Zwischen Loyalität und der Angst vor der Wahrheit!
Nach 25 Jahren Ehe lebt Martina mit dem erfolgreichen Schriftsteller Alex in einer Beziehung, die eher von Routine als von Leidenschaft geprägt ist. Man hat sich arrangiert und funktioniert, wie so viele Paare, nur noch nebeneinander her.
Als Martinas Tochter Julia urplötzlich verstörende Anschuldigungen gegen Alex erhebt, reagiert Martina zunächst mit Abwehr. Julia hatte schon immer eine lebhafte Fantasie und man konnte ihr oft nicht glauben.
Doch je länger Martina darüber nachdenkt, desto mehr schleichen sich Zweifel ein. Kleine Details aus dem Zusammenleben mit Alex erscheinen ihr plötzlich in einem anderen Licht. Könnte an den Anschuldigungen doch etwas dran sein? Die Situation spitzt sich zu, als ihre beste Freundin sich demonstrativ auf Alex’ Seite stellt und Martina hintergeht.
Parallel dazu erfährt der Leser in kursiv gedruckten Passagen von einer Person, die Alex von einer anderen Seite kennt und ihn tot sehen möchte. Diese Stimme streut Gerüchte im Internet, und innerhalb kürzester Zeit wird der gefeierte Autor ohne Verfahren von der Öffentlichkeit verurteilt und zum Monster erklärt, während Martina zwischen Loyalität, Angst und wachsender Unsicherheit zerrieben wird.
Astrid Korten gelingt hier ein bewegender und hochspannender Roman, der mit vielen Wendungen überrascht und die Leser in dasselbe Durcheinander aus Zweifeln und Misstrauen zieht wie Martina selbst. Man weiß nie, wem man glauben soll und genau das macht die Geschichte so intensiv. Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung, wie schnell ein unbescholtener Bürger durch Gerüchte und digitale Hetze gesellschaftlich vernichtet werden kann.
Ein einziger Vorwurf genügt, um gleich mehrere Leben aus den Angeln zu heben.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!


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