Montag, 10. März 2025

Rezension: `Dein Kind gehört mir` von Jutta Maria Herrmann

 

* * * * *

Fesselnder Thriller voller Wendungen!












Erst im Nachwort erfuhr ich, dass es sich um eine Fortsetzung handelt. Doch das Buch lässt sich auch ohne Vorkenntnisse sehr gut verstehen. Zu Beginn werden drei Frauen vorgestellt: Rachel, Ruth und Paula – jede mit ihrer eigenen Geschichte.

Die Erzählperspektiven wechseln ständig zwischen den Protagonistinnen, deren Schicksale untrennbar miteinander verbunden sind: Rachel wird von Rachegelüsten zerfressen, Ruth ist eine Mörderin auf der Flucht, und Paula hat schreckliche Angst um ihr Kind.

Die Autorin verfasst kurze, prägnante Kapitel, die temporeich und rasant sind – man hat kaum Zeit zum Luftholen. Obwohl an einigen Stellen vielleicht etwas zu viele Zufälle aufeinandertreffen, hat mich der Thriller wieder sehr gut unterhalten.







Sonntag, 9. März 2025

Rezension: `Bis ans Meer` von Peggy Patzschke

 

* * * * *

Familiengeheimnisse!










Der Roman beginnt in der Gegenwart. Die Protagonistin hat ihren Freund bereits des Öfteren verlassen, doch nun steht der Entschluss fest: Er darf bei ihr einziehen. Gerade als er beginnt, einen Schrank aufzubauen, überkommt sie erneut die Panik. Sie fürchtet sich vor einer Bindung und davor, Vertrauen zu fassen. In der Truhe ihrer Großmutter sucht sie nach einem Rezept für die Liebe und stößt dabei auf Briefe und Dokumente aus der Vergangenheit.

Hat ihre Bindungsangst etwas mit den Erlebnissen ihrer Vorfahren zu tun?

 

 

Oma Frieda und ihr Mann Karl bilden eine harmonische Einheit. Ihre Hochzeit und die Geburt ihrer Kinder scheinen das Glück perfekt zu machen. Doch dann bricht der Krieg aus, und auch Karl muss schließlich an die Front. Natürlich geben sie sich das Versprechen, sich wiederzusehen, egal wohin das Schicksal sie führt. Doch alles kommt anders.

Der Roman hat mich tief beeindruckt.  Frieda und ihre Kinder erlebten unvorstellbares Leid: Flucht aus der Heimat, Hunger, eisige Kälte, sengende Hitze und die ständige Angst vor Russen und Polen. Frieda war immer gezwungen, alleine Entscheidungen für sich und ihre Kinder zu treffen, während Karl auch nach Kriegsende noch als vermisst galt.

Die Autorin erzählt die Geschichte über drei Generationen so interessant und fesselnd, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen. Sie wechselt allerdings häufig zwischen verschiedenen Zeitebenen, was ich teilweise als etwas verwirrend empfand.

Trotzdem war der Roman großartig und hat mir sehr gut gefallen.

 

                                                    



Freitag, 7. März 2025

Rezension: `Leb wohl, Schwester` von Sabine Thiesler

 

* * * * *

Wieder mega spannend!!









Commissario Neri steht kurz vor seiner Pensionierung, und seine Nachfolgerin Romina soll eingearbeitet werden, um die Stelle in Ambra zu übernehmen. Romina ist eine Powerfrau – oder wie Neris Frau sie nennt, eine Tausendsasserin.

Ein Liebespaar wird beim Zelten auf einem Feld erschossen, und die Leser wissen von Anfang an, wer dafür verantwortlich ist. Das macht die Geschichte umso spannender, denn Neri und Romina tappen lange im Dunkeln. Als ein weiteres Liebespaar auf die gleiche Weise ums Leben kommt, spricht man bereits von einer Serie und dem sogenannten Liebespaarmörder.

Sabine Thiesler hat nach dem Flop „Romeos Tod“ im letzten Jahr wieder einen packenden Thriller geschrieben, der es in sich hat. Die schöne Toskana wird erneut zum Schauplatz schrecklicher Verbrechen und Tragödien.

Die über 600 Seiten habe ich kaum bemerkt, da die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird – einmal aus der Sicht von Neri und andererseits von Stefano und Stefania, einem Zwillingspaar, das unter Umständen lebt, die nicht für die Öffentlichkeit geeignet sind.

Ganz klare Leseempfehlung!!


                                          






Mittwoch, 5. März 2025

Rezension: `Der Fall Leon` von Florian Apler

 

* * * * *

Bewegende Geschichte!











Den Fall Leon habe ich intensiv in den Medien verfolgt. Nach diesem tragischen Unglück empfand ich tiefes Mitgefühl für die Familie. Doch plötzlich wurde behauptet, der Vater sei der Täter, weil er mit seinem kranken Sohn überfordert war. Diese Nachricht war für mich kaum fassbar, und ich war umso erleichterter, als ich später erfuhr, dass Florian Apler freigesprochen wurde.
Während seiner 522-tägigen Untersuchungshaft führte Florian Apler ein Tagebuch, aus dem nach dem Prozess ein Buch entstand. Darin schildert er das Leben mit Leon, die Herausforderungen, denen sie als Eltern gegenüberstanden, und die Anstrengungen, die sie unternahmen, um ihm zu helfen. Ihr Alltag war ganz auf Leons Bedürfnisse ausgerichtet, aber sie waren eine glückliche Familie. Doch nach Leons Tod und Florians Verhaftung änderte sich alles.

Florian Apler beschreibt die Zeit im Gefängnis, in der er als vermeintlicher Kindermörder einen schweren Stand hatte. Ein Mann, der zuvor ein normales Leben führte, fand sich plötzlich in einer kargen Zelle mit weiteren Mitbewohnern wieder.
Die Verhöre der Polizei zeigten von Anfang an eine klare Tendenz gegen ihn. Ich war erschüttert über die Missstände und die fehlenden Beweise, die seine Unschuld hätten belegen können. Die Familie musste nicht nur den Verlust von Leon ertragen, sondern auch Florians ungerechtfertigte Inhaftierung.

Auch Freunde und Verwandte kommen zu Wort und haben nie an Florians Unschuld gezweifelt. Es ist unvorstellbar, was da passiert ist. Diese tief bewegende und emotionale Geschichte hinterlässt den Leser fassungslos und traurig.

                       


Mittwoch, 26. Februar 2025

Rezension: `Giftgrab` von Anna Jansson

 

* * * * *

Fesselnder Krimi zwischen Vergangenheit und Gegenwart!








Das Buch beginnt bereits 1945 mit einem packenden Prolog und setzt dann in der Gegenwart fort.

Ein totes Baby wird im Moor entdeckt, doch bevor Kommissar Kristoffer Bark und sein Team mehr darüber herausfinden können, ereignet sich eine Geiselnahme in einer Kita. Der neunzigjährige Tom Gruvberg bedroht dort die Kinder und Erzieher und wirkt verwirrt. Kristoffer gelingt es, die Geiseln zu befreien, doch nun beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn jemand scheint es auf die Mitglieder der Familie Gruvberg abgesehen zu haben. Innerhalb weniger Tage kommt es zu mehreren Todesfällen.

Ich habe bisher nur das Buch "Mädchenfeuer" von Anna Jansson gelesen und fand es großartig. Daher war ich gespannt auf  "Giftgrab" und wurde nicht enttäuscht.
Der Schreibstil und die gut durchdachte Handlung mit ihren spannenden Wendungen konnten mich fesseln, und d
ie gelungene Mischung aus Action, solider Polizeiarbeit und einem Hauch von Liebe macht das Buch für mich perfekt.






















Freitag, 21. Februar 2025

Rezension: `Kummersee` von Iver Niklas Schwarz

 

* * * 

Hat mich nicht so überzeugt!










Vor dreißig Jahren ertrank Lenas Bruder im Kummersee, während sie zusehen musste. Bis heute leidet sie an den Folgen dieses Traumas, da ihr damals niemand glaubte, was geschehen ist. Als Polizistin kehrt sie nun in ihr Heimatdorf zurück, um zwei Vermessungsarbeiter zu beschützen. Der Kummersee strahlt immer noch eine geheimnisvolle Atmosphäre aus. Als plötzlich mehrere Morde geschehen, wird Lenas Vergangenheit wieder lebendig. Was verbirgt sich in dem See, der auch ihren Bruder geholt hat? Sie muss es endlich herausfinden, um Frieden zu finden.


Ich habe mir das Buch aufgrund der positiven Rezensionen bestellt, doch es hat mich nicht wirklich begeistert. Der Beginn war ziemlich langatmig, aber ich habe weitergelesen, um das Geheimnis des Sees zu lüften. Die Charaktere bleiben für mich blass, keiner von ihnen konnte mich wirklich packen, und die mysteriösen Dorfbewohner erschienen mir übertrieben dargestellt. Viele von Lenas Handlungen waren für mich nicht nachvollziehbar; als Polizistin wirkte sie erstaunlich naiv.

 Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, doch die Auflösung fand ich etwas an den Haaren herbeigezogen und wenig überzeugend.

Natürlich gab es zwischendurch auch spannende Kapitel, aber ich glaube, 100 oder sogar 200 Seiten weniger hätten der Story gutgetan. Ich vergebe 2,5 Sterne.
















Dienstag, 18. Februar 2025

Rezension:`Die Falkenbach Saga- Der Schutz der Freundschaft` von Ellin Carsta

 

* * * * *

Es geht spannend weiter!










Im inzwischen 11. Band der Falkenbach- Saga schreiben wir das Jahr 1942, und Deutschland befindet sich mitten im Krieg.

In Ferdinands Fabrik wird ein neuer Lagerleiter eingesetzt, doch entgegen aller Erwartungen bringt dieser ganz andere Ansichten und Führungsqualitäten mit als sein Vorgänger.

Bei Ferdinand und Elisabeth scheint es sich endlich zum Guten zu wenden, bis ein unerwartetes Ereignis von einem Moment auf den anderen alles verändert. 

Paul Friedrich überzeugt erneut mit seinem scharfen Verstand und seiner Besonnenheit, wodurch er oft Leid von seiner Familie abwenden kann.

 Manche Geschehnisse lassen auf spannende Entwicklungen im nächsten Band hoffen. 

Die Autorin verwebt, wie auch in den vorherigen Bänden, fiktive Ereignisse mit tatsächlichen historischen Fakten. 
Das Buch endet mit einem Paukenschlag, der es in sich hat, und es zeigt, dass man niemandem trauen kann, egal wie eng die Verbindung auch scheinen mag. 

                                      










Donnerstag, 13. Februar 2025

Rezension: `Die Brandung- Leichenfischer` von Karen Kliewe

 

* * * *

Ostsee- Spannung!









Durch Zufall stößt ein Baggerfahrer bei Erdarbeiten auf die Leiche einer jungen Frau. Sie ist noch nicht lange tot, doch man findet bei ihr Grabbeigaben im Stil der Wikinger. Die Archäologin Fria Svensson wird zurate gezogen, und bald darauf wird eine weitere Leiche gefunden – diesmal direkt hinter der dänischen Grenze in Deutschland. Kommissar Ohlsen hat bereits mit Fria zusammengearbeitet, und die beiden scheinen ein gutes Team zu bilden. Obwohl ich den vorherigen Band nicht gelesen habe, bin ich dennoch gut in die Geschichte hineingekommen.

Es dauerte etwas, bis alle Personen vorgestellt wurden und die richtige Spannung aufkam. Doch danach nahm die Handlung ordentlich Fahrt auf und fesselte mich. Die Polizei versucht, anhand von Vermisstenanzeigen herauszufinden, ob die beiden Toten dort aufgeführt sind. Was ist nach ihrem Verschwinden geschehen? 

Ein anderer Handlungsstrang führt uns in ein abgelegenes Haus, in dem eine geistig behinderte junge Frau mit ihrer Tochter lebt. Und dann gibt es da noch diesen Doktor, der sporadisch auftaucht.
Außerdem geht es um einen Stalker, eine gefangen gehaltene junge Frau und eine Studentin, die entführt wird. 

Die Autorin hat wunderbare Plot-Twists eingebaut, sodass ich völlig im Unklaren war, wer der Täter sein könnte. Was alles miteinander zu tun hat, konnte ich bis zum Schluss nicht herausfinden. Als Leser kann man jede Menge Vermutungen anstellen und Personen verdächtigen, aber bis zum Ende bleibt alles schwammig.

„Die Brandung“ ist ein spannender Krimi mit viel Ermittlungsarbeit, den ich gerne empfehle.

                                     









Freitag, 7. Februar 2025

Rezension: `Konklave` von Robert Harris

 

* * * * *

WOW! Was für ein Pageturner!!











Ein neuer Papst soll gewählt werden, und Dekan Lomeli übernimmt die Leitung des Konklave. Er ist immer noch erschüttert über den Tod des alten Papstes, doch er weiß, dass er jetzt funktionieren muss. Obwohl er selbst zur Wahl steht, möchte er auf keinen Fall das Amt des Kirchenoberhauptes übernehmen.

Deshalb bittet er die Kardinäle, seinen Namen nicht auf die Wahlzettel zu setzen. Werden sie sich daran halten?

Robert Harris hat einen fesselnden Roman geschrieben, der mich von der ersten Seite bis zum Schluss begeistert hat. Der Stil ist sehr ruhig und lässt sich hervorragend lesen. Es war spannend, hinter die Mauern des Vatikans und der Sixtinischen Kapelle zu blicken. Dabei zeigte sich, dass dort, genau wie im bürgerlichen Leben, Intrigen, Neid, Missgunst und Lügen herrschen.

Lomeli ist mir ans Herz gewachsen; auf ihm lastet eine große Bürde. Er hat belastende Informationen über einige Kardinäle erhalten und weiß nicht, wie er damit umgehen soll. Was hätte der verstorbene Papst ihm geraten? Nur ein fehlerfreier Kardinal darf zum Papst gewählt werden, was Lomeli vor eine schwere Entscheidung stellt.

Ich fand das Buch großartig, allerdings war ich mit den Unmengen an Namen etwas überfordert. Die 116 Kardinäle wurden gefühlt alle einzeln genannt, und ich musste oft zurückblättern, weil ich nicht mehr wusste, wer wer war.

Trotzdem hat mich „Konklave“ total begeistert, und die unvorhersehbare Wendung zum Schluss hätte ich nicht erwartet.



Dienstag, 4. Februar 2025

Rezension: `Ihr Verrat` von Laura Elliot

 

* * * * *

Spannend!!!











Nadine  und Jake haben als Teenager  geheiratet, weil ein Kind unterwegs war. Wider aller Erwartungen haben sie  inzwischen vier Kinder und führen eigentlich eine gute Ehe. Doch der Pfiff ist raus, und nachdem die Kinder aus dem Haus sind, beschließen sie einvernehmlich, sich zu trennen, um sich gegenseitig die Freiheit wiederzugeben.

Zunächst gehen sie freundlich miteinander um, bis Nadine entdeckt, dass Jake eine Affäre mit ihrer Erzfeindin aus Jugendtagen hat. Das kann sie ihm nicht verzeihen, und der Kontakt beschränkt sich fortan nur noch auf das Nötigste.

Als Jake merkt, dass seine Geliebte eine Psychopathin ist und eine Gefahr für Nadine besteht, scheint bereits alles zu spät zu sein.

Dieser Psychothriller hat mich total begeistert. Von der ersten Seite an war ich gefesselt von der Story. Ich habe bereits einige Bücher von Laura Elliot gelesen und finde ihren Stil klasse. 

Jake und auch Nadine sind mir ans Herz gewachsen und ich habe mitgelitten bei dem, was ihnen widerfährt.

Die Geschichte entwickelt sich langsam, birgt zahlreiche Geheimnisse und überrascht mit unvorhersehbaren Wendungen, die den Spannungsbogen konstant hochhalten.

Eine ganz klare Leseempfehlung von mir!