Freitag, 18. Dezember 2020

Rezension: `Die Wölfe vor den Toren` von Astrid Fritz

 

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Wolf oder Werwolf?









Es geht weiter mit der Armenapothekerin Serafina aus Freiburg. Es ist ein bitterkalter Winter, die Nahrung und die Brennmaterialien sind knapp. Jeder hofft, dass es bald Frühling wird. Die Angst vor den Wölfen ist immer da, doch solange sie weit weg bleiben, ist alles gut.

In diesen kalten Zeiten suchen auch die Wölfe nach Nahrung und kommen näher in die Dörfer. Der kleine Jörgelin aus Würi fällt ihnen zum Opfer. Anhand der Bisswunden ist ganz klar, dass er von den Wölfen getötet wurde. Als kurz darauf zwei Frauen mit ähnlichen Verletzungen zu Tode kommen, sind die Menschen aufgebracht. Angeblich soll nun plötzlich ein menschlicher Werwolf schuld sein.

Der Stadtarzt Achat und seine Frau Serafina glauben natürlich nicht an diesen Unsinn und haben eine ganz andere Vermutung, doch noch fehlen ihnen die Beweise.

Auf eigene Faust versucht Serafina etwas aus den Dorfbewohnern herauszukriegen. Dass sie ihr gegenüber nicht besonders aufgeschlossen sind, schreckt sie natürlich nicht ab. Für die damalige Zeit ist Serafina eine selbstbewusste Frau, die ihren eigenen Willen hat und sich auch nicht von ihrem Mann davon abbringen lässt.

Ihre gute Spürnase bringt sie auch diesmal wieder auf die richtige Fährte, doch dadurch geraten die Eheleute gleich zweimal in ernsthafte Gefahr.


Obwohl es nun schon der sechste Band um Serafina ist, wird es einem nicht langweilig. Es gab ein Wiederlesen mit schon liebgewonnenen Charakteren, wie den Beginenschwestern und einigen anderen. Ich lese immer gerne, wie der Alltag im 15. Jahrhundert bewältigt wurde. Wie kamen die Leute durch den harten Winter ? Wie funktionierte eine Armenapotheke  und welche Kräutchen wurden bei den verschiedenen Krankheiten eingesetzt? Interessant zu lesen, dass der Aberglaube vieles beherrschte. Doch die einfache Bevölkerung wusste es nicht besser und glaubte schnell an Werwölfe, Hexen oder Geister, wenn sie keine andere Erklärung hatten. Diesmal ging es aber hauptsächlich um die Wolfsmorde, und Serafinas Alltag kam ein bisschen zu kurz. 

Trotzdem war es wieder ein spannender, historischer Roman, der mir richtig gut gefallen hat.



Ich danke dem Rowohlt Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

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