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Woody Brown ist Autist. Während andere Eltern irgendwann aufgeben, ihren Kindern Bildung zu vermitteln, bleibt vor allem seine Mutter unermüdlich bemüht, Woody zu fördern, obwohl er nicht sprechen kann. Seine Eltern haben ihn nie aufgegeben oder in ein Heim abgeschoben, sondern geduldig mit ihm gearbeitet und schließlich herausgefunden, wie er sich mitteilen kann. Dabei zeigt sich, dass Woody alles andere als dumm ist. Sein Traum, eines Tages Autor zu werden, rückt plötzlich in greifbare Nähe.
In seinem Buch beschreibt Woody den Alltag in der Tagesklinik und richtet seinen Blick auf Tom, Emma und Walter – drei Patienten, die wie er im eigenen Körper gefangen sind. Sie können sich nicht artikulieren und werden schnell als dumm abgestempelt oder als Menschen bezeichnet, die in ihrer eigenen Welt leben. Doch vielleicht ist es genau andersherum. Der Autist bekommt alles mit, kann es nur nicht ausdrücken. Das herauszufinden erfordert enorme Energie, Geduld und Liebe, sozusagen ein Fulltimejob für Eltern oder Pflegekräfte, den viele schlicht nicht leisten können. Die Pflegekräfte im Heim sind mal engagiert, mal überfordert, die staatlichen Mittel knapp, das Gebäude heruntergekommen. Viele der Patienten wurden schlicht abgeschoben.
Ich hatte im Vorfeld viel über dieses Buch gehört und war unsicher, ob es mich wirklich interessieren würde. Jetzt bin ich froh, dass ich es gelesen habe. Mein Blick auf das Thema hat sich komplett verändert. Woody beschreibt den Alltag in der Tagespflege sehr einfühlsam und sensibel, aber gleichzeitig mit viel Humor. Ja, man darf lachen, auch wenn das Thema ernst ist.
Woody Brown möchte, dass man nicht nur das sieht, was sichtbar ist, wenn man mit behinderten oder autistischen Menschen zu tun hat. Er fordert dazu auf, andere Wege der Kommunikation zu suchen. Auch wenn ich persönlich keinen Kontakt zu Autisten habe, fand ich das Buch hochinteressant und wichtig. Und weil es trotz des ernsten Themas so humorvoll und leicht geschrieben ist, lässt es sich wunderbar flüssig lesen.

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