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Montag, 26. August 2013

Rezension : Das Komplott von John Grisham



* * * * *

Spannend und mitreißend!!!












Malcom Bannister sitzt seit 5 Jahren im Gefängnis und die gleiche Zeit hat er noch einmal vor sich. Er wurde zu 10 Jahren Knast wegen Geldwäsche verurteilt, doch er beteuert seine Unschuld.
 Als unerfahrener Rechtsanwalt  wurde er von einem Mandanten ausgenutzt und übers Ohr gehauen. Nun verbringt er den Tag damit, seine Mitgefangenen bei juristischen Problemen  zu beraten, oder die Bibliothek der Anstalt zu führen.

Als der Bundesrichter Ray Fawcett mit seiner Geliebten in einer Jagdhütte in Virginia ermordet wird, stehen die Polizei und das FBI vor einem Rätsel;  es gibt nicht den kleinsten Hinweis oder eine Spur, die zum Täter führt.

Als hätte Malcom jahrelang auf diesen Moment gewartet, erscheint er auf der Bildfläche. Er nimmt Kontakt zum FBI auf und behauptet, den Namen des Täters zu kennen.
Für den Leser ist es völlig unklar, woher er darüber Bescheid weiß, denn zur Zeit des Mordes  saß er ja schon lange im Knast.  Kontakte nach außen hatte er auch nicht..
Malcom bietet dem FBI den Deal an, den Namen desTäters preiszugeben. Die Bedingung ist, das er frei kommt und in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen wird.
 Alles wird schließlich so gemacht, doch schon nach kurzer Zeit ist ihm die Familie des Mannes, den er als Täter angeben hat, auf den Fersen..
Obwohl Malcom in der Ich-Form erzählt, bleibt für den Leser vieles im Dunkeln liegen. Anstatt sich weiter unter den Schutz des FBIs zu stellen, gelingt es ihm in einer Art Katz und Maus Spiel, die Ermittler abzuhängen.
Wieso er das macht, erfährt der Leser zuerst einmal nicht.. Malcom  gründet eine Scheinfirma, tätigt raffiniert Überweisungen, die nicht nachvollziehbar sein werden, stellt  Leute ein... Aber so wirklich steigt man noch nicht dahinter, wozu das alles passiert..

Doch plötzlich nimmt die ganze Story eine geniale, völlig unerwartete Wendung..
 Obwohl ich schon lange eine leise Vermutung in diese Richtung hatte,  hat es mich trotzdem total überrascht.
Grisham hat wieder einen Roman konstruiert, der es in sich hat!

Zu Anfang macht Malcom Bannister eher den Eindruck eines einfachen, kleinen Anwalts, doch im Laufe des Buches entpuppt er sich als genialer Strippenzieher und gewiefter Geschäftsmann.

Lange musste er darauf warten, seine  Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, doch genauso lange konnte er seinen Plan ausarbeiten.
Das Komplott ist spannend, abwechslungsreich und ich war von der ersten Seite an gefesselt. Die Charaktere sind sehr lebensnah beschrieben, sodass man den Eindruck bekommen kann, man befände sich selbst mittendrin in der Story.
Zu Anfang geht es eher ruhig zu, doch nach der Entlassung aus dem Knast nimmt die Geschichte rasant Fahrt auf und packt den Leser  richtig.

Es hätte nur eine winzige Kleinigkeit schiefgehen müssen, dann wäre das ganze Komplott gescheitert, aber Malcom Bannister hat anscheinend an alles gedacht und alles richtig gemacht..

Ich bin begeistert von dem Buch und kann es auf jeden Fall weiterempfehlen !!




Ich danke dem Heyne Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares. 

Donnerstag, 14. März 2013

Rezension : Der Schuldige von Lisa Ballantyne

 * * * * *



Fesselnd von Anfang bis Ende!!!!













Ohne große Erwartungen bin ich an das Erstlingswerk von Lisa Ballantyne herangegangen. Inzwischen empfinde ich "Der Schuldige" als mein Lese-Highlight der letzten Wochen.

 Der erfolgreiche Anwalt Daniel Hunter übernimmt den Fall des 11jährigen Sebastians, der seinen Freund erschlagen haben soll.
Hunter empfindet Mitleid mit dem Jungen, vor allem, als er während der Vorbereitung auf den Prozess,  Parallelen zu seiner eigenen Kindheit entdeckt.
Sebastians Mutter, medikamentenabhängig, von ihrem Mann misshandelt und nicht sonderlich lebenstüchtig; das alles kennt Daniel nur zu gut.
 Er weiß, wie es sich anfühlt, als kleiner Junge immer für die eigene Mutter die Verantwortung tragen zu müssen.
Sebastian ist ein komisches Kind, ziemlich weit für sein Alter und etwas sehr altklug; man weiß nicht, ob man ihn unheimlich finden soll oder ob er einem leid tut.

Der Roman besteht aus zwei Handlungssträngen; der eine spielt sich in Daniels heutigem Leben ab, hauptsächlich dreht sich alles um den Prozess und das Gericht. Doch Daniel hat auch private Sorgen; seine Adoptivmutter ist gestorben und erst jetzt erkennt Daniel, wie sehr sie ihm fehlt.

 Der andere Handlungstrang läßt uns immer wieder in die Vergangenheit abtauchen, in Daniels Kindheit.
Eigentlich hatte er, nachdem Minnie ihn adoptiert hat, ein schönes Leben, doch irgendetwas ist damals geschehen. Daniel hat seine Adoptivmutter seit Jahren nicht mehr gesehen. Er hat den Kontakt von einem Tag zum anderen abrupt abgebrochen und war seitdem nie wieder zuhause. Auch ihren Anrufen und Briefen begegnet er nur mit Hass.
Der Leser wird bis zum Schluss im Unklaren gelassen, was damals passiert ist. So kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen, was Minni ihm angetan haben könnte, das ihn so hart reagieren lässt.

Der Roman ist kein Thriller, auch nicht sonderlich spannend in dem Sinne, aber ich war gefesselt von der ersten Seite an.
Die Charaktere sind allesamt sehr gut beschrieben. Zum einen Minni, die Adoptivmutter, mit ihren komischen Eigenarten, Daniel selbst, als Kind innerlich zerrissen, aber auch als Erwachsener ist er noch nicht über die Geschehnisse in seiner Kindheit hinweg.
Sebastian, der merkwürdige, 11 jährige Angeklagte und seine Eltern, die nach außen hin heile Welt vorspielen.

Der Junge, der ein besonderes Interesse an Mord und Totschlag hat, ist kein leichter Fall für Daniel. Er ist sich selbst nicht sicher, ob Sebastian unschuldig ist; andererseits traut man einem 11jährigen so eine bestialische Tat nicht zu.
Manchmal benimmt sich Sebastian wie ein Kind und an anderen Tagen ist er seinem Alter weit voraus. Auch als Leser ist man hin- und hergerissen, ob man ihm den Mord zutraut oder ob es einen anderen Täter gibt.

Die Beschreibung des Prozesses ist hochinteressant, das Buch erinnerte mich an die Justizkrimis von John Grisham und Lisa Ballantynes braucht sich mit ihrem Roman nicht dahinter verstecken.
Der Ablauf bei Gericht, die Aussagen der Zeugen und zum Schluß die Vernehmung Sebastians sind so fesselnd beschrieben, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
"Der Schuldige" ist ein packender, mitreißender Roman, der einen anschließend noch einige Zeit beschäftigt. 





 Bestellen könnt ihr das Buch HIER.


 Ich danke dem Club Bertelsmann und Blogg dein Buch  für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.