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Gemütlicher Schmöker!
Bischofsgrün, 1908. Nach dem plötzlichen Tod des Vaters müssen die Schwestern Lotte und Luise gemeinsam mit ihrer Mutter ins Armenhaus ziehen. Die Zukunft scheint düster, doch ein großzügiges Darlehen von Onkel Albert eröffnet ihnen eine neue Chance. Sie können ihren Traum verwirklichen und eine kleine Ferienpension gründen.
Das Fremdenheim Helene, mitten im Fichtelgebirge gelegen, ist zunächst ein heruntergekommenes, halb verfallenes Gebäude. Mit unermüdlicher Arbeit, Schweiß und Entschlossenheit verwandeln die drei Frauen es in eine einladende Pension. Doch der Weg dorthin ist steinig, und nicht nur die körperliche Arbeit fordert sie heraus.
Lotte und Luise sind sehr unterschiedlich, was immer wieder zu Konflikten führt. Besonders heftig wird es, als sich ein adeliger Gutsherr in Lotte verliebt und sie umwirbt. Lotte erwidert seine Gefühle, doch wie soll das Fremdenheim ohne ihre Hilfe bestehen? Die Spannungen zwischen den Schwestern wachsen, bis Lotte etwas erfährt, das sie ihrer Schwester niemals verzeihen kann.
Ich habe mich sehr gefreut, wieder etwas von Mina Baites zu lesen und besonders, dass es sich um einen abgeschlossenen Einzelband handelt, ohne die Wartezeit auf weitere Teile. Ihr Schreibstil liest sich angenehm und flüssig, keine Minute war langweilig. Mit viel Gefühl beschreibt sie den harten Alltag der drei Frauen, die Mühen bis zur Pensionseröffnung, die schwere Gartenarbeit, die finanziellen Sorgen und immer nur das Wohl der Gäste im Auge zu haben. Freizeit ist für sie ein Fremdwort und genau das führt zu den vielen Reibereien zwischen den Schwestern.
`Das erste Haus am Platz` ist ein gemütlicher, unterhaltsamer Roman über Familienzusammenhalt, Liebe, Verrat und den Mut, trotz aller Widrigkeiten den eigenen Weg zu gehen.

