* * * * *
Rassendiskriminierung- Kein Thema mehr ?
Ich bin seit Jahren Fan von Jodi Picoult, habe all ihre Bücher verschlungen, nur das letzte hat mir nicht so gefallen. Nun war ich gespannt, was mich bei `Kleine große Schritte` erwarten würde. Und ich muss sagen: Jodi Picoult hat wieder zu ihrer alten Form zurückgefunden!!
Ruth Jefferson arbeitet seit zwanzig Jahren als Hebamme im Mercy- West Haven Hospital. Sie hilft, Kinder auf die Welt zu bringen, kümmert sich um Neugeborene, assistiert bei OPs und geht ganz in ihrem Beruf auf.
Dass sie schwarz ist, war bisher nie ein Problem, bis der Vater eines Säuglings ihr untersagt, sein weißes Baby anzufassen. Ruth bekommt von der Stationsschwester die Anweisung, den kleinen David nicht zu behandeln, sich von ihm komplett fernzuhalten. Als David jedoch um sein Leben kämpft und niemand außer Ruth da ist, gerät sie in Gewissenskonflikt. Kann sie verantworten, das Baby durch Unterlassung eventuell sterben zu lassen oder soll sie ihren Job riskieren und ihn behandeln?
Trotz aller Maßnahmen stirbt das Baby! Die bisher völlig unbescholtene Ruth wird wegen Mordes angeklagt und natürlich verändert das ihr ganzes Leben.
Jodi Picoult lässt uns, wie immer, die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Ruth, ihre Anwältin Kennedy und Turk, der Vater des Jungen schildern alles aus ihrer Sicht. Turk ist total rassistisch, betreibt eine eigene Website, die sich intensiv mit dem Thema `Nichtarier` beschäftigt.
Der Prozess beginnt und es war wieder mal höchst interessant zu lesen, wie sich der Charakter der Menschen verändern kann. Früher mochten alle Kollegen Ruth sehr gerne und waren auch tlw. mit ihr befreundet, doch davon ist nach der Anklage nicht mehr viel geblieben. Das Krankenhaus, dem sie zwanzig Jahre treu gedient hat, wirft sie den Löwen zum Fraß vor, nur damit niemand auf die Idee kommt, das Krankenhaus zu verklagen.
Erschütternd zu lesen, dass Schwarze in USA heute immer noch in vielen Dingen des alltäglichen Lebens diskriminiert werden. Einfach nur, weil sie eine andere Hautfarbe haben. Das war auch der Anwältin Kennedy nicht bewusst, erst als sie sich näher damit befasst, versteht sie es und versteht auch Ruths Wut, die seit Jahren in ihr schwelt.
Jodi Picoult beschreibt den Prozess, aber auch die Gefühlslage der drei Protagonisten in ihrem unverwechselbaren Schreibstil. In den anderen ihrer Romane konnte ich meist jede der Handlungsweisen verstehen, wenn sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt wurde. Hier war das allerdings anders. Turk Bauer war mir direkt unsympathisch aufgrund seiner Einstellung. Sein Hass richtete sich ja generell gegen jeden Schwarzen, Asiaten oder Schwulen. Jeder, der nicht arisch war, fiel durch. Egal, ob er irgendetwas getan hatte oder nicht. Einfach dadurch, das er lebte.
Die ganze Zeit fieberte ich mit, wie die Geschworenen sich am Ende des Prozesses entscheiden werden, denn Kennedy hat manche Dinge herausgefunden, die sie in ihren Befragungen der Zeugen gut anbringt.
Als es schon sehr gut aussieht, gibt gerade Ruth durch ihre Aussage der Sache eine ganz neue Wendung und man fragt sich, was das soll.
Jodi Picoult hält so viele kleine Überraschungen für den Leser bereit, die das Ganze in ein anderes Licht tauchen.
`Kleine große Schritte` hat mir wieder sehr gut gefallen! Ein aktuelles Thema, spannend umgesetzt und trotz der knapp 600 Seiten hatte ich das Buch schnell durch, weil es mich von Anfang bis Ende gefesselt hat.
Ich danke dem C. Bertelsmann Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.
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Freitag, 6. Oktober 2017
Dienstag, 22. September 2015
Rezension: `Bis ans Ende der Geschichte` von Jodi Picoult
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Bis ans Ende der Geschichte!!!
Der äußere Klappentext verrät rein gar nichts vom wahrhaftigen Inhalt, das überraschte mich dann doch ziemlich. Dafür wird aber im inneren Klappentext etwas Entscheidendes vorweggenommen, das man eigentlich erst im Laufe der Geschichte erfährt. Sehr blöd gemacht; ich würde euch raten, den inneren Klappentext zu übergehen.
Die, etwas zurückgezogen lebende, Jüdin Sage lernt in einer Trauergruppe einen alten Herrn kennen, mit dem sie sich anfreundet. Doch was er ihr aus seinem Leben erzählt und anschließend von ihr erbittet, bringt sie in einen schweren Gewissenskonflikt und stürzt sie in ein Gefühlschaos...
Das Gehörte lässt Sage aber nicht mehr los, sie forscht nach und erfährt nach so langer Zeit endlich die Lebensgeschichte ihrer Großmutter, die diese die ganzen Jahre für sich behalten hat....
Der Anfang des Buches ist etwas langatmig, es wird sehr ausschweifend und auch ein wenig durcheinander erzählt.
Als es jedoch in einem langen Rückblick in die Kriegsjahre geht, war ich über viele Kapitel gefesselt.
Die Erlebnisse der Jüdin Minka fand ich extrem spannend und emotional, allerdings ist es keine leichte Kost. Obwohl ich schon viel zu dem Thema gelesen habe, erschüttert es mich doch immer wieder aufs Neue und ich kann nach wie vor nicht fassen, was damals passiert ist.
Mehrere Kapitel handeln von einer Fantasygeschichte, einer Art Märchen, das hat mir überhaupt nicht gefallen und ich fand das vollkommen überflüssig.
Wie es der Leser aus den Büchern von Jodi Picoult bereits gewöhnt ist, wird auch hier die gleiche Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln von unterschiedlichen Personen erzählt.
Geschickt verbindet die Autorin später die einzelnen Handlungsstränge miteinander.
Bei den vorigen Jodi Picoult Büchern bekam ich, durch die unterschiedlichen Sichtweisen und Meinungen zum gleichen Thema, manchmal selbst eine andere Betrachtungsweise der Dinge.
Bei diesem Buch hat sich meine Meinung jedoch nicht durch die andere Perspektive geändert.
`Bis ans Ende der Geschichte` ist für mich nicht Jodi Picoults bestes Buch, da habe ich schon fesselndere von ihr gelesen, aber ich kann trotzdem wohlverdiente 4 Bücherpunkte vergeben.
Ich danke dem C.Bertelsmann Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.
Bis ans Ende der Geschichte!!!
Der äußere Klappentext verrät rein gar nichts vom wahrhaftigen Inhalt, das überraschte mich dann doch ziemlich. Dafür wird aber im inneren Klappentext etwas Entscheidendes vorweggenommen, das man eigentlich erst im Laufe der Geschichte erfährt. Sehr blöd gemacht; ich würde euch raten, den inneren Klappentext zu übergehen.
Die, etwas zurückgezogen lebende, Jüdin Sage lernt in einer Trauergruppe einen alten Herrn kennen, mit dem sie sich anfreundet. Doch was er ihr aus seinem Leben erzählt und anschließend von ihr erbittet, bringt sie in einen schweren Gewissenskonflikt und stürzt sie in ein Gefühlschaos...
Das Gehörte lässt Sage aber nicht mehr los, sie forscht nach und erfährt nach so langer Zeit endlich die Lebensgeschichte ihrer Großmutter, die diese die ganzen Jahre für sich behalten hat....
Der Anfang des Buches ist etwas langatmig, es wird sehr ausschweifend und auch ein wenig durcheinander erzählt.
Als es jedoch in einem langen Rückblick in die Kriegsjahre geht, war ich über viele Kapitel gefesselt.
Die Erlebnisse der Jüdin Minka fand ich extrem spannend und emotional, allerdings ist es keine leichte Kost. Obwohl ich schon viel zu dem Thema gelesen habe, erschüttert es mich doch immer wieder aufs Neue und ich kann nach wie vor nicht fassen, was damals passiert ist.
Mehrere Kapitel handeln von einer Fantasygeschichte, einer Art Märchen, das hat mir überhaupt nicht gefallen und ich fand das vollkommen überflüssig.
Wie es der Leser aus den Büchern von Jodi Picoult bereits gewöhnt ist, wird auch hier die gleiche Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln von unterschiedlichen Personen erzählt.
Geschickt verbindet die Autorin später die einzelnen Handlungsstränge miteinander.
Bei den vorigen Jodi Picoult Büchern bekam ich, durch die unterschiedlichen Sichtweisen und Meinungen zum gleichen Thema, manchmal selbst eine andere Betrachtungsweise der Dinge.
Bei diesem Buch hat sich meine Meinung jedoch nicht durch die andere Perspektive geändert.
`Bis ans Ende der Geschichte` ist für mich nicht Jodi Picoults bestes Buch, da habe ich schon fesselndere von ihr gelesen, aber ich kann trotzdem wohlverdiente 4 Bücherpunkte vergeben.
Ich danke dem C.Bertelsmann Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.
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