Donnerstag, 20. August 2026

Rezension: `Die Leuchtturmschwester` von Lori Kilian

 

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Ein Lesevergnügen!













Schottland, 1923. Nachdem ihre Mutter bei der Geburt der kleinen Schwester stirbt, fasst Eliza einen Entschluss. Sie will Krankenschwester werden. Ihrem Vater gibt sie die Schuld am Tod der Mutter, denn er hat keine Hebamme geholt und die beiden Mädchen später bei der Tante zurückgelassen. Die Verletzung sitzt tief. Sobald sie alt genug ist, verlässt Eliza die kleine Insel und beginnt ihre Ausbildung.

Als sie Jahre später zurückkehrt, ist nichts mehr wie früher. Die Schwester ist ihr fremd und dem Vater will sie weiterhin aus dem Weg gehen. Nur die Gewissheit, dass ihre Hilfe dringend gebraucht wird, lässt sie den schwierigen Neubeginn durchstehen.

Bei ihrer Arbeit begegnet sie dem Leuchtturmwärter Aidan, der überraschend fundierte medizinische Kenntnisse besitzt. Doch warum arbeitet er nicht als Arzt? Welches Geheimnis trägt er mit sich?

`Die Leuchtturmschwester` hat mir außerordentlich gut gefallen. Die Autorin fängt die Atmosphäre der Hebriden und die raue, karge Landschaft eindrucksvoll ein. Das Leben der Menschen dort war hart- wenig Arbeit, kaum Nahrung, schlechte Wohnverhältnisse. Viele Bewohner begegnen Eliza zunächst mit Skepsis, weil man lieber auf Zaubersprüche und okkulte Rituale als auf moderne Medizin vertraut. Eliza muss gegen Vorurteile und Aberglauben ankämpfen, doch nachdem sie mehreren Kranken helfen kann, beginnt sich das Blatt zu wenden.

Zwischen Aidan und Eliza entwickelt sich eine zarte Nähe. Doch als Krankenschwester darf sie keinen Ehemann haben, deswegen scheint eine Beziehung unmöglich. Ihren Beruf aufzugeben kommt für sie nicht infrage.

Lori Kilian hat einen wunderschönen historischen Roman mit einer sympathischen Protagonistin geschrieben, der mich direkt in das vergangene Jahrhundert versetzt hat. Die Geschichte ist intensiv und stimmungsreich, berührend und voller authentischer Details. Ich konnte mühelos in Elizas Welt eintauchen und ihre Erlebnisse mitfühlen.

Für mich war `Die Leuchtturmschwester` von Anfang bis Ende ein Lesevergnügen.



                                   


























Dienstag, 18. August 2026

Rezension: `Düster` von Ivar Leon Menger

 

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Gefährlicher Urlaub!









Nordseeinsel Liekenoog, 1987. Nach `Finster` ermittelt Kommissar Stahl erneut, obwohl er eigentlich im Ruhestand ist. Die Chefin des Seebad Palais bittet ihn um Hilfe bei der Suche nach einem verschwundenen Mädchen, und im Gegenzug dürfen er und seine geliebte Geli im Hotel residieren. Stahl sagt zu, nicht zuletzt, weil Geli ihn ohnehin ständig zu einem Urlaub drängt.

Kaum sind die beiden auf der Insel angekommen, wird das Mädchen tot aufgefunden. Für Stahl ist sofort klar, dass es sich um Mord handelt. Er nimmt die Ermittlungen auf, doch schon bald wird eine weitere Leiche entdeckt.

In mehreren Rückblenden in die 60er Jahre erleben wir den kleinen Berti, der bei einem Mörder aufwächst und früh seine eigene sadistische Ader zeigt.

Ich habe das Buch in zwei Tagen ausgelesen, weil es mich durchweg gepackt hat. Der 80er Jahre Charme kommt wunderbar rüber, auch wenn er in seiner nostalgischen Übertreibung gelegentlich schon fast etwas klamaukig wirkt. Dem Lesevergnügen tat das jedoch keinerlei Abbruch.

Richtig gut fand ich, dass man als Leser ständig neue Verdächtige im Kopf hatte. Allein die Namen passten irgendwie alle, und das machte die Geschichte so fesselnd.

`Düster` ist ein spannender Krimi, der vielleicht ein bisschen übertreibt, aber mich trotzdem zwei Tage lang nicht losgelassen hat.


                                              





Samstag, 15. August 2026

Rezension: `Die Nachbarin- Lass sie nicht in dein Haus` von Nova Winter


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Hat mich leider nicht überzeugt!









Smilla rettet einem kleinen Jungen das Leben, doch statt Dankbarkeit schlägt ihr von seiner Mutter pure Aggression entgegen. Erst später erfährt sie, dass es sich um ihre Nachbarin Lou handelt. Deren Ehemann Quentin reagiert völlig anders. Überschwänglich und fast übertrieben freundlich lädt er Smilla und ihren Mann Jonas sofort zum Abendessen ein. Doch auch dort setzt sich Lous seltsames Verhalten fort, während Quentin Smilla überraschend einen Job anbietet.

Diese Ausgangssituation hat zweifellos Potenzial, und das Buch liest sich über weite Strecken flüssig und spannend. Trotzdem war ich beim Lesen hin‑ und hergerissen. Viele Ereignisse wirken überzeichnet, merkwürdig und stellenweise einfach unglaubwürdig. Es war für mich zu viel des Guten, als wolle die Autorin durch immer neue Wendungen künstlich mehr Action erzeugen, was für mich jedoch nicht funktioniert hat. Dazu gehören auch Smillas naive Entscheidungen, die sie unnötig in Gefahr bringen und nur nervten.

Eigentlich passieren jede Menge unerklärliche Dinge, die wirklich spannend wären, kämen sie nicht so gehäuft vor, weswegen es schon wieder alles zu konstruiert wirkt.

Für mich ist `Die Nachbarin- Lass sie nicht in dein Haus` ein Thriller mit guter Ausgangsidee und spannenden Momenten, aber die Umsetzung verliert sich zu sehr in übertriebenen Twists.


                                                  




Dienstag, 11. August 2026

Rezension: `Zwei Leben- solange ich atme` von Astrid Korten


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Sehr bewegend!














1941, Minsk. Von einem Tag auf den anderen wird Anna mit ihrer Familie aus ihrem behüteten Leben gerissen, nur weil sie Juden sind. Das große Haus, die Dienstboten, die regelmäßigen Mahlzeiten, all das wird gegen ein einziges Zimmer im belarussischen Ghetto eingetauscht, in dem vier Menschen auf engstem Raum ums Überleben kämpfen müssen. Der Vater, einst angesehener Zahnarzt, schleppt nun Steine, die Mutter arbeitet ebenfalls in der Zwangsarbeit. Anna muss die Gleise reinigen, während der kleine Matthias allein im Zimmer bleibt. Als Belohnung gibt es ein paar Löffel einer Gemüsesuppe, die fast nur aus Wasser besteht. Hunger, Not und ständige Angst bestimmen ihr Leben.

Tag für Tag erleben die Menschen im Ghetto unvorstellbare Brutalität. Demütigungen, Misshandlungen, willkürliche Erschießungen, verübt von Männern, die noch vor kurzem ihre Nachbarn waren. Inmitten dieser Grausamkeit lernt Anna den Jungen Mischa kennen, der sich mit Handel und Diebstahl über Wasser hält. Zwischen ihnen entsteht eine vorsichtige Freundschaft, und Anna erfährt, dass Mischa im Widerstand aktiv ist. Nach mehreren traumatischen Erlebnissen schließt sie sich ihm an, ein Schritt, der ihr Leben für immer verändern wird.

Parallel dazu führt uns eine zweite Zeitebene ins Jahr 2000. Anna, inzwischen fast 80 Jahre alt, hat mit ihrer Familie nie über den Krieg gesprochen. Erst als ihre Enkelin ein Schulprojekt über die Erlebnisse der Großeltern im Krieg bearbeitet, entscheidet Anna, nach Minsk zurückzukehren. Dort brechen Erinnerungen auf, die sie jahrzehntelang tief in sich vergraben hat, doch überraschenderweise tut es gut, sich ihnen endlich zu stellen.

Astrid Korten beschreibt die Zustände im Minsker Ghetto eindrucksvoll und erschütternd. Den Hunger, die schwere Arbeit, die ständige Todesangst, die Willkür der Täter. Anna ist eine starke, vielschichtige Protagonistin, deren innere Entwicklung man intensiv miterlebt, bis hin zu dem Punkt, an dem Leben und Tod für sie kaum noch einen Unterschied zu machen scheinen. Der Besuch in Minsk zeigt, wie tief die Wunden sind, aber auch, dass es manchmal heilend sein kann, sich der Vergangenheit zu stellen.

Mit diesem Roman beweist Astrid Korten erneut, dass sie nicht nur brillante Thriller schreiben kann, sondern auch menschliche Schicksale mit berührender Feinfühligkeit und Empathie erzählt. Ein bewegendes Buch, das beweist, dass selbst aus tiefster Dunkelheit ein Weg zurück ins Leben führen kann.

                                 






Rezension: `Das erste Haus am Platz` von Mina Baites


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Gemütlicher Schmöker!







Bischofsgrün, 1908. Nach dem plötzlichen Tod des Vaters müssen die Schwestern Lotte und Luise gemeinsam mit ihrer Mutter ins Armenhaus ziehen. Die Zukunft scheint düster, doch ein großzügiges Darlehen von Onkel Albert eröffnet ihnen eine neue Chance. Sie können ihren Traum verwirklichen und eine kleine Ferienpension gründen.

Das Fremdenheim Helene, mitten im Fichtelgebirge gelegen, ist zunächst ein heruntergekommenes, halb verfallenes Gebäude. Mit unermüdlicher Arbeit, Schweiß und Entschlossenheit verwandeln die drei Frauen es in eine einladende Pension. Doch der Weg dorthin ist steinig, und nicht nur die körperliche Arbeit fordert sie heraus.

Lotte und Luise sind sehr unterschiedlich, was immer wieder zu Konflikten führt. Besonders heftig wird es, als sich ein adeliger Gutsherr in Lotte verliebt und sie umwirbt. Lotte erwidert seine Gefühle, doch wie soll das Fremdenheim ohne ihre Hilfe bestehen? Die Spannungen zwischen den Schwestern wachsen, bis Lotte etwas erfährt, das sie ihrer Schwester niemals verzeihen kann.

Ich habe mich sehr gefreut, wieder etwas von Mina Baites zu lesen und besonders, dass es sich um einen abgeschlossenen Einzelband handelt, ohne die Wartezeit auf weitere Teile. Ihr Schreibstil liest sich angenehm und flüssig, keine Minute war langweilig. Mit viel Gefühl beschreibt sie den harten Alltag der drei Frauen, die Mühen bis zur Pensionseröffnung, die schwere Gartenarbeit, die finanziellen Sorgen und immer nur das Wohl der Gäste im Auge zu haben. Freizeit ist für sie ein Fremdwort und genau das führt zu den vielen Reibereien zwischen den Schwestern.

`Das erste Haus am Platz` ist ein gemütlicher, unterhaltsamer Roman über Familienzusammenhalt, Liebe, Verrat und den Mut, trotz aller Widrigkeiten den eigenen Weg zu gehen.

                             

                                                     


Donnerstag, 6. August 2026

Rezension: `Hilf mir` von K.L. Slater

 

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Das kann K.L. Slater besser!










Ich bin ein großer Fan von K.L. Slater, aber dieser Thriller war für mich ein echter Fehlgriff. Saffy erhält eine verstörende Nachricht ihrer Freundin Leona, die kurz darauf gelöscht wird. Für sie klingt es, als sei Leona in Gefahr. Sie fährt sofort zu ihr, doch vor Ort scheint alles in bester Ordnung. Wenig später steht die Polizei vor Saffys Tür. Leona, ihr Mann und ihre Tochter sind verschwunden und Saffy war die letzte, die sie lebend gesehen hat.

Bis hierhin fand ich die Geschichte noch okay, doch danach driftet die Handlung völlig ab. Statt Spannung gibt es endlose Konflikte aus Saffys Privatleben- Probleme mit ihrer Schwester, ihrem Ex-Mann, ihrem Sohn, eigentlich mit jedem Menschen, der ihr begegnet. Vieles wird nur angedeutet, ständig wiederholt und erst spät aufgelöst. Zu spät für mich, denn da war meine Geduld längst erschöpft.

 Statt Thriller bekommt man ein Chaos aus Andeutungen, Wiederholungen und einer konstruierten Handlung. Besonders nervig waren die zahlreichen unsinnigen Alleingänge der Figuren, die mich eher wütend machten als Spannung zu erzeugen.

K.L. Slater kann das deutlich besser. Ich vergebe 1,5 Sterne.


                                  




Montag, 3. August 2026

Rezension: `Bittere Reue` von Linda Castillo

 

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Mord bei den Amischen!










Im inzwischen 17. Fall für Chief Kate Burkholder kehren wir zurück nach Painters Mill in Ohio. Drei Jugendliche stoßen im Wald auf eine zerstückelte Leiche, vergraben unter Laub und Erde. Es handelt sich um einen amischen jungen Mann, den Besitzer der örtlichen Baumschule. Kurz darauf wird auch sein bester Freund Aaron tot aufgefunden.

Kate Burkholder kennt die amischen Familien der beiden gut, doch die Eltern mauern. Niemand möchte etwas Negatives über die Söhne sagen, trotzdem spürt Kate sofort, dass sie mehr wissen, als sie zugeben. Die Ermittlungen zeigen schnell, dass finanzielle Engpässe, Naivität, Geldgier und Drogen die beiden jungen Männer in große Schwierigkeiten gebracht haben. Doch wer hatte ein Motiv, sie so brutal zu ermorden?

Ich liebe die Reihe um Kate Burkholder, und auch Band 17 hat mich keine Sekunde gelangweilt. Linda Castillo schafft erneut eine perfekte Mischung aus Polizeiarbeit, Kates Privatleben und dem Alltag der Amischen. Es ist jedes Mal schön, die vertrauten Figuren wiederzutreffen, die man schon über so viele Jahre begleitet hat.

Besonders spannend finde ich Castillos Einblicke in die Lebensweise der Amischen. Da Kate selbst früher amisch war, öffnet sich ihr diese Gemeinschaft eher als anderen Ermittlern. Doch diesmal stößt sie auf eine Mauer des Schweigens. Niemand will kooperieren, und als Kate selbst recherchiert, gerät sie mehr als einmal in Lebensgefahr.

`Bittere Reue` ist ein intensiver, atmosphärischer Thriller, der mir einmal mehr gezeigt hat, warum ich diese Reihe so liebe und der beweist, dass sie selbst nach 17 Bänden nichts von ihrer Kraft, Tiefe und Spannung verloren hat.



                                             


Donnerstag, 30. Juli 2026

Rezension: `Der geheime Apfelgarten- Getrennte Welten` von Rebekka Eder

 

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Liebe zwischen Grenzen!










Finkenwerder, 1892. Nach dem Tod ihrer Mutter hat Keas Vater den geliebten Apfelgarten seiner Frau aus Wut und Schmerz mit der Axt zerstört. Doch Kea kehrt seit Jahren heimlich dorthin zurück, um den Garten Stück für Stück wieder zum Leben zu erwecken. Sie sucht nach dem perfekten Apfel, dem Geschmack, der sie an ihre Kindheit erinnert und den sie unbedingt wieder züchten möchte.

Zufällig trifft sie dort auf Kristen, den Arbeiter vom Nebengehöft. Zwischen den beiden entsteht eine zarte Verbindung, doch eine Beziehung zwischen dem Knecht und der Erbin des Loop-Hofes ist für die damalige Zeit undenkbar. Das sieht auch Keas Vater so, und als er von den Treffen erfährt, setzt er alles daran, seine Tochter möglichst schnell und standesgemäß zu verloben. Kea jedoch kann Kristen nicht vergessen.

Ich war sofort in Keas Geschichte drin. Die Autorin schreibt mit einer Wärme und Klarheit, die sofort Nähe zu den Charakteren entstehen lässt. Sie sind facettenreich gezeichnet und wirken authentisch, sodass man ihre Konflikte und Hoffnungen gut nachempfinden kann. Es gibt auch jede Menge Geheimnisse, die nach und nach gelüftet werden.

Besonders spannend fand ich das historische Drumherum. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass die Menschen wegen des tiefen Matsches sehr oft auf Stelzen liefen, sogar die Kinder, die damit zur Schule gingen. Auch lange Wege wurden auf diese Weise zurückgelegt. Ebenso faszinierend war die historische Grenze zwischen Hamburg und Preußen, die mitten zwischen Hamburg und Finkenwerder verlief und zur Zeit der Choleraepidemie nicht überschritten werden durfte, andernfalls drohte die Todesstrafe.

Das Buch hat mir insgesamt richtig gut gefallen. Der einzige Wermutstropfen ist, dass der zweite Band erst im April nächsten Jahres erscheint. Bei so langen Pausen habe ich oft das Problem, später nicht mehr so gut in die Geschichte hineinzufinden.

Aber eine Leseempfehlung gibt es auf jeden Fall!!

                                        



Dienstag, 28. Juli 2026

Rezension: `Du kriegst mich nicht` von Chris Carter

 

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Kein Carter, wie man ihn erwartet!










Samantha ist erleichtert, als ihr gewalttätiger Ehemann zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt wird. Doch selbst im Gerichtssaal droht er ihr, ganz egal wohin sie flieht, er wird sie finden.

Mit einer hohen Abfindung aus seinem Vermögen beginnt Samantha ein neues Leben unter neuer Identität. Als Mary Smith zieht sie immer wieder um, verwischt ihre Spuren und versucht, endlich frei zu sein. Und schon bald tritt ein neuer Mann in ihr Leben, der nicht nur charmant, sondern auch extrem wohlhabend ist.

Dieser Thriller von Chris Carter unterscheidet sich deutlich von seinen bisherigen Werken. Es ist es sein erster Stand‑Alone, also kein Teil der Hunter‑Reihe. Die erste Hälfte erinnert stark an einen John‑Grisham‑Roman. Gerichtsverhandlung, juristische Feinheiten und minutiös geplante Fluchtstrategien. Im zweiten Teil verwandelt sich die Geschichte in ein psychologisches Spiel, das Marys neues Leben ausleuchtet und nach und nach offenbart, was sie wirklich vorhat.

Es gibt keine grausamen Morde, kein Blutvergießen und immer wenn man glaubt, den Verlauf der Handlung zu kennen, schlägt die Story eine völlig unerwartete Richtung ein.

`Du kriegst mich nicht` ist ein ungewöhnlicher Carter‑Thriller, der eigentlich eher ein Roman oder Krimi ist, und ich könnte mir vorstellen, dass viele Leser vor allem die erste Hälfte zu langatmig finden.

Auch mich konnte einer meiner Lieblingsautoren diesmal nicht so wirklich überzeugen, weil mir insgesamt die nötige Spannung fehlte.


                                               

                                                     







Montag, 27. Juli 2026

Rezension: `Schlosshotel Fuschl` von Caren Benedikt

 

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Ein packender Familienroman!









Salzburg, 1955. Theresa von Reuschenberg ist mit Leib und Seele Hotelierin, ihr gesamtes Vermögen steckt in ihren beiden Häusern. Ihre Tochter Sophia soll, anders als ihre Schwester Marie, eines Tages die Hotels übernehmen. Doch Theresa ahnt nicht, dass Sophia durch ihre heimliche Beziehung zu dem schwarzen GI James längst andere Pläne hat.

Als Theresas totgeglaubter Bruder Benedikt nach zehn Jahren russischer Gefangenschaft überraschend zurückkehrt, ist die Freude zunächst überwältigend. Doch schon bald kippt die Stimmung: Benedikt fordert seinen Erbteil ein, eine Forderung, die Theresa an den Rand ihrer Kräfte bringt.

Caren Benedikt hat den Roman diesmal als Stand-Alone verfasst, was mir ausgesprochen gut gefällt, weil ich nicht monatelang auf den nächsten Band warten muss. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, bleibt stets dicht am Geschehen und kommt ohne unnötige Längen aus.

`Schlosshotel Fuschl` hat mich sofort gepackt und bestens unterhalten. Liebe, Intrigen, Neid, Eifersucht, finanzielle Probleme und eine ordentliche Portion Dramatik, zusammen mit dem flüssigen Schreibstil, machen es leicht, vollständig in die Handlung einzutauchen.

Im Nachwort erklärt die Autorin unter anderem, dass die berühmte Salzburger Hotelierin Harriet Walderdorff als Vorlage für die Figur Theresa von Reuschenberg diente.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung!









Mittwoch, 22. Juli 2026

Rezension: `Die Psychiaterin` von Freida Mc Fadden

 


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Spannend mit kleinen Schwächen!







Die Psychiaterin Dr. Adrienne Hale wird seit Jahren vermisst, und nun steht ihr Haus zum Verkauf. Auf dem Weg zur Besichtigung gerät das junge Ehepaar Tricia und Ethan in einen heftigen Schneesturm. Sie erreichen das abgelegene Anwesen zwar rechtzeitig, sind aber gezwungen, dort zu übernachten. Als Tricia das Haus etwas erkundet, stößt sie auf einen versteckten Raum voller Kassetten, offenbar Mitschnitte von Adriennes Therapiesitzungen. Neugierig beginnt sie zu hören, in der Hoffnung, Hinweise auf das Verschwinden der Psychiaterin zu finden.

Ich lese Freida McFadden sehr gern, doch dieses Buch hat mich nicht ganz so restlos überzeugt wie andere Werke von ihr. Der Schreibstil ist gewohnt packend, und die bedrückende Atmosphäre des alten Hauses funktioniert hervorragend. Mit jedem Kapitel und jeder abgehörten Kassette ändert sich die Sichtweise und parallel dazu erfahren wir in Rückblenden die Geschehnisse aus Adriennes Sicht.

Allerdings wirkt die Geschichte stellenweise sehr konstruiert und einige Wendungen sind so übertrieben, dass die Glaubwürdigkeit leidet.

Trotz dieser Schwächen bleibt die Story fesselnd, und McFadden versteht es wie immer, Kapitel so zu enden zu lassen, dass man weiterlesen muss. Das Ende hat mich überrascht, auch wenn ich im Nachhinein erkannt habe, dass manche Hinweise mich darauf hätten stoßen können.

Eine Leseempfehlung gibt es natürlich trotz kleiner Kritikpunkte!

                                        








Donnerstag, 16. Juli 2026

Rezension: `Sturmland` von Miriam Georg


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So ein gemütlicher Schmöker!!









Hamburg, 1860. Cora Kröger beginnt eine Stelle als Gouvernante für die kleine Emmi. Doch der Name, unter dem sie sich vorstellt, ist nicht ihr wirklicher, und weder ist sie Witwe noch verfügt sie über die Referenzen, die Alexander Klaasen, Emmis Vater, eigentlich erwartet. Für die Behandlung des Lungenleidens seiner Tochter plant er einen längeren Aufenthalt auf Norderney, und nur Cora war bereit, mitzukommen. Für sie ist es ein glücklicher Zufall, denn niemand in Hamburg darf wissen, wo sie ist.

Auf der Insel findet sie schnell Ruhe und ein Gefühl von Sicherheit. Der Unterricht mit Emmi erfüllt sie, die Weite des Meeres und die Distanz zu den Menschen, vor denen sie geflohen ist, lassen sie aufatmen. Onnen Haart, ein Inselbewohner, den Herr Klaasen als Begleitung für die Nachmittage engagiert hat, wird zunehmend wichtiger für sie. Doch ein dramatisches Ereignis zerreißt das zarte Band zwischen ihnen und stellt alles infrage.

Wieder einmal hat Miriam Georg einen wunderschönen historischen Roman geschaffen. Von der ersten Seite an war ich in der Geschichte drin. Die Schilderungen der Begebenheiten auf Borkum und Norderney wirken so authentisch, dass ich den Wind und den Sturm fast selbst spüren konnte, den Sand unter den Füßen, die kleinen Hütten mit ihren Öfen und die gemütlichen Teezeiten.

Die Autorin versteht es meisterhaft, Atmosphäre zu erschaffen und ihre Figuren lebendig werden zu lassen. Sie alle tragen ihre Geheimnisse, Hoffnungen und Verletzungen mit sich, und gerade diese Mischung aus Vertrautheit und Verschwiegenheit macht den Roman so berührend.

`Sturmland` ist ein gefühlvoller, spannender und wunderbar erzählter Inselroman, der mich vollkommen gefesselt hat. Nun bin ich sehr gespannt auf den nächsten Band in dem die Geschichte weitergeht.


                                                   




Mittwoch, 15. Juli 2026

Rezension: `Du musst mich vergessen` von Rosie Walsh


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Sehnsucht, Verlust und Mut!
















Carrie führt in England ein scheinbar erfülltes Leben. Sie liebt ihren Mann Robin und ihre Kinder und nach außen wirkt alles harmonisch. Doch die Erinnerung an ihre erste große Liebe Johan lässt sie seit zwölf Jahren nicht los. Am Tag ihrer Hochzeit wurde er in Thailand verhaftet, und von einem Moment auf den anderen verschwand er aus ihrem Leben. Ohne Abschied, ohne Erklärung.

Als Carrie zufällig über einen Artikel stolpert, erfährt sie, dass Johan in Schweden lebt. Und das schon seit sechs Jahren. Diese Erkenntnis trifft sie wie ein Schlag. Die Gefühle, die sie so lange verdrängt hat, brechen sofort wieder hervor, und Carrie weiß, dass ein Wiedersehen alles zerstören könnte, was sie sich aufgebaut hat.

Rosie Walsh erzählt diese Geschichte mit viel Feingefühl und einem sicheren Gespür für emotionale Konflikte. Die Figuren sind facettenreich und sehr unterschiedlich gezeichnet, ihre Entscheidungen oft überraschend und voller Wendungen. Besonders gelungen sind die Rückblenden in die Zeit vor zwölf Jahren. Sie erklären nach und nach, was damals wirklich geschah, und machen verständlich, warum Carrie Johan nie vergessen konnte.

Den Schreibstil fand ich besonders packend. Man spürt Carries inneres Chaos, ihre Sehnsucht, ihre Unsicherheit. Immer wieder entsteht der Eindruck, dass die Menschen um sie herum bestimmen, wie ihr Leben auszusehen hat und Carrie sich dem fügt. Doch schließlich wächst sie über sich hinaus und trifft eine Entscheidung, die ganz allein ihr gehört.

Ein emotionaler, spannender Roman über Liebe, Verlust und die Frage, ob man der Vergangenheit wirklich entkommen kann.



                                         


Dienstag, 14. Juli 2026

Rezension: `Eine winzige Lüge` von Astrid Korten

 


Zwischen  Loyalität und der Angst vor der Wahrheit!








Nach 25 Jahren Ehe lebt Martina mit dem erfolgreichen Schriftsteller Alex in einer Beziehung, die eher von Routine als von Leidenschaft geprägt ist. Man hat sich arrangiert und funktioniert, wie so viele Paare, nur noch nebeneinander her.

Als Martinas Tochter Julia urplötzlich verstörende Anschuldigungen gegen Alex erhebt, reagiert Martina zunächst mit Abwehr. Julia hatte schon immer eine lebhafte Fantasie und man konnte ihr oft nicht glauben.

Doch je länger Martina darüber nachdenkt, desto mehr schleichen sich Zweifel ein. Kleine Details aus dem Zusammenleben mit Alex erscheinen ihr plötzlich in einem anderen Licht. Könnte an den Anschuldigungen doch etwas dran sein? Die Situation spitzt sich zu, als ihre beste Freundin sich demonstrativ auf Alex’ Seite stellt und Martina hintergeht.

Parallel dazu erfährt der Leser in kursiv gedruckten Passagen von einer Person, die Alex von einer anderen Seite kennt und ihn tot sehen möchte. Diese Stimme streut Gerüchte im Internet, und innerhalb kürzester Zeit wird der gefeierte Autor ohne Verfahren von der Öffentlichkeit verurteilt und zum Monster erklärt, während Martina zwischen Loyalität, Angst und wachsender Unsicherheit zerrieben wird.

Astrid Korten gelingt hier ein bewegender und hochspannender Roman, der mit vielen Wendungen überrascht und die Leser in dasselbe Durcheinander aus Zweifeln und Misstrauen zieht wie Martina selbst. Man weiß nie, wem man glauben soll und genau das macht die Geschichte so intensiv. Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung, wie schnell ein unbescholtener Bürger durch Gerüchte und digitale Hetze gesellschaftlich vernichtet werden kann.

Ein einziger Vorwurf genügt, um gleich mehrere Leben aus den Angeln zu heben.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

                                  

                                            





Donnerstag, 9. Juli 2026

Rezension: `Vermisst` von K.L. Slater

 

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Ein Albtraum kehrt zurück!









Josie leidet bis heute unter dem Mord an ihrem kleinen Bruder, ein Ereignis, das ihr Leben für immer geprägt hat. Als Samuel Barlow, der Täter, nach 25 Jahren überraschend vorzeitig aus der Haft entlassen wird, bricht für sie die alte Angst erneut auf, besonders, weil ihre Tochter Ivy nun genau in dem Alter ist, in dem ihr Bruder damals getötet wurde.

Trotz aller Vorsicht verschwindet Ivy spurlos, und für Josie gibt es keinen Zweifel, wer dafür verantwortlich ist. Doch die Polizei kann Samuel nichts nachweisen und verfolgt verschiedene Spuren. Für die Leser entsteht dadurch ein dichtes Netz aus Verdächtigen, das die Spannung konstant hochhält und immer wieder neue Wendungen eröffnet.

K.L. Slater gelingt erneut ein packender Thriller, der durch die Ich-Perspektive besonders berührend wirkt. Josies Panik, ihre Verzweiflung und die unbändige Angst um ihr Kind sind unmittelbar spürbar. Gleichzeitig stellt sich die Frage, warum Samuel so besessen von Josie ist. Treibt ihn Eifersucht, eine verdrehte Form von Liebe oder etwas völlig anderes?

Die Figuren sind vielschichtig und interessant gezeichnet, wodurch die Geschichte noch überzeugender wirkt. Auf den letzten Seiten löst die Autorin sehr viel auf einmal auf, doch mit diesem Ende hätte ich nie gerechnet. Für solche Überraschungen ist K.L. Slater ja bekannt, und auch `Vermisst` hat mich wieder von Beginn an gefesselt und überzeugt.


                                          







Montag, 6. Juli 2026

Rezension: `Weil sie lügt` von Caroline Seibt

 

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Was für ein Pageturner!






Nichts ist mehr wie vorher, seit Juliane Brunner verschwunden ist. Die Familie ist zerbrochen, der Vater sitzt im Gefängnis, die Mutter ist psychisch schwer erkrankt, und Anna muss sich allein um ihren kleinen Bruder kümmern. Gleichzeitig setzt sie alles daran, den Mörder ihrer Schwester zu finden, denn für sie steht fest, dass Jule nicht mehr lebt.

Dies war mein erstes Buch von Caroline Seibt, und ich bin mehr als begeistert.

Die Handlung wird abwechselnd aus Annas Sicht und aus der Perspektive der Polizistin Katharina erzählt, beide in der Ich-Form. Dadurch entsteht eine besondere Nähe zu den Figuren, und man kann tief in ihre Gedankenwelt eintauchen.

Der Thriller überrascht mit zahlreichen Wendungen und raffinierten Plot Twists, die einen immer wieder dazu zwingen, neu zu denken. Manche Zusammenhänge erschließen sich erst später, doch genau das macht den besonderen Reiz aus. Das Ende wirkte für mich ein wenig konstruiert, trotzdem hat mich die Geschichte insgesamt vollkommen gefesselt.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung!

                                   





Nichts ist mehr wie vorher, seit Juliane Brunner verschwunden ist. Die Familie ist zerbrochen. Der Vster sitzt im Gefänbgis, die Mutter ist psychisch krank und  Anna muss sich um  ihren kleinen Bruder kümmern. Gleichezitg versucht sie alles, um den Mörder ihrer Schwester zu finden. Denn sie ist ünerzeugt, dass Jule tot ist.

Dies war mein erstes Buch von Caroline Seibt und ich muss sagen: Ich bin mehr als begeistert.

Die Handlung wird aus Annas Sicht in der Ich-Fomr geschrieben, genau wie die Polizistin Katharina in der Ich Form erzählt.

Es gibt so viele Wendungen und Plot Twist in diesem Thriller, das man schnell umdenken muss. Manche Handlungen versteht man erst später, aber das ist gerade das besondere. Das Ende fand ich ein bisschen sehr konsturiert, jedoch hat mich der Thriller insgesamt total ...




Sonntag, 5. Juli 2026

Rezension: `Der Bonbonmord zu Köln` von Eva Maria Silber und Kirsten Wilczek

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True Crime im alten Köln!










Köln, 1848. Der kleine Max Müller stirbt nach dem Verzehr edler Schokoladenbonbons, und er bleibt nicht das einzige Opfer. In der ganzen Stadt tauchen mit Strychnin vergiftete Süßigkeiten auf, was die Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Schon bald gerät eine junge Frau ins Visier der Ermittler. Obwohl Christine Edmund jede Beteiligung vehement abstreitet, wird sie angeklagt. Die Advokaten Dr. Venedey und Bas Sello setzen alles daran, die junge Frau zu verteidigen, denn ihr droht der Tod durch die Guillotine.

Ich fand den Schreibstil der Autorinnen zuerst etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich darauf einlässt, entwickelt die Geschichte ihren ganz eigenen Charme.

Es wird viel Kölsch gesprochen, was ich sehr gut verstehe und für mich authentisch zum alten Köln passt. Wer mit der kölschen Sproch allerdings nicht vertraut ist, könnte an einigen Stellen ins Stolpern geraten.

Die Autorinnen bringen die politischen und gesellschaftlichen Erschütterungen dieser Zeit eindrucksvoll nahe und man fühlt sich als Leser schnell mitten im Geschehen. Anhand alter Unterlagen und historischer Persönlichkeiten wurde ein echter True Crime Fall aufgegriffen und daraus eine fesselnde Verhandlung rekonstruiert. Der Roman verbindet historische Atmosphäre und ein interessantes Gerichtsverfahren mit einer Prise Humor.

Obwohl ich Band eins nicht gelesen habe, war es kein Problem, der Handlung zu folgen.

                          





Mittwoch, 1. Juli 2026

Rezension: `Das Unglück` von Jutta Maria Herrmann

 

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Tödliche Geheimnisse!









Kara schwebt im Glück, als sie ihrem Mann Michael kurz vor seiner Dienstreise den positiven Schwangerschaftstest zeigt. Beide freuen sich auf ihr gemeinsames Leben zu dritt. Doch am nächsten Tag geschieht das Unfassbare. Der Zug, mit dem Michael zur Buchmesse fahren wollte, verunglückt schwer. Der Waggon, in dem er sitzen sollte, brennt vollständig aus und niemand überlebt.

Kara ist am Boden zerstört. Doch schon bald entdeckt sie Dinge, die sie nicht einordnen kann. Je tiefer sie gräbt, desto mehr Ungereimtheiten treten zutage. War Michael wirklich der Mann, für den sie ihn hielt? Hat er sie von Anfang an belogen? Und ist es möglich, dass er den Unfall überlebt hat? Ist er vielleicht sogar absichtlich verschwunden?

Ihre Welt bricht zusammen, schwanger, verwitwet und plötzlich voller Zweifel.

Jutta Maria Hermann gelingt es erneut, ihre Leserinnen und Leser von der ersten Seite an zu packen. Die Spannung baut sich langsam, aber stetig auf, während Kara immer mehr verstörende Details aus Michaels Vergangenheit entdeckt. Als sie schließlich eine Nachricht erhält, die darauf hindeutet, dass Michael noch lebt und sie treffen will, kippt die Atmosphäre endgültig ins Bedrohliche. Muss sie sich jetzt vor dem Mann fürchten, den sie liebte?

Unterstützung findet Kara bei ihrer besten Freundin, und bei Ben, der bei dem Unglück ebenfalls seine Frau verloren hat. Doch je näher sie der Wahrheit kommt, desto tiefer wird sie in ein Netz aus Lügen, Geheimnissen und gefährlichen Abgründen verstrickt.

Jutta Maria Hermann versteht es meisterhaft, falsche Fährten zu legen und mit unerwarteten Wendungen zu überraschen. Ein Thriller, der durch psychologische Raffinessen ohne künstlich erzeugte Action gewinnt und mich bis zum Schluss gefesselt hat.

Von mir gibt es natürlich eine Leseempfehlung!












Dienstag, 30. Juni 2026

Rezension: `Die Falkenbach Saga- Die Stimme der Gewalt` von Ellin Carsta

 

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Im Schatten der politischen Ereignisse!









Bernried, 1944. Auch im 14. Band der Falkenbach‑Saga zieht Paul Friedrich von Falkenbach im Hintergrund die Fäden. Dieses Mal hat Victor Sander ein persönliches Anliegen. Sollte Hauptsturmführer Breuer herausfinden, dass Victor nicht derjenige ist, für den er ihn hält, wäre sein behinderter Bruder in allerhöchster Gefahr.

Paul Friedrich nimmt sich der Sache souverän an, doch ungefährlich ist sie keineswegs. Sein Plan könnte an scheinbar kleinen, unvorhergesehenen Details scheitern.

Von Wilhelmina und Johannes hört die Familie kaum etwas, und Paul Friedrich hat nur geringe Möglichkeiten, ihnen zu helfen. Gustav befindet sich weiterhin im Lazarett an der Front, Irma sorgt sich in Amerika um ihren kranken Vater, während Else und Wilhelm den Tod ihres Sohnes noch immer nicht verkraftet haben.

Obwohl ich diesem Band lange entgegengefiebert habe, konnte mich der inzwischen 14. Teil der Falkenbach‑Saga nicht so sehr begeistern wie seine Vorgänger.

Der Roman vermittelt viele politische Ereignisse und historischen Hintergrund, etwas, das ich grundsätzlich sehr mag, doch diesmal war es mir schlicht zu viel. Zu viel Politik, zu wenig Falkenbach. Die Erlebnisse der Familien traten dadurch spürbar in den Hintergrund. Zudem gab es zahlreiche Wiederholungen aus früheren Bänden, die für die Leser, die bis Band 14 gekommen sind, nicht mehr notwendig sind.

Für den nächsten Teil wünsche ich mir, dass wieder die Familien und ihre persönlichen Herausforderungen stärker im Mittelpunkt stehen.





Mittwoch, 17. Juni 2026

Rezension: `Die Fremde neben Dir` von Se- Ah Jang

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Ein Netz aus Lügen und Täuschungen!









Jae‑Young ist auf der Flucht, wohin, weiß sie selbst nicht. Im Zug bittet eine fremde Frau sie, kurz auf ihr Baby aufzupassen. Doch die Frau kehrt nicht zurück. Stattdessen findet Jae‑Young einen Zettel, auf dem sie aufgefordert wird, das Kind zu seinen wohlhabenden Großeltern bringen.

Da Jae‑Young ohnehin keinen Plan hat, bleibt ihr nicht viel anderes übrig. Kaum angekommen, hält die Familie sie jedoch sofort für die Mutter des Babys und für die Schwiegertochter des alten Familienoberhaupts. Das luxuriöse Haus, die herzliche Aufnahme und die Fürsorge des Schwagers und des alten Mannes sorgen dafür, dass Jae‑Young bleibt. Eigentlich nur für ein paar Tage, doch schon bald möchte sie gar nicht mehr weg. Und auch das Baby wächst ihr immer mehr ans Herz.

Die Autorin hat einen raffiniert konstruierten Plot geschaffen, der Spannung und emotionale Momente geschickt verbindet. Manchmal versteht man nicht, warum Jae‑Young so handelt oder weshalb die Familie so wenig nachfragt, doch genau diese Irritationen gehören zum Konzept.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, und erst gegen Ende fügt sich alles zu einem stimmigen Gesamtbild. Mit diesen vielen Wendungen und Enthüllungen hätte ich nicht gerechnet. Plötzlich ergeben auch die merkwürdigen Verhaltensweisen der Figuren Sinn.

`Die Fremde neben dir` ist ein psychologisch fein beobachteter, wendungsreicher und bewusst übertriebener Thriller, dessen Stil an die Bücher von Freida Mc Fadden erinnert.

Mich hat das Buch hervorragend unterhalten, auch wenn manche Szenen etwas konstruiert wirken.

Ich vergebe 4,5 Sterne.








Montag, 15. Juni 2026

Rezension: `Die Honigfrauen- Ein Sturm zieht auf` von Mirjam Müntefering

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Ein berührender Auftakt, der Lust auf mehr macht!








Der neueste Roman von Mirjam Müntefering entführt die Leser ins heutige Wuppertal zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Irina, die als Kind an Kinderlähmung erkrankt ist, wird meist von ihrem Großvater Ludwig Honig im Rollstuhl gefahren. Kleine Strecken schafft sie inzwischen selbst, doch ihr Leben ist stark von seiner Fürsorge geprägt. Als der alte Mann plötzlich stirbt, bricht für Irina eine Welt zusammen, und gleichzeitig kommt vieles ans Licht, das lange verborgen war.

Die gut situierte Konditorei Honig steht nach einer riskanten Investition kurz vor dem Ruin. Zu allem Überfluss hat Ludwig Honig die geheimen Rezepte und Zutaten für die beliebten Kuchen und Törtchen mit ins Grab genommen. Nach seinem Tod tauchen zudem streng gehütete Familiengeheimnisse auf, und Irina erfährt endlich, warum ihre Großmutter stets so kalt und abweisend wirkte.

Ohne den Großvater muss Irina sich zum ersten Mal der wirklichen Welt stellen. Man spürt, wie sie langsam aus sich herauswächst, mutiger wird und beginnt, ihren eigenen Weg zu gehen. Eine große Stütze ist ihr Jugendfreund Eugen. Doch auch Arno Kuhn, Erbe der Konditorei Kuhn, zeigt plötzlich Interesse an ihr. Geht es ihm wirklich um Irina oder nur um eine mögliche Fusion der beiden Geschäfte?

Mirjam Müntefering hat mich mit `Honigfrauen` vollkommen in den Bann gezogen. Schon ab Seite eins war ich in der Geschichte abgetaucht und habe das Buch in zwei Tagen verschlungen. Die vielen historischen Details, Kutschfahrten, Boten, die Briefe überbringen, Hausmädchen und Dienstboten, verleihen dem Roman eine wunderbare Atmosphäre.

Die wechselnden Perspektiven machen die Handlung zusätzlich spannend und lebendig.

Der einzige Wermutstropfen ist, dass ich bis August warten muss, um zu erfahren, wie es weitergeht.


                                              


Donnerstag, 11. Juni 2026

Rezension: `Die Reisende` von Vincent van Dorn

 

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Wenn Bewunderung zur Besessenheit wird!










Seit ihrer Kindheit fühlt sich Judith Krane unsichtbar. Sie bewundert andere Frauen und versucht verzweifelt, ihnen nachzueifern. Besonders die hübsche und selbstbewusste Frau, der sie jeden Morgen im Zug begegnet, wird zu ihrem Vorbild. Judith kleidet sich wie sie, imitiert ihre Gesten, doch als diese Frau keinerlei Interesse zeigt, kippt Judiths Bewunderung in tödliche Besessenheit. Und sie bleibt nicht das einzige Opfer.

Vincent van Dorn präsentiert uns die Täterin direkt zu Beginn. Danach begleiten wir die Polizei bei ihren Ermittlungen. Da Judith auch hier unsichtbar bleibt, entwickelt sich ein äußerst kniffliger Fall. Die Zeit läuft, und die Ermittler wissen, dass sie im Zug suchen müssen, denn inzwischen gibt es bereits drei Mordopfer.

Der Autor lässt uns tief in Judiths gestörte Psyche, die von Minderwertigkeitsgefühlen, Obsession und einer gefährlichen inneren Leere zerfressen ist, blicken. Das hat bei mir für Gänsehaut gesorgt, weil alles erschreckend realistisch wirkt. Man lernt jemanden zufällig kennen, begegnet sich täglich in der Bahn, wechselt ein paar Worte und ahnt nicht, dass man damit vielleicht sein Todesurteil unterschreibt.

Zum Schluss wurde die Handlung für meinen Geschmack etwas langatmig, doch insgesamt hat mir die Mischung aus Polizeiarbeit und dem Wissen um Judiths nächste Schritte richtig gut gefallen.

`Die Reisende`  ist ein spannender Psychothriller, der zeigt, wie dünn die Grenze zwischen Bewunderung und Besessenheit sein kann.