* * * * *
Regeln- Zwänge- Verbote
Deborah Feldman wächst in einer strengen jüdischen Familie auf, die der chassidischen Gemeinde angehört. Das Leben besteht allezeit aus Sitten, Ritualen, Zwängen und Gebräuchen. Als junges Mädchen darf Deborah nichts von dem, was andere Jugendliche in ihrem Alter so tun, noch nicht einmal lesen.
Sie muss sich züchtig anziehen, die Kleidung ist immer lang und unmodern. Die Frauen rasieren sich die Köpfe, damit kein Fremder ihre Haare sieht, tragen stattdessen Perücken. Kontakt zu Andersgläubigen geht gar nicht.
Deborah möchte sich eigentlich schon früh gegen die strengen Regeln zu Hause auflehnen, trotzdem gehorcht sie artig und auch als ihr ein Ehemann ausgesucht wird, willigt sie ein. Ehen werden grundsätzlich von den Eltern und der Familie arrangiert, ein Mitspracherecht gibt es für die Eheleute nicht. Die Regeln und Sitten, wie es abzulaufen hat, an welchen Tag was geschieht, wann man den Mann zum ersten Mal sieht usw. ist alles streng reglementiert. Aufgeklärt wird niemand von den jungen Leuten, aber es gibt Unterricht, in dem dem Paar erklärt wird, wie evtl eine Hochzeitsnacht abläuft.
Doch weder Frau noch Mann haben eine Ahnung, was wirklich passiert. Am nächsten Tag wird sofort alles von der Familie kontrolliert und wehe, es ist kein Blut im Laken.
Es wird ein unglaubliches Theater um die Periode der Frau gemacht, da sie in der Zeit und danach als unrein gilt. Anschließend muss ein Rabbi tagelang weiße Tücher kontrollieren, ob kein Blut mehr zu sehen ist. Zuletzt muss die Frau in ein Badehaus gehen und wird von Badefrauen gewaschen, was tlw. auch sehr unangenehm und intim ist. Danach erst ist die Frau wieder rein und der Mann darf sie berühren.
Ein anderes wichtiges Thema ist das Verhalten am Sabbat. Es darf absolut nichts getan werden, Mütter mit kleinen Kindern dürfen diese nicht auf der Straße tragen, denn etwas tragen ist nicht erlaubt. Also müssen sie dann zu Hause bleiben, wenn die Familie sich bei Verwandten trifft. Als dringend ein Krankenwagen benötigt wird, wird auch erwartet, dass man die Schmerzen bis Sabbatende aushält, weil telefonieren eine unerlaubte Tätigkeit wäre. Zu Anfang des Buches nahm ich an, wir befinden uns in irgendeiner anderen Zeit, aber das Ganze spielt sich im 21. Jahrhundert ab. Unvorstellbar, ich konnte eigentlich immer nur mit dem Kopf schütteln, ich finde es unfassbar, in der heutigen Zeit so etwas zu lesen.
Das ganze Leben der chassidischen Juden besteht nur aus strengen Regeln, Unmengen an Bräuchen und Verboten.
Ich mag seit jeher die jüdische Kultur mit ihren Sitten und Gebräuchen und lese gerne darüber. Doch gegen die chassidische Gemeinde sind ja sogar die Amischen noch fast fortschrittlich.
Das Ende kam etwas abrupt, ich hätte mir Deborahs Ausstieg aus der Gemeinde doch etwas ausführlicher beschrieben gewünscht. Ansonsten ist `Unorthodox` ein Buch, das ich unbedingt empfehlen kann, wenn sich jemand für das Thema interessiert.
Wer Lust hat, kann übrigens eine ganze Menge bei Google nachlesen.
Ich danke dem btb Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares
Inzwischen habe ich einiges darüber gelesen und möchte gerne auf einen Artikel verlinken, wonach die Geschichte von Deborah Feldman schon wieder etwas anders aussieht...
https://hamantaschen.wordpress.com/2017/10/07/deborah-feldman-und-ihr-versuch-mit-ihrer-story-cash-zu-machen/
Freitag, 4. August 2017
Mittwoch, 2. August 2017
Rezension: `Rebenblut` von Ellin Carsta
![]() |
| Bildunterschrift hinzufügen |
Die Geschichte um Isabel geht weiter!!!
Gysinheym am Rhein, im Jahre 1359.
Schon der erste Band um Isabel Velten und ihre Familie hat mich begeistert. Auch im zweiten Teil geht es, wie der Titel schon vermuten lässt, wieder um die Weinberge.
Eigentlich läuft alles recht gut, Isabel lebt mit ihrer Freundin Hanna und allen Kindern zusammen im Haus ihres verstorbenen Mannes und der Weinanbau ist mehr als erfolgreich. Einige Weinberge haben sie vom Kloster Johannisberg gepachtet, andere Hänge sind Isabels Eigentum.
Hannas und Isabels inzwischen erwachsene Söhne, Albert und Matthis, befinden sich auf einer Geschäftsreise, um die Gastwirte und Abnehmer der Weinfässer zu besuchen. Die Abwesenheit der Männer nutzt der intrigante Bischof, um hinterhältig die vorhandenen Verträge mit dem Kloster zu ändern. Da Isabel als Frau keine Unterschriften leisten darf, ist niemand da, der dem Bischof Einhalt gebieten kann. Da fällt Isabel ihrerseits eine List ein. Hanna soll Albert und Matthis mit den beiden jüngeren Söhnen hinterherreisen. Vielleicht schaffen sie es, die beiden zu finden und sie rechtzeitig zurückzuschicken.
Ellin Carsta hat es wieder geschafft, mich ganz ins 14. Jahrhundert eintauchen zu lassen. Spannend beschreibt sie den Alltag zur damaligen Zeit, der besonders schwierig war für Frauen, die auf sich gestellt waren und keinen Ehemann an ihrer Seite hatten.
Ich bin immer wieder beeindruckt, wie die Menschen früher gereist sind und wie beschwerlich es war.
Um von Gysinheym nach Bremen zu gelangen, war man sehr lange unterwegs, teilweise zu Fuß, mit dem Schiff und zu Pferde. Wenn ich darüber lese, muss ich immer denken, wie einfach man heutzutage mit dem Auto, Zug oder Flugzeug in kurzer Zeit überall hinkommt.
Viele interessante Charaktere, die wir teilweise auch schon aus dem vorigen Band kennen, treffen wir wieder, aber es kommen auch neue hinzu.
In Bremen lernen Hanna und ihre Söhne Anna von Goossen kennen, die den Lesern aus dem Buch `Die Duftnäherin` sicher noch in guter Erinnerung ist. Das hat mir gefallen und auch das Hansefest spielt wieder eine Rolle.
Doch leider klappt nicht alles so, wie sich Isabel das vorgestellt hat.
Sie hat viele Hürden zu überwinden und immer werden ihr vom Bischof und seinem Gefolge neue Steine in den Weg gelegt. Bis irgendwann das Schicksal, ganz unerwartet und erbarmungslos zuschlägt und die Familien auseinanderreisst. Von einem Tag zum anderen ist alles anders und zudem die ganze Existenz bedroht.
Kann Isabel sich noch einmal aufraffen und weiterkämpfen oder gibt sie aufgrund der schrecklichen Verluste, die sie erlitten hat, auf?
Der zweite Teil der `Reben-Bücher` hat mir genauso gut gefallen wie der erste. Es ist leichte Lektüre, die sich wunderbar zum Abschalten und Wohlfühlen eignet, idealerweise für den Urlaub.
Das Ende des Buches lässt auf eine Fortsetzung hoffen.
Eigentlich läuft alles recht gut, Isabel lebt mit ihrer Freundin Hanna und allen Kindern zusammen im Haus ihres verstorbenen Mannes und der Weinanbau ist mehr als erfolgreich. Einige Weinberge haben sie vom Kloster Johannisberg gepachtet, andere Hänge sind Isabels Eigentum.
Hannas und Isabels inzwischen erwachsene Söhne, Albert und Matthis, befinden sich auf einer Geschäftsreise, um die Gastwirte und Abnehmer der Weinfässer zu besuchen. Die Abwesenheit der Männer nutzt der intrigante Bischof, um hinterhältig die vorhandenen Verträge mit dem Kloster zu ändern. Da Isabel als Frau keine Unterschriften leisten darf, ist niemand da, der dem Bischof Einhalt gebieten kann. Da fällt Isabel ihrerseits eine List ein. Hanna soll Albert und Matthis mit den beiden jüngeren Söhnen hinterherreisen. Vielleicht schaffen sie es, die beiden zu finden und sie rechtzeitig zurückzuschicken.
Ellin Carsta hat es wieder geschafft, mich ganz ins 14. Jahrhundert eintauchen zu lassen. Spannend beschreibt sie den Alltag zur damaligen Zeit, der besonders schwierig war für Frauen, die auf sich gestellt waren und keinen Ehemann an ihrer Seite hatten.
Ich bin immer wieder beeindruckt, wie die Menschen früher gereist sind und wie beschwerlich es war.
Um von Gysinheym nach Bremen zu gelangen, war man sehr lange unterwegs, teilweise zu Fuß, mit dem Schiff und zu Pferde. Wenn ich darüber lese, muss ich immer denken, wie einfach man heutzutage mit dem Auto, Zug oder Flugzeug in kurzer Zeit überall hinkommt.
Viele interessante Charaktere, die wir teilweise auch schon aus dem vorigen Band kennen, treffen wir wieder, aber es kommen auch neue hinzu.
Doch leider klappt nicht alles so, wie sich Isabel das vorgestellt hat.
Sie hat viele Hürden zu überwinden und immer werden ihr vom Bischof und seinem Gefolge neue Steine in den Weg gelegt. Bis irgendwann das Schicksal, ganz unerwartet und erbarmungslos zuschlägt und die Familien auseinanderreisst. Von einem Tag zum anderen ist alles anders und zudem die ganze Existenz bedroht.
Kann Isabel sich noch einmal aufraffen und weiterkämpfen oder gibt sie aufgrund der schrecklichen Verluste, die sie erlitten hat, auf?
Der zweite Teil der `Reben-Bücher` hat mir genauso gut gefallen wie der erste. Es ist leichte Lektüre, die sich wunderbar zum Abschalten und Wohlfühlen eignet, idealerweise für den Urlaub.
Das Ende des Buches lässt auf eine Fortsetzung hoffen.
.Wenn Ihr noch eine andere Meinung zum Buch hören möchtet, guckt mal bei Monis Zeitreise
Montag, 24. Juli 2017
Rezension: `Du sollst nicht leben` von Tania Carver
* * * * *
Der Rechtsprecher!!
Diesmal hat sich Tania Carver zwei abgefahrene Stories ausgedacht. Detective Phil Brennan wird zu einem Mordfall gerufen, bei dem eine junge Frau und ihr Kind vor den Augen des Partners getötet wurden.
Der Leser hat diesen Mord aber schon vorher hautnah mitbekommen.
Gleichzeitig ist Phils Ehefrau und Profilerin Marina in einen anderen, auch spannenden Fall verstrickt. Sie muss in einer Psychiatrischen Anstalt ermitteln.
Im dritten Handlungsstrang erfahren wir einige Dinge aus der Sicht des Täters.
Tania Carver wechselt in rasantem Tempo zwischen den Fällen hin und her, trotzdem ist das Buch nicht unruhig,
Der Täter nennt sich `Der Rechtsprecher` und er hat sich nur Phil als Verhandlungspartner bei der Polizei ausgesucht. Ihn ruft er an- immer bevor er den nächsten Mord begeht.
Mit seinen Opfern geht er äußerst brutal vor und den Lesern bleiben keine Einzelheiten erspart.
Es gab ein paar Ungereimtheiten für mich, doch darüber konnte ich gut hinweglesen, weil der Thriller mich ansonsten durchweg gefesselt hat.
Genauso fand ich Marinas Fall extrem spannend, auch wenn das Ende mich nicht ganz zufrieden zurückgelassen hat. Ich bin mir sicher, es gibt eine Fortsetzung, doch das dauert ja meist ein Jahr und bis dahin habe ich schon wieder vergessen, um was es ging.
Trotzdem kann ich eine ganz klare Leseempfehung für diesen spannenden, packenden Thriller aussprechen !!
Ich danke dem Ullstein Verlag und Netgalley für die Zusendung des Rezensionsexemplares.
Der Rechtsprecher!!
Diesmal hat sich Tania Carver zwei abgefahrene Stories ausgedacht. Detective Phil Brennan wird zu einem Mordfall gerufen, bei dem eine junge Frau und ihr Kind vor den Augen des Partners getötet wurden.
Der Leser hat diesen Mord aber schon vorher hautnah mitbekommen.
Gleichzeitig ist Phils Ehefrau und Profilerin Marina in einen anderen, auch spannenden Fall verstrickt. Sie muss in einer Psychiatrischen Anstalt ermitteln.
Im dritten Handlungsstrang erfahren wir einige Dinge aus der Sicht des Täters.
Tania Carver wechselt in rasantem Tempo zwischen den Fällen hin und her, trotzdem ist das Buch nicht unruhig,
Der Täter nennt sich `Der Rechtsprecher` und er hat sich nur Phil als Verhandlungspartner bei der Polizei ausgesucht. Ihn ruft er an- immer bevor er den nächsten Mord begeht.
Mit seinen Opfern geht er äußerst brutal vor und den Lesern bleiben keine Einzelheiten erspart.
Es gab ein paar Ungereimtheiten für mich, doch darüber konnte ich gut hinweglesen, weil der Thriller mich ansonsten durchweg gefesselt hat.
Genauso fand ich Marinas Fall extrem spannend, auch wenn das Ende mich nicht ganz zufrieden zurückgelassen hat. Ich bin mir sicher, es gibt eine Fortsetzung, doch das dauert ja meist ein Jahr und bis dahin habe ich schon wieder vergessen, um was es ging.
Trotzdem kann ich eine ganz klare Leseempfehung für diesen spannenden, packenden Thriller aussprechen !!
Ich danke dem Ullstein Verlag und Netgalley für die Zusendung des Rezensionsexemplares.
Samstag, 22. Juli 2017
Es gibt wieder einen Gewinner !!!
Liebe Leser.
Ich mache es heute mal kurz😄
Das Exemplar von `Die Räuberbraut` von Astrid Fritz hat gewonnen::
Direkt die Nummer 1
Martina von Martinas Buchwelten
Herzlichen Glückwunsch !!
Bitte schick mir noch Deine Adresse..
Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Gewinns.
Ich mache es heute mal kurz😄
Das Exemplar von `Die Räuberbraut` von Astrid Fritz hat gewonnen::
Direkt die Nummer 1
Martina von Martinas Buchwelten
Herzlichen Glückwunsch !!
Bitte schick mir noch Deine Adresse..
Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Gewinns.
Mittwoch, 19. Juli 2017
Rezension: `Die Töchter der Heidevilla` von Madeleine Harstall
* * * * *
Schöner Familienroman mit geschichtlichem Hintergrund!!
Die siebenjährige Zilla wird heimlich von ihrer Mutter aus der DDR ausgeschleust. Allein in der Fremde, jedoch mit neuen Pflegeeltern, geht sie ihren Weg, studiert und wird erfolgreich im Beruf. Die Ehe mit Richard ist allerdings nicht ganz so, wie sie es sich ursprünglich vorgestellt hatte.
Nach Öffnung der Grenzen bleibt ihr die leibliche Mutter fremd, doch als diese sie bittet, einige Wochen die Pferdezucht zu leiten, da sie ins Krankenhaus muss, sagen Zilla und Richard zu.
Durch Zufall findet Zilla im Haus ein Heft, in dem ihre Großmutter ihre Lebensgeschichte aufgeschrieben hat.
Sie beginnt zu lesen und wir werden in die Zeit vor und während des zweiten Weltkrieges versetzt. Zilla gewinnt völlig neue Erkenntnisse über sich und ihre Herkunft und auch Richard wird gezwungen, die Vergangenheit seiner Familie aufzuarbeiten.
Das Buch ist flüssig geschrieben und hat mir gut gefallen, wenn es auch zwischendurch manchmal an ein Verwirrspiel im Theater erinnerte, was aber nicht wirklich störte.
Die Flucht aus Ostpreußen, alle Mühen und Qualen, werden Zilla vom alten Pferdewirt Aki berichtet und nach und nach fügt sich alle Gelesene und Gehörte zu einer komplexen Geschichte zusammen, an der Zillas und Richards Ehe zu zerbrechen droht.
Die Töchter der Heidevilla sind allesamt, in jeder Generation, starke Persönlichkeiten gewesen, die sich oft allein durchkämpfen mussten.
Ein sehr schöner, lesenswerter Familienroman mit liebevoll gezeichneten Charakteren und interessantem geschichtlichen Hintergrund.
Ich danke Dotbooks Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares
Dienstag, 18. Juli 2017
Rezension: `Blutschmuck` von Petra Mattfeldt
* * * * *
Spannend ohne viel Blutvergießen!!!
Profiler Falko Cornelsen und seine Freundin Sarah treffen auf der Beerdigung von Sarahs Mutter auf Lisa Schönfeld, eine ehemalige Freundin der Verstorbenen.
Als sie die Bernsteinkette an Sarahs Hals sieht, legt sie auf dem Friedhof urplötzlich ein verstörendes Verhalten an den Tag, schreit los und reagiert völlig hysterisch und bevor Falko nachfragen kann, ist sie verschwunden.
Weder Sarah noch Falko lässt dieses Verhalten Ruhe und Falko beginnt Nachforschungen anzustellen.
Um überhaupt an Informationen über Lisa Schönfeld zu kommen, muss er tief im Polizei-Archiv graben. Er wird wirklich fündig und stößt auf einen ungeklärten alten Fall, bei dem es um die Vergewaltigung von Lisa Schönfeld und ihrer Mutter geht und die Täter nie gefasst wurden.
Je mehr Falko sich damit beschäftigt, umso mehr wird ihm klar, dass er in ein Wespennest gestochen hat. Es scheint in der Vergangenheit noch eine ganze Menge Fälle gegeben zu haben, alle mit der gleichen Vorgehensweise der Täter, die aber nie aufgeklärt wurden. Es stellt sich heraus, dass bei den Ermittlungen extrem geschlampt wurde.
Diese alten Vergewaltigungsfälle wurden schon lange zu den Akten gelegt, doch Falko ist so angefixt, dass er sie wieder aufrollen möchte.
In `Blutschmuck` geht es in erster Linie um die Ermittlungen. Falko redet mit Betroffenen von damals, setzt Puzzlestück für Puzzlestück zusammen und leider gibt es auch in Sarahs Familie dunkle Geheimnisse, die nach und nach ans Tageslicht kommen.
Ich liebe diese Art von Krimi, in denen es hauptsächlich um Nachforschungen geht, weil die Verbrechen in der Vergangenheit liegen.
In einem anderen Erzählstrang blendet die Autorin in die 60er Jahre zurück und einer der Täter, um die es hier geht, kommt zu Wort.
Das macht das Ganze erst recht spannend, da der Leser schon Einzelheiten kennt, während Falko und seine Kollegen noch im Dunkeln tappen.
`Blutschmuck` hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, habe es in zwei Abenden gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.
Es hat mir richtig gut gefallen und wer es auch nicht gern so blutrünstig mag, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen.
Ich danke dem Gmeiner Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.
Spannend ohne viel Blutvergießen!!!
Profiler Falko Cornelsen und seine Freundin Sarah treffen auf der Beerdigung von Sarahs Mutter auf Lisa Schönfeld, eine ehemalige Freundin der Verstorbenen.
Als sie die Bernsteinkette an Sarahs Hals sieht, legt sie auf dem Friedhof urplötzlich ein verstörendes Verhalten an den Tag, schreit los und reagiert völlig hysterisch und bevor Falko nachfragen kann, ist sie verschwunden.
Weder Sarah noch Falko lässt dieses Verhalten Ruhe und Falko beginnt Nachforschungen anzustellen.
Um überhaupt an Informationen über Lisa Schönfeld zu kommen, muss er tief im Polizei-Archiv graben. Er wird wirklich fündig und stößt auf einen ungeklärten alten Fall, bei dem es um die Vergewaltigung von Lisa Schönfeld und ihrer Mutter geht und die Täter nie gefasst wurden.
Je mehr Falko sich damit beschäftigt, umso mehr wird ihm klar, dass er in ein Wespennest gestochen hat. Es scheint in der Vergangenheit noch eine ganze Menge Fälle gegeben zu haben, alle mit der gleichen Vorgehensweise der Täter, die aber nie aufgeklärt wurden. Es stellt sich heraus, dass bei den Ermittlungen extrem geschlampt wurde.
Diese alten Vergewaltigungsfälle wurden schon lange zu den Akten gelegt, doch Falko ist so angefixt, dass er sie wieder aufrollen möchte.
In `Blutschmuck` geht es in erster Linie um die Ermittlungen. Falko redet mit Betroffenen von damals, setzt Puzzlestück für Puzzlestück zusammen und leider gibt es auch in Sarahs Familie dunkle Geheimnisse, die nach und nach ans Tageslicht kommen.
Ich liebe diese Art von Krimi, in denen es hauptsächlich um Nachforschungen geht, weil die Verbrechen in der Vergangenheit liegen.
In einem anderen Erzählstrang blendet die Autorin in die 60er Jahre zurück und einer der Täter, um die es hier geht, kommt zu Wort.
Das macht das Ganze erst recht spannend, da der Leser schon Einzelheiten kennt, während Falko und seine Kollegen noch im Dunkeln tappen.
`Blutschmuck` hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, habe es in zwei Abenden gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.
Es hat mir richtig gut gefallen und wer es auch nicht gern so blutrünstig mag, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen.
Ich danke dem Gmeiner Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.
Montag, 17. Juli 2017
Gewinner !! Gewinner !! Gewinner !!
Vielen Dank für eure zahlreiche Teilnahme am Gewinnspiel!!!
Je ein Buch `Wo ist Jay?` haben gewonnen :
Mikka liest
Melanie Mona Berg
Ilo Na L
Herzlichen Glückwunsch !!!!!!!
Bitte schreibt mir eure Adressen und ob Ihr lieber ein Print oder eBook möchtet.
Vielen Dank an Astrid Korten für die Bereitstellung der Verlosungsexemplare.
Samstag, 15. Juli 2017
Mit einem Bein im Gefängnis- Frauen im fahrenden Volk
Mit einem Bein im Gefängnis- Frauen im fahrenden
Volk
Armut war um 1800, also in der Zeit, in der die „Räuberbraut“ spielt, durchaus ein Massenphänomen. Noch hatte die industrielle Revolution Deutschland nicht erreicht, mit ihren ausgebeuteten Fabrikarbeitern, Mietskasernen und Elendsvierteln in den Städten, und so ist die Armut bislang vor allem auf dem Land sichtbar, wo Scharen von Hausierern und Bettlern, Musikanten und „Zigeunern“ (damals auch Ägypter genannt), verarmten Handwerkern und Landjuden über die Dörfer zogen. Die meisten waren halbsesshaft, viele auch wohnsitzlos, eine staatliche Armenfürsorge in unserem Sinne gab es in den Landgemeinden nicht. In Krisenzeiten von Missernten und Teuerungen zog wohl über ein Viertel der Bevölkerung wohnsitzlos durchs Land
Auch meine Protagonistin
Juliana Blasius gehörte zu dieser „soziale Randgruppe“. Am 22. August 1781
wurde sie als Tochter des Bänkelsängers und Musikanten Hannikel Blasius in
Weierbach geboren, ein Dorf bei Idar-Oberstein. Schon als Kind zog sie mit dem
Vater und den Schwestern über Land, um sich mit Musik ihr Brot zu verdienen.
Sie waren also Teil des fahrenden Volks, auch wenn sie in einem bescheidenen
Häuschen zur Miete wohnten. Wohnsitzlos war die Familie zwar nicht, aber ihr
Leben nicht weniger ärmlich: Man weiß, dass sie zeitweise auf Almosen
angewiesen war. In diesen Genuss kam man allerdings nur, wenn man in seiner
Heimatgemeinde das Bürgerrecht besaß – etlichen aus der Unterschicht blieb dies
verwehrt, etwa den Zugezogenen oder den unehelich Geborenen.
![]() |
| Juliana Blasius |
Wurde Armut in früheren
Jahrhunderten als gottgegeben erlitten und erlebt, immerhin mit dem Anspruch
auf Almosen und der tröstlichen Aussicht auf ein gerechtes Jenseits, so hieß es
jetzt, mit der Ablösung des Feudalsystems durch den frühen Kapitalismus: Jeder
ist seines Glückes Schmied, und wer arm ist, ist selbst schuld! Der Kleinbürger
wie der
Wohlhabende war mit seinem Urteil schnell bei der Hand: Arbeitsscheue Strolche,
herrenloses Gesindel
schimpften sie das fahrende Volk und erwarteten von der Obrigkeit strikte Maßnahmen,
die da waren: strenge Aufenthaltsgesetze (für Reisen außerhalb der Heimatgemeinde
brauchte es Papiere, ebenso wie für jegliches Gewerbe), häufige Passkontrollen,
harte Strafen wie Landesverweis oder Arrest.
Von Carl Spitzweg gibt es hierzu übrigens ein wunderbar ironisches Gemälde: Ein Gendarm fragt in seinem bairischen Dialekt bärbeißig Musikanten nach ihrem Pass, und einer der Musikanten zeigt auf sein Musikinstrument, einen Bass (siehe Bild).
![]() |
| "Wo ist der Pass" von Carl Spitzweg © Museum Georg Schäfer, Schweinfurt |
Von Carl Spitzweg gibt es hierzu übrigens ein wunderbar ironisches Gemälde: Ein Gendarm fragt in seinem bairischen Dialekt bärbeißig Musikanten nach ihrem Pass, und einer der Musikanten zeigt auf sein Musikinstrument, einen Bass (siehe Bild).
Auch wenn auf
dem Land das Anklopfen an der Tür noch immer zum Alltag gehörte, auch wenn man
dort Gaukler und Musikanten durchaus als Abwechslung schätzte und auf Hausierer
als Nachrichtenüberbringer angewiesen war – Obrigkeit und Bürgertum trugen
einen gut Teil dazu bei, das fahrende Volk zu kriminalisieren und seinen
angeblichen Hang zu Sittenlosigkeit, Faulheit und Anarchie zu verteufeln.
| Klickt aufs Cover u. Ihr gelangt zu Amazon |
Frauen aus der Unterschicht waren von Verarmung besonders bedroht - als Witwen, als Mütter unehelicher Kinder. Der Verlust des Ernährers bedeutet für sie eine wirtschaftliche Katastrophe, an deren Ende oft das Leben mit Kleinkindern auf der Straße stand, und so gab es unter dem „umschweifenden Gesindel“ tatsächlich einen Frauenüberschuss. Kinder hingegen waren in der Minderzahl, es waren zumeist Säuglinge, die die Frauen mit sich führten. Dies erstaunt nur auf den ersten Blick: Halbwüchsige sorgten weitgehend für sich selbst, und kleinere Kinder wurden den Mütter oft rigoros weggenommen und in private oder staatliche Fürsorge verbracht. Eine Heirat wäre für viele ledige junge Frauen sicherlich ein Ausweg
Aus
Selbstschutz schlossen sich die Frauen auf der Straße zu Gruppen zusammen, der
karge Besitz passte auf ein Handwägelchen oder in einen Ranzen. Sie lebten von Gelegenheits-
und Handarbeiten, Hehlerei oder illegalem Trödel, vom Betteln, Mundraub auf den
Feldern oder Kleindiebstählen: Während die eine an der Haustür bettelte, stahl die
andere einen Hafen Schmalz aus dem Keller, ein Hemd von der Wäscheleine. Auf
der anderen Seite war ein stabiles Beziehungsnetz, auch zu den Dörflern,
überlebensnotwendig. Trotz der Nähe zum kleinkriminellen Milieu hatten sie durchaus
ihren Ehrbegriff und einen Hang zu bürgerlichen Normen: Man war stolz auf ein
schönes Stück Kleidung oder auf die bei der Erntehilfe verdienten Groschen,
beim Rasten wurden Strümpfe und Röcke geflickt, die Schuhe mit Schweineschmalz
geschmiert.
Waren diese
Frauen nun freier als ihre bürgerlichen Geschlechtsgenossinnen? Ein Stück weit
sicherlich, unterlagen sie in ihrer Kleingesellschaft doch weniger Zwängen, und
die männliche Vorherrschaft fehlte in der Regel. Sie waren aber auch bedrohter
durch ihr Leben auf der Straße, litten nicht selten an Hunger und Krankheiten. Manch
eine mochte unter diesen prekären Verhältnissen beschließen, noch einen Schritt
weiter zu gehen und gegen Geld den eigenen Körper zu verkaufen. Oder aber sich
einer Räuberbande anschließen. Wenigstens die Sorge um das tägliche Brot war
damit behoben.
Auch Juliana
Blasius wollte sich dem alltäglichen Elend entziehen und schloss sich daher aus
freien Stücken dem jungen Räuberanführer Johannes Bückler an – nach dem Motto:
anderswo ist es allemal besser.
Vielen Dank, liebe Astrid Fritz für diesen ausführlichen Beitrag!!
Mehr über die Autorin findet Ihr auf ihrer HOMEPAGE
Vielen Dank, liebe Astrid Fritz für diesen ausführlichen Beitrag!!
Mehr über die Autorin findet Ihr auf ihrer HOMEPAGE
![]() |
| Astrid Fritz (c) Wioletta Neiss |
`Die Räuberbraut` erscheint am 21.07.2017 und Ihr könnt hier ein Exemplar gewinnen!!
Was müsst Ihr tun, um zu gewinnen?? Es wäre schön, wenn Ihr Leser hier auf dem Blog werdet und meine Facebook Seite liked!
Ansonsten reicht ein Kommentar hier drunter oder bei Fb und Ihr hüpft in den Lostopf.
Markiert gerne eure Freunde und teilt auf euren Blogs und bei Fb.
Bis zum 21.07.2017 um 23 Uhr habt Ihr Zeit, danach lose ich mit random.org aus.
Wenn Ihr noch nicht 18 Jahre alt seid, brauche ich die Einwilligung eurer Eltern.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Ich wünsche euch viel Glück !!!
Die einzelnen Stationen der Blogtour erfahrt Ihr, wenn Ihr auf der Startseite auf den Button kickt..
Morgen geht es weiter mit Teil II der Frauen im fahrenden Volk bei Die Rabenmutti
Was müsst Ihr tun, um zu gewinnen?? Es wäre schön, wenn Ihr Leser hier auf dem Blog werdet und meine Facebook Seite liked!
Ansonsten reicht ein Kommentar hier drunter oder bei Fb und Ihr hüpft in den Lostopf.
Markiert gerne eure Freunde und teilt auf euren Blogs und bei Fb.
Bis zum 21.07.2017 um 23 Uhr habt Ihr Zeit, danach lose ich mit random.org aus.
Wenn Ihr noch nicht 18 Jahre alt seid, brauche ich die Einwilligung eurer Eltern.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Ich wünsche euch viel Glück !!!
Die einzelnen Stationen der Blogtour erfahrt Ihr, wenn Ihr auf der Startseite auf den Button kickt..
Morgen geht es weiter mit Teil II der Frauen im fahrenden Volk bei Die Rabenmutti
Donnerstag, 13. Juli 2017
Ankündigung !!!
Liebe Leser, morgen beginnt eine Blogtour zu dem neuen historischen Roman von Astrid Fritz `Die Räuberbraut`, der am 21.07.2017 im Wunderlich/ Rowohlt Verlag erscheint.
Schon übermorgen könnt Ihr hier meinen Beitrag `Mit einem Bein im Gefängnis- Frauen im fahrendenVolk` lesen. Ich freue mich, wenn Ihr mal vorbeischaut. Zu gewinnen gibt es auch etwas!!!!
15. Juli Mit einem Bein im Gefängnis (I): Frauen im fahrenden Volk
16. Juli Mit einem Bein im Gefängnis (II): Frauenleben im Räubermilieu zwischen Angst und Emanzipation
17. Juli Astrid Fritz’ Reise durch den idyllischen Hunsrück – mit der Kamera auf den Spuren der Schinderhannesbande
18. Juli Schinderhannes' Schauplätze im Spiegel der Zeit
19. Juli Was Astrid Fritz zum Schreiben braucht: ihren PC, viel Ruhe und eine Tüte Haribo
20. Juli Astrid Fritz im Gespräch - ein Interview
21. Juli Astrid Fritz liest «Die Räuberbraut» - ein Video
Dienstag, 11. Juli 2017
Sommer- Gewinnspiel !!!!
Hat euch gestern die Rezension von `Wo ist Jay?` gefallen?
Ab heute könnt Ihr hier drei Exemplare gewinnen.
| Klickt aufs Cover und Ihr gelangt zu Amazon |
H I E R findet Ihr meine Rezension.
Mehr über die Autorin Astrid Korten und ihre Bücher findet Ihr
H I E R
![]() |
| ©Astrid Korten |
Was müsst Ihr tun, um zu gewinnen?? Es wäre schön, wenn Ihr Leser hier auf dem Blog werdet und meine Facebook Seite liked!
Ansonsten reicht ein Kommentar hier drunter oder bei Fb und Ihr hüpft in den Lostopf.
Markiert gerne eure Freunde und teilt auf euren Blogs und bei Fb.
Bis zum 16.07.2017 um 23 Uhr habt Ihr Zeit, danach lose ich mit random.org aus.
Ihr könnt entscheiden, ob Ihr lieber ein eBook oder Print möchtet.
Wenn Ihr noch nicht 18 Jahre alt seid, brauche ich die Einwilligung eurer Eltern.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Ich wünsche euch viel Glück !!!
Abonnieren
Posts (Atom)















