Posts mit dem Label RAF werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label RAF werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 30. Dezember 2022

Rezension: `Meine fremde Mutter` von Christiane Dieckerhoff

* * * 
 Hat meine Erwartungen nicht ganz erfüllt!!







Kurz nach dem Tode ihres Vaters erfährt Rabea, dass die Frau des Vaters nicht, wie sie immer geglaubt hat, ihre Mutter ist. Diese Tatsache wirft sie völlig aus der Bahn.

Ihre leibliche Mutter soll die gesuchte Terroristin Nika sein, nach der seit Jahrzehnten gefahndet wird.

Rabea macht sich auf die Suche, um herauszufinden, was damals passiert ist und ob Nika noch lebt.

In Rückblenden erfahren die Leser, was 1989 geschah und wer die geheimnisvolle Nika eigentlich war.

Dieses spezielle Thema interessiert mich sehr, und ich lese gerne Bücher, die über Hintergründe und allgemein die Zeit der RAF berichten.

Die fremde Mutter“ fing sehr vielversprechend an, doch nach dem großartigen Beginn der Story habe ich eigentlich deutlich mehr erwartet.

Rabea benahm sich oft extrem merkwürdig, und viele ihrer Handlungen konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen.

Ich habe mich zwar bis zur letzten Seite durch die Geschichte gekämpft, es waren auch durchaus spannende Kapitel dabei, doch insgesamt konnte mich das Buch nicht wirklich fesseln.

Hinzu kommt noch, dass mehrmals die Namen vertauscht, und Rabea und Nika verwechselt wurden. Das fand ich nervig. 

Fazit: Mir gefallen die Spreewaldkrimis von Christiane Dieckerhoff um Klassen besser als dieser Roman.

                                                   


Samstag, 25. April 2020

Rezension: `Im Namen der Lüge` von Horst Eckert

 * * * * *
Politthriller vom Feinsten !!














Melia Khalid, Leiterin des Referats für Linksextremismus beim Inlandsgeheimdienst, wird ein geheimes Papier in die Hände gespielt, auf dem sogenannte RAF Rentner zu einem erneuten Kampf aufrufen.
Obwohl alles dafür spricht, dass das Papier echt ist, traut Melia dem Ganzen nicht.

In einem anderen Handlungsstrang lernen wir Hauptkommissar Vincent Che Veih kennen, der einen Mordfall im Kreise der Reichsbürger untersucht. Er hat es nicht immer leicht in seiner Position, denn seine Mutter saß jahrelang im Gefängnis, weil sie aktives Mitglied der RAF war.


Zunächst haben beide Ermittlungen scheinbar nichts miteinander zu tun, doch bei einem weiteren Mordfall finden Vincent und Melia eine Verbindung heraus.

Je tiefer die beiden in die Materie eintauchen, desto schlimmer werden die Erkenntnisse. Die Sache zieht viel weitere Kreise, sogar bis hinauf in die höchsten Ebenen der Ministerien.

Horst Eckert hat einen außergewöhnlich spannenden Thriller mit hochbrisanten Themen geschrieben.  


Es geht um die AFD, RAF, Antifa, Reichsbürger und um Verschwörungen und Machenschaften im Geheimdienst.
Es geht um bevorstehende Wahlen, um Posten schachern und um Vertuschung von Straftaten. Da scheint jedes Mittel recht zu sein, egal ob legal oder nicht.

Obwohl die Story fiktiv ist, habe ich keinerlei Probleme bei der Vorstellung, es könne sich in Wirklichkeit so zugetragen haben und dass die Zeitungen gierig alles schreiben, was ihnen quasi diktiert wird, fand ich extrem erschreckend.
Die beiden Protagonisten waren  trotz Ecken und Kanten sehr sympathisch und kamen absolut glaubhaft rüber, auch wenn ich manche ihrer Handlungen nicht immer ganz nachvollziehen konnte.

`Im Namen der Lüge` ist ein raffiniert  ausgearbeiteter Politthriller vom Feinsten, den ich trotz seiner knapp 600 Seiten regelrecht verschlungen habe.




      

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Rezension: `Schlaf der Vernunft` von Tanja Kinkel

* * * * *

Spannend, beklemmend und unbedingt lesenswert!!!
















Tanja Kinkels neuester Roman befasst sich mit der Geschichte der RAF in Deutschland.  Die Terroristin Martina Müller, von der Presse `Das Mörder- Monster` genannt, soll nach  20 Jahren Haft begnadigt und aus dem Gefängnis entlassen werden. Das ist für einige Leute von Bedeutung-  für die Frauen und Kinder der Opfer, sowie für Martinas Tochter Angelika. 
Obwohl die Mutter vor zwanzig Jahren den Kontakt zu ihr abgebrochen hat und Angelika immer darunter litt, will sie ihr trotzdem nach der Entlassung zur Seite stehen.
Das konnte ich gar nicht nachvollziehen, aber ich bin ja auch nie in so einer Situation gewesen.

Das Geschehen wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, einmal aus dem Blickwinkel von Martina Müller, der Terroristin, und zweitens aus der Sicht der Opfer, zu denen ja auch ihre Tochter gehört.
Tanja Kinkel schaltet immer zwischen den 60er /70 er Jahren  und   dem Jahr der Entlassung, 1998,  hin und her.

 Ich kann mich noch sehr gut an die Angst und die beklemmenden Gefühle erinnern, die ich selbst als Jugendliche empfunden habe, wenn ich ein Kaufhaus, einen sogenannten Konsumtempel, betrat, oder mich an öffentlichen Plätzen befand.
 Die Gesichter der RAF Terroristen auf den Fahndungsplakaten hatte ich früher wirklich im Kopf und sie machten einem Angst.  Inzwischen ist man  irgendwie schon abgeklärter durch die dauernden Katastrophenberichte im TV.
Ich weiß heute noch genau, wie die Gesuchten aussahen, kann mich an die TV Berichte, sowie an den dünnen  Holger Meins in Unterhosen erinnern. Unter Freunden wurde damals heftig diskutiert; ob der Staat ihn verhungern ließ oder er seinen Tod selbst verschuldet hatte.

Tanja Kinkel hat die Geschichte  für meine Begriffe meisterhaft erzählt. Die beklemmende Atmosphäre und die Angst, die zur damaligen Zeit herrschten, hat sie perfekt eingefangen und das Gefühl kommt beim Lesen sehr gut rüber. Aber auch der andere Teil des Buches, die Zeit der Entlassung, die Engstirnigkeit der RAF Mitglieder, die tlw. auch nach all den Jahren ihre Meinung nicht geändert haben, und das immerwährende Leid der Hinterbliebenen,  ist gelungen erzählt.

`Schlaf der Vernunft` ist keine leichte Lektüre, aber das Buch ist auf seine eigene Weise extrem fesselnd und einige überraschende Wendungen lassen einen echt erschüttern.

Erschreckend finde ich, dass es anscheinend zu jeder Zeit Terroristen gibt, die nur nach ihren Idealen leben und keine andere Meinung gelten lassen. Gerade heute, wo der IS die schlimmen Anschläge verübt, wird mir bewusst, wie sich die Aussagen zu damals gleichen.

Das Buch ist geeignet für jeden, der sich für die Zeit der RAF in Deutschland interessiert, besonders packend wird es natürlich, wenn man die Zeit selbst miterlebt hat.





Ich danke dem Droemer Knaur Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.


Hier noch zwei Fotos, die ich auf der Frankfurter Buchmesse geknipst habe.

Tanja Kinkel im Interview mit Margarete von Schwarzkopf