Sonntag, 8. Februar 2026

Rezension: `Morgensonnenglück` von Petra Schier

 

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Familiengeheimnisse!










Mit den historischen Romanen von Petra Schier bin ich seit Jahren vertraut, doch diesmal habe ich mich an einen ihrer Gegenwartsromane gewagt.

 Im Mittelpunkt steht Holly Flowers, die, wie ihre Mutter und ihre Schwestern,  überraschend zu einem Familientreffen auf das Gut der Großeltern in der Eifel einbestellt wird. Obwohl der Kontakt seit Jahren nahezu abgebrochen ist, folgen alle der Einladung. Der Großvater ist schwer erkrankt und hat genaue Pläne, wie es mit dem Familienbesitz weitergehen soll. Für jede der Frauen hat er etwas vorbereitet, und wie schon seit Jahren zieht er dabei geschickt die Fäden. Allerdings müssen alle seinem Plan zustimmen.

Für Holly ist die Aussicht auf ein harmonisches Miteinander zunächst kaum vorstellbar. Doch je länger sie über die Idee des Großvaters nachdenkt, desto mehr gefällt ihr der Gedanke an einen Neuanfang. Auch die übrigen Familienmitglieder beginnen sich damit anzufreunden, in der Eifel zu bleiben.

 Als jedoch lang verdrängte Geheimnisse ans Licht kommen, drohen die zartgeknüpften neuen Bande zu zerbrechen.

Der Roman liest sich angenehm leicht und flüssig, und die Charaktere waren mir, bis auf die Großeltern, sehr sympathisch.

Es dreht sich vieles um Familienzusammenführung, Versöhnung und den Mut, das Schweigen über alte Wunden endlich zu brechen.

Auch die Liebe spielt eine Rolle, wobei die ausführlichen Sexszenen für meinen Geschmack nicht unbedingt nötig gewesen wären.

Insgesamt handelt es sich bei `Morgensonnenglück` um eine leichte, unterhaltsame Geschichte, trotzdem liegen mir die historischen Romane der Autorin mehr.

Da noch einige Fragen offenblieben, wird es sicher noch einen zweiten Band um Holly und ihre Familie geben.






Freitag, 6. Februar 2026

Rezension: `Das Kind vor meiner Tür` von Sam Vickery

 

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Spannend gestartet, aber am Ende zu konstruiert!








Clarissa Phillips traut ihren Augen kaum, als plötzlich ein kleiner Junge vor ihrer Tür steht und behauptet, ihr Enkel zu sein. Während alle anderen überzeugt sind, dass ihre Tochter Chloe tot ist, hält Clarissa unbeirrt an ihrem Glauben fest, dass Chloe noch lebt. Sie nimmt den Jungen gerne bei sich auf, in der Hoffnung, dass sich auch seine Mutter irgendwann wieder melden wird.

Parallel dazu erleben wir Chloe, die gerade ihren Job verloren hat und nicht weiß, wie sie es ihrem brutalen Ehemann beibringen soll. Nun muss er allein für sie und den kleinen Tommy sorgen. Nachdem er sie erneut schwer misshandelt hat, fasst sie den verzweifelten Entschluss, Tommy zu ihrer Mutter zu bringen, obwohl sie seit Jahren keinen Kontakt mehr zueinander hatten.

Der Einstieg in das Buch ist spannend, und auch der Schreibstil hat mir gut gefallen. Die Kapitel wechseln zwischen Chloes und Clarissas Perspektive, was anfangs für Dynamik sorgt. Doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto verworrener wird sie. Viele Entwicklungen wirkten auf mich sehr konstruiert, und besonders im letzten Drittel habe ich mich regelrecht durchgekämpft, weil die Ereignisse immer kurioser wurden.

Fazit: Der Auftakt war vielversprechend, aber im weiteren Verlauf häuften sich für mich die Ungereimtheiten zu sehr.




Dienstag, 3. Februar 2026

Rezension: `Der Pakt der Verräter` von Ellin Carsta

 

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Dunkle Zeiten auf Gut Falkenbach!










Bernried am Starnberger See, 1943. Der Krieg ist für viele Menschen bereits verloren, doch an der Front wird weitergekämpft. Paul Friedrich und Wilhelm verfolgen zwar das gemeinsame Ziel, Hitler zu stürzen und den Krieg zu beenden, entwickeln jedoch unterschiedliche Vorstellungen vom richtigen Vorgehen. Zum ersten Mal entsteht Misstrauen zwischen ihnen.

Wilhelmine und Johannes befinden sich weiterhin auf der Flucht. Elisabeth führt inzwischen die Bäckerei ihrer Mutter, jammert wegen ihrer gescheiterten Ehe und bleibt zugleich ein Risiko für beide Familien. Paul Friedrich versucht für alles eine Lösung zu finden, bis ein unerwartetes Ereignis die Familien von Falkenbach und Lehmann erschüttert.

Ellin Carsta setzt die Reihe, wie gewohnt spannend fort und verbindet die Handlung erneut mit historischen Fakten. Besonders hilfreich fand ich, dass sie wichtige Ereignisse aus früheren Bänden immer wieder aufgreift. Nach zwölf Teilen erleichtert das den Wiedereinstieg erheblich.

Trotz der Vielzahl an Figuren und Handlungssträngen ist es ihr gelungen, die Atmosphäre von Gut Falkenbach sofort wieder lebendig werden zu lassen. Man begleitet die Familien wie gewohnt und bangt, freut sich oder trauert mit ihnen.

Im Juni`26 soll der abschließende Band der Falkenbach Saga erscheinen. Gerne hätte ich erfahren, wie sich das Leben nach Kriegsende weitergestaltet. Vielleicht überlegt es sich die Autorin noch einmal, was mich sehr freuen würde.