Dienstag, 16. September 2014

Rezension : `Königstöchter` von Carla Berling

* * * *


Wieder Mord in Ostwestfalen!!









`Königstöchter` ist nach `Sonntags Tod` der zweite Band aus der `Ira Wittekind` Reihe, in dem die Autorin den Leser wieder ins ostwestfälische Bad Oeynhausen mitnimmt.

Ira, Reporterin bei der Zeitung `Tag 7`, wird geschickt, um über einen schrecklichen Unfall zu berichten, der einer alten Bewohnerin der Morgenstern-Stiftung zugestoßen ist.

Eigentlich eine Routinesache, bis sich herausstellt, dass es kein Unfall war, sondern sich um Mord handelt.

Als noch eine zweite Bewohnerin des Heimes eines unnatürlichen Todes stirbt, wird Iras journalistisches Interesse geweckt...

Sie befragt die Bewohner und die Bekannten der Toten, doch bei dem, was sie erfährt, hat sie nicht immer den nötigen Abstand, denn sie fühlt regelrecht mit den Befragten.

Vor allem, als sie erschütternde Dinge herausfindet, die vor vielen Jahren passiert sind und worunter die Beteiligten heute noch leiden.

Der Zeitungsartikel ist schon fast zur Nebensache geworden, denn Ira möchte nun die ganze Geschichte wissen. Was ist damals geschehen ? Wer ist für die Morde verantwortlich ? Sie findet nach und nach heraus, was es mit den `Königstöchtern`, von denen hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird, auf sich hat. Und dann geschieht ein dritter Mord....

Den Anfang des Buches empfand ich als ziemlich langatmig, doch später konnte mich das Buch wieder fesseln.

Die Story um die `Königstöchter` ist gut konstruiert und spannend geschrieben.

Humorvoll schildert Carla Berling die Besuche auf Hof Eskendor und die Mundart ließ mich doch mehrmals schmunzeln, da mir viele Wörter noch sehr geläufig sind aus meiner Jugend, die ich in der Nähe verbrachte.


Allerdings wurde es mir für einen Krimi ein bisschen viel mit Iras Privatleben und den beiden alten Tanten. Beim ersten Band `Sonntags Tod` passte es sehr gut, dass die Autorin viel Privatkram einfließen ließ, denn die Bewohner von Gut Eskendor hatten etwas mit dem aktuellen Mordfall zu tun.

Bei `Königstöchter` hätte mir jedoch etwas weniger gereicht.


Die Autorin hat sehr vielschichtige, eigenwillige und teils skurrile Charaktere geschaffen und auch von der Thematik her ist alles vertreten. Mord, Habgier, Rache, illegale Abtreibungen, Missbrauch, Inzest.


Eine Aussage aus dem Buch, über die ich später noch länger nachdachte, ist mir wieder im Gedächtnis geblieben.
Iras Mutter sagt :
" Die Frau ****, die hatte es doch immer gut. Stets genug Geld und brauchte nie einen Finger krumm zu machen. Die hat kein Leid gekannt..... "

Und gerade hierbei  handelt es sich um die Frau, die in der Kindheit Schreckliches erlebt hat und deren Leben im Grunde durch diese Misshandlung verpfuscht war...

Man sollte nie vorschnell über Menschen urteilen, denn meistens kennt man ihre Lebensgeschichte nicht wirklich..

Alles in allem war `Königstöchter`ein guter Krimi, doch `Sonntags Tod` hat mir noch etwas besser gefallen.








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