Seiten

Donnerstag, 26. März 2026

Rezension: `Das Buch der Schuld` von Catherine Chidgey

 

* * * * *

Eine Geschichte, die unter die Haut geht!


















England, 1979. Drei Brüder, Drillinge, sind die letzten Kinder im Sycamore-Heim. Alle anderen Bewohner leben inzwischen in Margate, einem idyllischen Ort mit unbegrenztem Zugang zu einem Freizeitpark. Irgendwann sollen auch die drei Brüder dorthin ziehen. Bis es so weit ist, leben sie mit ihren drei Müttern zusammen. Mutter Morgen, Mutter Mittag und Mutter Nacht. Andere Eltern kennen sie nicht.
Sie wachsen in einer streng kontrollierten Umgebung auf, die von Ritualen, Regeln und medizinischen Eingriffen geprägt ist. Immer geht es um den `Käfer`, eine Krankheit, an der alle drei leiden und die es  zu behandeln gilt.

Der Kontakt zu Einheimischen ist streng verboten, und bisher hat er ihnen auch nicht gefehlt. Doch plötzlich beschließt die Regierung, die Sycamore-Heime zu schließen. Für die Brüder bedeutet das neue Freiheiten, doch als sie erstmals ins Dorf dürfen, begegnen ihnen die Menschen mit Angst und Ablehnung. 

Parallel dazu lernen wir die kleine Nancy kennen, die mit ihren Eltern isoliert lebt und ebenfalls keinen Kontakt zur Außenwelt haben darf. Auch die britische Einsamkeitsministerin steht vor schwierigen Entscheidungen, denn sie soll die Brüder in Pflegefamilien vermitteln.

Ich war lange verwirrt über das verdrehte Weltgeschehen im Buch und musste mehrmals zurückblättern, ob ich richtig gelesen habe. Doch ich hab mich drauf eingelassen und ein tolles spannendes Buch entdeckt. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, was hinter dieser düsteren, seltsamen Welt steckt. Besonders spannend wird es, als die Brüder beginnen, alles infrage zu stellen, was sie je gelernt haben und versuchen herauszufinden, was wirklich hinter dem `Käfer` steckt.

`Das Buch der Schuld` ist mal etwas völlig anderes als das, was ich sonst lese, und trotzdem hat es mich sofort begeistert. 

Es ist kein Mainstream-Roman und genau das ist seine Stärke. Wer eine klare, durchsichtige Handlung erwartet, wird vielleicht irritiert sein. Wer jedoch Freude daran hat, sich auf eine ungewöhnliche, vielschichtige Welt einzulassen, wird sicher, genau wie ich, von einer intensiven, originellen Geschichte in ihren Bann gezogen.



                              


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Bitte beachtet, dass eure Daten beim Kommentieren für diesen Zweck von Blogger verarbeitet, bzw. gespeichert werden müssen. Wenn Ihr einen Kommentar abgebt, erklärt Ihr euch damit einverstanden.