Samstag, 20. Februar 2021

Rezension: `Elbleuchten` von Miriam Georg

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Packender Auftakt zur hanseatischen Familiensaga!!









Hamburg, 1886. Lily ist die Tochter des erfolgreichen Reeders Karsten in Hamburg. Ihr Weg ist lange vorbestimmt. Sie ist verlobt, wird bald heiraten, Kinder bekommen und sich mit den üblichen Aufgaben einer Ehefrau in den besten Kreisen beschäftigen.

Die perfekte Planung ändert sich, als durch eine Verkettung unglücklicher Umstände ein Arbeiter ums Leben kommt. Lily fühlt sich schuldig und möchte der Familie des Mannes helfen. Als sie dabei den Hafenarbeiter Jo kennenlernt, sieht sie plötzlich, dass es in Hamburg noch andere Seiten gibt, als nur ihre Familienvilla und der vornehme Bekanntenkreis.

Je öfter sie sich heimlich mit Jo trifft, desto mehr gerät die heile Welt ins Wanken. Lily stellt ihr ganzes Leben in Frage und inzwischen ist sie auch nicht mehr sicher, was ihre Verlobung mit Henry betrifft. 

Lily verändert sich, engagiert sich für Frauenrechte, fühlt sich immer mehr zur anderen Seite hingezogen. Obwohl eine offizielle Beziehung zu Jo undenkbar ist, kommen sie sich näher.

`Elbleuchten` ist der erste Band der zweiteiligen hanseatischen Familiensaga von Miriam Georg.

Die Autorin beschreibt sehr authentisch, wie diese Zweiklassengesellschaft funktioniert. Wie selbstverständlich es für die Reichen war, die Bediensteten auszubeuten, und über das Elend in den Hafenvierteln hinwegzusehen. An den zahlreichen Wohltätigkeitsveranstaltungen nimmt man gerne teil, doch niemand möchte diesem Elend wirklich nahekommen, obwohl es ein Leichtes gewesen wäre, dort mit dem eigenen Reichtum Hilfe zu leisten. 

Besonders erschüttert hat mich der Umgang mit Behinderten. Bekam eine Familie ein behindertes Kind, brachte man es schnell irgendwo unter, denn niemand durfte davon wissen. Sollte es bekannt werden, dass in einer Familie ein Krüppel, Kretin oder Idiot geboren wurde, konnte das den kompletten Verlust von gesellschaftlichem Ansehen bedeuten.

Miriam Georg hat mit Lilly und Jo ausgesprochen sympathische Protagonisten geschaffen, die beide interessante Entwicklungen durchmachen. Auch die anderen Charaktere sind vielleicht nicht unbedingt sympathisch, aber sehr facettenreich.

`Elbleuchten` hat mir sehr angenehme Lesestunden beschert, und ich freue mich auf den Folgeband, der im April erscheinen soll.

                                                 




Ich danke dem  Rowohlt Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 15. Februar 2021

Rezension: `Kim Jiyoung, geboren 1982` von Nam-Joo Cho und Ki-Hyang Lee

 


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Die Frau in Südkorea!









Die Geschichte fängt recht spannend damit an, dass sich Jiyoung plötzlich irgendwie merkwürdig verhält. Ihr Mann hält es erst für einen Scherz, aber es scheint etwas anderes dahinter zu stecken. Abrupt hört die Erzählung an dieser Stelle auf, und der Leser wird zurückversetzt in die Zeit von Jiyoungs Geburt und Kindheit. Weiter geht es mit ihrer Jugend und der Zeit als Ehefrau und Mutter. Immer habe ich darauf gewartet, dass endlich an die Anfangsstelle angeknüpft wird, aber da muss der Leser sich gedulden.

Das Hauptthema des Buches ist das Leben der Frau in Südkorea. Wie wichtig es ist, eine Mutter von männlichen Nachkommen zu sein. Bekommt man ein Mädchen, muss man sich schämen und wird von der Verwandtschaft bedauert. Wenn es kein Junge wird, liegt es auch immer nur an der Frau, nie am Mann. Will eine Frau einen ordentlichen Beruf ausüben, werden ihr massenhaft Steine in den Weg gelegt. Als eine der Wenigen studiert Jiyoung, in der Hoffnung, den Beruf auch ausüben zu können. Doch spätestens nach der Geburt des Kindes wird klar, dass sie sich um das Kind kümmern muss, denn die Arbeit des Mannes wird generell als wichtiger erachtet.

Der Sprachstil ist schlicht, beinahe kindlich, wie ich ihn auch aus anderen asiatischen Büchern kenne. Mich konnte dieser Roman aber nicht so richtig begeistern, vieles wurde zu sachlich berichtet, ohne größere Höhen oder Tiefen. Dadurch fehlte ein wenig der richtige Bezug zu den Personen.  Etwas gestört hat mich, dass es sich anfühlte, als sei Jiyoungs Kind für sie nur eine Last. Was ist mit Mutterliebe, diesem Glück, ein Kind aufwachsen zu sehen? Es drehte sich von Beginn an hauptsächlich darum, wo bringt man es am besten schnell unter, und wieso Jiyoung und nicht ihr Ehemann die Arbeit wegen des Kindes aufgeben musste. Wenn es um den Job der Mutter und um die Kinderbetreuung geht, sehe ich doch einige Parallelen zu Frauen in westlichen Ländern, denn solche Probleme treten auch hier oft genug auf.

 Interessant ist es allemal, zu erfahren, wie das alltägliche Leben, insbesondere der Frauen, in Südkorea aussieht. Da ich aber schon mehrere Romane aus Südkorea und auch Nordkorea gelesen habe, finde ich, dass man auch dieses Buch spannender hätte gestalten können, insbesondere nach diesem vielversprechenden Beginn.




Ich danke dem Kiwi Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Dienstag, 9. Februar 2021

Rezension: `Glückskinder` von Teresa Simon

 

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Glückskinder!!










Im neuen historischen Roman von Teresa Simon geht es um die Familie Brandl, die alle zusammen in der Wohnung der Postdirektorenwitwe Genoveva Neureuther, genannt Tante Vev, untergekommen sind. Es ist kurz nach Kriegsende und alles ist knapp. Lebensmittel, Kleidung, Brennmaterialien. Antonia Brandl, genannt Toni, hat sich mit dem Schwarzmarkthändler Louis angefreundet, der fast alles beschaffen kann. Toni verliebt sich in ihn, doch da ist sie nicht die Einzige.

Tante Vevs Wohnung verfügt immer noch über ein freies Zimmer, und so wird der holländischen Arbeiterin Griet van Mook dieser Raum von den amerikanischen Besatzern zugewiesen. Das gefällt natürlich niemandem aus der Familie  und sie versuchen mit allen Mitteln, Griet wieder rauszuekeln. 

Vorher durften wir über Griets bisheriges Leben schon einiges erfahren. Den festen Vorsatz Ich.Bin.Griet.Van.Mook. Ich.Werde.Leben  sagt sie sich täglich auf, um sich selbst Mut zu machen. Nach schlimmen und traumatischen Erlebnissen ist sie froh, nun den charmanten Amerikaner Captain Walker kennengelernt zu haben. 

Teresa Simons `Glückskinder` konnte mich ab der ersten Seite schon mit dem Prolog packen. Dort geht es um eine junge Jüdin, die die Identität einer Toten annimmt.

Anschaulich beschreibt die Autorin, wie das Leben direkt nach Kriegsende aussieht. Eine große Rolle spielt der Schwarzmarkt in der Münchener Möhlstraße. Dort gibt es fast alles zu kaufen, und auch Toni versucht, ordentlich mitzuhandeln. Die einzige wahre Währung sind amerikanische Zigaretten, aber Gott sei Dank hat Tante Vev noch einiges an Schmuck, das sich auch versetzen lässt. Erschüttert hat mich die Knappheit an Medikamenten, z.B. Penicillin. Wer gute Beziehungen hatte, durfte leben..

Es passiert viel in der beschriebenen Zeit und die Personen machen eine interessante Entwicklung durch. Natürlich kommt die Liebe nicht zu kurz, wenn auch alles anders verläuft, als man sich das am Anfang vorstellt.

Alle Charaktere haben, genau wie im wirklichen Leben, Ecken und Kanten, was sie für mich besonders liebenswert macht.

`Glückskinder` ist eine wunderschöne Geschichte, die Teresa Simon vor dem historischen Hintergrund aus verschiedenen Blickwinkeln eindrucksvoll erzählt. 

Im Anhang finden wir einige Rezepte aus dem Buch. - Gute Kost in mageren Zeiten.-. Eines der Gerichte  gab es in meiner Kindheit bei uns zuhause oft zu essen: Kartoffeln mit brauner Soße- Fett und Mehl. Bis ich hier davon las, hatte ich es über die Jahre völlig vergessen.


Ich danke dem Heyne Verlag  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Sonntag, 7. Februar 2021

Rezension: `Die verstummte Liebe` von Melanie Metzenthin

 

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Ein echtes Lesehighlight!!!









Bei James Mitchells Beerdigung benimmt sich seine Frau Helen äußerst merkwürdig. Zuerst schiebt ihre Tochter Ellinor es auf die Anspannung der letzten Tage, doch dann erzählt Helen ihr eine höchst verwunderliche Geschichte. Die Geschichte ihres Lebens, von der ihre Tochter jahrzehntelang keine Ahnung hatte.

Als junge Frau war Helen mit James Mitchell verlobt, doch sobald sie volljährig wurde, flüchtete sie nach Deutschland, um ihre große Liebe, den Arzt Ludwig Ellerweg zu heiraten. Glücklich lebten sie in Hamburg, bekamen das Wunschkind Fritz. Der einzige Schatten, der ihr Glück etwas trübte, war der Bruch mit Helens Eltern in London.

Als Helens Mutter im Sterben lag, reiste Helen nach London, obwohl es kurz vor Ausbruch des ersten Weltkriegs war.

Für den Leser ist es erstmal unbegreiflich, wieso Helen Mitchell, die schon 30 Jahre in London lebt, ein Vorleben hatte, von dem niemand spricht. Wie und wann wurde aus der liebevollen Leni Ellerweg die verbitterte Helen Mitchell?

Was Helen ihrer Tochter anvertraut, macht sie an manchen Stellen sympathisch, an anderen möchte man am liebsten das Buch zuklappen. Was natürlich nicht möglich ist, da die Geschichte extrem spannend geschrieben ist. James liebte seine Frau, tat alles, um ihr in schwierigen Situationen zu helfen, doch Helen war innerlich zerrissen. Sie hat durch ihren Egoismus nicht nur ihr eigenes Leben verpfuscht, sondern auch James und den Kindern viel angetan und zugemutet. Im Grunde hat sie zwei Familien zerstört.

Die Charaktere sind absolut authentisch beschrieben und als Leser versteht man deren Handlungsweise oft und begreift, wie sie zu dem wurden, was sie sind, weil man die Vorgeschichte kennt. Nur bei Helen tue ich mich da sehr schwer.  Hatte ich zu Beginn des Buches noch viel Sympathie für sie, wandelte sich das bei mir nach und nach. 

Melanie Metzenthins Roman regt zum Nachdenken an. Eine einzige falsche Entscheidung kann eine Art Kettenreaktion auslösen. Doch bis zu welchem Zeitpunkt hätte man das folgende Unheil noch aufhalten können? Hätte Helen nicht den Mut aufbringen müssen und es versuchen?  Doch Helen sieht gerne die Schuld bei anderen und schiebt alles auf den Krieg.

`Die verstummte Liebe` ist eine extrem spannende und außergewöhnliche Familiengeschichte, die mich sehr berührt hat.

Ein fesselnder Schreibstil und eine aufwühlende und dramatische Handlung machen den Roman zu einem Lesehighlight!!!




Ich danke Netgalley.de  für das Rezensionsexemplar.

Montag, 1. Februar 2021

Rezension: `Eisenkind` von Arne M. Boehler

 


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Nichts für zarte Gemüter !!









Emil Thälmann, der Ex-Leader der kultigen Band `Eisenkind`, führt inzwischen ein bürgerliches Leben. Als ein Fan ihn zu einem einmaligen Comeback überreden will, lehnt er lässig ab. Das Kapitel ist für immer geschlossen. Doch durch den Unfall seines Sohnes ändert er seine Meinung und sagt zu einem einzigen Konzert zu.

Es geschieht ein Mord, der verdächtig nach dem Werk eines jahrelang gesuchten Killers aussieht. Emil Thälmann gerät mitten ins Geschehen und wegen seiner jahrelangen Drogenexzesse, Abstürze und Blackouts traut er sich plötzlich selbst nicht mehr. Hat er etwas damit zu tun?

Die Kommissarin Hedwig Papst kann es immer noch nicht verwinden, dass sie den `Nagelmörder` nie gefasst hat. Die junge Kristina Sander war damals das erste Opfer des Nagelmörders und nun haben sich Parallelen zu dem neuesten Mord ergeben.

In Rückblenden erfährt der Leser, was früher passiert ist, aber nur häppchenweise, immer nur soviel, dass genügend Spielraum für Vermutungen bleibt.

Zu dem Konzert muss Thälmann mit seinen Bandkollegen bis nach Lappland reisen, um dort seine satanische Bühnenshow zu zeigen.

Doch alles kommt anders als geplant....

`Eisenkind` konnte mich direkt fesseln, vor allem, weil sehr viele Dinge lange im Verborgenen bleiben. Der Leser kann sich zwar etwas zusammenreimen, aber so richtig passt hier nichts.

Man ist sich nicht sicher, ob Thälmann klar im Kopf ist, was seine Erinnerungen angeht, oder ob ihm sein Gedächtnis einen Streich spielt. Was ist früher geschehen und warum ist die Band nie wieder aufgetreten?

Einige brutale Szenen lassen den Leser erschauern, für zarte Gemüter ist ´Eisenkind´ wahrscheinlich nicht geeignet. Zwischendurch hatte ich Angst, der Autor verzettelt sich, weil es sehr viele lose Fäden gibt. Zum Ende werden jedoch alle miteinander verknüpft.

Jede Menge merkwürdige und besondere Charaktere, und eine packende Handlung in unheilvoller Atmosphäre machen `Eisenkind` zu einem Lesevergnügen. Manches empfand ich etwas unglaubwürdig, aber trotzdem war die Story sehr spannend.





Donnerstag, 28. Januar 2021

Gewinnspiel!!!!!!!!

 Ihr Lieben 😘 In der letzten Woche habe ich euch `Ich bringe den Tod` von Jutta Maria Herrmann vorgestellt. Nun hat die liebe Jutta Maria uns drei Exemplare zur Verfügung gestellt. Natürlich signiert!!! Was sagt Ihr dazu ???




 Worum geht es im Buch?? 
Es gibt Dinge, die für immer im Verborgenen bleiben sollten.
Ist mein Vater ein Mörder? Die Antwort darauf hat Ninas Mutter mit ins Grab genommen, doch Nina kann mit dieser Ungewissheit nicht leben. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf eine Mauer des Schweigens und findet sich plötzlich in einem Albtraum wieder, aus dem es kein Entkommen gibt.
Zur gleichen Zeit macht Simon Jagd auf einen grausamen Mörder, auf dessen Liste er selbst ganz oben steht. Er glaubt, ihn zu kennen - ein Irrtum, für den er teuer bezahlen muss. Und nicht nur er …
Zwei Schicksale treffen in Jutta Maria Herrmanns atemberaubendem Psychothriller aufeinander. Doch nichts ist, wie es im ersten Moment scheint. Und niemand ahnt, wie nah das Böse wirklich ist.



Klickt aufs Cover und Ihr gelangt zu Amazon


Zur Erinnerung gibt es hier nochmal meine Rezension KLICK

Wenn Ihr mehr über Jutta Maria Herrmann erfahren möchtet, guckt doch mal auf ihre Homepage  KLICK

Das Foto zeigt Jutta Maria Herrmann, als sie 2019 den Kindle Storyteller Award gewonnen hat.







Was müsst Ihr tun, um eins der begehrten Exemplare zu gewinnen??

1.Gebt meiner Facebook oder Instagram Seite ein Like 👍


2.Bitte kommentiert hier, bei Facebook oder Instagram, markiert gerne eure Freunde und teilt, was das Zeug hält. 


3.Ihr müsst in Deutschland wohnen und mind. 18 Jahre alt sein, ansonsten brauche ich die Einwilligung eurer Eltern.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 



Bis zum 05.02.2021 um 22 Uhr habt Ihr Zeit, danach lose ich mit random.org aus.

Ich wünsche euch viel Spaß !!!

Noch ein Wort an diejenigen, die hier auf dem Blog teilnehmen... Es kommt vor, dass ich die Gewinner nicht anders benachrichtigen kann, als unter den Kommentar zu schreiben. Also guckt bitte unter euren Kommentar, ob Ihr gewonnen habt. Solltet Ihr euch innerhalb einer Woche nicht melden, muss ich neu verlosen.😕



Noch etwas zum Datenschutz:


Soweit im Rahmen der Aktion personenbezogene Daten von Teilnehmern erfasst werden (Vor- und Zuname, Anschrift, email Adresse), leite ich diese evtl. auch an Dritte - Autoren und Verlage - weiter, um einen reibungslosen Versand der Gewinne zu ermöglichen. Diese personenbezogenen Daten werden vom mir  ausschließlich zum Zwecke der Durchführung der Aktion erhoben und verarbeitet. Wenn Ihr am Gewinnspiel teilnehmt, erklärt Ihr euch damit einverstanden, dass euer Name im Falle eines Gewinns hier auf dem Blog und bei Facebook veröffentlicht wird.

Mittwoch, 27. Januar 2021

Rezension: `Weiter als der Ozean` von Carrie Turansky

 

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Weiter als der Ozean!










 London,1909. Nach dem Tode ihres Mannes muss die Witwe Edna McAlister ihre vier Kinder alleine großziehen. Obwohl alle mit anpacken, reicht das Geld vorne und hinten nicht, und die älteste Tochter Laura muss weiter entfernt eine Stelle als Hausmädchen annehmen.

Als die Mutter schwer erkrankt, werden die drei jüngeren Geschwister einfach in ein Waisenhaus gegeben. Obwohl Laura so schnell wie möglich nach London zurückkehrt, wird sie nicht zu ihnen gelassen. Sie stehen jetzt unter der Obhut des Staates. Kurze Zeit später befinden sich die Kinder bereits auf dem Weg nach Kanada, um sie dort als billige Arbeitskräfte zu vermitteln.

Laura setzt alle Hebel in Bewegung, um das Sorgerecht zu bekommen, doch es ist zu spät. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als unter falschem Namen eine Stelle im Heim anzunehmen und andere Kinder nach Kanada zu begleiten. Nur so kann sie herausfinden, was mit ihren Geschwistern passiert ist.

In einem anderen Handlungsstrang geht es um den attraktiven Andrew Frasier, der zum Ärger seines Vaters nicht auf dem herrschaftlichen Gut lebt, sondern Jura studiert hat und nun für eine Organisation tätig ist, die sich um Heimkinder kümmern soll. So führt ihn sein Weg auch nach Kanada, wo ihm schnell einige Vorzeigefamilien vorgeführt werden, sodass er sieht, wie gut es die Kinder getroffen haben.

Carrie Turansky hat über die Verschiffung britischer Waisenkinder nach Kanada geschrieben, wovon ich vorher noch nie gehört habe.

Obwohl das Thema gar keine einfache Kost ist, lässt sich der Roman sehr leicht lesen. Das gelingt einem, weil Laura und Andrew sympathische Charaktere sind und die Story auch die eine oder mehrere Romanze enthält.

Manche Kinder trafen es gut an in ihren neuen Familien, aber viele wurden wie Sklaven gehalten, mussten von morgens bis abends schuften, wurden oft misshandelt oder gar missbraucht. Eine Lobby hatten sie nicht. Es gab in England quasi niemanden, den es wirklich interessierte, was mit ihnen nach der Überfahrt passierte.

Unerwartete Hilfe bei ihrer Suche bekommt Laura von Andrew, der ihr zur Seite steht und versucht  herauskriegen, in welche Familien ihre Geschwister  gekommen sind. Er ist fassungslos, welche Missstände er dabei aufdeckt. 

Im Nachwort habe ich gelesen, dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt, was das Ganze noch unvorstellbarer macht.

`Weiter als der Ozean` ist ein Roman, den ich unbedingt empfehle!! Toller Schreibstil, interessantes, sehr berührendes, spannend umgesetztes Thema mit liebenswerten Protagonisten.


                                                            



Dienstag, 26. Januar 2021

Rezension: `Die Rache des Lombarden` von Petra Schier

 

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Gelungener Abschluss der Trilogie!!!








Köln, 1424. Die Witwe Aleydis hatte es ja nie einfach, nachdem ihr Ehemann Nicolai Golatti verstorben ist und sie sein Vermögen geerbt hat. Sie musste sich mit den Nachlass und den Schuldnern auseinandersetzen und akzeptieren, dass Nikolai viele dunkle Geschäfte getätigt hat, von denen sie nie etwas wusste.

Bisher meistert Aleydis aber alles alleine, führt die Wechselstube weiter, kümmert sich um ihren Haushalt mit den Bediensteten und um ihre beiden Mündel Ursel und Marlein.

Ihre Selbstständigkeit ist vielen ein Dorn im Auge, nicht zuletzt ihrer angeheirateten Verwandtschaft. Wie sehr sie gehasst wird, wird ihr erst klar, als Ursel und Marlein entführt werden und der Onkel das Sorgerecht für die beiden beantragt.

Nun benötigt Aleydis doch wieder die Hilfe von Gewaltrichter Vinzenz van Cleve....


Ich lese sehr gerne über den Alltag zur damaligen Zeit. Eine Ehe war meistens eine geschäftliche Angelegenheit und wurde zwischen den Vätern der Brautleute arrangiert. Auch Aleydis` Ehemann war von ihrem Vater für sie ausgesucht worden, aber sie war mit der Wahl zufrieden und Nikolai bis zu seinem Tode in Liebe zugetan. Nach der Entführung der Mädchen und einem schlimmen Überfall auf Aleydis und ihre Diener, ist sie zu der Erkenntnis gelangt, dass es ohne Mann auf Dauer doch zu gefährlich ist. Ihr Vater hat auch schon einen alten Freund ins Auge gefasst....

`Die Rache des Lombarden` ist der Abschluss der Trilogie. Für mich war der letzte gleichzeitig auch der beste Band. Nicht nur Aleydis und Vinzenz spielen eine große Rolle, sondern die Autorin hat auch die Nebencharaktere mit ihren Stärken und Schwächen gut dargestellt. Es passiert diesmal sehr viel und Petra Schier hat es spannend umgesetzt. 

Der Schreibstil ist locker und lässt sich flüssig lesen und ich finde es schade, dass die Lombardenreihe nun vorbei ist.  

Eine Sache regt den Leser nach dem Ende des Buches noch zum Nachdenken an, aber darüber möchte ich noch nichts verraten.

Eine ganz klare Kaufempfehlung für diesen lesenswerten historischen Roman!!!

                            



Ich danke dem  Rowohlt Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Sonntag, 17. Januar 2021

Rezension: `Ich bringe den Tod` von Jutta Maria Herrmann


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Fesselnder Psychothriller!!








 

Die Autorin Nina will endlich mehr über ihre Familie herausfinden. Aufgewachsen ist sie bei ihrer Tante, denn ihre Eltern hat sie nie kennengelernt. Das Einzige, was ihr geblieben ist, ist ein Abschiedsbrief, den ihre Mutter kurz vor ihrem Selbstmord vor ein paar Monaten geschrieben hat.

Doch die Verwandten wollen nichts von ihr wissen und auch über ihre Mutter oder ihren Vater erfährt sie nicht Näheres. Trotzdem gibt Nina nicht auf und versucht in dem Geburtsort ihrer Mutter etwas herauszufinden, nicht wissend, dass sie sich dabei in große Gefahr begibt.

In einem anderen Handlungsstrang lernen wir Simon kennen. Irgendjemand bedroht ihn und seine alten Freunde, allesamt Schulkameraden von Ninas Mutter, mit dem Tod. Es gibt da ein viele Jahre lang gehütetes Geheimnis, und nun scheint die Vergangenheit die Männer  einzuholen. 

Obwohl auch manches aus der Täterperspektive erzählt wird, ist es für den Leser schwer zu erkennen, ob derjenige, der hinter Nina her ist, auch die Männer bedroht. Handelt es sich um einen oder zwei Täter? Welcher Zusammenhang könnte überhaupt bestehen?

 `Ich bringe den Tod`  ist ein undurchsichtiger Psychothriller, der den Leser in Atem hält, weil die Story direkt zu Beginn ein rasantes Tempo aufnimmt.   

Die Ereignisse überschlagen sich! Es geht um Entführung, Mord, Besessenheit und um ein Verbrechen, das lange zurückliegt.

Die Autorin Jutta Maria Herrmann steht immer für spannende Lesestunden, und auch diesmal ist aus ihrer Feder wieder eine packende Handlung mit speziellen Charakteren geflossen.

Für das Ende der Geschichte hat sie sich noch einmal etwas ganz Besonderes ausgedacht, was mich sehr überrascht und mir gut gefallen hat.

Ganz klare Leseempfehlung !!


                                  




Sonntag, 3. Januar 2021

Rezension: `Grenzfall` von Anna Schneider


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Gelungener Beginn einer neuen Krimireihe!!








                                                Oberkommissarin Alexa Jahn tritt ihre neue Stelle bei der Kripo in Weilheim an. Direkt an ihrem ersten Tag überschlagen sich die Ereignisse. Eine Frau wird bestialisch ermordet und Alexas Chef hat einen Unfall, der ihn vorerst außer Gefecht setzt. Er überträgt Alexa die Leitung der Ermittlungen, was ihr nicht nur Freunde im Team beschert.

Zudem muss sie aus ermittlungstechnischen Gründen mit dem österreichischen Kollegen Chefinspektor  Bernhard Krammer zusammenarbeiten, dessen läppische Art ihr zuerst gar nicht gefällt.

Den Beginn der Story fand ich etwas schleppend, und es hat einige Zeit gedauert, bis ich richtig in der Handlung drin war.

Als Leser tappt man ziemlich im Dunkeln, wenn es um den Mörder der jungen Frau geht. Die Ermittler gehen vielen Hinweisen nach, doch es dauert, bis sie erste Erkenntnisse vorweisen können. Dazu kommt, dass Alexa anfangs Schwierigkeiten hat, sich richtig durchzusetzen. Doch sie lässt sich von den Kollegen, vor allem von ihrem Mitarbeiter Florian, nicht beeinflussen und zieht ihr Ding durch.

Anna Schneider hat mit Alexa eine sympathische Protagonistin geschaffen, an Krammer und seine Marotten musste ich mich erst gewöhnen. Doch auch ihn habe ich später ins Herz geschlossen.

Der flüssige Schreibstil und die kurzen Kapitel machen es dem Leser leicht, der Story gut zu folgen.


Mit dieser Aufklärung des Verbrechens hatte ich so nicht gerechnet, und ich empfand die Motive für diese grausame Tat ein wenig abwegig und nicht wirklich nachvollziehbar.

Am Schluss erwartet Alexa noch eine Riesenüberraschung, die sie persönlich betrifft und auch ihr Leben komplett durcheinanderbringen wird.

Da `Grenzfall ` der Auftakt zu einer neuen Krimireihe ist, die immer in der deutsch- österreichischen Region spielt, wird Alexa auch in Zukunft mit Krammer zusammenarbeiten.

Ich freue mich auf den nächsten Teil mit den beiden, obwohl wir darauf noch über ein Jahr warten müssen.