Montag, 25. Mai 2020

Rezension: `Die Lilienbraut` von Teresa Simon


* * * * 
Sehr schöne Familiengeschichte!












Der neue Roman von Teresa Simon spielt auf zwei Zeitebenen. Zum Einen erleben wir die junge Mutter Liv, die in Köln ein Haus erbt und dort ein Duftlädchen eröffnet. Gleich in den ersten Tagen begegnet ihr mehrmals eine alte Frau, die sie anscheinend mit jemandem verwechselt und wüst beschimpft.
Auch sonst scheint Liv Feinde in Köln zu haben, die ihr das Geschäft mit ihrem Duftlädchen schwer machen.
Liv versucht herauszufinden, wieso die alte Frau denkt, sie kennt sie von früher. Und zum ersten Mal überlegt sie, warum ihre Tante ihr das Haus in Köln vererbt hat, sie es aber nicht verkaufen durfte. 

Im anderen Handlungsstrang begeben wir uns in die Zeit des zweiten Weltkriegs. 
Die junge Kölnerin Nellie hatte ein untrügliches Gespür für guten Duft und hätte es in ihrer Stellung im Dufthaus 4711 sicher weit bringen können, doch der Krieg zerstörte alles. Dazu kamen persönliche Schicksalsschläge und die verbotene Liebe zu einem Pater, ein ewiges Schwanken zwischen Hoffnung oder Aussichtslosigkeit.


Teresa Simon erzählt lebendig und spannend und bereits ab der ersten Seite ist der Leser mitten im Geschehen. In beiden Zeitebenen finden wir facettenreiche Charaktere, obwohl mich die Kapitel mit Nellie viel mehr fesseln konnten als die in der Gegenwart.

Wer schon öfter in Köln war oder hier lebt, der wird viele der beschriebenen Schauplätze, der bekannten Personen und kölschen Spezialitäten kennen. Mich hat es umso mehr begeistert, weil ich auch schon ein paarmal das Dufthaus 4711 und das Farina Museum besucht habe.

Während des Lesens fragte ich mich, was die beiden Handlungsstränge miteinander zu tun haben, auch wenn ich natürlich Vermutungen hatte. Heraus kommt eine beziehungsreiche Familiengeschichte, die durch alte Tagebucheinträge ergänzt, und nach und nach langsam aufgeklärt wird. Geschickt werden am Ende alle losen Fäden miteinander verflochten, sodass keine Fragen offen bleiben.

                                                           
                                                             


Ich danke dem  Heyne Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

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