Donnerstag, 11. Juni 2026

Rezension: `Die Reisende` von Vincent van Dorn

 

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Wenn Bewunderung zur Besessenheit wird!










Seit ihrer Kindheit fühlt sich Judith Krane unsichtbar. Sie bewundert andere Frauen und versucht verzweifelt, ihnen nachzueifern. Besonders die hübsche und selbstbewusste Frau, der sie jeden Morgen im Zug begegnet, wird zu ihrem Vorbild. Judith kleidet sich wie sie, imitiert ihre Gesten, doch als diese Frau keinerlei Interesse zeigt, kippt Judiths Bewunderung in tödliche Besessenheit. Und sie bleibt nicht das einzige Opfer.

Vincent van Dorn präsentiert uns die Täterin direkt zu Beginn. Danach begleiten wir die Polizei bei ihren Ermittlungen. Da Judith auch hier unsichtbar bleibt, entwickelt sich ein äußerst kniffliger Fall. Die Zeit läuft, und die Ermittler wissen, dass sie im Zug suchen müssen, denn inzwischen gibt es bereits drei Mordopfer.

Der Autor lässt uns tief in Judiths gestörte Psyche, die von Minderwertigkeitsgefühlen, Obsession und einer gefährlichen inneren Leere zerfressen ist, blicken. Das hat bei mir für Gänsehaut gesorgt, weil alles erschreckend realistisch wirkt. Man lernt jemanden zufällig kennen, begegnet sich täglich in der Bahn, wechselt ein paar Worte und ahnt nicht, dass man damit vielleicht sein Todesurteil unterschreibt.

Zum Schluss wurde die Handlung für meinen Geschmack etwas langatmig, doch insgesamt hat mir die Mischung aus Polizeiarbeit und dem Wissen um Judiths nächste Schritte richtig gut gefallen.

`Die Reisende`  ist ein spannender Psychothriller, der zeigt, wie dünn die Grenze zwischen Bewunderung und Besessenheit sein kann.



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