Dienstag, 6. November 2012

Lesung : Ken Follett am 30.10.2012 in Köln

In der letzten Woche war es soweit !!!  
Ken Follett in Köln !!

Vor ein paar Wochen bekam ich eine email von der Mayerschen Buchhandlung, in der stand, dass Ken Follett zu  einer Lesung nach Köln kommt.
Dies sollte in diesem Jahr die einzige Lesung mit ihm in Deutschland sein .
Das wurde nicht groß publik gemacht, ich habe auch erst kurz vor der Veranstaltung etwas darüber in der Zeitung gelesen.
Aber da hatte ich ja schon lange meine Karten bestellt !! :)



Und dann war endlich der langersehnte Abend da...

Obwohl ich von dem neuen Buch "Winter der Welt" nicht so begeistert war, freute ich mich trotzdem. Denn ich habe so viele  tolle Bücher von Ken Follett gelesen, da ist es schon ein Erlebnis, ihn einmal live zu sehen.
Ich war mal wieder viel zu früh da, doch das bescherte mir einen Platz in der ersten Reihe.
Die Bühne war sehr schön geschmückt und mit vielen, vielen `Winter der Welt`- Büchern dekoriert.


 Während ich noch auf den Beginn der Veranstaltung wartete, kniete plötzlich ein junger Mann vom WDR vor mir und bat darum, mir ein paar Fragen stellen zu dürfen.

Er fragte, warum ich bei einer Lesung sei, was ich an Ken Follett gut fände und was ich schon von ihm gelesen habe. Und noch einige andere Dinge..... Ich war ziemlich froh, als ich es überstanden hatte, denn so unvorbereitet fiel mir nicht wirklich viel Originelles ein..




Mit  etwas Verspätung erschien Ken Follett dann auf der Bühne.
Ich empfand ihn schon als eine sehr eindrucksvolle Erscheinung.


Moderiert wurde der Abend von Angela Spizig aus Köln, die ich schon mehrfach bei Lesungen erlebt habe.
Zuerst sprach sie ein paar Einführungsworte und stellte dann das neue Buch "Winter der Welt" vor.
Im Wechsel mit Ken Follett würden sie je ein Kapitel daraus lesen; er in Englisch, sie in Deutsch.

Zuvor erklärte sie noch kurz etwas über die Handlung des Kapitels. Dabei zählte sie die mitspielenden Familien aus den verschiedenen Ländern auf und deren Unmengen an Angehörigen. Ich mußte schon etwas grinsen, erinnerte mich das doch stark an den Loriot Kult-Sketch mit Evelyn Hamann, bei dem sie sich dauernd verspricht wegen der vielen Namen..
Aber Frau Spizig hat sich natürlich nicht versprochen und dann gings los.
Als Ken Follett las, stellte ich fasziniert fest, dass er eine wunderbare Aussprache hat; es machte großen Spaß, ihm zuzuhören.
Anschließend las Frau Spizig auf Deutsch weiter.

Nach der eigentlichen Lesung wurde es aber dann doch etwas privater. Ken Follett sagt von sich selbst, er sei ein Handwerker , der lange für ein Buch recherchiert.
Für `Winter der Welt`  hat er allein 8 Monate nur Nachforschungen betrieben, 8 Monate hat er geschrieben und 8 Monate hat das Lektorat benötigt.
Frau Spizig wollte wissen, ob die Handlung am Anfang des Buches schon feststeht oder ob ihm auch während des Schreibens Einfälle kommen.
Ken meinte, dass er ja durch die Geschichte tlw. gebunden ist, die Historie kann er nicht verändern. Allerdings stehe der Rahmen vorher komplett fest; die Figuren jedoch hat er zwar geplant, aber das kann sich während des Schreibens ändern. Sie entspringen rein seiner Fantasie. 
Das  Buch spielt ja im zweiten Weltkrieg,  doch er hat bewußt die Konzentrationslager und Judenverfolgung ausgespart. Sie kommen zwar im Roman vor, einfach weil es zur Geschichte gehört, aber er meinte, darüber gäbe es schon genug zu lesen. Er sei bei seinen Recherchen auf andere Dinge gestoßen. Z. B. auf das Krankenhaus, in dem die behinderten Kinder getötet wurden.  Das hatte mich beim Lesen auch erschüttert, obwohl ich davon schon vorher wußte. Doch in `Winter der Welt` berührte es einen wieder mehr, weil man ja die Familien kennengelernt hatte und mit ihnen litt, als die Kinder weg kamen.

Zu seinen Protagonisten im Allgemeinen erzählte er noch, dass er gerne Figuren erfindet, die Familie haben etc. Wenn man z.B. einen James Bond Film sieht, da ist man nicht besonders berührt, wenn da reihenweise Menschen sterben. Aber wenn man schon vorher die Familien kennt und plötzlich müssen Väter, Söhne , Onkels in den Krieg ziehen oder Kinder sterben, dann leidet man viel eher mit. 
Denn man lernt die Familien beim Lesen kennen und macht sich Sorgen, dass den Angehörigen etwas passieren könnte.
Eben noch ein bißchen über James Bond gelästert, gestand Ken aber dann direkt, wie sehr er in seiner Jugend James Bond bewundert hat. Von ihm hat er gelernt, was überhaupt ein Martini ist und auch seine Kußtechniken hat er bei 007 abgeguckt.



Barbara Follett

Hinter mir saß Mrs. Barbara Follett, die ihren Mann auf der Reise begleitete. Barbara war 13 Jahre lang Abgeordenete im englischen Parlament, um für die Gleichstellung der Frau zu kämpfen. Ken Follett betonte noch einmal, dass er selbstbewußte Frauen mag und auch in `Winter der Welt` starke Frauen mitspielen.
 
Frau Spizig fragte, wie Ken Follett die Unterhaltungen im Kreml , Reichstag oder den Politbüros so authentisch beschreiben konnte.
Das erklärte er damit, dass er seine Frau in ihrer Amtszeit sehr oft zu Geschäftsessen mit hochgestellten Persönlichkeiten begleitet habe.
Dadurch wurden ihm Einblicke gewährt, wie man sich in den oberen Etagen der Politik unterhält, oder wie es dort zugeht. Das war sehr hilfreich für seine Arbeit.

Ob es etwas gebe, wovor er Angst habe, fragte Frau Spizig; er habe schließlich alles erreicht, seine Bücher seien regelmäßig in den Bestsellerlisten auf Platz 1... 
Darauf antwortete er : "Angst? Nur davor, die  Nr. 2 zu sein ". 
Allgemeines Gelächter im Publikum.....                         





Zum Schluß erkundigte sich Frau Spizig noch, wann der dritte Band der Trilogie erscheinen wird und ob er schon daran schreibt..
Ken Follett verriet, dass das nächste Buch 1961 spielen wird und zwar zur Zeit des Mauerbaus und des kalten Krieges. Es geht dabei um eine Familie in Ostberlin, aber es dauert noch sicher 2 Jahre, bis das Buch erscheinen wird...

Leider war die Lesung viel zu schnell zu Ende, doch Ken Follett mußte ja anschließend noch 500  Bücher signieren und das nahm ja leider auch einige Zeit in Anspruch.

Der Abend war ein unvergessliches Erlebnis, vielleicht auch deswegen, weil ich schon vor etlichen Jahren die ersten Bücher von Ken Follett gelesen habe und nun eine Gelegenheit hatte, ihn einmal Live zu erleben.
Ein sehr sympathischer Autor, der uns hoffentlich noch viele glückliche Lesestunden mit seinen Büchern schenkt.                                                                                 

                                                     
Z


Meine Freundin Doro mit Frau Spizig



Meine Nichte Laura


Montag, 5. November 2012

Der Gewinner ist gezogen !!

So, ihr Lieben... es ist soweit.. !!! 

Das Gewinnspiel zum 1. Blog-Geburtstag ist vorbei...
Bei manchen hat es zwar etwas länger gedauert, bis sie die richtige Lösung gefunden hatten, aber es klappte ja doch noch rechtzeitig...

 23 Leser haben mitgespielt und die richtige Lösung war natürlich :

  " Die Giftmischerin" von Bettina Szrama



                                                              
                                     Das signierte Buch geht an :

                                      Isabel
                                        
                                            von  

                                    Belles Leseinsel

Ich weiß zufällig, dass dieses Buch auch auf ihrer Wunschliste steht, das paßt ja dann gut :-)


Und nun zum Hauptgewinn, dem 15 Euro Amazon-Gutschein...






 And the winner is.........



                                            
                                              MARTINA
                                           von 
                              Martina`s Buchwelten


Ich gratuliere beiden Gewinnerinnen und allen anderen Mitspielern danke ich fürs Mitmachen..

Das nächste Gewinnspiel kommt bestimmt .... 

Isabel und Martina; bitte schickt mir doch noch eure Adressen..

Sonntag, 4. November 2012

Also gut...noch ein kleiner Tipp...

für diejenigen, die das Rätsel bisher nicht lösen konnten....
Das gesuchte Buch in meinem Gewinnspiel wurde von der Autorin geschrieben, mit der ich schon ein Interview geführt habe...
Nun müßte es aber auch der Letzte lösen können......:-)
Also, nur noch heute habt ihr Zeit, mir eine mail mit der Lösung zu schicken. Die genauen Bedingungen findet ihr H I E R

Samstag, 3. November 2012

Rezension : Die Insel der Witwen von Dagmar Fohl


 * * * *




Ein Buch; perfekt für die kalte Jahreszeit !!!







`Die Insel der Witwen` ist das erste Buch, das ich mir aus der Kindle-Leihbücherei ausgeliehen habe.
Es ist Winter im 19. Jahrhundert auf der Nordseeinsel Taldsum; es stürmt und schneit, die Menschen, vor allem die Witwen, die keine Männer im Haus haben, frieren, hungern und müssen jeden Tag um ihr Überleben kämpfen.
Denn Arbeit gibt es für die Witwen der Insel keine; sie ernähren sich von dem, was sie am Strand finden. Das Strandgut hilft ihnen auch, ihre Häuser in Schuss zu halten oder Kleidung zu bekommen.
Denn jedes gestrandete Schiff bedeutet für die Inselbewohner Holz. Stoffe, Essen, Werkzeug; eben alles, was so an Land geschwemmt wird.

Da ist es ganz klar, dass niemand den neuen Leuchtturm haben will, der die Schiffe vorm Untergang bewahren soll, indem er ihnen den Weg leuchtet..
Andreas Hartmann aus Hamburg ist seit seiner Kindheit von Leuchttürmen besessen, nun will er als Architekt den ersten Leuchtturm auf einer Insel bauen.

Doch dort schlägt ihm nur Hass entgegen, bis er Keike trifft, eine junge schöne Witwe....
Obwohl Andreas seit Jahren Familienvater ist, verliebt er sich in Keike und ist zum ersten Mal glücklich in seinem Leben.

Die Geschichte beginnt allerdings direkt mit einem Prozess vor Gericht, in dem Andreas des Mordes angeklagt wird.
Die Autorin schaltet immer wieder zum Prozess zurück, während sie im anderen Handlungsstrang vom Leben auf der Insel und vom Leuchtturmbau berichtet.

Bis zur letzten Seite wird der Leser im Unklaren gelassen, wen Andreas ermordet haben könnte...

Der Roman ist spannend, kommt auch völlig ohne Effekthascherei aus, dafür ist er durchsetzt mit kurzen, eher märchenhaften Träumereien. Der überall verbreitete Aberglaube läßt die Inselbewohner manche Dinge sehen oder spüren, die nicht wirklich passieren..

Sowas mag ich eigentlich überhaupt nicht, doch in dieses Buch paßt es perfekt. Ich fahre öfters Verwandte in Ostfriesland besuchen und mir ist schon aufgefallen, dass dort oft eine mystische und geheimnisvolle Stimmung herrscht.
In der kalten Jahreszeit, wenn Nebel über der flachen Landschaft liegt, ist es wirklich manchmal unheimlich.

Deswegen haben mich diese Abschweifungen ausnahmsweise überhaupt nicht gestört, denn an irgendetwas müssen sich die Inselbewohner ja festhalten bei dem schweren Leben, das sie führen.
Da bleibt ihnen vielfach nur noch das Verdrängen der Realität... 

Das Buch empfand ich perfekt für diese Jahreszeit, denn denn wenn es draußen stürmt und windig ist, kann man sich sehr gut gedanklich in die düstere Atmosphäre nach Taldsum versetzen.
Ein sehr schöner, ruhiger Roman, der trotzdem spannend ist und mir wirklich gut gefallen hat.


Morgen ist es vorbei ....

mein Gewinnspiel....

Ich würde mich freuen, wenn ein paar von euch noch einmal auf ihren Blogs darauf hinweisen.
Ihr habt die Chance auf einen 15 Euro Amazon- Gutschein und auf ein tolles signiertes Buch...

Zum Mitmachen einfach auf den Button links 
 oder H I E R klicken

Freitag, 2. November 2012

15 Euro Amazon Gutschein !!

  GEWINNSPIEL !!!


Ich möchte euch nochmal an mein Gewinnspiel zum Blog-Geburtstag erinnern, das ja nur noch bis
Sonntag läuft...Klickt zum Mitmachen auf den Button links oder einfach H I E R
Falls die Aufgabe zu schwierig ist, sagt Bescheid, dann gibts nochmal einen Tipp :-)

Wohnzimmerlesung gewonnen !!

Vor ein paar Wochen startete die Autorin Elke Pistor eine Blogger-Aktion. 
Man konnte sich für ihr neuestes Buch bewerben: " Eifler Zorn".
Wenn man anschließend eine Rezension schrieb und noch auf verschiedenen Plattformen veröffentlichte, hatte man die Chance, eine Wohnzimmerlesung zu gewinnen...Gestern Abend war die Auslosung !! Und ratet mal , wer gewonnen hat ????????????????????



ELKE PISTOR

Vita:
Jahrgang 67. In Gemünd in der Eifel aufgewachsen, geprägt und der Region bis heute eng verbunden. Abitur in Schleiden. Studium in Köln.
Nach kurzem Stopp am Niederrhein lebt sie heute in Köln, arbeitet als freie Seminartrainerin und leitet Schreibworkshops.
Seit 2009 mordet sie sich mit dem größten Vergnügen in schriftlicher Kurz- und Langform quer durch alle Gesellschaftsschichten, Personenkreise und Landschaften.
Sie ist Mitglied bei den Mörderischen Schwestern, im Syndikat und im DeLiA.
Im Frühjahr 2011 wurde sie für die Shortlist des NORDMORDAWARD 2011 nominiert.
Jurymitglied für den Friedrich-Glauser-Krimipreis in der Sparte Debut 2013.
Krimis um die Kommissarin Ina Weinz:
"Luftkurmord" Erscheint im Herbst 2011 bei Emons
"Gemünder Blut" Eifelkrimi Emons Verlag 09/2010
"Für den Wind und die Vögel" in "Mortus in Colonia", Wellhöfer Verlag 07/2009
Mystery:
"Das Portal", Köln-Mystery, Emons 04/2011
Kurzgeschichten & Kurzkrimis


Und  Hier könnt ihr eine Leseprobe aus dem Eifler Zorn hören... 

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Das Buch zum Interview ist erschienen !!!

Im Sommer habe ich ja mit der Autorin Bettina Szrama ein Interview geführt. 
Dazu sind wir in Köln bei den Original-Schauplätzen des neuen Buches gewesen und haben viele Fotos gemacht.

Heute ist Das Mirakel von Köln endlich erschienen.
Interview mit Bettina Szrama


Wenn ihr Lust habt, guckt doch nochmal rein ins INTERVIEW ..

 

Dienstag, 30. Oktober 2012

Mal eine Frage in eigener Sache..

Was gefällt euch besser ?

Ich mags ja gerne bunt, auch in der Schrift. 
Jetzt haben allerdings schon manche Leser gesagt, dass man die bunte Schrift nicht so gut lesen kann...
Die letzten beiden Posts habe ich in schwarz/weiß geschrieben, da habt ihr direkt den Vergleich zu den älteren Posts.
Ist schwarz/weiß angenehmer zu lesen ? Würde mich über ein paar Anregungen freuen...
Denn heute Abend ist die Lesung mit Ken Follett und der anschließende Bericht soll ja für euch gut lesbar sein..
Also  bunt oder schwarz/weiß ????


Sonntag, 28. Oktober 2012

Rezension : Nacht des Ketzers : Andreas Weinek


* * * *


Das Leben und Sterben  

Giordano Brunos !!









Der Roman handelt von dem italienischen Mönch und Philosophen Giordano Bruno, der im 16.Jahrhundert gelebt hat.

Giordano hat freiwillig das Leben als Domenikaner-Mönch gewählt. Er liebt es zu lesen, zu studieren, zu philosophieren und mit anderen Menschen zu diskutieren.


Doch je länger er im Kloster lebt, desto mehr wird ihm klar, dass er so ziemlich der Einzige ist, der dieses Interesse hat.

Giordano versucht noch , die anderen Mönche zum Mitdenken zu bewegen, doch gleichzeitig zeigt er ihnen bei jedem seiner Vorträge, für wie einfältig er sie hält.

Dadurch wird er nicht unbedingt beliebt bei seinen Mitbrüdern. Giordano macht sich über sie lustig; nennt sie Hohlköpfe, weil sie Marienstatuen verehren und Heilige anbeten. 
Als er noch so weit übers Ziel hinausschießt, dass er die ganze Lehre der katholischen Kirche in Frage stellt oder gar verleugnet, gerät er ins Visier der Heiligen Inquisition.

Giordano verläßt das Kloster und zieht in die Welt, denn seiner Meinung nach wird es für einen zukünftigen Philosophen wie ihn, im Kloster auf Dauer zu eng.

Sein Mitbruder Guiseppe wurde von Rom schon vorher auf ihn angesetzt, ihm überallhin zu folgen, um ihn ggf. der Inquisition auszuliefern.



Ich wußte bisher relativ wenig über das Leben Giordano Brunos; ich habe anschließend mal gegoogelt, und habe dabei festgestellt, dass Andreas Weinek für diesen Roman wirklich perfekt recherchiert hat.


Das Buch ist in mehrere Handlungsstränge unterteilt; der Rückblick auf Giordanos Weg seit Verlassen des Klosters, aber schon ab dem 2. Kapitel erleben wir Giordano als Gefangenen in der Engelsburg in Rom, wo er unter Folter seine ketzerischen Äußerungen widerrufen soll.

Danach wird ziemlich häufig zwischen den beiden Zeiten hin- und hergeschaltet, was mir  nicht so gut gefallen hat. 
Mir persönlich wäre es lieber gewesen, die Zeit der Gefangenschaft im Kerker wäre erst in den späteren Kapiteln  ausführlich behandelt worden. So empfand ich es oft etwas verwirrend, in welcher Zeit wir uns gerade befinden.

Ein dritter Handlungsstrang befaßt sich mit Guiseppe, der Giordano folgen soll.
Wieder ein anderer mit den Kirchenobersten, Kardinal Bellarmin und Ordensgeneral Beccaria.
Später kommt noch die englische Seite dazu..
Das hat mich zugegebenermaßen am Anfang ziemlich durcheinander gebracht, zumal der Wechsel der einzelnen Szenen oft sehr rasch passiert und sich die Namen auch noch ähneln.

Allerdings wurde das besser, nachdem ich mich an den `sprunghaften` Stil des Autors gewöhnt hatte.


Mehr und mehr wurde ich dann doch mitgerissen und konnte ganz in die Zeit des 16.Jahrhundert abtauchen.

Andreas Weinek läßt seinen Protagonisten nicht gerade in einem sympathischen Licht erscheinen; sondern stellt ihn als ziemlich von sich eingenommen dar.

Die meisten Menschen sind Giordano zu dumm und einfältig und andere Meinungen akzeptiert er nur schwer.
Seine Thesen und seine Gedanken sind die einzig Wahren und die verteidigt er auch bis zum Tode.

Auf der anderen Seite beschreibt Andreas Weinek ihn dann wieder als ziemlich weltfremd; wenn es um das tägliche Leben geht. Von anderen Gelehrten ist er sehr leicht zu beeindrucken, falls er sie für ebenbürtig hält. Da wird  er zu schnell vertrauensselig und plaudert, ohne nachzudenken, Dinge aus, die andere Menschen ins Verderben stürzen.

Teilweise hatte ich wenig Mitleid mit seinem Schicksal, weil ich ihn nicht wirklich mochte. 
Aber gerade das war etwas, dass mich gereizt hat, denn dass ich die Hauptperson eines Romans so unsympathisch fand, ist noch nicht oft passiert.

Interessant war mal wieder zu lesen, wie die Kirche zur Zeit der Inquisition die Andersgläubigen gefoltert hat. Unvorstellbar, das jemand unter diesen Qualen nicht widerrufen hat und seinen Grundsätzen treu bleiben konnte.

Zum ersten Mal habe ich ein Bild davon, was eigentlich `vierteilen`bedeutete.

Aber wie schon so oft gelesen, die Kirchenobersten hatten ein merkwürdiges Unrechtsbewußtsein. Während sie sich der Völlerei, Hurerei oder Knabenschändung hingaben, war jemand, der etwas gegen die Kirche sagte, direkt ein Fall für die Inquisitoren.


Das Buch hat mir gut gefallen, ich bin allerdings hin und hergerissen. Einerseits fand ich manche Stellen sehr langatmig und dann konnte ich wieder nicht aufhören zu lesen, weil es so spannend war.


Daher vergebe ich 4 Punkte für ein wirklich lesenswertes Buch.




Erhältlich ist das Buch HIER  
oder bei Amazon

 Ich bedanke mich bei Blogg dein Buch   und  dem neuen eBook-Verlag Dot`books 
für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.