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Sonntag, 9. März 2025

Rezension: `Bis ans Meer` von Peggy Patzschke

 

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Familiengeheimnisse!










Der Roman beginnt in der Gegenwart. Die Protagonistin hat ihren Freund bereits des Öfteren verlassen, doch nun steht der Entschluss fest: Er darf bei ihr einziehen. Gerade als er beginnt, einen Schrank aufzubauen, überkommt sie erneut die Panik. Sie fürchtet sich vor einer Bindung und davor, Vertrauen zu fassen. In der Truhe ihrer Großmutter sucht sie nach einem Rezept für die Liebe und stößt dabei auf Briefe und Dokumente aus der Vergangenheit.

Hat ihre Bindungsangst etwas mit den Erlebnissen ihrer Vorfahren zu tun?

 

 

Oma Frieda und ihr Mann Karl bilden eine harmonische Einheit. Ihre Hochzeit und die Geburt ihrer Kinder scheinen das Glück perfekt zu machen. Doch dann bricht der Krieg aus, und auch Karl muss schließlich an die Front. Natürlich geben sie sich das Versprechen, sich wiederzusehen, egal wohin das Schicksal sie führt. Doch alles kommt anders.

Der Roman hat mich tief beeindruckt.  Frieda und ihre Kinder erlebten unvorstellbares Leid: Flucht aus der Heimat, Hunger, eisige Kälte, sengende Hitze und die ständige Angst vor Russen und Polen. Frieda war immer gezwungen, alleine Entscheidungen für sich und ihre Kinder zu treffen, während Karl auch nach Kriegsende noch als vermisst galt.

Die Autorin erzählt die Geschichte über drei Generationen so interessant und fesselnd, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen. Sie wechselt allerdings häufig zwischen verschiedenen Zeitebenen, was ich teilweise als etwas verwirrend empfand.

Trotzdem war der Roman großartig und hat mir sehr gut gefallen.

 

                                                    



Freitag, 17. Februar 2023

Rezension: `Hanne- Die Leute gucken schon` von Felicitas Fuchs

 

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Berührender zweiter Teil!!



 








Minden, 1951.

Im zweiten Teil der „Mütter Trilogie“ dreht sich fast alles um Minnas Tochter Hanne. Deren Leben verläuft völlig anders als sie oder ihre Mutter es sich vorgestellt haben. Schon in jungen Jahren muss Hanne Monate in der Lungenklinik verbringen, weil sie an Tuberkulose leidet.

Als sie schließlich einen älteren Mann kennenlernt und auf ein bisschen Glück hofft, wird sie bitterlich enttäuscht. Er heiratet sie nicht, bleibt nicht bei ihr. Und neun Monate später, Anfang der 60er Jahre, bringt Hanne ihre uneheliche Tochter Romy zur Welt.

Weil die Tuberkulose immer wieder ausbricht, kümmert sich vorwiegend Minna um die kleine Romy. Hanne hat keine enge Beziehung zu ihrem Kind, ist meist überfordert mit dem quirligen Mädchen.

Besonders schön fand ich, dass man viele der anderen Figuren aus dem ersten Band wiedersieht. Neben Minna und ihrem Bruder Karl, treffen wir auch auf die Freundinnen Fannie und Lilo. Alle in der Familie halten zusammen, obwohl es zu der damaligen Zeit eine Riesenschande war, ein uneheliches Kind zu bekommen.

Irgendwann lernt Hanne schließlich Otto kennen, heiratet ihn und zieht mit ihm und Romy weg. Die Trennung ist für Romy und Minna gleichermaßen schwer. Auch später sucht Romy immer wieder Zuflucht bei der Oma, wenn es ihr nicht gut geht.

In der Mütter Trilogie verarbeitet Felicitas Fuchs ihre eigene Familiengeschichte. Minna war ihre Oma, Hanne ihre Mutter, und Romys Leben zeigt ihre persönlichen Erinnerungen.

Hannes Geschichte spielt hauptsächlich in der 60er Jahren, als es noch ein klassisches Rollenklischee gab: die Frau war zuständig für den Haushalt und die Kinder, der Mann verdiente Geld und hatte „das große Sagen.“ 

Den Zeitgeist der 60er Jahre hat Felicitas Fuchs sehr authentisch eingefangen. Mit Hanne konnte ich allerdings nur schwer 'warm werden'. Sie scheint, vor allem ihrer Tochter gegenüber, sehr gefühlskalt und gleichgültig zu sein.

Neben der oft tragischen Geschichte dieser drei Frauen, zieht sich, wie ein roter Faden, ein großes Familiengeheimnis durch jeden Band - doch aufgeklärt wurde es bisher nicht. Die Leser werden also weiter auf die Folter gespannt und müssen sich wohl gedulden und hoffen, dass im letzten Band der Trilogie endlich Licht ins Dunkel gebracht wird.

Ganz klare Leseempfehlung für `Minna` und `Hanne`!!!

                                    




Freitag, 1. Juli 2022

Rezension: `Minna. Kopf hoch, Schultern zurück` von Felicitas Fuchs


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Eine ergreifende Familiengeschichte!










 Zuerst hab ich mich etwas erschrocken, als ich den 600 Seiten dicken Schmöker sah, doch wenn man von einem Buch gefesselt ist, vergeht die Zeit wie im Flug. Und schwups, ist man durch.

So ging es mir mit `Minna.`

Die Autorin hat ihre eigene Familiengeschichte zum Anlass für die Mütter Trilogie genommen, dessen erster Band mit Minna, ihrer Großmutter beginnt.

Ganz am Anfang wird der Leser neugierig auf ein Geheimnis gemacht, dabei scheint es sich um etwas Gravierendes zu handeln, was bei Bekanntwerden die Familie zerstören könnte.

Minnas Geschichte beginnt im März 1924. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, versucht sie trotzdem, das Beste aus jeder Situation zu machen. Als sie den etwas älteren Fred kennenlernt, scheint sie alles richtig gemacht zu haben, denn er verliebt sich in sie und will sie heiraten.

Dass seine Familie Minna als Schwiegertochter nicht akzeptiert, belastet die junge Frau, doch sie wird noch viel schwerere Prüfungen in ihrem Leben bestehen, mehrere schlimme Schicksalsschläge verarbeiten und einen Krieg überleben. Mit am schlimmsten wiegt der Verrat von geliebten Menschen. Aber auch das Glück klopft zwischendurch wieder an ihre Tür. Minna lässt sich niemals unterkriegen, immer hat sie neue Ideen, die ihr und ihrer Familie das Überleben sichern.

Außer von Minna wird die Geschichte aus der Sicht verschiedener Familienmitglieder erzählt.

Carla Berling alias Felicitas Fuchs konnte mich mit ihrem ersten Familienroman voll überzeugen. Bisher kennt man die Autorin aus den Genres Krimi und Humor, und ich war erst etwas skeptisch. Aber ich habe festgestellt, sie kann auch eine wunderbare, ergreifende Familiengeschichte schreiben.

Leider müssen wir auf den zweiten Teil, in dem es mit Tochter Hanne weitergeht, noch bis Januar`23 warten, aber umso länger ist die Vorfreude.


                                                   


Mittwoch, 11. November 2020

Rezension: ` Das Unrecht der Väter- Die Falkenbach Saga -` von Ellin Carsta

 

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Familiengeheimnisse !!!













Der Auftakt zur neuen Familiensaga von Ellin Carsta beginnt 1936 in Bernried am Starnberger See.

Es geht um drei Familien, die schon lange miteinander befreundet sind. Die Väter haben Seite an Seite im Krieg gekämpft, die Kinder sind zusammen aufgewachsen und es herrscht eine tiefe Verbundenheit.

Als jedoch die Tochter eines gefallenen Kriegskameraden der Freunde auftaucht und Fragen über ihren Vater stellt, geraten die Männer leicht in Panik. Sie will unbedingt wissen, was damals in Riga geschehen ist.

Das Herumschnüffeln könnte das Glück und die Existenz der drei Familien in ernsthafte Gefahr bringen. Mit allen Mitteln versuchen sie, weitere Nachforschungen der jungen Frau zu verhindern.

Ellin Carsta hat wieder einen spannenden Familienroman geschrieben, der einen direkt packt. Was die drei Männer genau im Krieg erlebt haben, bleibt für den Leser verschwommen. Es muss aber etwas extrem Gravierendes gewesen sein, wenn soviel davon abhängt, dass ja nichts an die Öffentlichkeit dringt. 

In verschiedenen Handlungssträngen erfährt der Leser mehr über die einzelnen Familienmitglieder und ihre Pläne und Träume. Nicht jedes der Kinder ist gewillt, in den väterlichen Betrieb einzusteigen, sie haben andere berufliche Ambitionen. Doch keines kann den Ansprüchen des Vaters wirklich gerecht werden.

 Wie immer, ist Ellin Carstas Stil flott und unkompliziert. Die Stimmung in den Vorkriegsjahren hat sie sehr gut eingefangen. Es hat viele Vorteile, in die Partei einzutreten, besonders als Unternehmer. Schnell können die neuen Parteifreunde auch bei der `Riga- Sache` behilflich sein.

`Die Falkenbach Saga` ist ein Roman voller Geheimnisse und Rätsel, was den Leser dazu bringt, immer weiterlesen zu müssen. Nicht nur die drei Männer haben etwas zu verbergen, sondern auch ein anderes Familienmitglied verheimlicht etwas.

 Ihr seht, es ist allerhand los in Bernried, nur Ruhe gibt es keine. Ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil, der im März`21 erscheint.

Wieder mal ein gelungener Auftakt zu einer neuen Familiensaga, die ich gerne empfehle!!




Samstag, 27. April 2019

Rezension: `Das bedrohte Glück` von Ellin Carsta

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Spannende Fortsetzung!!


















Endlich geht es mit dem dritten Band der Hansen- Familiensaga  weiter.
Luise, inzwischen in die Ehe mit dem ungeliebten Hans Petersen gedrängt, arbeitet weiterhin im Kontor und die Aufgabe macht ihr Riesenspaß. Schon jetzt ist sie unentbehrlich für den Vater geworden und er hofft, dass sie ihm auch nach der Geburt des Kindes wie bisher hilft. Die nahende Geburt  macht Luise große Angst, denn sie hat eigentlich ganz andere Pläne. Schließlich gibt es noch Hamza, ihre Liebe aus Kamerun.


Wenn man die bisherigen Bände gelesen hat, hat man ja eine gewisse Vorstellung, wie alles weiterzugehen hat. Die Autorin überrascht aber mit Wendungen, die ich beim besten Willen nicht erwartet habe und die mir trotzdem gefielen.
Es war hochinteressant zu lesen, dass Luise ihre Zeit in Kamerun irgendwann in einem anderen Licht sieht. Und genau das ist eine Entwicklung, die ich total realistisch fand, denn damals war sie ein Kind und heute ist sie eine erwachsene, arbeitende Frau, die sich ein Leben ohne das Kontor nur schwer vorstellen kann. Wie wird es mit ihr und Hamza weitergehen?

Auch in Wien läuft nicht alles so, wie Karl es sich vorstellt. Gerade als er sich entschließt, sich ganz für Therese und die Kinder zu entscheiden, entdeckt ein Gauner sein lange gehütetes Geheimnis und Karl sieht nur einen Ausweg.


Der dritte Band der Hansen-Saga konnte mich genauso begeistern wie seine beiden Vorgänger. Sonntagmorgens begonnen, abends ausgelesen.. Leider. Nun heißt es für den Leser wieder warten, doch schon im Oktober geht es mit Band 4 weiter, auf den ich mich extrem freue, denn ich habe so gar keine Vorstellung, was darin passieren könnte.


                               





Ich danke Netgalley.de  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 11. Februar 2019

Rezension: `Die Fliedertochter` von Teresa Simon

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Spannender Familienroman!!


















Die Berlinerin Paulina wird von ihrer großmütterlichen Freundin Toni gebeten, eine Reise nach Wien zu unternehmen. Irgendeine ungeklärte Erbschaftssache wartet dort, doch Toni ist gesundheitlich nicht genug auf der Höhe, um zu reisen.

Für Paulina, die momentan in einer On-Off Beziehung lebt, kommt diese Abwechslung gerade recht.

In Wien wird sie liebevoll von Lena Brunner und ihrer Familie aufgenommen, denn diese hatte im Nachlass ihres Vaters ein altes Tagebuch, das für Toni bestimmt sein sollte, gefunden.

Paulina beginnt zu lesen.....
30erJahre : Die Jüdin Luzie Kühn flüchtete von Berlin nach Wien, um dort in der arischen Familie ihrer Tante die erwachsene Tochter zu spielen.
Das ist nicht so einfach, denn Luzie lebte sehr unkonventionell für die damalige Zeit. Zuerst sang sie am Theater, später wohnte sie mit einem Juden zusammen und das auch noch ohne Trauschein... Anschließend teilte sie sich die Wohnung mit einer Prostituierten. Das alles war natürlich vielen Menschen ein Dorn im Auge und als sie sich noch den Annäherungsversuchen des Nazis Wagner widersetzte, musste sie hart dafür bezahlen.
 Es ist immer wieder erschütternd zu lesen, was sich damals abgespielt hat. Unrecht und Willkür gehörten zur Tagesordnung und niemand konnte etwas dagegen unternehmen. Auch Luzies Onkel, ein angesehener Anwalt, war nicht in der Lage, sie  immer aus bedrohlichen Situationen zu befreien. Und davon gab es einige...

Paulina wird immer mehr in den Bann des Tagebuchs gezogen. Sie fühlt sich Luzie auf unerklärliche Weise nahe, und fragt sich mehrmals: Was hat das Ganze überhaupt mit Toni zu tun?

`Die Fliedertochter` ist ein spannender Familienroman mit viel historischem Hintergrund.
Die Geschichte Luzies fand ich interessanter als Paulinas und habe mich immer gefreut, wenn es weiter ging. Auch wenn ich zwischendurch erst etwas irritiert war, weil die Autorin von der Ich- Form des Tagebuchs plötzlich abweicht und von Luzie in der dritten Person erzählt. Das lockert die Geschichte aber auf und macht es so möglich, die Geschehnisse auch aus anderen Perspektiven zu schildern.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, sodass ich es in zwei Tagen ausgelesen hatte. Die beiden Geschichten werden am Ende zu einer verwoben und zwar auf eine Art und Weise, mit der ich so nicht gerechnet hatte.
Für Liebhaber von Familienromanen eine ganz klare Leseempfehlung!

                                                     

 Ich danke dem  Heyne Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.