Montag, 15. Juni 2026

Rezension: `Die Honigfrauen- Ein Sturm zieht auf` von Mirjam Müntefering

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Ein berührender Auftakt, der Lust auf mehr macht!








Der neueste Roman von Mirjam Müntefering entführt die Leser ins heutige Wuppertal zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Irina, die als Kind an Kinderlähmung erkrankt ist, wird meist von ihrem Großvater Ludwig Honig im Rollstuhl gefahren. Kleine Strecken schafft sie inzwischen selbst, doch ihr Leben ist stark von seiner Fürsorge geprägt. Als der alte Mann plötzlich stirbt, bricht für Irina eine Welt zusammen, und gleichzeitig kommt vieles ans Licht, das lange verborgen war.

Die gut situierte Konditorei Honig steht nach einer riskanten Investition kurz vor dem Ruin. Zu allem Überfluss hat Ludwig Honig die geheimen Rezepte und Zutaten für die beliebten Kuchen und Törtchen mit ins Grab genommen. Nach seinem Tod tauchen zudem streng gehütete Familiengeheimnisse auf, und Irina erfährt endlich, warum ihre Großmutter stets so kalt und abweisend wirkte.

Ohne den Großvater muss Irina sich zum ersten Mal der wirklichen Welt stellen. Man spürt, wie sie langsam aus sich herauswächst, mutiger wird und beginnt, ihren eigenen Weg zu gehen. Eine große Stütze ist ihr Jugendfreund Eugen. Doch auch Arno Kuhn, Erbe der Konditorei Kuhn, zeigt plötzlich Interesse an ihr. Geht es ihm wirklich um Irina oder nur um eine mögliche Fusion der beiden Geschäfte?

Mirjam Müntefering hat mich mit `Honigfrauen` vollkommen in den Bann gezogen. Schon ab Seite eins war ich in der Geschichte abgetaucht und habe das Buch in zwei Tagen verschlungen. Die vielen historischen Details, Kutschfahrten, Boten, die Briefe überbringen, Hausmädchen und Dienstboten, verleihen dem Roman eine wunderbare Atmosphäre.

Die wechselnden Perspektiven machen die Handlung zusätzlich spannend und lebendig.

Der einzige Wermutstropfen ist, dass ich bis August warten muss, um zu erfahren, wie es weitergeht.


                                              


Donnerstag, 11. Juni 2026

Rezension: `Die Reisende` von Vincent van Dorn

 

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Wenn Bewunderung zur Besessenheit wird!










Seit ihrer Kindheit fühlt sich Judith Krane unsichtbar. Sie bewundert andere Frauen und versucht verzweifelt, ihnen nachzueifern. Besonders die hübsche und selbstbewusste Frau, der sie jeden Morgen im Zug begegnet, wird zu ihrem Vorbild. Judith kleidet sich wie sie, imitiert ihre Gesten, doch als diese Frau keinerlei Interesse zeigt, kippt Judiths Bewunderung in tödliche Besessenheit. Und sie bleibt nicht das einzige Opfer.

Vincent van Dorn präsentiert uns die Täterin direkt zu Beginn. Danach begleiten wir die Polizei bei ihren Ermittlungen. Da Judith auch hier unsichtbar bleibt, entwickelt sich ein äußerst kniffliger Fall. Die Zeit läuft, und die Ermittler wissen, dass sie im Zug suchen müssen, denn inzwischen gibt es bereits drei Mordopfer.

Der Autor lässt uns tief in Judiths gestörte Psyche, die von Minderwertigkeitsgefühlen, Obsession und einer gefährlichen inneren Leere zerfressen ist, blicken. Das hat bei mir für Gänsehaut gesorgt, weil alles erschreckend realistisch wirkt. Man lernt jemanden zufällig kennen, begegnet sich täglich in der Bahn, wechselt ein paar Worte und ahnt nicht, dass man damit vielleicht sein Todesurteil unterschreibt.

Zum Schluss wurde die Handlung für meinen Geschmack etwas langatmig, doch insgesamt hat mir die Mischung aus Polizeiarbeit und dem Wissen um Judiths nächste Schritte richtig gut gefallen.

`Die Reisende`  ist ein spannender Psychothriller, der zeigt, wie dünn die Grenze zwischen Bewunderung und Besessenheit sein kann.



Montag, 8. Juni 2026

Rezension: `Akte Nordsee- Die letzte Predigt` von Eva Almstädt

 

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Ein Lesevergnügen!










Einen Tag nachdem Fentje Jacobsen mit ihrer Großmutter den Gottesdienst zur silbernen Konfirmation besucht hat, wird der Pfarrer tot aufgefunden.

Lena, die für die Feier in ihre Heimat Estherwieck zurückgekehrt ist, hat den Pfarrer kurz vor seinem Tod noch aufgesucht. Wenig später verschwindet sie spurlos und wird dann ermordet aufgefunden. Da der Journalist Niklas John die letzte Person war, die sie lebend gesehen hat, gerät er sofort ins Visier der Polizei. In seiner Not fällt ihm nur eine ein, die ihm helfen könnte: Fentje Jacobsen, auch wenn es zwischen den beiden gerade alles andere als harmonisch läuft.

Natürlich ist sie von seiner Unschuld überzeugt, und gemeinsam beginnen sie auf eigene Faust zu ermitteln und versuchen, den wahren Täter zu finden.

Eva Almstädt schafft es auch diesmal, mich von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Ihr Schreibstil ist schnörkellos, klar und angenehm zu lesen, ohne unnötige Längen. Das norddeutsche Lokalkolorit verleiht der Geschichte zusätzliche Authentizität und Atmosphäre, ohne sich in Details zu verlieren.

Fentje und Niklas sind zwei ausgesprochen sympathische Figuren, und vermutlich wäre ihre Beziehung längst weiter, wenn nicht Niklas’ Vater und Fentjes Bruder ständig dazwischenfunken würden.

Obwohl diesmal relativ viele Personen eingeführt werden, hatte ich keinerlei Probleme, den Überblick zu behalten. Einige Figuren wirkten allerdings überflüssig, da sie später keine wirkliche Rolle mehr spielten.

Dafür gibt es jede Menge potenzielle Täter und Verdächtige, was den Spannungsbogen konstant hoch hält. Zahlreiche Plot- Twists und falsche Fährten sorgen dafür, dass `Die letzte Predigt` mich wieder bestens unterhalten hat.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

                                            

                                                    







Donnerstag, 4. Juni 2026

Rezension: `Wer sich der Wahrheit stellt` von Melanie Metzenthin

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Gelungener Abschluss der Trilogie!!









 Der dritte Band um die junge Ärztin Renate Studt beginnt mit ihrer Hochzeitsreise nach New York. Dort besuchen sie Matthias` Onkel Rudi und seine Frau Goldie, die den beiden voller Begeisterung ihre Heimat zeigen. New York wirkt wie ein einziger Rausch, laut, bunt, überwältigend, und Renate und Matthias sind sofort hingerissen von dieser faszinierenden Stadt. Als sich schließlich sogar berufliche Möglichkeiten auftun, hier zu leben und zu arbeiten, geraten sie ins Grübeln.

Zurück in Hamburg wartet der ganz normale Wahnsinn. Renate hat weiterhin Stress mit Dr. Kleinschmidt, und als er ihr einen schweren Behandlungsfehler vorwirft, ist sie kurz davor, alles hinzuschmeißen. Renates Onkel wird noch immer von einem Polizisten verfolgt, und Matthias hat es im Studium nicht leicht.

Auch diesmal gelingt der Autorin eine überzeugende Mischung aus Privatleben und psychiatrischem Alltag, auch wenn mir der erste Teil in New York fast ein wenig zu lang geraten war. Die Rückkehr nach Hamburg fand ich dafür umso spannender. Besonders Renates Fälle in der Psychiatrie und die damaligen Behandlungsmethoden der 60er Jahre fesseln mich immer wieder.

Es ist bedrückend zu lesen, wie viele Ärzte psychisch erkrankte Menschen damals nicht ernst nahmen und sie vorschnell als `Irre` abstempelten. Ebenso erschreckend ist, wie hartnäckig manche Mediziner an überholten Methoden festhielten und kaum offen für neue Erkenntnisse waren.

Die Autorin kann bei ihren Romanen auf ihre berufliche Erfahrung zurückgreifen, sie ist selbst Ärztin für Psychiatrie. Das verleiht den Geschichten stets eine authentische und glaubwürdige Note.

`Wer sich der Wahrheit stellt` ist für mich ein gelungener Abschluss der Trilogie.