* *
Beim Sortieren des Nachlasses ihres Vaters stößt Dorothee Köhler auf Hinweise, dass er eine Schwester hatte. Zum ersten Mal hört Dorothee den Namen Martha, eine Frau, von der in der Familie nie gesprochen wurde. Um mehr über ihre Tante zu erfahren, beginnt sie in alten Archiven zu recherchieren. Sie findet heraus, dass Martha in einer psychiatrischen Anstalt lebte, und versucht anhand einer nur wenige Seiten umfassenden Krankenakte zu rekonstruieren, woran sie litt und wie sie behandelt wurde. Dabei stößt sie auf zahlreiche weitere Unterlagen über psychiatrisch Erkrankte aus dem späten 19. Jahrhundert.
Die beschriebenen Behandlungsmethoden sind erschütternd. Besonders verstörend ist, dass Kastrationen offenbar als bevorzugte Therapieform gegen nahezu jede Form von Schwachsinn galten.
Ich tue mich schwer mit der Bewertung des Buches. Eigentlich hatte ich eine Geschichte über Martha erwartet, doch die vorhandenen Informationen reichen schlicht nicht aus, um ein wirkliches Bild von ihr zu zeichnen. Auch die Schicksale der anderen Kranken, die Dorothee beschreibt, konnten mich nicht fesseln, da ich zu keiner der Personen eine Verbindung aufbauen konnte.
Betrachtet man `Vier Seiten Leben` als Sachbuch, wirkt es stimmiger. Trotzdem bleibt das Gefühl, dass man gerne mehr über Martha erfahren hätte. Zudem finde ich 176 Seiten für den Preis von 30 Euro recht heftig.
Insgesamt vergebe ich daher 2 Sterne.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Bitte beachtet, dass eure Daten beim Kommentieren für diesen Zweck von Blogger verarbeitet, bzw. gespeichert werden müssen. Wenn Ihr einen Kommentar abgebt, erklärt Ihr euch damit einverstanden.