* * * * *
WOW! Was für eine Geschichte!!
Berlin. Die junge Geigenlehrerin Hannah verliert ihre Stellung und kurz darauf noch ihre Wohnung, weil sie Jüdin ist.
Auch ihr Geliebter Peter verlässt sie und heiratet eine Andere. Von seinem Kind, das Hannah erwartet, erfährt er nichts..
Trotz allem hat Hannah noch Glück, weil sie mit ihrer Tochter Melina auf dem Sandnerhof in der Nähe von Würzburg eine neue Heimat findet und dort einige Zeit leben kann.
Irgendwann fällt es jedoch auf, dass Hannah gar keine Verwandte des Hofbesitzers ist und sie muss mit Melina fliehen.
An vielen schlimmen Schicksalen ist ein tragischer Zufall Schuld und so auch hier. Hannah landet in Auschwitz...
In einem anderen Handlungsstrang erfahren wir mehr über Peter, der eine glänzende Karriere hinlegt. Er schafft es, im Reichssicherheitshauptamt einen hohen Posten zu besetzen, direkt unter Heinrich Himmler.
Doch er kann Hannah nicht vergessen und mehr und mehr stellt er infrage, was er eigentlich täglich macht.
Er sucht nach Möglichkeiten, Hannah zu helfen, doch die sind für ihn lebensgefährlich.
Margit Steinborn hat einen bewegenden Roman geschrieben, den ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Ihr Schreibstil hat mir gefallen, kurze knappe Kapitel mit häufig wechselnden Schauplätzen, die aber nicht verwirrend waren.
Es erschüttert mich immer wieder, dass Menschen, mit denen du gestern noch befreundet warst, dich am nächsten Tag verachten, nur weil Du Jude bist.
Die Geschichte von Hannah und Melina, ist stellvertretend für die unzähliger Juden, die in den Konzentrationslagern litten, oder durch das Auseinanderreißen von Familien einfach nur unsagbares Leid erfuhren.
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für `Ein neuer Himmel!`
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Sonntag, 12. Juli 2020
Montag, 6. Juli 2020
Rezension: `Die Fliederinsel` von Sylvia Lott
* * * * *
Beeindruckende Geschichte !
Als Celia auf ein altes Foto stößt, das ein Häuschen in Dänemark zeigt, will sie plötzlich mehr über ihre Vorfahren herausfinden. Sie hört, dass das Haus an Urlaubsgäste vermietet wird, überlegt nicht lange und fährt auf die Insel Fünen.
Um Ruths Geschichte zu erzählen, entführt Sylvia Lott den Leser in die Jahre um den zweiten Weltkrieg. Zusammen mit ihrem Mann Jakob muss Ruth aus Nazi Deutschland flüchten.
Ich habe schon viele Romane über Judenverfolgung gelesen, doch ich wusste wenig über die Rolle Dänemarks im Krieg.
Während Ruth gleich loslegt und sich mit der neuen Situation auseinandersetzt und für ein halbwegs gutes Auskommen kämpft, hadert Jakob mit dem Schicksal und wird immer in sich gekehrter.
Ich fand Ruths und Jakobs Geschichte mega spannend, aber auch beklemmend, denn die Angst, entdeckt zu werden, wird so perfekt beschrieben, dass ich sie während des Lesens fast spüren konnte.
Ich danke dem Blanvalet Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.
Beeindruckende Geschichte !
Als Celia auf ein altes Foto stößt, das ein Häuschen in Dänemark zeigt, will sie plötzlich mehr über ihre Vorfahren herausfinden. Sie hört, dass das Haus an Urlaubsgäste vermietet wird, überlegt nicht lange und fährt auf die Insel Fünen.
Gleich am ersten Tag entdeckt
sie in einem Verschlag ein altes Gemälde, das sie der Eigentümerin Inger zeigt.
Es handelt sich um ein lange verschollen geglaubtes Bild von Ingers Mutter, der
Malerin Ruth Liebermann.
Um Ruths Geschichte zu erzählen, entführt Sylvia Lott den Leser in die Jahre um den zweiten Weltkrieg. Zusammen mit ihrem Mann Jakob muss Ruth aus Nazi Deutschland flüchten.
Eigentlich sollte Amerika das
Ziel sein, doch nur Dänemark war bereit, die Juden aufzunehmen. Das Land
war bekannt dafür, Juden nicht zu verfolgen.
Ich habe schon viele Romane über Judenverfolgung gelesen, doch ich wusste wenig über die Rolle Dänemarks im Krieg.
Die Autorin hat gründlich
recherchiert und dem Leser die damaligen Verhältnisse wirklich nahe bringen
können.
Auch die Emotionen hat sie
gut eingefangen, denn obwohl Ruth und Jakob in Deutschland ein
schreckliches Schicksal erwartet hätte, ist in Dänemark nicht alles eitel Sonnenschein.
Während Ruth gleich loslegt und sich mit der neuen Situation auseinandersetzt und für ein halbwegs gutes Auskommen kämpft, hadert Jakob mit dem Schicksal und wird immer in sich gekehrter.
Eine Zeit lang können sie
dort unbehelligt, fast normal leben, doch irgendwann sind sie auch in
Dänemark nicht mehr sicher.
Ich fand Ruths und Jakobs Geschichte mega spannend, aber auch beklemmend, denn die Angst, entdeckt zu werden, wird so perfekt beschrieben, dass ich sie während des Lesens fast spüren konnte.
Sylvia Lott schreibt so
bildhaft, ich sehe die Fliederfelder, die Gemälde, das Häuschen und auch die
Personen genau vor mir. Bisher habe ich mir noch nie Gedanken über die
jüdischen Kinder, die im Krieg zurückgelassen oder verschickt wurden, gemacht.
In `Die Fliederinsel` lesen wir, wie schwierig es war, nach längerer Zeit
wieder Zugang zu den kleinen Kindern zu bekommen. Manchen Familien ist es nie
mehr gelungen und das alles ohne eigene Schuld.
Zum Schluss gibt es noch ein
Highlight für den Leser, in dem die losen Fäden aus beiden
Zeitebenen miteinander verknüpft werden.
Ich konnte zwei Tage ganz in
die Geschichte eintauchen, dann hatte ich leider ausgelesen, aber `Die
Fliederinsel` wirkt sicher noch einige Zeit nach.
Ich danke dem Blanvalet Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.
Labels:
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Die Fliederinsel,
Die Inselfrauen,
Frauenliteratur,
historischer Roman,
Juden in Dänemark,
Judenverfolgung,
Lott Sylvia,
Roman,
zweiter Weltkrieg
Dienstag, 2. Juli 2019
Rezension: `Karolinas Töchter` von Ronald H. Balson
* * * * *
Fesselnd und bewegend!!
Nachdem ich vor kurzem `Hannah und ihre Brüder` gelesen habe, freute ich mich jetzt auf `Karolinas Töchter`, den zweiten Teil der Reihe.
Wieder geht es um Catherine und ihren Ehemann Liam, sie Anwältin, er Privatdetektiv.
Lena, eine sehr alte Dame, möchte die beiden engagieren, weil sie nach den Kindern ihrer Freundin sucht, die im Krieg verschwunden sind. Nach siebzig Jahren ist das eigentlich ein aussichtsloses Unterfangen.
Doch Catherine ist von der Geschichte der alten Frau tief berührt, zumal sie gerade selbst ein Kind erwartet, und sie nimmt den Fall an.
Wie auch im ersten Band erzählt diesmal allerdings die alte Lena ihre Lebensgeschichte in der Ich-Form.
Wieder geht es um den zweiten Weltkrieg in Polen und die Verfolgung der Juden, doch aus einer ganz anderen Perspektive. Obwohl ich schon viel über die Judenghettos gelesen habe, konnte der Autor mich doch noch mit neuen schrecklichen Details schocken.
Die Zustände im Ghetto, den Hass der Deutschen, das Auslöschen ganzer Familien hat der Autor sehr beeindruckend beschrieben. Die geschilderten Qualen und die Grausamkeiten sind auch heute noch unfassbar.
Allerdings ist mir manches, gerade am Ende zu schöngeredet, alles ging mir nach siebzig Jahren zu glatt. Plötzlich ist sofort Friede, Freude, Eierkuchen und das fand ich etwas realitätsfern.
Darüber konnte ich aber trotzdem hinwegsehen, weil die Hauptgeschichte mich extrem gefesselt hat.
Erschütternde Erlebnisse, schlimme Schicksale, und genau wie der erste Band ist `Karolinas Töchter` ein Buch, das man nicht so einfach aus der Hand legt und ein neues anfängt.
Ich danke dem Aufbau Verlag und Netgalley.de für die Zusendung des Rezensionsexemplares.
Montag, 3. Juni 2019
Rezension: `Hannah und ihre Brüder` von Ronald H. Balson
* * * * *
Sehr berührende Geschichte!!
www.die-rezensentin.de
Vor dem gut recherchierten geschichtlichen Hintergrund erzählt Ronald H. Balson mit Bens Worten eine ergreifende Familiengeschichte. Dabei wechselt er gekonnt zwischen den Zeiten hin und her. Sehr anschaulich gibt er die Zustände, die im Krieg in Polen herrschten, wieder. Bens Familie und viele andere Menschen dort haben immer auf Hilfe der anderen Staaten gehofft, haben bis zuletzt nicht geglaubt, dass auch Polen von den Deutschen besetzt werden könnte. Vor allem Otto, der jahrelang bei der Familie Solomon lebte und wie ein eigenes Kind aufgewachsen ist, verändert sich so sehr, dass man es kaum glauben kann.
Ich danke Netgalley.de und dem Aufbau Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.
Sehr berührende Geschichte!!
www.die-rezensentin.de
Elliot Rosenzweig, bekannter
Wohltäter der Stadt Chicago, wird in aller Öffentlichkeit von einem alten
jüdischen Mann bedroht.
Ben Solomon beschuldigt ihn,
in Wahrheit kein Jude, sondern der Kriegsverbrecher Otto Pointek zu sein.
Natürlich glaubt ihm niemand, es wird als Hirngespinst eines verwirrten Alten
abgetan.
Die Anwältin Catherine
Lockart denkt genauso, bis sie Bens Geschichte hört und überzeugt ist, dass er
die Wahrheit sagt.
Doch wie soll man den
angesehenen Bürger 60 Jahre später als Mörder überführen, wenn es außer Bens
Aussage keine Beweise gibt? Catherines Freund, der Ermittler Liam Taggart,
versucht einiges herauszufinden, was sich nach so vielen Jahren äußerst
schwierig gestaltet.
Christine und Liam sind ein sehr sympathisches Team, Ben scheint immer etwas verwirrt, was ihn aber erst recht
liebenswert macht.
Vor dem gut recherchierten geschichtlichen Hintergrund erzählt Ronald H. Balson mit Bens Worten eine ergreifende Familiengeschichte. Dabei wechselt er gekonnt zwischen den Zeiten hin und her. Sehr anschaulich gibt er die Zustände, die im Krieg in Polen herrschten, wieder. Bens Familie und viele andere Menschen dort haben immer auf Hilfe der anderen Staaten gehofft, haben bis zuletzt nicht geglaubt, dass auch Polen von den Deutschen besetzt werden könnte. Vor allem Otto, der jahrelang bei der Familie Solomon lebte und wie ein eigenes Kind aufgewachsen ist, verändert sich so sehr, dass man es kaum glauben kann.
Es scheint jedoch recht
unwahrscheinlich, dass Elliot Rosenzweig und Otto Piontek dieselbe Person sein
könnten und vieles spricht absolut dagegen.
Die Story hat mich total in ihren Bann gezogen, obwohl ich schon sehr viel aus
der Zeit gelesen habe.
`Hannah und ihre Brüder` ist
eine besonders gefühlvoll erzählte Geschichte, die mich wieder mal sehr nachdenklich
zurücklässt und noch einige Zeit beschäftigen wird.
Von mir eine absolute
Kaufempfehlung!!
Es gibt wohl schon
einen zweiten Band, `Karolinas Töchter`, in dem auch Catherine und Liam wieder eine
Rolle spielen.
Ich danke Netgalley.de und dem Aufbau Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.
Labels:
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Montag, 11. Februar 2019
Rezension: `Die Fliedertochter` von Teresa Simon
* * * * *
Spannender Familienroman!!
Die Berlinerin Paulina wird von ihrer großmütterlichen Freundin Toni gebeten, eine Reise nach Wien zu unternehmen. Irgendeine ungeklärte Erbschaftssache wartet dort, doch Toni ist gesundheitlich nicht genug auf der Höhe, um zu reisen.
Für Paulina, die momentan in einer On-Off Beziehung lebt, kommt diese Abwechslung gerade recht.
In Wien wird sie liebevoll von Lena Brunner und ihrer Familie aufgenommen, denn diese hatte im Nachlass ihres Vaters ein altes Tagebuch, das für Toni bestimmt sein sollte, gefunden.
Paulina beginnt zu lesen.....
30erJahre : Die Jüdin Luzie Kühn flüchtete von Berlin nach Wien, um dort in der arischen Familie ihrer Tante die erwachsene Tochter zu spielen.
Das ist nicht so einfach, denn Luzie lebte sehr unkonventionell für die damalige Zeit. Zuerst sang sie am Theater, später wohnte sie mit einem Juden zusammen und das auch noch ohne Trauschein... Anschließend teilte sie sich die Wohnung mit einer Prostituierten. Das alles war natürlich vielen Menschen ein Dorn im Auge und als sie sich noch den Annäherungsversuchen des Nazis Wagner widersetzte, musste sie hart dafür bezahlen.
Es ist immer wieder erschütternd zu lesen, was sich damals abgespielt hat. Unrecht und Willkür gehörten zur Tagesordnung und niemand konnte etwas dagegen unternehmen. Auch Luzies Onkel, ein angesehener Anwalt, war nicht in der Lage, sie immer aus bedrohlichen Situationen zu befreien. Und davon gab es einige...
Paulina wird immer mehr in den Bann des Tagebuchs gezogen. Sie fühlt sich Luzie auf unerklärliche Weise nahe, und fragt sich mehrmals: Was hat das Ganze überhaupt mit Toni zu tun?
`Die Fliedertochter` ist ein spannender Familienroman mit viel historischem Hintergrund.
Die Geschichte Luzies fand ich interessanter als Paulinas und habe mich immer gefreut, wenn es weiter ging. Auch wenn ich zwischendurch erst etwas irritiert war, weil die Autorin von der Ich- Form des Tagebuchs plötzlich abweicht und von Luzie in der dritten Person erzählt. Das lockert die Geschichte aber auf und macht es so möglich, die Geschehnisse auch aus anderen Perspektiven zu schildern.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, sodass ich es in zwei Tagen ausgelesen hatte. Die beiden Geschichten werden am Ende zu einer verwoben und zwar auf eine Art und Weise, mit der ich so nicht gerechnet hatte.
Für Liebhaber von Familienromanen eine ganz klare Leseempfehlung!
Ich danke dem Heyne Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.
Spannender Familienroman!!
Die Berlinerin Paulina wird von ihrer großmütterlichen Freundin Toni gebeten, eine Reise nach Wien zu unternehmen. Irgendeine ungeklärte Erbschaftssache wartet dort, doch Toni ist gesundheitlich nicht genug auf der Höhe, um zu reisen.
Für Paulina, die momentan in einer On-Off Beziehung lebt, kommt diese Abwechslung gerade recht.
In Wien wird sie liebevoll von Lena Brunner und ihrer Familie aufgenommen, denn diese hatte im Nachlass ihres Vaters ein altes Tagebuch, das für Toni bestimmt sein sollte, gefunden.
Paulina beginnt zu lesen.....
30erJahre : Die Jüdin Luzie Kühn flüchtete von Berlin nach Wien, um dort in der arischen Familie ihrer Tante die erwachsene Tochter zu spielen.
Das ist nicht so einfach, denn Luzie lebte sehr unkonventionell für die damalige Zeit. Zuerst sang sie am Theater, später wohnte sie mit einem Juden zusammen und das auch noch ohne Trauschein... Anschließend teilte sie sich die Wohnung mit einer Prostituierten. Das alles war natürlich vielen Menschen ein Dorn im Auge und als sie sich noch den Annäherungsversuchen des Nazis Wagner widersetzte, musste sie hart dafür bezahlen.
Es ist immer wieder erschütternd zu lesen, was sich damals abgespielt hat. Unrecht und Willkür gehörten zur Tagesordnung und niemand konnte etwas dagegen unternehmen. Auch Luzies Onkel, ein angesehener Anwalt, war nicht in der Lage, sie immer aus bedrohlichen Situationen zu befreien. Und davon gab es einige...
Paulina wird immer mehr in den Bann des Tagebuchs gezogen. Sie fühlt sich Luzie auf unerklärliche Weise nahe, und fragt sich mehrmals: Was hat das Ganze überhaupt mit Toni zu tun?
`Die Fliedertochter` ist ein spannender Familienroman mit viel historischem Hintergrund.
Die Geschichte Luzies fand ich interessanter als Paulinas und habe mich immer gefreut, wenn es weiter ging. Auch wenn ich zwischendurch erst etwas irritiert war, weil die Autorin von der Ich- Form des Tagebuchs plötzlich abweicht und von Luzie in der dritten Person erzählt. Das lockert die Geschichte aber auf und macht es so möglich, die Geschehnisse auch aus anderen Perspektiven zu schildern.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, sodass ich es in zwei Tagen ausgelesen hatte. Die beiden Geschichten werden am Ende zu einer verwoben und zwar auf eine Art und Weise, mit der ich so nicht gerechnet hatte.
Für Liebhaber von Familienromanen eine ganz klare Leseempfehlung!
Ich danke dem Heyne Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.
Dienstag, 1. Januar 2019
Rezension: `Jahre aus Seide` von Ulrike Renk
* * *
Zu langatmig!!
Der erste Teil der Trilogie um die Jüdin Ruth Meyer beginnt 1926, der Vater verdient gut, die Familie kann sich Bedienstete leisten und hat ein schönes Leben.
Die ersten drei Viertel des Buches handeln nur von der Kindheit Ruths. Der Leser erfährt, wie sie nähen lernt, ihre Puppenkleider selbst herstellt, mit Freunden spielt, was sie genau spielen usw. Sehr ausführlich wird auch über das Essen gesprochen, was es wann gibt, wer was zubereitet, wie oft gespült wird. Für mich zu viele uninteressante Details, das fand ich doch sehr ermüdend. Eigentlich war es eher ein Jugendbuch, auch wegen des kindlich naiven Schreibstils.
Unbeschwert wächst Ruth zu einem Teenager heran, doch dann ändert sich alles, denn die Judenverfolgung beginnt. Irgendwann darf Karl Meyer nicht mehr arbeiten, die Kinder dürfen nicht mehr zur Schule oder zu sonstigen Veranstaltungen gehen.
Die politische Lage wird häufig mit den Verwandten diskutiert, denn niemand, erst recht kein Jude, darf mehr die Augen vor der Wahrheit verschließen.
Kann man als Jude noch in Deutschland bleiben, wo es von Tag zu Tag immer schlimmer wird? Synagogen brennen, Männer werden verhaftet und deportiert und es gibt keinerlei Perspektiven mehr. Doch eine Auswanderung ist gar nicht so einfach, viele Voraussetzungen müssen erfüllt werden.
Erst im letzten Viertel des Buches, als Ruth älter wurde, kam etwas mehr Spannung auf. Das hat mir auch gut gefallen, aber insgesamt war mir `Jahre aus Seide` zu langatmig und ich werde sicher auf die nächsten beiden Bände verzichten.
Ich danke Netgalley und dem Aufbau Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.
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