Dienstag, 1. September 2026

Rezension: `Das Seebad am Nordseestrand` von Regine Kölpin

 

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Wangerooge im Aufbruch!
















Wangerooge, 1829. Als Bernhardine Westings Mann zum Badekommissar ernannt wird, ist seine Begeisterung überschaubar, doch Bernhardine selbst ist sofort Feuer und Flamme. Sie erkennt das Potenzial der kleinen, unscheinbaren Insel und setzt alles daran, um aus Wangerooge ein exklusives Seebad zu machen. Während viele Insulaner skeptisch bleiben, sehen einige darin eine Chance, der täglichen Einöde zu entkommen.

Zu ihnen gehört Beeke Tammen, deren Eltern sie dem Lehrerssohn versprochen haben. Doch Beeke liebt Edo, ihren Jugendfreund, eine Verbindung, die ihre Eltern niemals akzeptieren würden. Als beide Männer auf See sind, fasst Beeke einen mutigen Entschluss: Sie beginnt in Bernhardines Küche zu arbeiten, um eigenes Geld zu verdienen und nicht länger von einem Mann abhängig zu sein.

Regine Kölpin zeichnet die gesellschaftlichen Strukturen der damaligen Zeit eindrucksvoll nach. Frauen hatten zu gehorchen, ihre Möglichkeiten waren eng begrenzt, und nur wenige wagten es, aus diesen Rollen auszubrechen. Gerade deshalb berührt die entstehende Freundschaft zwischen Bernhardine und Beeke. Zwei Frauen aus völlig unterschiedlichen Ständen, die sich gegenseitig stärken und unterstützen. Mehrmals gerät Beeke in gefährliche Situationen, doch Bernhardine hilft ihr ohne Zögern und ohne Rücksicht auf Konventionen.

Besonders gelungen ist Beekes Entwicklung: Aus dem unbedarften Mädchen wird eine selbstbewusste junge Frau, die weiß, was sie will, auch wenn die Männer ihrer Zeit noch immer das letzte Wort haben. Die authentische, atmosphärische Erzählweise macht es leicht, in die Geschichte einzutauchen und sich in die Figuren hineinzuversetzen.

Ein historischer Roman, der durch starke Protagonistinnen, gesellschaftliche Konflikte und den Aufbruch in eine neue Zeit überzeugt.


                                         


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