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Montag, 19. Dezember 2022

Rezension: `Ginsterhöhe` von Anna Maria Caspari

 

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Schwere Zeiten!









Albert kehrt schwer verwundet aus dem ersten Weltkrieg in seinen Heimatort Wollseifen zurück. Seine rechte Gesichtshälfte ist vollkommen verunstaltet, aber das Schlimmste ist, dass seine junge Ehefrau sich vor ihm ekelt und sich abwendet.

Lange dauert es, bis er wieder ein halbwegs normales Leben führen  und seinen Hof in der Eifel gut bewirtschaften kann. Der Alltag der Bauern bestand aus Arbeit, Arbeit, Arbeit und wenig Vergnügen. Wenn man dann in einer lieblosen Ehe gefangen ist, wird alles noch trostloser. 

Wollseifen ist eigentlich ein idyllisches Örtchen, aber als Jahre später die Macht der Nationalsozialisten immer stärker wird, wird es auch in Wollseifen ungemütlich. Der überzeugte Nazi Meller macht allen im Ort das Leben schwer, und außerdem engagiert er sich stark für den Bau eines NS-Ausbildungszentrums. Nachdem ganz in der Nähe die Ordensburg `Vogelsang` entsteht, ist es mit dem friedlichen Leben ganz vorbei.

Die Autorin hat die Stimmung sehr gut eingefangen. Zuerst gehen die Menschen davon aus, dass sie in Wollseifen unbeschadet durch den Krieg kommen und leben können wie bisher. Dass das nicht so ist, merken sie leider viel zu spät. Nun müssen die Söhne in den Krieg ziehen. 

Albert muss genau wie seine Nachbarn und Freunde schwere Zeiten durchleben, wobei ihn ein Schicksalsschlag noch heftiger trifft als seine Entstellung im Krieg. 

Mir hat das Buch im Großen und Ganzen gut gefallen, jedoch war es teilweise recht langatmig. 

(Die Ordensburg Vogelsang kann man übrigens heute noch besichtigen.)


Donnerstag, 2. Dezember 2021

Rezension : `In ewiger Freundschaft` von Nele Neuhaus

 

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Etwas langatmig!










Eine Mitarbeiterin des Winterscheid Verlags wird vermisst. In der Wohnung der Frau findet man nur ihren demenzkranken Vater, angekettet im Obergeschoss. 

Kurz darauf entdecken Waldarbeiter die Leiche der Frau und etwas später wird noch ein anderer Mitarbeiter des Verlags tot aufgefunden.

Die Ermittler Pia Sander und Oliver von Bodenstein haben keine Ahnung, womit sie es hier zu tun haben. Sie nehmen die Freunde und Verlagsmitarbeiter unter die Lupe und finden heraus, dass die Tote alles andere als beliebt war.

Ich habe den neuen Krimi von Nele Neuhaus sehnsüchtig erwartet, aber bei `In ewiger Freundschaft` handelt es sich um einen extrem komplexen Fall mit sehr vielen Personen. Als Vielleserin und Bloggerin bin ich natürlich sehr an den ausführlichen Beschreibungen des Verlagswesens interessiert, weiß aber nicht, ob das auch für die große Masse der Leser so ist. 

Was mir gefiel, waren die Einblicke in das Privatleben von Oliver. Auch seine zweite Ehe steht vor dem Aus und seine Ex Cosima ist todkrank. Zudem hat er Dauerstress mit Stieftochter Greta, bis es ihm endgültig reicht.

Ich kenne alle Taunus Krimis von Nele Neuhaus und finde `In ewiger Freundschaft` ist nicht ihr bestes Buch. 

Manches fand ich diesmal arg in die Länge gezogen und teilweise auch zu konstruiert. Immer neue Verwicklungen treten zutage und bald scheint es, als habe jeder etwas zu verbergen. Ich denke, 200 Seiten weniger hätten den Spannungsbogen konstanter oben gehalten.

Obwohl mich Nele Neuhaus` Schreibstil immer wieder begeistert,  konnte mich dieses Buch nicht ganz überzeugen.


                                         





Ich danke Netgalley.de für die Zusendung des Rezensionsexemplars.


Dienstag, 4. August 2020

Rezension: `Bluthölle` von Chris Carter

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Tagebuch des Todes !!

















Die junge Taschendiebin Angela versucht, ihre gerade geklaute Beute wieder loszuwerden. Sie will das Tagebuch mit den schrecklichen, detailreichen Einträgen eines brutalen Mörders und Serienkillers nicht behalten und schickt es zur Polizei.
Der Eigentümer des Buches möchte es um jeden Preis zurückhaben. Deswegen spricht er einige, ernstzunehmende Drohungen gegen Angela und die Polizei aus.
Das sympathische Ermittlerteam Hunter und Gracia übernimmt den Fall, obwohl Garcia diesmal ein wenig in Hunters Schatten steht. Richtig ans Herz gewachsen ist mir die Taschendiebin Angela mit ihrer etwas schnoddrigen, aber liebenswerten Art.

Der elfte Fall ist wieder mal extrem spannend, auch wenn eigentlich nicht viel anderes als in den vorigen Bänden passiert. Doch Chris Carter schafft es, den Leser direkt an die Story zu fesseln. Ich liebe es, wenn man sofort in der Handlung drin ist und keine lange Vorgeschichte nötig ist. Dazu enden viele Kapitel mit einem Cliffhanger, und man wird gezwungen weiterzulesen. 

`Bluthölle` ist eine temporeich erzählte Jagd nach einem Serienkiller, absolut spannend und ziemlich blutig. Der Killer ist den Ermittlern jedoch dauernd einen Schritt voraus. Und wie immer bei einem Chris Carter Thriller gilt: Nichts für Zartbesaitete!!!
Absolute Leseempfehlung !!


                                                             



Ich danke  Netgalley.de  für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Freitag, 10. Februar 2017

Rezension: `Sturmherz` von Corina Bomann




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Tragische Geschichte einer großen Liebe!!









Alexa hat seit vielen Jahren kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter Cornelia. Nun liegt diese plötzlich mit einem Schlaganfall im Krankenhaus und ist auf die Hilfe ihrer Tochter angewiesen.

 Der Roman spielt in zwei Zeitebenen, wodurch wir die junge Cornelia und ihren Freund Rick während der Sturmflut 1962 in Hamburg kennenlernen.
Aus zwei Sichten wird die Liebesgeschichte des jungen Paares erzählt und warum eine Aneinanderreihung unglücklicher Umstände  damals ein Happy End verhinderten.
Der andere Handlungsstrang spielt in der Gegenwart.
Bei der Durchsicht der Papiere stößt Alexa auf Briefe und Aufzeichnungen, die das Verhalten ihrer Mutter in den vielen Jahren in einem anderen Licht erscheinen lassen.
Alex hat eine Menge Fragen und dann bekommt sie die Gelegenheit, die Geschichte aus erster Hand zu hören, denn Rick ist zurückgekommen.

Corina Bomann lässt den Leser lange darüber im Ungewissen, was damals passiert ist und wieso Cornelia ihrer Tochter nie die nötige Liebe geben konnte.
Nach und nach, Stückchen für Stückchen erfährt man immer mehr und leidet mit den Beteiligten. Trotzdem konnte ich Cornelias Verhalten nicht verstehen oder nachempfinden.
Alexa kämpft ein Leben lang um die Liebe ihrer Mutter und nun, als Cornelia krank ist, scheint sie ihr endlich eine Erklärung zu geben. Aber ist es dafür nicht längst zu spät?
Corina Bomann wirft immer nur Bröckchen hin und so wird die Phantasie der Leser angeregt und man kann selbst versuchen, sich einen Reim auf das Verhalten zu machen.

Gekonnt  springt sie zwischen den Zeiten und verschiedenen Perspektiven hin und her und  fesselt den Leser  mit der tragischen Geschichte einer großen Liebe, durch die viele, auch Unbeteiligte sehr leiden mussten.
`Sturmherz` ist eine leichte Lektüre, die sich  wunderbar zum Entspannen eignet und mich sehr gut unterhalten hat.




lIch danke dem Ullstein Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.