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Grandios!
Wie schon in `Die Schwarzgeherin` nimmt uns die Autorin erneut mit an den Beginn des 20. Jahrhunderts, in ein abgelegenes Grenzgebiet zwischen Deutschland und Österreich. Der Fluss, der die beiden Länder trennt, kann nur mit einer Fähre überquert werden, und dafür braucht es einen Fährmann, der Tag und Nacht bereitsteht.
Die Kinder Hannes, Annemarie und Elisabeth sind unzertrennlich. Sie wollen immer zusammenhalten, doch das Leben hat andere Pläne. Als Erwachsene trennen sich ihre Wege: Hannes übernimmt das Amt des Fährmanns, ein Beruf, der keine eigene Familie zulässt. Elisabeth heiratet, und Annemarie arbeitet in der Wirtschaft ihrer Eltern. Keiner von ihnen führt das Leben, das er sich erträumt hat, und dennoch bleiben sie im Herzen miteinander verbunden.
Regina Denk ist wieder ein großartiger Roman gelungen. Mit ihrem bildhaften, atmosphärischen Erzählstil, wenig wörtlicher Rede, dafür reichlich Emotionen, zeigt sie eindrucksvoll, wie schwer es Frauen damals hatten. Männer bestimmten über ihr Leben, Arbeit und Gehorsam wurden erwartet, eigene Meinungen unterdrückt. Der Mann durfte seine Frau züchtigen, sie hatte keinerlei Rechte. Auch die Kriegsjahre schildert die Autorin mit großer Authentizität, sodass ich mich direkt in die Zeit versetzt fühlte.
`Der Fährmann` ist ein Roman, der mich sehr berührt hat und den ich, genau wie `Die Schwarzgeherin` sicher noch lange im Gedächtnis haben werde.

