Montag, 8. Oktober 2012

Rezension: Eifler Zorn von Elke Pistor

Vor ein paar Wochen startete die Autorin Elke Pistor eine Aktion für Blogger:

Gewinne eine Wohnzimmerlesung !!!

Die  Bedingung war, sich um ein Vorabexemplar zu bewerben und es innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zu rezensieren; dadurch gelangte man in den Lostopf.

Nun kam ich in einen kleinen Gewissenskonflikt... Sollte mir das Buch nicht gefallen und ich nicht viele Sterne vergeben könnte, hätte ich sicher auch die Chance auf die Wohnzimmerlesung vertan. 
Doch dann habe ich mir überlegt, das ich gar keine Wohnzimmerlesung gewinnen möchte, wenn mir das Buch schon nicht gefällt... Also konnte ich mich völlig unvoreingenommen ans Lesen begeben...Und....??? 
Eifler Zorn hat mir richtig gut gefallen !!


* * * * 

Rezension :


Eifler Zorn










Es ist der dritte Roman um die Polizistin Ina Weinz , die im beschaulichen Gmünd im Streifendienst tätig ist.
Ich habe die vorigen Bände nicht gelesen, hatte aber keine Probleme in die Story hineinzufinden.

 In Gmünd taucht während der Abrissarbeiten eines Gebäudes eine alte Kiste auf. Die Baggerführerin Bianca findet darin einen Jungen, doch er scheint nicht erst seit kurzem tot zu sein, sondern schon seit vielen Jahren.
Er ist eine sogenannte  Fettwachsleiche, die bei komplettem Ausschluss von Sauerstoff und bei  sumpfigem Boden entstehen kann. Noch etwas  ist an diesem Fall besonders: Der Leiche sind beide Hände abgehackt worden.
Natürlich muß zu einem Mordfall die Mordkommission aus Köln hinzugerufen werden; in Gestalt von Kriminalkommissar Horst Sauerbier und der jungen Beamtin Judith.

Zwischendurch entführt uns die Schriftstellerin ins 19. Jahrhundert, zu der  Arbeiterfamilie Weber und deren Sohn Paul.
Paul soll, wie alle anderen,  in der Fabrik arbeiten, doch er ist klug und möchte gerne mehr lernen und es später zu etwas bringen. Er will raus aus dem Elend !! Mit seinen Ideen zum Arbeiterschutz etc. eckt er beim Vorarbeiter an und wird kurzerhand rausgeschmissen. Selbst denken ist nicht erwünscht, auch nicht, wenn es für die Produktion förderlich wäre.

Zur Strafe wird Paul von seiner Familie getrennt und  in eine Erziehungsanstalt nach Gmünd gebracht; der Leser ahnt schon nach kurzer Zeit, worauf die Geschichte hindeuten könnte.
Ich hätte noch ewig weiterlesen können in der alten Zeit; die Beschreibung der Zustände und der Menschen damals ist der Autorin sehr gut gelungen.

 Kurz nach dem ersten Fund wird in Gmünd eine zweite Leiche gefunden, zu der Ina Weinz und ihre Kollegin gerufen werden. Auch diesem Toten wurden die Hände abgehackt, doch wie passen die beiden Morde zusammen ? Denn dazwischen liegen Jahrzehnte !

Der eigentliche Roman ist in der Ich-Form geschrieben; Ina ist freiwillig von der Kölner Mordkommission zur Schutzpolizei in die Eifel gewechselt, doch so idyllisch, wie sie es sich vorgestellt hat, ist es nun doch nicht.
 Dazu kommen noch die Probleme, die sie mit Henrike hat, dem 13 jährigen Mädchen, das sie  nach dem Tode der Mutter bei sich aufgenommen hat. Ina ist mit dieser neuen Rolle noch etwas überfordert und Henrike macht es ihr auch nicht gerade einfach.

 Eifler Zorn ist kein actiongeladener Thriller, mit vielen blutrünstigen Effekten, sondern eher ein beschaulicher Krimi .
Doch gerade das hat mir richtig gut gefallen. Dazu wurden die verschiedenen Charaktere sehr gut ausgearbeitet; der selbstgefällige Alt-Kommissar Sauerbier und die aufstrebende Judith, die  versucht, sich gegen ihn durchzusetzen.
 Sandra, die Kollegin Inas, die irgendein Geheimnis mit sich herumträgt und Ina selbst, die nicht recht weiß, wie sie mit Henrike fertig werden soll.

Der Schreibstil ist flüssig und ich hatte sehr viel Spaß, das Buch zu lesen; es ist ein ruhiger Eifelkrimi, aber auf gar keinen Fall langweilig oder langatmig.

Elke Pistor schaltet immer wieder zurück ins vorige Jahrhundert zu Paul Weber, der sich inzwischen mit Frieda und Ludwig angefreundet hat.
 Zum Schluß sollte man beim Lesen ein bißchen auf die Feinheiten achten . Denn da klärt sich etwas ganz anders, als eigentlich erwartet, auf.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall von Ina Weinz.
Obwohl  ich mir auch vorstellen könnte, dass Elke Pistor mal einen kompletten Roman aus dem vorigen Jahrhundert schreibt.







Eine Leseprobe könnt ihr  HIER  finden...

Wenn ihr Interesse habt, könnt ihr nach dem Lesen ja mal hier gucken; da geht es um die Misshandlungen im Erziehungsheim Gmünd...

http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt_k12_bsb00003323_00187.html

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