Dienstag, 11. September 2012

Rezension : Die Pestmagd von Brigitte Riebe


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Die Pest in Köln !!!!





 1540, Köln

Johanna Arnheimer führt mit ihrem Mann Severin eine harmonische, sorgenfreie Ehe.  Allerdings zerstört sein früher Tod dieses Glück schlagartig .
Als Witwe, ohne einen Mann im Rücken, ist es ihr nicht möglich, die Geschäfte weiterzuführen. 
Die Zunft macht ihr das Leben mit allerlei Auflagen schwer, denn dort werden  Frauen als Geschäftsinhaberin  nicht gerne gesehen.

Severins Bruder Hennes ist  schon lange heimlich in Johanna verliebt, doch als sie ihn immer  wieder abweist, versucht auch  er sie zu vernichten. 
Nur so sieht er eine Chance, an das schöne Anwesen seines Bruders zu kommen, nach dem er immer wieder giert.
Der  Zufall kommt ihm zur Hilfe; Hennes begegnet  einer Frau aus Johannas Vergangenheit, die ihm Dinge anvertraut, die Johanna lange verschwiegen hat.
Angeblich soll sie  nicht immer so eine ehrbare Frau gewesen sein, sondern ein lockeres Leben geführt haben. 
Mit dieser neuen Information und einigen anderen Tücken und Listen gelingt es ihm, die Schwägerin des Gattenmordes zu beschuldigen und sie auch anklagen zu lassen.

Wie es zu der damaligen Zeit üblich war, bedurfte es dazu nicht vieler Beweise und entlastende Gegenargumente wurden von der Obrigkeit direkt überhört.

Johanna wird verhaftet, verliert ihr Zuhause und wird in den Frankenturm gebracht; dort soll sie unter Androhung schlimmster Folter den Mord an ihrem Mann gestehen.
Einen Menschen gibt es allerdings, der an ihre Unschuld glaubt; jemand von dem sie es am wenigsten erwartet hätte...


Der neue Medicus des Erzbischofs, Vincent deVries, überredet die Richter, Johanna die Chance auf ein Gottesurteil zu gewähren. 

Sie soll als Pestmagd im Pesthaus verdingt werden, was eigentlich als sicherer Tod gilt. Falls  sie die Zeit überlebt, gilt sie als unschuldig; wenn nicht, ist sie schuldig.

Johanna sieht keinerlei Überlebenschance für sich und versteht nicht, wieso Vincent ihr so etwas antun kann. 

 Den wahren Grund dafür erfährt sie erst viel später.  

"Die Pestmagd" ist das erste Buch von Brigitte Riebe, das ich gelesen habe. Es hat mir wirklich sehr gut gefallen.
Neben Johannas Schicksal dreht sich im Roman alles um die Pest, die zu dieser Zeit in Köln wütete.

Das Thema ist nicht neu; wurde bereits in vielen Romanen behandelt, aber die Autorin hat es sehr gut umgesetzt.
Ich habe schon viel aus der Zeit gelesen, und trotzdem konnte mich "Die Pestmagd" begeistern.

Brigitte Riebes Schreibstil ist flüssig, man findet sofort in die Geschichte rein und leidet mit Johanna...
 
Ich kann es immer wieder aufs Neue nicht fassen, wie schnell Frauen in der damaligen Zeit, aufgrund lächerlichster Beweise, als Hexen oder  Mörderinnen verurteilt wurden.


Unvorstellbar sind für mich auch diese schrecklichen Foltermethoden, die angewandt wurden, um die Inhaftierten zum Reden zu bringen.


Sehr gut hat mir der Anhang des Buches gefallen, in dem noch einmal einiges zur Pest erklärt wird. Wann sie wo wütete, in welchen Ausmaßen, wieviele Menschen ihr zum Opfer fielen, welche Behandlungsmethoden es gab, etc.

Insgesamt ist "Die Pestmagd " ein historischer Roman, der einen für kurze Zeit ganz in eine andere Welt abtauchen läßt.




Ich danke `Der Club Bertelsmann` für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.
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1 Kommentar:

  1. Ich habe einen Blog Award für dich :)

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