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Montag, 21. Juli 2025

Rezension: `Schwestern des brennenden Himmels` von Hanna Caspian

 

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Gefährliche Mission!













Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird Ann als Mitglied der britischen Delegation nach Berlin entsandt. Niemand in ihrem Umfeld ahnt, dass sie nicht die ist, für die sie sich ausgibt. In Wahrheit verfolgt Ann eine ganz eigene Mission. Dafür setzt sie sich großen Gefahren aus und muss sogar diejenigen belügen, die ihr am nächsten stehen – darunter auch den amerikanischen Soldaten Jackson, mit dem sie heimlich eine Beziehung pflegt.

Der Roman vermittelt umfassendes politisches Hintergrundwissen. Im Mittelpunkt stehen die Potsdamer Konferenz sowie die Begegnungen von Churchill, Truman und Stalin. Ann trägt die Verantwortung dafür, dass es Churchill und seiner Tochter während ihres Berlin-Aufenthalts an nichts fehlt. Gleichzeitig versucht sie verzweifelt, nach Potsdam zu gelangen – ein nahezu aussichtsloses Unterfangen, da ihr ein offizieller Auftrag und ein Passierschein für die russische Zone fehlen.

Hanna Caspian schildert das Leben und die damalige Situation der Menschen mit beeindruckender Authentizität. Viele Deutsche mussten auch nach dem Krieg in Kellern leben, da die meisten Häuser zerstört waren. Der akute Nahrungsmangel steht in starkem Kontrast zum Überfluss, den Ann und die Delegation erleben.

Ich fand die Einblicke in die Geschichte sehr spannend, weil Hanna Caspian die Schicksale ihrer Figuren gekonnt mit den historischen Fakten verwoben hat. 
Einige Fragen bleiben offen, weshalb ich mir gut vorstellen kann, dass es einen zweiten Band geben wird.




Mittwoch, 18. November 2020

Gewinnspiel !!!! Gut Greifenau- Silberstreif !!

 



Ihr Lieben, am 01.Dezember  erscheint der fünfte Band der Gut Greifenau Reihe als Print Ausgabe. Ich durfte ja das eBook schon vorablesen und war wieder begeistert.
Meine Rezension findet Ihr H I E R
Nun verlose ich  drei  Exemplare von `Gut Greifenau- Silberstreif`, die Hanna Caspian für euch signieren wird.







Klappentext:
Herbst 1923. Deutschland befindet sich auf dem Höhepunkt der Hyperinflation. Das Geld verliert stündlich seinen Wert, Existenzen werden vernichtet, die Menschen sind verzweifelt. Auch an den Bewohnern von Gut Greifenau geht die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorbei. Doch dann kommt ausgerechnet die Inflation Konstantin zu Hilfe, und er kann das bedrohte Familiengut retten. Als Konstantins geliebte Frau Rebecca ein Mädchen zur Welt bringt, scheint das Glück vollkommen. Doch immer noch schwelt in Rebecca die Angst vor Konstantins hinterhältigem Bruder Nikolaus, und auch das Gutspersonal taumelt von einer Krise in die andere. Währenddessen scheint Katharina endlich ihren Traum vom Medizinstudium verwirklichen zu können.
Opulent, brillant recherchiert und fesselnd geschrieben – Hanna Caspian entführt im fünften Band ihrer Familiensaga ihre unzähligen Leser erneut auf das Gut Greifenau in Hinterpommern - diesmal in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts.
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Möchtet Ihr mehr über die beliebte Autorin erfahren? Dann guckt doch mal auf ihre HOMEPAGE




Was müsst Ihr nun tun, um eines der begehrten Bücher zu gewinnen?

1.Gebt meiner Facebook oder Instagram Seite ein Like 👍

2.Bitte kommentiert hier, bei Facebook oder Instagram, markiert gerne eure Freunde und teilt, was das Zeug hält. 

3.Ihr müsst in Deutschland wohnen und mind. 18 Jahre alt sein, ansonsten brauche ich die Einwilligung eurer Eltern.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 



Bis zum 28.11.2020 um 23 Uhr habt Ihr Zeit, danach lose ich mit random.org aus.

Ich wünsche euch viel Spaß !!!
Noch ein Wort an diejenigen, die hier auf dem Blog teilnehmen... Es kommt vor, dass ich die Gewinner nicht anders benachrichtigen kann, als unter den Kommentar zu schreiben. Also guckt bitte unter euren Kommentar, ob Ihr gewonnen habt. Solltet Ihr euch innerhalb einer Woche nicht melden, muss ich neu verlosen.😕



Noch etwas zum Datenschutz:


Soweit im Rahmen der Aktion personenbezogene Daten von Teilnehmern erfasst werden (Vor- und Zuname, Anschrift, email Adresse), leite ich diese evtl. auch an Dritte - Autoren und Verlage - weiter, um einen reibungslosen Versand der Gewinne zu ermöglichen. Diese personenbezogenen Daten werden vom mir  ausschließlich zum Zwecke der Durchführung der Aktion erhoben und verarbeitet. Wenn Ihr am Gewinnspiel teilnehmt, erklärt Ihr euch damit einverstanden, dass euer Name im Falle eines Gewinns hier auf dem Blog und bei Facebook veröffentlicht wird.





Freitag, 5. Juni 2020

Rezension: `Im grausamen Licht der Sonne` von Nalini Singh


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Sehr spannend!!














Anahera kehrt nach dem Tode ihres Mannes zurück in ihrem Heimatort Golden Cove. Sie muss nicht nur den Verlust verarbeiten, sondern auch mit einem schlimmen Betrug fertig werden.
Doch die ersehnte Ruhe bleibt aus, denn direkt in den ersten Tagen verschwindet ein junges Mädchen, die überall beliebte Miriama. Zuerst geht man von einem Unfall aus und der ganze Ort hilft bei der Suche, doch das Mädchen bleibt verschwunden. Man muss inzwischen von einem Verbrechen ausgehen und es ist klar, dass der Täter nur aus Golden Cove kommen kann. Sofort werden Erinnerungen an die drei Wanderinnen wach, die vor Jahren hier verschwunden sind.
Der Polizist Will organisiert die Suche und zusammen mit Anahera versucht er mehr über das Vorleben der Dorfbewohner herauszufinden.
 Es scheint, als hätte bald jeder Dreck am Stecken und rutscht damit  automatisch auf die Liste der Verdächtigen. Für Anahera unvorstellbar, denn mit den meisten von ihnen ist sie zusammen aufgewachsen und vertraut ihnen.
Ich habe von Nalini Singh bisher noch nichts gelesen, da sie meist Fantasy Romane schreibt. Nun ist ihr erster Thriller erschienen und ich bin begeistert.
Für mich ist es ein Mittelding zwischen Thriller und Krimi, denn viel Zeit wird mit normaler Polizeiarbeit verbracht. Die Alibis werden überprüft, das Vorleben der Bewohner durchleuchtet und eventuelle Lügengeschichten aufgedeckt.
Auch die verschwundene Miriama hatte ihre Geheimnisse, die bald alles in einem anderen Licht scheinen lassen. Irgendwann ist es so, dass man seinem besten Freund nicht mehr traut, weil jeder irgendwie verdächtig ist.

Ein packender Schreibstil, kurze Kapitel, von denen viele mit einem Cliffhanger enden und interessante, spannende Verwicklungen haben es geschafft, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
                                               




   Ich danke dem Droemer Knaur Verlag und Netgalley für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Mittwoch, 4. März 2020

Rezension: `Die Strandvilla` von Sina Beerwald


* * * 
Die Strandvilla
















Sylt, 1913. Die fast mittellose Moiken möchte mir ihrer Tochter Emma einen Neuanfang in Hamburg wagen, doch auf dem Weg dorthin begegnet ihr der Hotelier Theodor von Lengenfeldt. Er verliebt sich in sie und bietet ihr an, in der Konditorei des Hotels zu arbeiten. Moiken träumt davon, in dem kleinen Pavillon am Meer ein eigenes Café zu eröffnen, und alles könnte so schön sein, wenn da nicht ihre Jugendliebe Boy Lassen wäre...

Die Strandvilla ist ein leichter, unkomplizierter Roman, den man schnell lesen kann. Ich hatte ihn in zwei Abenden durch, doch so vollends begeistern konnte er mich nicht.

Dazu waren mir die Aktionen der Protagonisten zu wenig durchschaubar. Die handelnden Personen veränderten sich, für meinen Geschmack ohne jeglichen nachvollziehbaren Grund, sehr plötzlich und krass. Es wurden Entscheidungen getroffen, die ich beim besten Willen nicht begreifen konnte.

Auch die ausschweifenden, detailgetreuen Landschaftsbeschreibungen hätte es für mich nicht unbedingt gebraucht.

Zudem bin ich mit Moiken und der Art, wie sie mit ihrer Tochter umging, die ganze Zeit nicht warm geworden. Ja, sie war mir größtenteils schlicht unsympathisch.

Trotzdem ließ sich der Roman gut und leicht lesen. Aber ich konnte keine Verbindung zu den Protagonisten aufbauen und das habe ich doch vermisst, denn mich in sie hineinzuversetzen, macht für mich einen Großteil des Reizes aus, wenn ich lese.

`Die Strandvilla` ist das erste Buch von Sina Beerwald, das mir nicht so gut gefällt wie die anderen.
     
                                                   


Ich danke dem  Droemer Knaur Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Sonntag, 1. März 2020

Rezension: `Gut Greifenau- Goldsturm` von Hanna Caspian

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Ein Lesegenuss!!!



















Eigentlich hatte man ja keinen weiteren Teil der Gut Greifenau Trilogie erwartet, aber nun dürfen wir uns über Band 4 der beliebten Reihe freuen. Die Familie von Auwitz-Aarhayn ist dem Leser ja bereits ans Herz gewachsen, genauso wie `die Leute` und die Urbans.
Wir schreiben die Jahre nach dem 1. Weltkrieg. Auf Gut Greifenau muss man sich sehr einschränken, es ist eigentlich nicht mehr möglich, alle Dienstboten weiterhin zu halten. Konstantin und Rebecca versuchen, die Aufgaben anders zu verteilen, z.B. benötigt niemand mehr einen persönlichen Diener. Unter der Dienerschaft herrscht bisher eine strenge Hierarchie und Caspers, der oberste Hausdiener, findet es unter seiner Würde, plötzlich die Aufgaben der Hausdame mitzuledigen. Trotzdem muss auch er über seinen Schatten springen.
So ist es alles nicht einfach, zumal Konstantin wirkliche Sorgen hat, ob er das Gut in der Familie halten kann. Gott sei Dank hilft ihm sein Schwager Julius, was auch bedeutet, dass ihm dann Teile von Greifenau gehören, aber es bleibt ja wenigstens in der Familie. Theoretisch...

Natürlich treffen wir auch Gräfin Feodora wieder, die immer noch nicht verwunden hat, dass der Kaiser abgedankt hat und sie sich mit Neureichen in der Familie abgeben muss. Trotz ihres Dünkels ist sie sich nicht zu schade, deren großzügige Unterstützung für sich und ihre russische Familie anzunehmen.

Die Autorin hat die historischen Ereignisse geschickt mit den fiktiven verknüpft. Die Hungersnot macht die Menschen mürbe, auf dem Land läuft es noch etwas besser als in der Stadt, auch wenn mit Geld überhaupt nichts mehr anzufangen ist. Ein Brot kostet Unsummen, doch es gibt kaum etwas zu kaufen, am liebsten wird nur getauscht. Ein Paar Schuhe gehen ein Huhn, ein Mantel gegen Brot usw.. Doch irgendwann hatten die Leute nichts mehr zu tauschen und dann konnten sie sich im wahrsten Sinne des Wortes: das Leben nicht mehr leisten. Für viele blieb dann nur noch der Freitod durch Gas. Die schlimmen Nöte der Menschen wurden sehr realistisch beschrieben, dazu die Überheblichkeit des alten Adels und der Triumph der Neureichen. Leute wie die Urbans leben trotzdem weiterhin auf großem Fuß, und auch Katharina hat mich da ein bisschen enttäuscht.

Also ihr seht, es passiert wirklich viel im vierten Band.
Genauso wie die anderen drei Teile hat mich `Goldsturm` von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt, weil man direkt wieder in der Geschichte drin ist und Freud und Leid mit den Bewohnern teilt.
Die ganze Zeit habe ich mich gefragt, ob Albert endlich die Wahrheit  über seine Herkunft sagen wird. Und wenn ja, wie wird Konstantin reagieren?

Am Ende hatte ich den Eindruck, es könnte vielleicht noch weitergehen mit den Bewohnern auf Gut Greifenau, denn so ganz abgeschlossen war es für mich noch nicht. Ich würde es extrem begrüßen, wenn es auch mit Band 5 weiterginge.



                                                     



 

Montag, 26. November 2018

Rezension `Gut Greifenau - Abendglanz` von Hanna Caspian

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Wer Downton Abbey mag, wird Gut Greifenau lieben!!







Die Geschichte um die Bewohner von Gut Greifenau beginnt 1913. 
Die gräfliche Familie lebt mit ihren drei Söhnen und Tochter Katharina auf dem Gut.
Die Mutter achtet sehr auf Etikette, der Vater ist mehr dem Vergnügen zugetan als sich um die Führung des Gutes zu kümmern. Konstantin, der älteste Sohn, studierte Landwirtschaft, liebt Greifenau und geht ganz in seiner Aufgabe auf, wenn es der Vater denn zulassen würde. Doch Neuerungen sind gar nicht gern gesehen, die Dinge wurden seit Generationen nicht verändert und müssen deswegen gut sein.
Für die Eltern, vor allem für die Mutter, ist klar, dass nur standesgemäße Partner für die Kinder infrage kommen, aber Konstantin verliebt sich in die Dorflehrerin und Katharina in den Industriellensohn Justus.
Natürlich sind diese Verbindungen undenkbar!

Hanna Caspian hat es hervorragend verstanden, die  Menschen gefangen in ihren Traditionen zu beschreiben. Die Mutter ist der Meinung, die Herkunft sei nicht etwa Zufall, sondern von Gott gewollt. Sie sieht für ihre Tochter eine Verbindung mit dem Neffen des Kaisers vor. Dass dieser ein Ekelpaket ist und Katharina ihn hasst, spielt keine Rolle. Für die Mutter zählen nur die Vorteile, die diese Heirat bringen würde.
In anderen Handlungssträngen lernen wir die Bediensteten und das Leben in der Küche und in der `Leutestube` kennen. Sie schuften von früh bis spät und alles richtet sich nach den Wünschen der Herrschaften oben. Da ist nicht viel mit Freizeit.
Doch das Leben der Adeligen ist eben auch nicht immer einfach.

Gut Greifenau ist wieder mal so ein Buch, das man in Windeseile verschlungen hat und doch gerne noch weiterlesen möchte. Gott sei Dank folgt schon im Dezember 2018 der zweite Teil und auch auf Teil 3 müssen wir nicht lange warten.
Hanna Caspian hat es geschafft, eine wunderschöne Geschichte zu schreiben, die mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Die gut recherchierten historischen Tatsachen wurden geschickt eingewebt, doch im Vordergrund dreht sich alles um das Leben und die Bewohner auf Gut Greifenau.
Eine ganz klare Leseempfehlung für diesen herrlichen Schmöker!!!

                                                             

                                           

Sonntag, 8. Juli 2018

Rezension: `Wähle den Tod` von Jutta Maria Herrmann

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Wähle den Tod!!












Jana führt mit ihrem Mann und den beiden Kindern ein recht idyllisches Familienleben. Es gibt jedoch Geheimnisse in ihrer Vergangenheit, von denen weder ihr Mann noch sonst jemand etwas weiß. Deswegen ist sie zu Tode erschrocken, als es einen Angriff auf ein Familienmitglied gibt und sie schnell ahnt, dass es einen Mitwisser gibt.
Obwohl ziemlich bald klar ist, dass derjenige nicht spaßt und auch zu allem fähig ist, zieht sie ihren Mann immer noch nicht ins Vertrauen, sondern versucht auf eigene Faust etwas herauszufinden.
Als plötzlich ihre Kinder verschwinden, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit...


Jutta Maria Herrmann hat sich wieder eine fesselnde Story ausgedacht und so verpackt, dass ich das Buch regelrecht verschlungen habe.
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, nur bei einer Person wechselte meine Sympathie sich mit Antipathie ab, bis ich die Person für ihr Verhalten gehasst habe.

Man kann die ganze Zeit mitfiebern, ob Jana es rechtzeitig schafft, die Kinder zu befreien. In kurzen Rückblenden erfährt man etwas über ihre Vergangenheit, doch für den Leser scheint es erstmal gar nicht so schwer zu wiegen.
Ziemlich zum Schluss wird der Leser aufgeklärt, u.a. über Janas Beweggründe, womit ich nicht gerechnet hatte und was der Geschichte eine unvorhersehbare Wendung gibt.
Der Spannungsbogen hält sich, durch falsche Fährten und unerwartete Geschehnisse permanent oben. Im letzten Viertel  überschlagen sich die Ereignisse etwas und manches empfand ich ein wenig unglaubwürdig.
Trotzdem ist `Wähle den Tod` ein lesenswerter, packender Psychothriller, den ich gerne weiterempfehle!




                                      
Ich danke dem Droemer Knaur Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Dienstag, 13. Februar 2018

Rezension: `Keine Tränen für Allah` von Kholoud Bariedah

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Unfassbar in der heutigen Zeit !!!















Kholoud Bariedah wächst in einer saudi- arabischen Familie auf, die eher westlich orientiert ist. Die Mutter trägt kein Kopftuch und Kholoud trifft sich manchmal mit Freunden, um Musik zu hören.

Bei einem dieser Treffen werden sie von den `Tugendwächtern` überrascht und Kholoud wird wegen `Geschlechtervermischung`, also einer Zusammenkunft mit nicht verwandten Männern, zu vier Jahren Gefängnis und 2000 Stockhieben verurteilt.

Die Familie lässt alle Beziehungen spielen, aber das Urteil bleibt bestehen, Kholoud muss ins Gefängnis.

Das Buch ist eine Art Tatsachenbericht und in der Ich- Form erzählt Kholoud über die Zeit im Gefängnis und die unfassbaren Dinge, die dort passieren. Man fühlt sich beim Lesen mehrere Hundert Jahre zurückversetzt.

Viele ihrer Mitinsassinnen haben schreckliche Angst, aus dem Gefängnis entlassen zu werden, denn dann müssten sie zu ihren Familien zurück.

 Wenn der Staat Rache genommen hat, für diese, in unseren Augen lächerlichen Vergehen, sind der Vater und der Bruder dran, um die Mädchen zu bestrafen. Denn die  Mannesehre kann nur durch Blut wiederhergestellt werden, durch das Blut des Mädchens, dass z.B. selbst entschieden hat, wer sie berühren darf.

Andere Mädchen blieben jahrelang im Gefängnis, weil ihre Familien sie gar nicht zurückhaben wollten.

Kholouds Familie steht allerdings hinter ihr und das gibt ihr Kraft, die Zeit durchzustehen. Eine einzige Sache gibt es, mit der man die Strafe verkürzen kann und zwar das Auswendiglernen des Korans. Das ist Kholouds großes Ziel. Sie lernt und hält Zwiesprache mit Gott, verspricht ihm vieles, wenn er sie nur verschont. Und sie schafft es wirklich als erste Frau, doch ihr Glaube bleibt trotzdem auf der Strecke. Sie kann diesem Gott, der das alles mit ansieht, nicht mehr trauen.



Das Buch hat mich erschüttert, denn das Erlebte in der Ich- Form zu hören, ist schon harter Tobak. Der Schreibstil ist etwas kindlich naiv, passt aber sicher genau, denn selten werden die Mädchen dort zu selbstbewussten Frauen erzogen. Eine Frau darf noch nicht mal in Gegenwart eines Mannes sprechen, es sei denn, sie wird dazu aufgefordert. Ansonsten ist sie den Vätern und Brüdern und anschließend dem Ehemann komplett ausgeliefert. Ich bin immer wieder dankbar, dass ich in einem freien Land leben darf und finde es unendlich traurig, wenn ich lese, dass sich Saudi Arabien anscheinend noch im Mittelalter befindet.

Trotz des aufwühlenden Themas enthält das Buch einige Längen, die mir das Lesen an manchen Stellen etwas mühselig gemacht haben.




Ich danke dem Droemer Knaur Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares

Montag, 23. Januar 2017

Rezension: `Ein dunkler Trieb` von L.U. Ulder

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Spannender Thriller !!!!!















Björn Liebermann tritt seine neue Stelle bei der Abteilung für Bandenkriminalität in Berlin an und muss sofort bei der Mordkommission aushelfen.
Es beginnt für ihn direkt mit einer toten Frau, die gequält und vergewaltigt wurde, aber dabei bleibt es leider  nicht.

Es gibt mehrere Handlungsstränge, die das Buch erst richtig spannend werden lassen. Das Besondere daran ist, dass einige Männer sich durch ihre Handlungen verdächtig machen und der Autor  alle selbst aus ihrer  Sicht erzählen lässt. Der Leser tappt bei der Suche nach dem Täter genauso im Dunkeln wie die Polizei.

L.U. Ulder hat sehr interessante Figuren geschaffen. Mit dem Protagonisten Björn hatte ich zuerst meine Schwierigkeiten. Einige seiner Handlungen konnte ich nicht nachvollziehen und für mich war er einfach nur ein Weichei. Das ändert sich aber im Laufe des Buches, denn er entwickelt sich weiter und zwar zu seinem Vorteil. 
Am Anfang erfährt der Leser einiges über Björns Privatleben, doch später wird es nur noch kurz angerissen, da hätte ich eigentlich gerne Näheres erfahren.
Auch die Kollegen sind sympathisch, besonders gelungen fand ich die Chefin, bei der man nicht weiß, ob Männlein oder Weiblein, weswegen sie den Spitznamen `Er Sie Es` trägt.

`Ein dunkler Trieb` ist mal wieder ein Thriller, in dem es hauptsächlich um Ermittlungsarbeit geht, die sehr detailliert beschrieben wird.
Hier passt alles zusammen, eine raffiniert ausgetüftelte Handlung, spannend geschrieben, sodass keine Minute Langeweile aufkommen konnte.
Eine unbedingte Leseempfehlung für diesen packenden Thriller!!
                
             


Sonntag, 20. März 2016

Rezension: `Der klare Blick` von Stephan Harbort



"Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtungen." 
















Das Buch beginnt mit dem Zitat : "Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtungen." (Antoine de Saint Exupéry) 

Ich habe mir unter `Der klare Blick` etwas anderes vorgestellt, dachte es sei in der Art der übrigen Bücher von Stephan Harbort geschrieben.
Das ist natürlich mein Fehler gewesen, deswegen gebe ich auch keine Sterne-Bewertung ab.
Ich hätte vorher einfach den Klappentext lesen müssen, denn so empfand ich den behandelten Stoff etwas sehr trocken.
  Profiling wurde hier anhand eigener privater Erlebnisse betrieben, sog. private Profiling. Die Methoden, die im Crime Profiling angewendet werden, kann man auch auf den Privatbereich übertragen. Wie entlarve ich Lügner, was ist echt oder falsch? Was steckt hinter einer Fassade? 
Leider fand ich das nicht so spannend, denn reale Kriminalfälle wurden hier eher weniger behandelt.
Der Autor will sensibilisieren, was ich auch schon von den Vorträgen von Mark Benecke kenne. Man soll sich nicht auf das verlassen, was man augenscheinlich sieht, sondern überprüfen- nicht glauben, lieber selbst kontrollieren.  Nicht alles ist wirklich so, wie es auf den ersten Blick scheint, denn oft bekommt man durch verschiedene Blickwinkel auch unterschiedliche Ergebnisse.

Im Buch sind jede Menge Listen und Tabellen vorhanden- u.a. Checklisten, um Täter zu überführen, die man auch im privaten Bereich anwenden kann. 
Nebenbei werden Lösungsansätze angeboten und wie treffe ich die richtige Entscheidung bei Konflikten?
 Für mich war `Der klare Blick`  eher ein Sachbuch, das Meiste war Theorie und dadurch empfand ich es  etwas langatmig.



 Ich danke   Stephan Harbort  für die Zusendung des Rezensiosexemplares.

Mittwoch, 4. November 2015

Rezension: `Dornenmädchen` von Karen Rose


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Ziemlich langatmig !!
















Dieser knapp 900 Seiten lange Thriller handelt von der Therapeutin Faith, die vor einem irren Stalker auf der Flucht ist. Sie wechselt ihre Identität und zieht in das Haus ihrer Großmutter, das sie vor kurzem geerbt hat.
Doch sicher ist sie anscheinend nirgendwo auf der Welt !

Eigentlich ist der Stoff etwas, woraus man eine spannende Geschichte machen kann. Die Handlung ist gut durchdacht und Karen Rose hat außergewöhnliche Charaktere geschaffen. Faith ist eine sympathische Protagonistin, deren Angst und Panik vor ihrem Stalker man geradezu spüren kann.
Ein Handlungsstrang berichtet zwischendurch aus der Sicht des Täters, was jedesmal sehr spannend war.
Trotzdem empfand ich das Buch insgesamt zu langatmig.

Die Liebesgeschichte von Faith und Novak erinnerte mich irgendwann an einen Groschenroman, völlig übertrieben. Die langen Beschreibungen der Gefühle und die uninteressanten Dialoge zwischen den beiden fand ich nach einer Weile richtig öde.
Es gibt viele spannende Kapitel, aber eben auch die langatmigen, wodurch  bei mir die Freude am Lesen gedämpft wurde. Irgendwann habe ich vieles überflogen, um endlich zum Ende zu kommen.

Das Buch hätte gut und gerne 300 Seiten weniger haben können, wäre sicher spannender gewesen.
Was mich zusätzlich beim Lesen gestört hat, waren die extrem dünnen Seiten.

`Dornenmädchen` war mein erstes Buch von Karen Rose, doch ich habe mir sagen lassen, dass ihre Bücher immer in diesem Stil geschrieben sind.
Es ist natürlich Geschmacksache, aber ich kann dem Buch nur 3 Sterne vergeben!



Ich danke dem  Knaur Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Rezension: `Der Wille meines Vaters` von Maude Julien





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Unvorstellbar !!














Schon lange vor ihrer Geburt war Maudes Lebensweg genauestens geplant. Ihr Vater Louis Didier adoptiert mit Mitte 30 ein kleines Mädchen, erzieht sie, lässt sie studieren und als sie alt genug ist, heiratet er sie. Doch alles hat nur einen einzigen Sinn und Zweck.
Sie soll einem Mädchen das Leben schenken, das er nach seinen Vorstellungen formen  will.
Maude ist drei Jahre alt, als sie mit ihren Eltern in ein abgelegenes Haus zieht, das sie die nächsten Jahre nicht mehr verlassen wird.
Der Vater tyrannisiert seine Frau und seine Tochter, alles darf nur nach seinem Willen geschehen. Die Mutter, die ja auch von klein auf nur von ihm erzogen wurde, lehnt sich niemals auf, sondern hält noch zu ihrem Mann gegen das kleine Mädchen. 
Besonderen Wert legt Didier auf Disziplin, so muss Maude stundenlang gerade sitzen, darf sich nicht bewegen, nicht kratzen, nicht anlehnen. Waschen ist ungesund, Wasser muss immer kalt sein, Schmerzen sind etwas für Feiglinge.

Zeigt sie vor irgendetwas Angst, wie z.B. den Ratten, muss sie lernen, diese Angst zu überwinden, indem sie mit den Tieren im Keller eingesperrt wird.
Die einzige Freude, die Maude im Leben hat, sind ihre Haustiere, doch natürlich hat ihr Vater auch dagegen etwas.
 Das Buch ist ziemlich heftig, zumal es sich um eine wahre Geschichte handeln soll. Mir kamen beim Lesen mehr als einmal die Tränen.
Maude versteht natürlich nicht, warum sie so leben muss und keinerlei Freude haben darf. Didier scheint völlig übergeschnappt. Man kann sein Verhalten nicht fassen und das er es schafft, damit durchzukommen. Was er von den beiden Frauen verlangt, ist unmenschlich, und man will es eigentlich nicht glauben, doch wenn man an den Fall Fritzl in Österreich denkt, weiß man ja, alles irre ist möglich.
Das Buch liest sich flüssig vom Stil her,  in kurzen Kapiteln wird von Maudes täglich Qualen und Duldungen berichtet.
 Für Zartbesaitete ist dieses Buch nichts, trotzdem sollte man sich vor Augen halten, dass es eine Tatsache ist und es wirklich Dinge gibt, die unvorstellbar sind.
Sehr gut gefallen hat mir, dass das Buch nicht bei der Trennung vom Vater aufhört, sondern man noch erfährt, wie es weiterging.
Ein lesenswertes Buch, das mich noch lange beschäftigt hat.





Ich danke dem  Knaur Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.