Ein Krimi voller Abgründe!
In Petra Hammesfahrs neuem Krimi verschwinden zunächst eine alte Frau aus einem Seniorenheim und zwei Schulmädchen. Für Rita Voss ist der Fall besonders heikel, denn die beiden Schülerinnen besuchen dieselbe Schule wie ihre Tochter. Während die Ermittlungen noch am Anfang stehen, wird eine junge, nackte Frau am Straßenrand gefunden, misshandelt, verstört und kaum ansprechbar. Sie redet wirres Zeug über einen Häuptling, einen Wolf und andere Fabelwesen. Rita hält sie zunächst für verwirrt, bis sie auf Mira trifft, die dieselben Dinge erzählt und noch einiges mehr.
Mira behauptet, ihre Träume zeigten ihr, wo die verschwundenen Frauen gefangen gehalten werden. Und tatsächlich decken sich viele ihrer Schilderungen mit den Ermittlungsergebnissen. Rita beginnt, ihr zu glauben, auch wenn die Vorstellung, sich auf Visionen zu verlassen, sie selbst an ihre Grenzen bringt.
Die Autorin bleibt ihrem Stil und ihrer Sprache, die seit Jahrzehnten unverwechselbar ist, treu. Mit Ausdrücken wie `Aas`, `Biest` oder `Knilch`, die ihre Krimis seit jeher prägen, erzeugt sie sofort ein vertrautes Gefühl bei mir.
Der Roman verwebt mehrere Handlungsstränge und Perspektiven miteinander und wirkt teilweise etwas verworren. Viele Namen, viele Zeitebenen, viele Zusammenhänge. Nach und nach wird klar, dass die aktuellen Fälle tief in die Vergangenheit reichen. Doch bei dieser Menge an Figuren und Verbindungen verliert man leicht den Überblick, und einige komplexe Vorgänge hätten nicht ganz so ausführlich beschrieben werden müssen, weil sie mich eher verwirrten als Klarheit zu schaffen. `Im Dunkel` ist nichts für Zartbesaitete. Besonders intensiv sind die Szenen aus einem Erdloch, in dem junge Frauen festgehalten werden, denn Petra Hammesfahr beschreibt die Grausamkeiten ohne jede Beschönigung.
Der Krimi ist spannend, düster und typisch Hammesfahr, mit einer beklemmenden Wirkung, die bis zum Ende anhält.
Ich vergebe 3,5 Sterne, weil die Vielzahl an Verstrickungen mir stellenweise doch zu unübersichtlich waren.

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