der Tagesklinik und richtet seinen Blick auf Tom, Emma und Walter – drei Patienten, die wie er im eigenen Körper gefangen sind. Sie können sich nicht artikulieren und werden schnell als dumm abgestempelt oder als Menschen bezeichnet, die in ihrer eigenen Welt leben. Doch vielleicht ist es genau andersherum. Der Autist bekommt alles mit, kann es nur nicht ausdrücken. Das herauszufinden erfordert enorme Energie, Geduld und Liebe, sozusagen ein Fulltimejob für Eltern oder Pflegekräfte, den viele schlicht nicht leisten können. Die Pflegekräfte im Heim sind mal engagiert, mal überfordert, die staatlichen Mittel knapp, das Gebäude heruntergekommen. Viele der Patienten wurden schlicht abgeschoben.

Ich hatte im Vorfeld viel über dieses Buch gehört und war unsicher, ob es mich wirklich interessieren würde. Jetzt bin ich froh, dass ich es gelesen habe. Mein Blick auf das Thema hat sich komplett verändert. Woody beschreibt den Alltag in der Tagespflege sehr einfühlsam und sensibel, aber gleichzeitig mit viel Humor. Ja, man darf lachen, auch wenn das Thema ernst ist.

Woody Brown möchte, dass man nicht nur das sieht, was sichtbar ist, wenn man mit behinderten oder autistischen Menschen zu tun hat. Er fordert dazu auf, andere Wege der Kommunikation zu suchen. Auch wenn ich persönlich keinen Kontakt zu Autisten habe, fand ich das Buch hochinteressant und wichtig. Und weil es trotz des ernsten Themas so humorvoll und leicht geschrieben ist, lässt es sich wunderbar flüssig lesen.


                                         








Dienstag, 22. September 2026

Rezension : `Glow up mit Face Yoga` von Nina Schennach

 


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Ein Buch, das mich zum Dranbleiben motiviert hat!








Vor ein paar Wochen sah ich Nina Schennach im Fernsehen und war sofort begeistert von der Vorstellung ihrer Übungen. Besonders ihre Aussage, lieber jeden Tag zwei Minuten zu üben, als sich dreißig Minuten vorzunehmen, die man dann doch nicht schafft, hat mich direkt abgeholt.

Das Buch ist sehr übersichtlich aufgebaut: Zunächst erfährt man, worauf man achten sollte, welche Muskeln wo sitzen und welche Hilfsmittel sinnvoll sein können. Auch wird erklärt, was die Bewegungen im Körper bewirken können.

Die einzelnen Übungen sind reich bebildert, und einige Fotos haben bei mir regelrechte Lachsalven ausgelöst, weil manche Positionen einfach herrlich komisch aussehen. Aber genau das macht es sympathisch, denn alles ist leicht nachzumachen. Man kann es unterwegs oder zuhause praktizieren und zusätzlich geht vieles im Auto, ohne dass es jemand bemerkt. Zunge an den Gaumen pressen etc..

Manches wird mit Öl durchgeführt, anderes mit dem Gua-Sha-Stein, mit Cups oder ganz ohne Hilfsmittel. Die Vielfalt ist groß, aber nicht überfordernd. Hier ist wirklich für jeden das Passende dabei!

Wer Lust auf einfache, wirksame, manchmal komische Verrenkungen hat, findet hier ein Buch, das motiviert, ohne die Leserinnen zu überfordern.


                                           



Montag, 21. September 2026

Rezension: `Das Haus Faber Castell` von Elke Becker

 

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Gemütlicher Schmöker!












Stein bei Nürnberg, 1847. Ottilie ist überglücklich, als sie ihren Traummann Lothar Faber heiratet. Während Lothar die Geschicke der Firma lenkt, widmet sich Ottilie ihrer Leidenschaft, der Malerei. Doch sie interessiert sich ebenso für die Belange des Unternehmens und steht ihrem Mann oft beratend zur Seite.

Das wiederum missfällt ihrer Schwägerin Käthe zutiefst. Sie neidet Ottilie das große Haus, die prachtvolle Hochzeit und vor allem die Tatsache, dass Lothar seine Frau als gleichwertige Partnerin behandelt. Ihr einziger Triumph ist es, früher Mutter zu werden als Ottilie.

Durch die Hebamme Elise, mit der sich eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt, erfährt Ottilie von den miserablen Lebensbedingungen der Fabrikarbeiter, die in Baracken hausen und unter erschütternden Umständen leben. Ottilie beschließt zu handeln und schlägt Werkswohnungen, eine Kinderbetreuung und soziale Unterstützung vor, um das Leben der Arbeiter zu verbessern.

Elke Becker schildert den Alltag der Familie Faber, den Aufstieg des Unternehmens, die Expansion nach England und Amerika äußerst spannend. Die täglichen Sorgen, Ottilies Fehlgeburten, Käthes Kampf um Anerkennung und die unterschiedlichen Perspektiven der Figuren lassen keinen Moment Langeweile aufkommen.

`Das Haus Faber Castell` ist ein packender Roman, der die persönlichen Schicksale vor dem Hintergrund der historischen Fakten eindrucksvoll verbindet. Man legt das Buch mit dem Gefühl aus der Hand, dass es über diese Familie noch viel zu erzählen gäbe. 

Vielleicht überrascht uns die Autorin doch noch mit einer Fortsetzung.





Donnerstag, 17. September 2026

Rezension: `Der verheiratete Mann` von K.L. Slater

 

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Spannend!!












Liv lebt allein mit ihrem Sohn Maddox. Ihr Ehemann ist vor vielen Jahren spurlos verschwunden und wurde schließlich für tot erklärt. Seitdem spricht Liv immer wieder davon, bald einen großen Geldbetrag zu erhalten, der ihr und Maddox ein sorgenfreies Leben ermöglichen soll. Als sich Maddox plötzlich verändert, fürchtet Liv, dass er in Drogengeschichten geraten ist. Doch als die Polizei vor der Tür steht, weiß sie, dass es etwas viel Bedrohlicheres gibt, vor dem sie sich fürchten muss.

Parallel dazu lernen wir Kait kennen, die hochschwanger ist und mit ihrem Mann Daniel eigentlich glücklich sein sollte. Doch kleine Auffälligkeiten lassen sie zweifeln, ob Daniel ehrlich zu ihr ist. Sie beginnt, heimlich in seinen Unterlagen zu stöbern und ihre Spur führt sie direkt zu Liv.

Der Thriller hat mir wieder richtig gut gefallen. Der Schreibstil von K.L. Slater ist gewohnt fesselnd, sodass ich das Buch in zwei Abenden ausgelesen hatte. Die Handlung überzeugt mit vielen Wendungen, falschen Fährten und Überraschungen. Nichts ist so, wie es zunächst scheint, und bis zum Schluss bleibt die Spannung hoch, nur um dann alles noch einmal komplett zu drehen.

`Der verheiratete Mann` ist ein packender Thriller mit starken Plot Twists und einem unvorhersehbaren Ende, den ich sehr gerne weiterempfehle.


                                                  



Mittwoch, 16. September 2026

Rezension: `Die Honigfrauen- Eine neue Heimat` von Mirjam Müntefering

 

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Gelungener Abschluss!!









Elberfeld, 1910. `Die Honigfrauen- eine neue Heimat` habe ich sehnsüchtig erwartet, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Irma, Auguste und Harriet weitergeht.

Schon nach wenigen Seiten war ich wieder völlig in der Fortsetzung der Geschichte versunken, weil der zweite Band direkt an die Geschehnisse im ersten anschließt.

Die Eröffnung des Landcafés ist zunächst ein Desaster, denn der von Familie Kuhn empfohlene Konditor liefert bei Weitem nicht die Qualität von Ludwig Honigs feinem Gebäck. Auch Arno Kuhn lässt sich nicht mehr blicken, was Irma sehr verletzt. Zum Glück ist Eugen wie immer eine verlässliche Stütze und guter Freund.

Nur noch wenige Tage können die Honigs sich über Wasser halten, sonst müssen sie das Landcafé aufgeben. Da kommt Irma plötzlich eine Idee. Könnte Harriet mit ihrem Wissen und ihrem Können das Café retten? Und was würde Großmutter Auguste dazu sagen?

Auch der zweite Band hat es wieder in sich, denn es passiert unglaublich viel. Jedes Kapitel widmet sich einer der drei Frauen, die alle ihre eigenen Sorgen, Hoffnungen und Wege haben. Trotz ihrer Unterschiede halten sie zusammen und kämpfen für das Landcafé. Besonders berührend ist Augustes Wunsch, Irma immer und vor allem zu beschützen, ohne zu merken, dass das Mädchen längst erwachsen geworden ist und eigene Pläne hat.

`Die Honigfrauen- Eine neue Heimat` ist ein atmosphärischer, berührender Roman über drei starke Frauen und hat mir genauso gut gefallen wie der erste Band. Mirjam Münterfering schreibt wie gewohnt warm, bildhaft und wunderbar flüssig.

Von mir gibt es eine klare Empfehlung und natürlich sollte man beide Teile hintereinander lesen.


                                                    








Samstag, 12. September 2026

Rezension: `Was sie nicht weiß` von Shari Lapena


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Was für ein Pageturner!










Die junge Mutter Bryden verschwindet am helllichten Tag spurlos aus ihrer Wohnung. Handy, Laptop, Handtasche, alles liegt noch da, als wäre sie nur kurz hinausgegangen. Niemand kann sich erklären, was passiert sein könnte.

Ihr Ehemann Sam schlägt sofort Alarm, denn für ihn ist klar, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. Bryden würde niemals vergessen, ihre kleine Tochter aus der Kita abzuholen. Die Polizei durchsucht das große Mietshaus und vermutet zunächst einen Unfall, doch schnell wird deutlich, dass Bryden ermordet wurde. Und wie so oft fällt der erste Verdacht auf den Ehemann. War ihre Ehe wirklich so harmonisch, wie es nach außen schien?

Mich hat dieses Buch komplett umgehauen! Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, und nach und nach lernt man die Menschen in Brydens Umfeld besser kennen. Anscheinend hat jeder eine dunkle Seite oder ein Geheimnis, das er verbergen will. Die Autorin versteht es meisterhaft, Zweifel zu säen, und Figuren, die man schon als Täter ausgeschlossen hat, geraten plötzlich wieder in den Fokus. Für die Ermittler wird der Fall immer komplizierter, denn Verdächtige gibt es reichlich.

Bis zur allerletzten Seite bleibt offen, wer Bryden ermordet hat. Besonders gut gefallen hat mir, dass der Thriller ohne übertriebene Action oder Effekthascherei auskommt. Die Spannung entsteht durch psychologische Raffinesse, viele feine Hinweise und das ständige Gefühl, dass man niemandem wirklich trauen kann.

`Was sie nicht weiß` ist ein fesselnder Thriller, der mich bis zum Schluss mitgerissen hat und den ich kaum aus der Hand legen konnte.


                                




Mittwoch, 9. September 2026

Rezension: `Alles wird Asche` von Nele Neuhaus

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Spannend, aber mit kleinen Längen!                                        



Ziemlich enttäuscht von ihrem Aufenthalt in Namibia kehrt Pia Sander vorzeitig aus dem Sabbatical zurück. Ihr Ex‑Mann Henning holt sie am Flughafen ab und und sie muss ihn direkt zu einem Tatort begleiten. Ein Mann hängt kopfüber im Rohbau eines Hochhauses, wurde brutal gefoltert und schließlich getötet.

Kurz darauf nimmt Pia wieder ihren Dienst auf und ermittelt gemeinsam mit ihrem Kollegen Oliver von Bodenstein. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Opfer. Weitere Tote folgen, alle miteinander verknüpft, und immer wieder führt eine Spur zur mächtigen Brinkhoff‑Gruppe

Nele Neuhaus hat einen extrem komplexen Fall konstruiert. Bei der Vielzahl an Figuren, Beziehungen und Verbindungen war ich sehr froh, dass es ein Personenregister gibt. Mehrere Handlungsstränge laufen parallel, wobei der Schwerpunkt klar auf der akribischen Ermittlungsarbeit liegt.

Gleichzeitig gewährt die Autorin tiefe Einblicke in Pias Privatleben, in ihre Ehe, die Liebe und die Beziehung zu Henning. Diese persönlichen Momente lockern die intensive Polizeiarbeit zwischendurch immer wieder auf.

In kursiv gedruckten Passagen schildert ein Täter seine Gedanken und die Planung eines Mordes, so ist der Leser den Ermittlern manchmal einen Schritt voraus.

Mit über 600 Seiten ist der Roman sehr umfangreich. Für meinen Geschmack hätten 100 bis 200 Seiten weniger der Geschichte gutgetan. Das Thema ist spannend, die Recherche beeindruckend, und die Ermittlungsarbeit fesselnd, aber es gibt Passagen, die sich spürbar in die Länge ziehen.

Trotzdem war es für mich eine Freude, wieder mit Pia Sander und Oliver von Bodenstein auf Spurensuche zu gehen.






Donnerstag, 3. September 2026

Rezension: `Die Entdeckung der Wahrheit` von Ellin Carsta

 

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Dramatische Entwicklungen!!

















Hamburg, 1929. Im inzwischen neunten Band der `Kinder der Hansens` ist wieder einiges los, manches fesselt, anderes wirkt etwas ruhiger.

Die Figuren entwickeln sich spürbar weiter. Martha zeigt sich ungewohnt zahm, während Eduard immer mehr abrückt von dem freundlichen Cousin, als den man ihn bisher kannte.

Franz erhält eine neue Aufgabe, die er unbedingt gut erfüllen möchte, und zwischen ihm und Emma entspannt sich die Lage wieder. Richard verliebt sich in Chicago, während Therese versucht, einen Herrn loszuwerden, der ihre Gutherzigkeit zunehmend ausnutzt.

Amila stößt im `Hansens` auf Kartons mit merkwürdigem Inhalt und stellt Eduard zur Rede. Zwischen ihnen gibt es den ersten größeren Streit.

Richtig dramatisch wird es, als etwas geschieht, das die ganze Familie erschüttert. Ein Mitglied der Hansens fällt einem Verbrechen zum Opfer. Während die meisten darauf vertrauen, dass der Täter gefasst und bestraft wird, wollen zwei von ihnen die Sache selbst in die Hand nehmen. Ab diesem Moment wird es wirklich spannend, und wie immer gilt: Bei den Hansens ist es nie langweilig.


                                                            




Dienstag, 1. September 2026

Rezension: `Das Seebad am Nordseestrand` von Regine Kölpin

 

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Wangerooge im Aufbruch!
















Wangerooge, 1829. Als Bernhardine Westings Mann zum Badekommissar ernannt wird, ist seine Begeisterung überschaubar, doch Bernhardine selbst ist sofort Feuer und Flamme. Sie erkennt das Potenzial der kleinen, unscheinbaren Insel und setzt alles daran, um aus Wangerooge ein exklusives Seebad zu machen. Während viele Insulaner skeptisch bleiben, sehen einige darin eine Chance, der täglichen Einöde zu entkommen.

Zu ihnen gehört Beeke Tammen, deren Eltern sie dem Lehrerssohn versprochen haben. Doch Beeke liebt Edo, ihren Jugendfreund, eine Verbindung, die ihre Eltern niemals akzeptieren würden. Als beide Männer auf See sind, fasst Beeke einen mutigen Entschluss: Sie beginnt in Bernhardines Küche zu arbeiten, um eigenes Geld zu verdienen und nicht länger von einem Mann abhängig zu sein.

Regine Kölpin zeichnet die gesellschaftlichen Strukturen der damaligen Zeit eindrucksvoll nach. Frauen hatten zu gehorchen, ihre Möglichkeiten waren eng begrenzt, und nur wenige wagten es, aus diesen Rollen auszubrechen. Gerade deshalb berührt die entstehende Freundschaft zwischen Bernhardine und Beeke. Zwei Frauen aus völlig unterschiedlichen Ständen, die sich gegenseitig stärken und unterstützen. Mehrmals gerät Beeke in gefährliche Situationen, doch Bernhardine hilft ihr ohne Zögern und ohne Rücksicht auf Konventionen.

Besonders gelungen ist Beekes Entwicklung: Aus dem unbedarften Mädchen wird eine selbstbewusste junge Frau, die weiß, was sie will, auch wenn die Männer ihrer Zeit noch immer das letzte Wort haben. Die authentische, atmosphärische Erzählweise macht es leicht, in die Geschichte einzutauchen und sich in die Figuren hineinzuversetzen.

Ein historischer Roman, der durch starke Protagonistinnen, gesellschaftliche Konflikte und den Aufbruch in eine neue Zeit überzeugt.


                                         


Freitag, 28. August 2026

Rezension: `Die verschlossene Tür` von Freida McFadden

 

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McFadden  kann es einfach!!!









Dr. Nora Davis ist eine brillante Chirurgin, die ihre Arbeit liebt und sich in ihrer Praxis sicher fühlt. Doch privat hält sie Menschen auf Abstand. Niemand soll erfahren, dass sie die Tochter des berüchtigten Serienkillers Aaron Nierling ist, der seit 26 Jahren im Gefängnis sitzt. Als zwei ihrer Patienten auf exakt die gleiche Weise ermordet werden, wie es ihr Vater tat, steht plötzlich die Polizei vor ihrer Tür. Ein Nachahmungstäter treibt sein Unwesen und er weiß, wer Nora ist.

Freida McFadden gelingt es erneut, mich von der ersten Seite an zu fesseln. Die Autorin spielt geschickt mit der Frage, ob Nora Opfer oder Täterin ist. Jemand versucht, ihr etwas anzuhängen, doch lange bleibt unklar, wie viel Wahrheit in den Anschuldigungen steckt. Die Rückblenden in Noras Kindheit zeigen, dass Nora selbst nicht frei von dunklen Impulsen ist. Hat sie die Gene ihres Vaters geerbt? Oder ist sie nur eine Frau, die verzweifelt versucht, sich von der Vergangenheit zu lösen?

Die Story ist hervorragend konstruiert, die Charaktere glaubwürdig und die Spannung konstant hoch. Die Autorin versteht es meisterhaft, Wendungen so zu setzen, dass man immer wieder umdenken muss. Bis zur letzten Seite habe ich gerätselt, wer schuldig und wer unschuldig ist und das Finale hat mich total überrascht.

Ein weiterer Freida McFadden-Thriller, der es in sich hat, nervenaufreibend, voller Plot Twists und absolut packend.


                                       





Donnerstag, 20. August 2026

Rezension: `Die Leuchtturmschwester` von Lori Kilian

 

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Ein Lesevergnügen!













Schottland, 1923. Nachdem ihre Mutter bei der Geburt der kleinen Schwester stirbt, fasst Eliza einen Entschluss. Sie will Krankenschwester werden. Ihrem Vater gibt sie die Schuld am Tod der Mutter, denn er hat keine Hebamme geholt und die beiden Mädchen später bei der Tante zurückgelassen. Die Verletzung sitzt tief. Sobald sie alt genug ist, verlässt Eliza die kleine Insel und beginnt ihre Ausbildung.

Als sie Jahre später zurückkehrt, ist nichts mehr wie früher. Die Schwester ist ihr fremd und dem Vater will sie weiterhin aus dem Weg gehen. Nur die Gewissheit, dass ihre Hilfe dringend gebraucht wird, lässt sie den schwierigen Neubeginn durchstehen.

Bei ihrer Arbeit begegnet sie dem Leuchtturmwärter Aidan, der überraschend fundierte medizinische Kenntnisse besitzt. Doch warum arbeitet er nicht als Arzt? Welches Geheimnis trägt er mit sich?

`Die Leuchtturmschwester` hat mir außerordentlich gut gefallen. Die Autorin fängt die Atmosphäre der Hebriden und die raue, karge Landschaft eindrucksvoll ein. Das Leben der Menschen dort war hart- wenig Arbeit, kaum Nahrung, schlechte Wohnverhältnisse. Viele Bewohner begegnen Eliza zunächst mit Skepsis, weil man lieber auf Zaubersprüche und okkulte Rituale als auf moderne Medizin vertraut. Eliza muss gegen Vorurteile und Aberglauben ankämpfen, doch nachdem sie mehreren Kranken helfen kann, beginnt sich das Blatt zu wenden.

Zwischen Aidan und Eliza entwickelt sich eine zarte Nähe. Doch als Krankenschwester darf sie keinen Ehemann haben, deswegen scheint eine Beziehung unmöglich. Ihren Beruf aufzugeben kommt für sie nicht infrage.

Lori Kilian hat einen wunderschönen historischen Roman mit einer sympathischen Protagonistin geschrieben, der mich direkt in das vergangene Jahrhundert versetzt hat. Die Geschichte ist intensiv und stimmungsreich, berührend und voller authentischer Details. Ich konnte mühelos in Elizas Welt eintauchen und ihre Erlebnisse mitfühlen.

Für mich war `Die Leuchtturmschwester` von Anfang bis Ende ein Lesevergnügen.



                                   


























Dienstag, 18. August 2026

Rezension: `Düster` von Ivar Leon Menger

 

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Gefährlicher Urlaub!









Nordseeinsel Liekenoog, 1987. Nach `Finster` ermittelt Kommissar Stahl erneut, obwohl er eigentlich im Ruhestand ist. Die Chefin des Seebad Palais bittet ihn um Hilfe bei der Suche nach einem verschwundenen Mädchen, und im Gegenzug dürfen er und seine geliebte Geli im Hotel residieren. Stahl sagt zu, nicht zuletzt, weil Geli ihn ohnehin ständig zu einem Urlaub drängt.

Kaum sind die beiden auf der Insel angekommen, wird das Mädchen tot aufgefunden. Für Stahl ist sofort klar, dass es sich um Mord handelt. Er nimmt die Ermittlungen auf, doch schon bald wird eine weitere Leiche entdeckt.

In mehreren Rückblenden in die 60er Jahre erleben wir den kleinen Berti, der bei einem Mörder aufwächst und früh seine eigene sadistische Ader zeigt.

Ich habe das Buch in zwei Tagen ausgelesen, weil es mich durchweg gepackt hat. Der 80er Jahre Charme kommt wunderbar rüber, auch wenn er in seiner nostalgischen Übertreibung gelegentlich schon fast etwas klamaukig wirkt. Dem Lesevergnügen tat das jedoch keinerlei Abbruch.

Richtig gut fand ich, dass man als Leser ständig neue Verdächtige im Kopf hatte. Allein die Namen passten irgendwie alle, und das machte die Geschichte so fesselnd.

`Düster` ist ein spannender Krimi, der vielleicht ein bisschen übertreibt, aber mich trotzdem zwei Tage lang nicht losgelassen hat.


                                              





Samstag, 15. August 2026

Rezension: `Die Nachbarin- Lass sie nicht in dein Haus` von Nova Winter


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Hat mich leider nicht überzeugt!









Smilla rettet einem kleinen Jungen das Leben, doch statt Dankbarkeit schlägt ihr von seiner Mutter pure Aggression entgegen. Erst später erfährt sie, dass es sich um ihre Nachbarin Lou handelt. Deren Ehemann Quentin reagiert völlig anders. Überschwänglich und fast übertrieben freundlich lädt er Smilla und ihren Mann Jonas sofort zum Abendessen ein. Doch auch dort setzt sich Lous seltsames Verhalten fort, während Quentin Smilla überraschend einen Job anbietet.

Diese Ausgangssituation hat zweifellos Potenzial, und das Buch liest sich über weite Strecken flüssig und spannend. Trotzdem war ich beim Lesen hin‑ und hergerissen. Viele Ereignisse wirken überzeichnet, merkwürdig und stellenweise einfach unglaubwürdig. Es war für mich zu viel des Guten, als wolle die Autorin durch immer neue Wendungen künstlich mehr Action erzeugen, was für mich jedoch nicht funktioniert hat. Dazu gehören auch Smillas naive Entscheidungen, die sie unnötig in Gefahr bringen und nur nervten.

Eigentlich passieren jede Menge unerklärliche Dinge, die wirklich spannend wären, kämen sie nicht so gehäuft vor, weswegen es schon wieder alles zu konstruiert wirkt.

Für mich ist `Die Nachbarin- Lass sie nicht in dein Haus` ein Thriller mit guter Ausgangsidee und spannenden Momenten, aber die Umsetzung verliert sich zu sehr in übertriebenen Twists.


                                                  




Dienstag, 11. August 2026

Rezension: `Zwei Leben- solange ich atme` von Astrid Korten


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Sehr bewegend!














1941, Minsk. Von einem Tag auf den anderen wird Anna mit ihrer Familie aus ihrem behüteten Leben gerissen, nur weil sie Juden sind. Das große Haus, die Dienstboten, die regelmäßigen Mahlzeiten, all das wird gegen ein einziges Zimmer im belarussischen Ghetto eingetauscht, in dem vier Menschen auf engstem Raum ums Überleben kämpfen müssen. Der Vater, einst angesehener Zahnarzt, schleppt nun Steine, die Mutter arbeitet ebenfalls in der Zwangsarbeit. Anna muss die Gleise reinigen, während der kleine Matthias allein im Zimmer bleibt. Als Belohnung gibt es ein paar Löffel einer Gemüsesuppe, die fast nur aus Wasser besteht. Hunger, Not und ständige Angst bestimmen ihr Leben.

Tag für Tag erleben die Menschen im Ghetto unvorstellbare Brutalität. Demütigungen, Misshandlungen, willkürliche Erschießungen, verübt von Männern, die noch vor kurzem ihre Nachbarn waren. Inmitten dieser Grausamkeit lernt Anna den Jungen Mischa kennen, der sich mit Handel und Diebstahl über Wasser hält. Zwischen ihnen entsteht eine vorsichtige Freundschaft, und Anna erfährt, dass Mischa im Widerstand aktiv ist. Nach mehreren traumatischen Erlebnissen schließt sie sich ihm an, ein Schritt, der ihr Leben für immer verändern wird.

Parallel dazu führt uns eine zweite Zeitebene ins Jahr 2000. Anna, inzwischen fast 80 Jahre alt, hat mit ihrer Familie nie über den Krieg gesprochen. Erst als ihre Enkelin ein Schulprojekt über die Erlebnisse der Großeltern im Krieg bearbeitet, entscheidet Anna, nach Minsk zurückzukehren. Dort brechen Erinnerungen auf, die sie jahrzehntelang tief in sich vergraben hat, doch überraschenderweise tut es gut, sich ihnen endlich zu stellen.

Astrid Korten beschreibt die Zustände im Minsker Ghetto eindrucksvoll und erschütternd. Den Hunger, die schwere Arbeit, die ständige Todesangst, die Willkür der Täter. Anna ist eine starke, vielschichtige Protagonistin, deren innere Entwicklung man intensiv miterlebt, bis hin zu dem Punkt, an dem Leben und Tod für sie kaum noch einen Unterschied zu machen scheinen. Der Besuch in Minsk zeigt, wie tief die Wunden sind, aber auch, dass es manchmal heilend sein kann, sich der Vergangenheit zu stellen.

Mit diesem Roman beweist Astrid Korten erneut, dass sie nicht nur brillante Thriller schreiben kann, sondern auch menschliche Schicksale mit berührender Feinfühligkeit und Empathie erzählt. Ein bewegendes Buch, das beweist, dass selbst aus tiefster Dunkelheit ein Weg zurück ins Leben führen kann.

                                 






Rezension: `Das erste Haus am Platz` von Mina Baites


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Gemütlicher Schmöker!







Bischofsgrün, 1908. Nach dem plötzlichen Tod des Vaters müssen die Schwestern Lotte und Luise gemeinsam mit ihrer Mutter ins Armenhaus ziehen. Die Zukunft scheint düster, doch ein großzügiges Darlehen von Onkel Albert eröffnet ihnen eine neue Chance. Sie können ihren Traum verwirklichen und eine kleine Ferienpension gründen.

Das Fremdenheim Helene, mitten im Fichtelgebirge gelegen, ist zunächst ein heruntergekommenes, halb verfallenes Gebäude. Mit unermüdlicher Arbeit, Schweiß und Entschlossenheit verwandeln die drei Frauen es in eine einladende Pension. Doch der Weg dorthin ist steinig, und nicht nur die körperliche Arbeit fordert sie heraus.

Lotte und Luise sind sehr unterschiedlich, was immer wieder zu Konflikten führt. Besonders heftig wird es, als sich ein adeliger Gutsherr in Lotte verliebt und sie umwirbt. Lotte erwidert seine Gefühle, doch wie soll das Fremdenheim ohne ihre Hilfe bestehen? Die Spannungen zwischen den Schwestern wachsen, bis Lotte etwas erfährt, das sie ihrer Schwester niemals verzeihen kann.

Ich habe mich sehr gefreut, wieder etwas von Mina Baites zu lesen und besonders, dass es sich um einen abgeschlossenen Einzelband handelt, ohne die Wartezeit auf weitere Teile. Ihr Schreibstil liest sich angenehm und flüssig, keine Minute war langweilig. Mit viel Gefühl beschreibt sie den harten Alltag der drei Frauen, die Mühen bis zur Pensionseröffnung, die schwere Gartenarbeit, die finanziellen Sorgen und immer nur das Wohl der Gäste im Auge zu haben. Freizeit ist für sie ein Fremdwort und genau das führt zu den vielen Reibereien zwischen den Schwestern.

`Das erste Haus am Platz` ist ein gemütlicher, unterhaltsamer Roman über Familienzusammenhalt, Liebe, Verrat und den Mut, trotz aller Widrigkeiten den eigenen Weg zu gehen.

                             

                                                     


Donnerstag, 6. August 2026

Rezension: `Hilf mir` von K.L. Slater

 

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Das kann K.L. Slater besser!










Ich bin ein großer Fan von K.L. Slater, aber dieser Thriller war für mich ein echter Fehlgriff. Saffy erhält eine verstörende Nachricht ihrer Freundin Leona, die kurz darauf gelöscht wird. Für sie klingt es, als sei Leona in Gefahr. Sie fährt sofort zu ihr, doch vor Ort scheint alles in bester Ordnung. Wenig später steht die Polizei vor Saffys Tür. Leona, ihr Mann und ihre Tochter sind verschwunden und Saffy war die letzte, die sie lebend gesehen hat.

Bis hierhin fand ich die Geschichte noch okay, doch danach driftet die Handlung völlig ab. Statt Spannung gibt es endlose Konflikte aus Saffys Privatleben- Probleme mit ihrer Schwester, ihrem Ex-Mann, ihrem Sohn, eigentlich mit jedem Menschen, der ihr begegnet. Vieles wird nur angedeutet, ständig wiederholt und erst spät aufgelöst. Zu spät für mich, denn da war meine Geduld längst erschöpft.

 Statt Thriller bekommt man ein Chaos aus Andeutungen, Wiederholungen und einer konstruierten Handlung. Besonders nervig waren die zahlreichen unsinnigen Alleingänge der Figuren, die mich eher wütend machten als Spannung zu erzeugen.

K.L. Slater kann das deutlich besser. Ich vergebe 1,5 Sterne.


                                  




Montag, 3. August 2026

Rezension: `Bittere Reue` von Linda Castillo

 

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Mord bei den Amischen!










Im inzwischen 17. Fall für Chief Kate Burkholder kehren wir zurück nach Painters Mill in Ohio. Drei Jugendliche stoßen im Wald auf eine zerstückelte Leiche, vergraben unter Laub und Erde. Es handelt sich um einen amischen jungen Mann, den Besitzer der örtlichen Baumschule. Kurz darauf wird auch sein bester Freund Aaron tot aufgefunden.

Kate Burkholder kennt die amischen Familien der beiden gut, doch die Eltern mauern. Niemand möchte etwas Negatives über die Söhne sagen, trotzdem spürt Kate sofort, dass sie mehr wissen, als sie zugeben. Die Ermittlungen zeigen schnell, dass finanzielle Engpässe, Naivität, Geldgier und Drogen die beiden jungen Männer in große Schwierigkeiten gebracht haben. Doch wer hatte ein Motiv, sie so brutal zu ermorden?

Ich liebe die Reihe um Kate Burkholder, und auch Band 17 hat mich keine Sekunde gelangweilt. Linda Castillo schafft erneut eine perfekte Mischung aus Polizeiarbeit, Kates Privatleben und dem Alltag der Amischen. Es ist jedes Mal schön, die vertrauten Figuren wiederzutreffen, die man schon über so viele Jahre begleitet hat.

Besonders spannend finde ich Castillos Einblicke in die Lebensweise der Amischen. Da Kate selbst früher amisch war, öffnet sich ihr diese Gemeinschaft eher als anderen Ermittlern. Doch diesmal stößt sie auf eine Mauer des Schweigens. Niemand will kooperieren, und als Kate selbst recherchiert, gerät sie mehr als einmal in Lebensgefahr.

`Bittere Reue` ist ein intensiver, atmosphärischer Thriller, der mir einmal mehr gezeigt hat, warum ich diese Reihe so liebe und der beweist, dass sie selbst nach 17 Bänden nichts von ihrer Kraft, Tiefe und Spannung verloren hat.



                                             


Donnerstag, 30. Juli 2026

Rezension: `Der geheime Apfelgarten- Getrennte Welten` von Rebekka Eder

 

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Liebe zwischen Grenzen!










Finkenwerder, 1892. Nach dem Tod ihrer Mutter hat Keas Vater den geliebten Apfelgarten seiner Frau aus Wut und Schmerz mit der Axt zerstört. Doch Kea kehrt seit Jahren heimlich dorthin zurück, um den Garten Stück für Stück wieder zum Leben zu erwecken. Sie sucht nach dem perfekten Apfel, dem Geschmack, der sie an ihre Kindheit erinnert und den sie unbedingt wieder züchten möchte.

Zufällig trifft sie dort auf Kristen, den Arbeiter vom Nebengehöft. Zwischen den beiden entsteht eine zarte Verbindung, doch eine Beziehung zwischen dem Knecht und der Erbin des Loop-Hofes ist für die damalige Zeit undenkbar. Das sieht auch Keas Vater so, und als er von den Treffen erfährt, setzt er alles daran, seine Tochter möglichst schnell und standesgemäß zu verloben. Kea jedoch kann Kristen nicht vergessen.

Ich war sofort in Keas Geschichte drin. Die Autorin schreibt mit einer Wärme und Klarheit, die sofort Nähe zu den Charakteren entstehen lässt. Sie sind facettenreich gezeichnet und wirken authentisch, sodass man ihre Konflikte und Hoffnungen gut nachempfinden kann. Es gibt auch jede Menge Geheimnisse, die nach und nach gelüftet werden.

Besonders spannend fand ich das historische Drumherum. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass die Menschen wegen des tiefen Matsches sehr oft auf Stelzen liefen, sogar die Kinder, die damit zur Schule gingen. Auch lange Wege wurden auf diese Weise zurückgelegt. Ebenso faszinierend war die historische Grenze zwischen Hamburg und Preußen, die mitten zwischen Hamburg und Finkenwerder verlief und zur Zeit der Choleraepidemie nicht überschritten werden durfte, andernfalls drohte die Todesstrafe.

Das Buch hat mir insgesamt richtig gut gefallen. Der einzige Wermutstropfen ist, dass der zweite Band erst im April nächsten Jahres erscheint. Bei so langen Pausen habe ich oft das Problem, später nicht mehr so gut in die Geschichte hineinzufinden.

Aber eine Leseempfehlung gibt es auf jeden Fall!!