Mittwoch, 28. Januar 2026

Rezension: `Die Farm der Mädchen` von Hans Rosenfeldt

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Guter Ansatz, zu viele Umwege!










Die Polizistin Hannah kehrt zum ersten Mal seit dem Tod ihres Mannes in den Dienst zurück und muss sich direkt mit dem Tod eines Babys auseinandersetzen. 

Die Handlung verläuft in mehreren Strängen, von denen besonders die Einblicke in eine Organisation, die junge Frauen aus dem Ausland zur Leihmutterschaft zwingt, unter die Haut gehen. Die Thematik ist bedrückend und erschütternd, und auch Hannah und ihre Kollegen sind entsetzt, auf welche menschlichen Abgründe sie bei den Ermittlungen stoßen.

Auch Hannahs Privatleben nimmt viel Raum ein. Der Verlust ihres Mannes, die schwere Erkrankung ihres Vaters und das Gefühl, nun weitgehend allein dazustehen, belasten sie spürbar.

Trotz einiger starker Ansätze konnte mich das Buch nicht vollständig fesseln. Durch die Vielzahl an Figuren, teils mit ähnlich klingenden Namen wie Gordon und Morgan, teils mit wechselnden Spitz- und Klarnamen, habe ich schnell den Überblick verloren.

Oft wirkte die Handlung unnötig in die Länge gezogen, und die Spannung verlor sich in zu vielen Nebensträngen. Aus diesem packenden Thema hätte man meiner Meinung nach deutlich mehr herausholen können. Ich vergebe 3,5 Sterne.


                                         


Donnerstag, 22. Januar 2026

Rezension: `Rebecca- Schatten über Buchan Manor` von Astrid Korten

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Düstere Familiengeheimnisse!










Nach einem Überfall, der sie noch immer belastet, zieht Fiona Ross mit ihrem Mann in das alte Schloss seiner Familie, der Campbells. Sie hofft, dort endlich zur Ruhe zu kommen. Doch schon bald hat sie das Gefühl, in den dunklen Gemäuern nicht allein zu sein. Immer wieder hört sie Stimmen, die sonst niemand wahrnimmt. Wer oder was geistert hier herum?

Als Fiona einen alten Zeitungsausschnitt über Rebecca entdeckt, eine Vorfahrin ihres Mannes, von der sie noch nie gehört hat, beginnt sie Fragen zu stellen. Warum wurde in der Familie nie über diese Frau gesprochen? Wer lebte früher in diesem Schloss, und was geschah vor hundert Jahren?

Es lässt Fiona keine Ruhe und sie versucht, herauszufinden, wer die Campbells wirklich waren. Sie stößt auf alte Berichte über Frauenmorde in dem kleinen Ort. Alles deutet dabei auf Baron Campbell hin. War der Urgroßvater ihres Mannes ein Serienmörder?

Parallel dazu lernen wir in einer zweiten Zeitebene Maisie kennen, ein junges Dienstmädchen, das früher bei Baron Campbell arbeitete.

Astrid Korten verbindet Gruselelemente, historische Geschehnisse und die Gegenwart zu einem spannenden Psychothriller, der sich flüssig lesen lässt. Besonders gelungen finde ich die düstere Atmosphäre, die sich von der ersten bis zur letzten Seite durchzieht.

Das Ende hat mich allerdings überrascht, denn einige Auflösungen kamen völlig anders, als ich erwartet hatte.

Wer Lust auf Gänsehaut, Familiengeheimnisse und eine ungewöhnliche Wendung hat, liegt bei  `Rebecca- Schatten über Buchan Manor` richtig.


                                              



Mittwoch, 14. Januar 2026

Rezension: ´Nordische Finsternis` von Niklas Sonnenschein

 

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Eiskalte Ermittlungen!










Ich kenne die Ermittler Karl und Mats bereits aus den vorigen Bänden, und auch diesmal arbeiten sie wieder mit Mikkel zusammen, dem Polizisten aus Spitzbergen.

Dort wurde eine, von einer Schneefräse übel zugerichtete Leiche gefunden, und kurz darauf wird der örtliche Polizeichef angeschossen und schwer verletzt.

Im Verlauf der Ermittlungen stoßen die drei auf Spuren, die tief in die Vergangenheit weisen. In mühsamer Kleinarbeit setzen sie die Puzzleteile zusammen, und plötzlich ist schnelles Handeln gefragt, denn zahlreiche Menschen schweben in großer Gefahr.

Ich mag die Krimis von Niklas Sonnenschein sehr, die düstere, kalte Atmosphäre Spitzbergens, die sympathischen Ermittler und die interessanten Fälle. Diesmal hat der Autor zum Schluss noch einmal richtig aufgedreht, die Handlung nimmt rasant Fahrt auf und endet mit einem fulminanten Finale.

Wer nordische Krimis mag, sollte hier zugreifen!









Donnerstag, 8. Januar 2026

Rezension: `Der Retter der Mütter` von Péter Gárdos

 

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Ein Leben für die Mütter!















Der Name Ignaz Semmelweis war mir im Zusammenhang mit Hygiene natürlich ein Begriff, doch über das Leben dieses genialen Arztes wusste ich bisher kaum etwas.

Die Geschichte setzt 1839 in seiner Jugend in Buda ein, seiner Heimatstadt. Eigentlich sollte Ignaz das Geschäft seines Vaters übernehmen, doch er hatte sich in den Kopf gesetzt, Medizin zu studieren. Gemeinsam mit seinem Freund Stolz geht er an die Universität in Pest, und beide werden schließlich Ärzte. Ihr erster Einsatz führt sie an die Geburtenstation eines Krankenhauses.

Semmelweis lässt der Gedanke keine Ruhe, warum so viele Frauen nach der Geburt sterben. Und warum überleben die Mütter auf der reinen Hebammenstation, ganz ohne Ärzte, deutlich häufiger? Tag und Nacht sucht er nach der Ursache, beinahe besessen von dem Wunsch, das Rätsel zu lösen.

Der Einstieg ins Buch war für mich etwas schleppend, vor allem weil kaum wörtliche Rede vorkommt, was ich normalerweise nicht so gern mag. Doch sobald ich in Semmelweis’ Leben eingetaucht war, hat mich die Geschichte gefesselt. 

Péter Gárdos hat das Wirken von Semmelweis hervorragend recherchiert und in einen interessanten und spannenden Roman verwandelt. 

Ignaz Semmelweise, ein Mann, der ein Leben lang für die Mütter kämpfte und erst lange nach seinem Tod gehört wurde.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung!