Posts mit dem Label Russland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Russland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 7. August 2025

Rezension: `Verlorene Träume- das Echo der Liebe` von Astrid Korten

 

* * * * *

Wunderschöner Roman!









München, 2020. Als die Journalistin Lilly bei einer Ausstellung ein atemberaubendes, antikes Kleid entdeckt, ist sie sofort fasziniert. Es soll einst der russischen Gräfin Alexandra Oblenskaja gehört haben. Getrieben von ihrem Wunsch, mehr über die geheimnisvolle Besitzerin des Kleides zu erfahren, beschließt Lilly, einen Artikel über sie zu schreiben. Da ihre eigene Beziehung gerade vor dem Aus steht, trifft sie eine Entscheidung: Sie reist nach St. Petersburg, um die Spuren der Gräfin zu verfolgen.

Der Roman entfaltet sich auf zwei Zeitebenen und gewährt uns Einblicke in die Geschichte zu Beginn der russischen Revolution im Jahr 1917, sowohl aus Alexandras Perspektive als auch aus der ihres Freundes Juri.

So sind die Leser Lilly bei ihren Recherchen oft einen Schritt voraus. Während ihrer Reise trifft sie auf Menschen, die sich bestens mit der russischen Geschichte auskennen und ihr wertvolle Unterstützung bieten. Es ist bemerkenswert, dass auch heute noch viele Einzelheiten des Lebens vor 100 Jahren ans Licht kommen können.
Besonders die Erlebnisse von Alexandra haben mich emotional berührt und in ihren Bann gezogen. 

Astrid Korten ist es erneut gelungen, einen tiefgründigen, fesselnden Roman zu schreiben und zu beweisen, dass sie nicht nur Meisterin aufregender Thriller ist. Sie versteht es,
 ihre Leser von der ersten Seite an in die Handlung zu ziehen und in eine Geschichte voller Spannung und Emotionen eintauchen zu lassen.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für `Verlorene Träume.`


                              








Dienstag, 21. Juni 2022

Rezension: `Winterschwestern` von Kristin Hannah

 


 * * * *

Bin hin- und hergerissen...









Vorab möchte ich erwähnen, dass dieses Buch schon früher unter dem Titel `Ein Garten im Winter` erschienen ist.

 Die Schwester Meredith und Nina sind erschüttert über den plötzlichen Tod des Vaters. Kurz vorher mussten sie ihm noch versprechen, sich immer um die 81jährige Mutter zu kümmern. Das fällt ihnen allerdings nicht so leicht, denn Anja Whitson ist eine kalte, herzlose Person, die ihren Kindern nie Liebe entgegengebracht hat. Der Vater versuchte das ein Leben lang auszugleichen, aber nun ist er tot.

Die Mutter hat nie über ihre Vergangenheit gesprochen, die Mädchen wissen nur, dass sie aus Russland kommt. Anja flüchtet sich lieber in ihre russische Märchen. Davon hat sie den Kindern oft erzählt, aber nie erfuhren sie das Ende.


Kristin Hannah hat mich bisher mit allen Büchern packen können, doch `Winterschwestern` war nicht ganz das, was ich von ihr erwartete.

Ihr Erzählstil ist wie immer gut, aber die Geschichte insgesamt konnte mich nicht so fesseln. Ich habe wenig Verständnis für das Verhalten dieser kaltherzigen und undankbaren Frau gehabt. Egal, was passiert ist und was sie erlebt hat, es gibt keinen Grund, die eigenen Kinder so zu behandeln. Noch schlimmer und unrealistischer fand ich, wie sie sich nach dem Tod des Vaters veränderte.


In einer anderen Zeitebene geht es zu einer russischen Familie in die Zeit des zweiten Weltkriegs nach Leningrad. Was für eine schreckliche Kälte und Hungersnot die Menschen erleben mussten. Manchmal hatten die Kinder nur Sägespäne und Erde zu essen, um zu überleben. Alle Möbel wurden verfeuert, sodass man zum Schluss zu mehreren Personen im Bett schlafen musste und weder Stuhl noch Tisch besaß. Ich hatte die ausgemergelten Kinder, die kaum noch Kraft hatten, bildhaft vor Augen. Diese Kapitel haben mir wieder sehr gut gefallen, weil alles sehr authentisch dargestellt wurde.

Und endlich erfahren die Mädchen und auch die Leser den Grund für Anjas Verhalten. Leider wurde die Geschichte zum Ende hin nochmal ziemlich unrealistisch und richtig kitschig.

Ich bin ein bisschen gespalten, was die Bewertung angeht. Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen, habe mich aber für 4 entschieden, weil es nicht das Buch war, sondern eigentlich nur die Mutter, die mich genervt hat.


                                                      


Ich danke Netgalley.de für die Zusendung des Rezensionsexemplars.